Die Hausarbeit soll sich unter Betrachtung der Besonderheiten im Personaleinsatz am Beispiel der Arbeitsort- und Arbeitszeitflexibilisierung sowie die Glättung des Arbeitsaufkommens auf den Wirtschaftszweig der Hotellerie konzentrieren. Die Bedeutung des Personals in Hotelbetrieben nimmt einen hohen Stellenwert in der Beeinflussung der Gästeerfahrung durch die Leistungsproduktion in direkter Zusammenarbeit mit dem Gast ein. Die Besonderheiten des Personaleinsatzes in der Hotelbranche dieser Hausarbeit sollen als Grundlage zur Klärung der weiterführenden Frage nach den Motiven des Branchenwechsels dienen.
Die zunehmende Anzahl an Reisenden macht das Wachstum der Tourismusbranche auf der ganzen Welt sichtbar. Die Tourismusindustrie stelle den weltweit größten Wirtschaftszweig dar. Der Umsatz des Beherbergungsgewerbes in Deutschland sank während der Coronapandemie nach einem Aufwärtstrend und dem erzielten Rekordniveau in 2019. Unter Annahme der Größe der Tourismusindustrie und dem stetigen Zuwachs an Reisenden wird die Notwendigkeit von einem professionellen und nachhaltigen Personalmanagement aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlegende Begrifflichkeiten
2.1 Das deutsche Gastgewerbe
2.2 Organisationale Sozialisation
2.3 Tätigkeitskategorien im Hotel
2.4 Eingliederung in den Personalmanagementprozess
3 Externer Faktor Gast
3.1 Glättung des Arbeitsaufkommens
3.2 Nachfrageschwankungen
3.3 Arbeitsortflexibilisierung
4 Arbeitszeiten und Arbeitszeitflexibilisierung
5 Fazit
6 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen Herausforderungen und Besonderheiten des Personaleinsatzes in der deutschen Hotellerie. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie durch Maßnahmen der Arbeitsort- und Arbeitszeitflexibilisierung sowie die Glättung des Arbeitsaufkommens auf die schwankende Nachfrage und den resultierenden Bedarf an flexiblem Personaleinsatz reagiert werden kann.
- Bedeutung und Struktur des Personaleinsatzes in der Hotelbranche
- Einfluss des externen Faktors "Gast" auf die Leistungsproduktion
- Kategorisierung von Tätigkeiten zur Glättung des Arbeitsaufkommens
- Methoden der Arbeitsortflexibilisierung (Jobrotation, Jobenlargement, Jobenrichment)
- Ansätze der Arbeitszeitflexibilisierung als Antwort auf unattraktive Arbeitsbedingungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Glättung des Arbeitsaufkommens
Die Glättung des Arbeitsaufkommens hat zum Ziel, den Beschäftigungsrhythmus der Nachfrage anzugleichen, um die verfügbare Arbeitszeit der Mitarbeitenden optimal nutzen zu können. Anhand des Customer Journeys können die Kontaktpunkte des Gastes mit der Organisation analysiert und Gastintegrationsprozesse in die Wertschöpfungskette erarbeitet werden. (vgl. Bruhn, 2020, S. 81) In Abhängigkeit der Nachfrageschwankungen in einem Hotel können unterschiedliche Aufgabenkategorien differenziert werden:
Als Sofortarbeit werden Arbeiten bezeichnet, welche unmittelbar zu erbringen sind, wenn der Gast es wünscht. (vgl. Henschel, Gruner & von Freyberg, 2018, S. 183) Darunter zählen Leistungen am Empfang wie der Check-In oder der Check-Out des Gastes sowie die Informationsleistung, die in diesem Outlet erbracht wird. Im Service wird es noch deutlicher: Bestellt der Gast in einem Restaurant etwas zu Essen oder zu Trinken, wird dies im direkten Anschluss zubereitet und dem Gast serviert.
Sofortarbeiten mit begrenzter Speichermöglichkeit sind solche Arbeiten, die der Vorbereitung einer Sofortarbeit dienen. In der Praxis nennt man diesen Vorgang „Mise en place“. (vgl. Henschel, Gruner & von Freyberg, 2018, S. 183) Das kann das Eindecken von Tischen, das Polieren oder Reinigen von Besteck und Gläsern oder auch die Vorbereitung eines Buffets in der Küche sein.
Als Speicherarbeit werden Arbeiten im Hotelbetrieb kategorisiert, die weitestgehend unabhängig von der Nachfrage bzw. Auslastung im Hotel erbracht werden können. (vgl. Henschel, Gruner & von Freyberg, 2018, S. 183) Dazu zählen Reinigungsarbeiten oder z.B. die Erstellung des Jahresabschlusses in der Buchhaltung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die strategische Relevanz des Personals in Hotelbetrieben und definiert das Ziel, den Personaleinsatz unter Berücksichtigung von Flexibilisierungsmaßnahmen zu untersuchen.
2 Grundlegende Begrifflichkeiten: Dieses Kapitel erläutert definitorische Grundlagen des Gastgewerbes, die organisationale Sozialisation neuer Mitarbeitender sowie verschiedene Tätigkeitskategorien.
3 Externer Faktor Gast: Es wird analysiert, wie der Gast als dynamischer Faktor die Hotelleistung bestimmt und durch Strategien wie die Glättung des Arbeitsaufkommens bewältigt werden muss.
4 Arbeitszeiten und Arbeitszeitflexibilisierung: Das Kapitel diskutiert aktuelle Herausforderungen durch Überstunden sowie innovative Ansätze wie die 4-Tage-Woche als Instrumente der Motivation.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass zufriedene Mitarbeitende die Basis für hohe Dienstleistungsqualität bilden und Flexibilität das Management in der Hotellerie maßgeblich prägt.
6 Ausblick: Der Ausblick reflektiert das Image der Branche sowie die Ambivalenz zwischen technologischem Fortschritt und dem Potenzial zum Verlust direkter Gästekontakte.
Schlüsselwörter
Personaleinsatz, Personaleinsatzplanung, Hotelmanagement, Hotellerie, Arbeitszeitflexibilisierung, Arbeitsortflexibilisierung, Gastgewerbe, Dienstleistungsqualität, Arbeitsaufkommen, Nachfrageschwankungen, Mitarbeitermotivation, Personalauswahl, Organisationale Sozialisation, Fachkräftemangel, Personalmanagementprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Hausarbeit thematisiert die Besonderheiten des Personaleinsatzes innerhalb der deutschen Hotellerie unter besonderer Berücksichtigung von Flexibilitätsstrategien.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Kernaspekten gehören die Struktur des Hotelmanagements, Instrumente zur Personalbindung sowie Methoden zur Optimierung des Personaleinsatzes bei schwankender Nachfrage.
Welche Forschungsfrage wird beantwortet?
Es wird untersucht, welche Besonderheiten des Personaleinsatzes sich durch Maßnahmen der Arbeitsort- und Arbeitszeitflexibilisierung sowie die Glättung des Arbeitsaufkommens im deutschen Hotelmarkt feststellen lassen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit vorhandener Fachliteratur, wissenschaftlichen Studien und Branchenerhebungen zum Thema Hotelmanagement.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Begriffsdefinitionen), eine Analyse des Einflusses des Gastes auf die Arbeitsprozesse und die praktische Diskussion von Flexibilisierungsinstrumenten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Wichtige Begriffe sind Personaleinsatz, Dienstleistungsqualität, Nachfrageschwankungen, Arbeitszeitflexibilisierung und Hotelmanagement.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Aufgabenkategorien im Hotel?
Die Arbeit differenziert zwischen Sofortarbeiten (unmittelbarer Gästekontakt), Sofortarbeiten mit begrenzter Speichermöglichkeit (Vorbereitung) und reinen Speicherarbeiten (auslastungsunabhängig).
Welche Bedeutung hat die organisationale Sozialisation für Hotels?
Sie wird als entscheidender Prozess zur Bindung von Mitarbeitenden an das Unternehmen dargestellt, um Fluktuation zu reduzieren und die Produktivität durch internalisierte Werte zu steigern.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich kleinerer Hotelbetriebe?
Es wird festgestellt, dass kleinere Betriebe aufgrund begrenzter Personalentwicklungsmöglichkeiten bei der Mitarbeitermotivation vor besonderen Herausforderungen stehen, die durch Kooperationen gemildert werden können.
- Arbeit zitieren
- Celine Schlebach (Autor:in), 2023, Besonderheiten des Personaleinsatzes innerhalb des Personalmanagements der deutschen Hotellerie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1337572