Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der politischen Bedeutung der Medien in
der sogenannten Informationsgesellschaft, die neuerdings auch als „Mediengesellschaft“
bezeichnet wird. Es sollen dabei nicht nur die klassischen Medien - Hörfunk,
Fernsehen und Printmedien - thematisiert, sondern auch das Internet als neuartiges,
für jeden frei zugängliches Kommunikations- und Publikationsmittel mit einbezogen
werden. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Betrachtung der Relevanz der Massenmedien
für die Arbeit politischer Parteien und die hier vor sich gegangenen Veränderungen
der letzten Jahre und Jahrzehnte sowie deren Ursachen.
In Teil 2 der Arbeit geht es um die von vielen Wissenschaftlern prognostizierte, fortschreitende
Entwicklung der alten Parteiendemokratie in eine sogenannte Mediendemokratie.
Daran anschließend werden die Massenmedien und ihre politischen
Funktionen sowie ihr Einfluss auf die politische und hier vor allem auf die interne und
externe Parteienkommunikation beschrieben. Kapitel 4 beschäftigt sich mit dem
Strukturwandel der Öffentlichkeit und der Parteien bzw. des Parteiensystems in der
Mediendemokratie sowie mit den durch diesen Wandel hervorgerufenen Veränderungen
der parteilichen Kommunikation. Im fünften Kapitel werden einige Beispiele
für medienorientierte Parteiarbeit erläutert.
Als Grundlage für die Arbeit dient der Sammelband „Parteien in der Mediendemokratie“
von Ulrich von Alemann und Stefan Marschall, der 2002 beim Westdeutschen
Verlag erschien und eine Reihe von Beiträgen verschiedener Autoren zum Thema
„Parteien und Massenmedien“ enthält. Alle weiteren verwendeten Quellen sind im
anliegenden Literaturverzeichnis und in den Fußnoten aufgeführt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Parteiendemokratie und Mediendemokratie
2.1 Parteiendemokratie im Veränderungsprozess
2.2 Die politische Relevanz der Medien
2.3 Mediendemokratie – Medien als „vierte Gewalt“ im politischen System
3. Massenmedien und politische Kommunikation
3.1 Politische Funktionen der Medien
3.2 Öffentliche Meinung und Öffentlichkeit
3.3 Politische Kommunikation
3.3.1 Organisation der Parteienkommunikation
4. Strukturwandel von Öffentlichkeit und Parteien in der Mediendemokratie
4.1 Parteikommunikation im Strukturwandel der Öffentlichkeit
4.2 Strukturwandel von Parteien und Parteiensystem
5. Beispiele medienorientierter Parteiarbeit
5.1 Parteitage
5.2 Internet und politische Kommunikation
5.3 Wahlkampfkommunikation
6. Abschließende Bemerkung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der Parteiendemokratie zur Mediendemokratie und analysiert dabei insbesondere, wie Massenmedien und das Internet die Kommunikation und Arbeitsweise politischer Parteien in Deutschland beeinflussen.
- Die zunehmende Bedeutung von Medien in der sogenannten Mediengesellschaft.
- Die symbiotische Beziehung zwischen politischen Akteuren und Mediensystemen.
- Strukturwandel der Öffentlichkeit und seine Auswirkungen auf Parteiorganisationen.
- Medienorientierte Strategien der Parteien, unter anderem bei Parteitagen und Wahlkämpfen.
- Die Rolle des Internets als neue Plattform für politische Kommunikation und Partizipation.
Auszug aus dem Buch
2.3 Mediendemokratie – Medien als „vierte Gewalt“ im politischen System
Medien konstituieren laut Alemann und Marschall eine demokratische Prozessstruktur und sind daher auch aus normativer Sicht unverzichtbare Akteure im politischen Geschehen geworden, was in dem häufig verwendeten Ausdruck der „vierten Gewalt“ deutlich wird. Dieser stellt die Medien als gleichwertige Komponente neben die drei klassischen Gewalten Legislative, Exekutive und Judikative.
Der Begriff der „Mediendemokratie“ impliziert neben der Bedeutsamkeit der Medien für Politik und Demokratie auch die Unterstellung, dass öffentliche Kommunikation für die Politik eine zunehmende Wichtigkeit erhält. Dies kann als Folge einer strukturellen Veränderung der Öffentlichkeit begriffen werden. Alemann und Marschall berufen sich auf Ottfired Jarren (2001) und nennen als entscheidende Entwicklungen für die zunehmende politische Macht von Öffentlichkeit und Medien u. a. folgende:
- die fortgesetzte Ausweitung der publizistischen Medien
- die Herausbildung neuer Medienformen (z. B. Internet)
- die „Medialisierung“ der gesamten Gesellschaft
- eine hohe gesellschaftliche Beachtung der medialen Tätigkeit
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung umreißt die politische Relevanz der Medien in der modernen Gesellschaft und erläutert die Zielsetzung der Untersuchung, die den Wandel der Parteiendemokratie beleuchtet.
2. Parteiendemokratie und Mediendemokratie: Dieses Kapitel erörtert die zunehmende Abhängigkeit politischer Akteure vom Mediensystem und die damit verbundene Veränderung der klassischen Parteiendemokratie.
3. Massenmedien und politische Kommunikation: Hier werden die Funktionen der Medien als Informationsvermittler und Kontrollorgan sowie die Organisation parteilicher Kommunikationsstrukturen analysiert.
4. Strukturwandel von Öffentlichkeit und Parteien in der Mediendemokratie: Es wird untersucht, wie sich die Kommunikation von Parteien durch den veränderten medialen Kontext und den Wettbewerb mit nicht-politischen Akteuren gewandelt hat.
5. Beispiele medienorientierter Parteiarbeit: Anhand von Parteitagen, Internetnutzung und Wahlkämpfen werden konkrete Strategien aufgezeigt, wie Parteien auf mediale Anforderungen reagieren.
6. Abschließende Bemerkung: Die Arbeit schließt mit einer kurzen Reflexion über die Komplexität des Themas und den Herausforderungen bei der Eingrenzung der Fragestellung.
Schlüsselwörter
Mediendemokratie, Parteiendemokratie, politische Kommunikation, Massenmedien, Strukturwandel, Öffentlichkeit, Parteitage, Internet, Wahlkampfkommunikation, Medialisierung, politische Parteien, Politikvermittlung, öffentliche Meinung, Informationsgesellschaft, Parteiorganisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss der Massenmedien und des Internets auf die Kommunikation und Arbeitsweise politischer Parteien im Kontext des Wandels zur Mediendemokratie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören der Strukturwandel der Öffentlichkeit, die medienorientierte Politikvermittlung sowie die veränderten Kommunikationsstrategien von Parteien bei Parteitagen und in Wahlkämpfen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Wandel der klassischen Parteiendemokratie zu einer Mediendemokratie zu beschreiben und die Ursachen sowie Auswirkungen dieser Entwicklung auf die parteiliche Arbeit zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine politikwissenschaftliche Literaturanalyse, basierend auf zentralen Werken der Medienpolitik-Forschung, um theoretische Konzepte auf aktuelle Entwicklungen zu übertragen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen über das Verhältnis von Medien und Parteien, die Analyse von Strukturwandelprozessen sowie die Darstellung praktischer Beispiele medienorientierter Parteiarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Mediendemokratie, Medialisierung, Parteikommunikation, politische Willensbildung und der Einfluss neuer Medienformen auf den politischen Prozess.
Warum spielt die Personalisierung eine so große Rolle?
Die Arbeit verdeutlicht, dass mediale Inszenierungsregeln wie die Personalisierung genutzt werden, um politische Inhalte in den Medien besser zu platzieren und ein gezieltes Image zu vermitteln.
Inwiefern hat das Internet die Parteiarbeit verändert?
Das Internet bietet neue, preiswerte Möglichkeiten der Direktkommunikation zwischen Parteien und Bürgern, die teilweise unabhängig von der Zwischenschaltung klassischer Massenmedien funktionieren.
Was bedeutet das "strukturelle Funktionsdilemma" bei Parteitagen?
Parteien stehen vor dem Widerspruch, einerseits eine lebendige, ineffiziente Diskussionskultur im Sinne der Parteiendemokratie wahren zu wollen, aber andererseits ein geschlossenes Bild für die Medien produzieren zu müssen, um handlungsfähig zu wirken.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der Presse als „vierte Gewalt“?
Unter Berufung auf verschiedene Quellen wird diskutiert, dass Medien als unverzichtbare Akteure der demokratischen Prozessstruktur gelten, jedoch zunehmend an ökonomischen und medialen statt an rein politischen Faktoren ausgerichtet sind.
- Quote paper
- Svenja Schell (Author), 2004, Massenmedien und politische Parteien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133756