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Maßhalten und Maßlosigkeit im Fortunatusroman

Title: Maßhalten und Maßlosigkeit im Fortunatusroman

Term Paper , 2019 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Kevin Voß (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Diese Hausarbeit befasst sich im Folgenden mit einer Analyse über Maßhaltung und Maßlosigkeit im frühneuhochdeutschen Roman „Fortunatus“, welcher 1509 im Druck in Augsburg erschien. Der Verfasser ist nicht bekannt, es wird lediglich Johann Heybler als Auftraggeber benannt.

Zuerst werden die Begrifflichkeiten von Tugenden und Maßhaltung erörtert und welche Rolle sie im Mittelalter spielten. Daraufhin folgt eine historische Einordnung des zu behandelnden Textes in die gesellschaftlichen Zusammenhänge der damaligen Zeit. Im Hauptteil wird der Fortunatusroman mit Blick auf Fortunatus, seinen Vater Theodorus und seine Söhne Ampedo und Andolosia unter dem Gesichtspunkt der rechten Maßhaltung bzw. Maßlosigkeit analysiert, um die vier Charaktere im Anschluss vergleichen zu können. Es folgt eine Verknüpfung der Analyse mit den Fragestellungen zu der Didaxe des Romans: Inwieweit werden die LeserInnen in Bezug auf den maßvollen Umgang mit Geld belehrt? Ist der Fortunatusroman ein didaktischer Roman? Welche Bezüge hat der Roman zu der Tugend des Maßhaltens im Verlauf der drei behandelten Generationen? Welche Unterschiede gibt es und warum gibt es sie? Zum Schluss folgt ein Fazit, das die Ergebnisse dieser Hausarbeit zusammenfasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begrifflichkeiten und Einordnungen

2.1 Die Tugenden des Mittelalters

2.2 Historische Einordnung

3 Analyse des Fortunatusromans

3.1 Maßlosigkeit: Theodorus – die erste Generation

3.2 Das rechte Maß: Fortunatus – die zweite Generation

3.3 Passive Maßlosigkeit: Ampedo – die dritte Generation

3.4 Aktive Maßlosigkeit: Andolosia – die dritte Generation

3.5 Der Vergleich der Generationen

4 Die Didaxe im Fortunatusroman

5 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht das Verhältnis von Maßhaltung und Maßlosigkeit im frühneuhochdeutschen Roman „Fortunatus“ (1509) über drei Generationen hinweg. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert auf die didaktische Komponente des Werkes: Inwieweit vermittelt der Roman den maßvollen Umgang mit Geld und inwiefern fungiert er als didaktisches Werk, das die Protagonisten als positive oder negative Beispiele für ihren jeweiligen Umgang mit Reichtum darstellt?

  • Analyse des Tugendbegriffs im Kontext des Mittelalters und der Frühen Neuzeit.
  • Untersuchung des sozioökonomischen Wandels und dessen Einfluss auf die Charakterentwicklung.
  • Vergleichende Analyse der drei Generationen (Theodorus, Fortunatus, Ampedo/Andolosia) im Hinblick auf Sparsamkeit und Maßlosigkeit.
  • Interpretation der didaktischen Intention des Romans anhand der Vorrede und des Epimythions.

Auszug aus dem Buch

3.1 Maßlosigkeit: Theodorus – die erste Generation

Jeder Mensch ist individuell und geht auf ganz eigene Art mit Eigenschaften, Gaben und Gegebenheiten um, wie die Familie von Fortunatus zeigt. Allein bezogen auf den Umgang mit Geld ergeben sich starke Kluften zwischen den drei beschriebenen Generationen.

Fortunatus Vater Theodorus ist „[...]ain edler purger/ altz herkommens[...]“, der von seinen Eltern ein Vermögen geerbt hat „[...]allso das er fast reich/mächtig und darbey jung was[...]“. Er nutzt sein Vermögen für Turniere und die Gesellschaft bei dem Hofe von Zypern. Aufgrund seines Standes und seiner Besitztümer kann er auch standesgemäß die Tochter eines edlen Bürgers aus Nicosia heiraten. Ihr Sohn heißt Fortunatus.

Theodorus hätte durch Maßhaltung ein gutes und von Armut verschontes Leben führen können, doch er verbringt seine Zeit weiter nur in der Hofgesellschaft und bei Turnieren, was mehr Geld kostet, als es einbringt „[...]und kam also zu armût [...] unnd ward so arm das er weder knecht noch m(gt vermocht[...]“. Er bemerkt seinen Fehler erst nach seinem finanziellen Untergang: „[...]dann die angst und not darinnen ich bin hab ich mir selbs gemacht[...]“. So bedauert er vor seinem Sohn, als dieser 18 Jahre alt ist, dass er das Geld, was seine Eltern erspart hatten und die Güter, die er besaß, nicht besser verwaltete und dass er Tag und Nacht darum keine Ruhe finde. Weiterhin klagt er darüber, all seine einstigen Freunde verloren zu haben, mit denen er seine Güter teilte und nun bei diesen unwillkommen sei.

Daraufhin bricht Fortunatus zu seiner Reise auf, sodass sein Vater sich nicht weiter finanziell um ihn kümmern muss. Aus den Sorgen seines Vaters zieht Fortunatus seine Schlüsse. Sein Umgang mit Geld ist dadurch ein völlig anderer. Andererseits ist auch sein Reichtum durch den Geldsäckel unvergleichlich.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt den Fortunatusroman vor und führt in die Thematik der Maßhaltung und Maßlosigkeit sowie die didaktische Fragestellung ein.

2 Begrifflichkeiten und Einordnungen: Dieses Kapitel erläutert die Grundtugenden sowie die historische Kontextualisierung des Romans im Übergang von Mittelalter zur Neuzeit.

3 Analyse des Fortunatusromans: Das Hauptkapitel untersucht das Verhalten der drei Generationen der Familie im Hinblick auf ihren spezifischen Umgang mit Geld und Reichtum.

4 Die Didaxe im Fortunatusroman: Hier wird die didaktische Absicht des Autors hinterfragt, insbesondere unter Einbeziehung der Vorrede und des Epimythions.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die didaktische Funktion des Romans als Lehre über vernünftigen Umgang mit Reichtum.

Schlüsselwörter

Fortunatusroman, Maßhaltung, Maßlosigkeit, Mittelalter, Frühe Neuzeit, Didaxe, Theodorus, Ampedo, Andolosia, Geld, Reichtum, Tugend, Erziehung, Sparsamkeit, Genuss.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Verhalten der Protagonisten im Fortunatusroman hinsichtlich des Umgangs mit Geld und dem Spannungsfeld zwischen Maßhaltung und Maßlosigkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entwicklung der Tugendbegriffe, der gesellschaftliche Aufstieg durch Reichtum und die didaktische Vermittlung von Verhaltensnormen im 16. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob der Roman als didaktisches Werk konzipiert ist, das den Leser belehrt, wie man sich im Umgang mit Geld maßvoll und klug verhält.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die historische Kontexte mit einer inhaltlichen Untersuchung der drei Generationen der Fortunatus-Familie verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die drei Generationen: Theodorus, Fortunatus als zentrale Figur und seine Söhne Ampedo und Andolosia hinsichtlich ihrer Lebensweise.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Tugend, Didaxe, Frühneuhochdeutsch, Geldsäckel, Reichtum, Maßhaltung und Generationengeschichte.

Wie unterscheidet sich Fortunatus vom Verhalten seines Vaters Theodorus?

Während Theodorus durch Verschwendung und Maßlosigkeit verarmt, lernt Fortunatus aus diesen Fehlern und verwaltet sein Vermögen wesentlich planvoller und standesbewusster.

Warum gelten Ampedo und Andolosia als negative Beispiele?

Ampedo wird durch seine passive Geizigkeit und Angst und Andolosia durch seine aktive, verschwenderische Maßlosigkeit als negative Gegenpole zum maßvollen Handeln dargestellt.

Zieht der Roman eine klare Lehre?

Ja, der Roman betont durch die Vorrede und das Epimythion, dass Weisheit und Vernunft notwendig sind, um Reichtum nicht in Maßlosigkeit und Untergang umschlagen zu lassen.

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Details

Title
Maßhalten und Maßlosigkeit im Fortunatusroman
College
University of Bonn
Grade
2,0
Author
Kevin Voß (Author)
Publication Year
2019
Pages
19
Catalog Number
V1337560
ISBN (PDF)
9783346835987
ISBN (Book)
9783346835994
Language
German
Tags
Fortunatus Mediävistik Frühneuhochdeutsch Glückssäckl Fortuna
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kevin Voß (Author), 2019, Maßhalten und Maßlosigkeit im Fortunatusroman, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1337560
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