Bei der folgenden Hausarbeit geht es um ein Praxisbeispiel, wie starke Schüler:innen im Unterricht gefordert werden können.
Der Bildungswert des Mathematikunterrichts in der Grundschule liegt darin, dass die Schüler:innen ihre Vorerfahrungen festigen, erweitern und systematisieren, um darauf grundlegende mathematische Kompetenzen aufzubauen. Die zentrale Aufgabe besteht also darin, die Kinder für den mathematischen Gehalt alltäglicher Situationen zu sensibilisieren und sie zum Problemlösen mit mathematischen Mitteln anzuleiten. Ziel ist es dahingehend Lernsituationen zu gestalten, bei welchen alle Kinder auf ihrem Niveau Strukturen und Zusammenhänge entdecken, untersuchen und nutzen können, sodass dabei der Heterogenität der Kinder Rechnung getragen werden kann.
Anhand dieser Forderungen des Bildungsplans stellt sich mir die Frage: Wie kann ich allen Schüler:innen gleichermaßen gerecht werden? Einerseits belegen die Forderungen des Bildungsplans, dass jedes Kind entsprechend seiner individuellen Voraussetzungen zu fördern ist. Dieses Ziel hört sich in der Theorie schlüssig und leicht an. Andererseits ergibt sich in der Praxis jedoch das Problem, dass der Spagat zwischen den großen Leistungsunterschieden der Kinder gemeistert werden muss. Expertenschätzungen zur Folge umfassen die Unterschiede im Fach Mathematik oftmals mehrere Schuljahre. Orientiert sich dann eine Lehrkraft an einem mittleren Niveau, so werden einige Kinder über- andere unterfordert. Doch was ist die Lösung?
Inhaltsverzeichnis
1. Pädagogisches Handlungsfeld
2. Mein Anliegen
3. Ausgangssituation - erwünschter Zuwachs
4. Theoretische Fundierung
5. Gestaltung und Umsetzung des Vorhabens
6. Abschließende Reflexion
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, leistungsstarke Grundschulkinder im Mathematikunterricht durch den gezielten Einsatz von wöchentlichen Knobelaufgaben kognitiv zu fordern und zu motivieren, ohne den Unterrichtsfluss für andere Schüler zu stören oder Lerninhalte vorwegzunehmen.
- Forderung leistungsstarker Kinder im Mathematikunterricht
- Einsatz von Knobelaufgaben als Instrument der natürlichen Differenzierung
- Erkenntnisse aus der Begabtenförderung für den Regelunterricht
- Methoden zur Förderung der fachlichen, strategischen und sozialen Kompetenzen
- Reflexion über Sozialformen und Differenzierungsmaßnahmen
Auszug aus dem Buch
(b) Exemplarisches Beispiel (Zahlenkreuze)
Für die erste gemeinsame Knobelstunde habe ich mir die Zahlenkreuze ausgesucht (geplanter Verlauf siehe Anlage 1). Die SchülerInnen sollen die Zahlen von 1 bis 9 im Zahlenkreuz so verteilen, dass die Summe der waagrechten (blau) und senkrechten (rot) Zahlen gleich ist.
Bevor die SchülerInnen in die eigene Denkphase übergehen können, ist bei einer solchen Aufgabe die Klärung der Begrifflichkeit unerlässlich. Aus diesem Grund habe ich mit den SchülerInnen an der Tafel eine kleine Merkhilfe verbildlicht, die der Abb. 1 entspricht. So haben sie zum einen die Möglichkeit die Begriffe erst einmal zu verstehen und zum anderen während des Denkprozesses noch einmal nachzuschauen.
Nach dieser Phase habe ich die SchülerInnen mit einem Arbeitsblatt (Anlage 2) in eine Einzelarbeit geschickt. Dies habe ich bewusst so gewählt, da es mir wichtig war/ ist, dass die Kinder zunächst selbst versuchen ein Problem zu lösen und sich nicht dazu verleiten lassen einfach nur Ideen eines Partners zu übernehmen. Diese Phase war bei vielen SchülerInnen durch Ratlosigkeit und Verwirrung gekennzeichnet. Fast im Minutentakt kamen die Kinder nach vorne zu mir, um Hilfe zu bekommen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich dann die Regel eingeführt, dass nur noch Fragen zur Aufgabenstellung, nicht zur Lösung jener, gestellt werden dürfen. Der Appell an alle, auszuprobieren, auch zu scheitern, kam an und die SchülerInnen fingen an intensiv zu knobeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Pädagogisches Handlungsfeld: Dieses Kapitel erläutert den Stellenwert des Mathematikunterrichts und identifiziert die Herausforderung, heterogenen Lerngruppen gerecht zu werden, insbesondere bei gleichzeitigem Bedarf an Forderung leistungsstarker Schüler.
2. Mein Anliegen: Die Autorin beschreibt ihre persönliche Motivation als Lehrkraft, mathematische Begabungen zu fördern und durch qualitativ anspruchsvolle Aufgaben der Langeweile und Unterforderung entgegenzuwirken.
3. Ausgangssituation - erwünschter Zuwachs: Hier wird die spezifische Lerngruppe analysiert und durch Befragungen der SchülerInnen der Handlungsbedarf bei der Einführung anspruchsvollerer Aufgaben verdeutlicht.
4. Theoretische Fundierung: Dieser Abschnitt verknüpft das Vorhaben mit bildungspolitischen Forderungen der Kultusministerkonferenz und aktueller fachdidaktischer Forschung zu Differenzierungsmaßnahmen.
5. Gestaltung und Umsetzung des Vorhabens: Die Autorin schildert den praktischen Versuchsaufbau, die Anpassungen im Verlauf der Erprobungsphase und die Arbeit mit den SchülerInnen an konkreten Beispielen wie Zahlenkreuzen.
6. Abschließende Reflexion: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse, bei der die Bedeutung des sozialen und kommunikativen Lernens durch das Knobelformat unterstrichen wird.
Schlüsselwörter
Mathematikunterricht, Grundschule, Begabtenförderung, Knobelaufgaben, Differenzierung, Leistungsstarke Schüler, Lernmotivation, Problemlösen, Natürliche Differenzierung, Aufgabenkultur, Stoffvorgriff, Fachdidaktik, Klassendynamik, Kompetenzzuwachs, Reflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie leistungsstarke Schülerinnen und Schüler im Mathematikunterricht der Grundschule gefordert werden können, damit ihre Begeisterung für das Fach erhalten bleibt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Konzepte der Begabtenförderung, das methodische Instrument des Knobelns sowie die praktische Umsetzung natürlicher Differenzierung im Regelunterricht.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt, ob die Einführung wöchentlicher Knobelaufgaben differenzierend wirken kann und somit dazu beiträgt, die Mathematikbegeisterung auch bei leistungsstarken Kindern zu erhalten.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine Kombination aus Literaturrecherche, der Analyse pädagogischer Handlungsstandards, der Befragung der Schülerinnen und Schüler sowie der reflektierten Aktionsforschung im Unterricht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Einordnung durch Forschungsberichte sowie der praktischen Konzeption, Erprobung und anschließenden Reflexion der Knobelaufgaben in einer dritten Klasse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die zentralen Schlagworte umfassen Mathematikunterricht, Knobelaufgaben, natürliche Differenzierung, Begabtenförderung und Schüleraktivierung.
Welches konkrete Fallbeispiel wird im Buch verwendet?
Als methodisches Beispiel dienen sogenannte "Zahlenkreuze", an denen die Autorin demonstriert, wie Schüler durch Knobeln in Einzel- und Partnerarbeitsphasen an mathematische Probleme herangeführt werden.
Zu welcher Erkenntnis gelangte die Autorin bezüglich der Sozialformen?
Sie stellte fest, dass die Knobelstunden besonders fruchtbar sind, wenn sie mit wechselnden Sozialformen (Einzelarbeit vs. Austausch in der Mathekonferenz) kombiniert werden, da dies kommunikative und soziale Kompetenzen fördert.
Wie wurde die Differenzierung umgesetzt?
Die Differenzierung erfolgte "natürlich" durch die offenen Aufgabenformate, die verschieden tiefgehende Lösungswege ermöglichen, anstatt den Schülern einfach nur Aufgaben höherer Jahrgangsstufen vorzulegen.
- Quote paper
- Katrin Höllein (Author), 2022, Starken Schülern im Mathematikunterricht gerecht werden. Einführung einer wöchentlichen Knobelaufgabe zum Erhalt der Mathematikbegeisterung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1337678