Aristoteles Erziehungsbild in "Politik, Achtes Buch - Über Erziehung". Ein kompakter Überblick


Exzerpt, 2007

10 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1) Erziehung und Staat

2) Ziele der Erziehung

3) Unterrichtsgegenstände und Muße

4) Die Körperertüchtigung im Erziehungsablauf

5) Die Stellung der Musikbildung innerhalb der Erziehung

6) Musikerziehung in Grenzen

7) Der Erziehungseinfluß der Musik

Fazit

Erläuterung der Fußnoten

Aristoteles, Politik: Achtes Buch

Einleitung

Als allgemeine Bemerkung ist voranzustellen, dass das Achte Buch von Aristoteles’ Politik aufgebaut ist wie ein Dialog. Allerdings ist es ein Dialog mit nur einem Gesprächspartner. Aristoteles stellt immer wieder Streitfragen zur Debatte, auf die er dann im weiteren Verlauf seiner Erläuterungen selbst antwortet. Die folgende Ausarbeitung ist nach den sieben Kapiteln des Buches gegliedert und die Überschriften wurden von mir übernommen.

Die verwendeten Zitate stammen aus der folgenden Ausgabe: Aristoteles, Politik. Reclam 2003, übersetzt von Franz F. Schwarz.

1) Erziehung und Staat

Im ersten Kapitel des Achten Buches erläutert Aristoteles zunächst einige allgemeine Aspekte der Erziehung. Eines der wichtigsten Merkmale einer guten Erziehung ist nach Aristoteles der Umstand, dass sie mit Rücksicht auf die jeweilige Staatsverfassung stattfinden soll, da die Verfassung in ihrer Wesensart zu erhalten sei. Weiterhin müsse für alle Bürger eines Staates die Erziehung dieselbe sein, da jeder Staat ein Ziel habe, auf welches alle Bürger gemeinsam hinarbeiten. Dieses angestrebte Ziel sei das beste Leben bzw. ein tugendhaftes Leben für alle Bürger eines Staates.

„Und weil es für jeden Staat nur ein Ziel gibt, muß offenbar auch die

Erziehung ein und dieselbe sein für alle Bürger, und ebenso muß die Obsorge um sie gemeinsam sein und nicht privat, ...“ (1337a)

Die Erziehung soll nach Aristoteles einheitlich sein, da die Bürger eines Staates Teil desselben seien und nicht sich selbst gehörten. Wer sich also um den einzelnen Bürger sorge, sorge sich zugleich um das Wohlergehen des gesamten Staates.

Erziehung ist somit für Aristoteles eine staatliche Angelegenheit, nicht eine private. Dies bedeutet zugleich, dass die Art der Erziehung durch Gesetze festgelegt werden muss, damit eine rechtliche Grundlage zur Vereinheitlichung der Erziehungsmethoden vorhanden ist.

2) Ziele der Erziehung

Im zweiten Kapitel formuliert Aristoteles eine Streitfrage über Inhalt und Form der Erziehung im Staat: Soll die Erziehung ihrer Form nach eher auf das Denken angelegt sein oder eher auf das Wesen der Seele?

Soll inhaltlich eher das gelehrt werden, was für das Leben oder für die Tugend von Nutzen ist?

Aristoteles spaltet seine gesamte Stellungnahme zum Problem der Erziehung in immer feiner verzweigte Streitfragen auf. So erwähnt er beispielsweise, dass ebenso über den Begriff der Tugend, der in der obigen Frage auftaucht, Uneinigkeit herrsche, da nicht alle Menschen unter ‚Tugend’ dasselbe verstünden.

Ich werde allerdings in meiner Ausarbeitung nicht auf alle von Aristoteles formulierten Fragen gleich stark eingehen und manche eventuell ganz außen vor lassen.

Zunächst antwortet Aristoteles auf die Frage nach den Lerninhalten. Hierfür unterteilt er Tätigkeiten in Arbeiten der Freien und der Unfreien. Seiner Ansicht nach soll vom Notwendigen das Nützliche gelernt werden; aber nur insofern es den Tätigen nicht in den Bereich des Unfreien bringt. Dies bedeutet also, dass Arbeiten, die von den Sklaven zu verrichten sind, in der erzieherischen Tätigkeit außen vor gelassen werden.

Nach meinem Verständnis erscheint hier das für Aristoteles typische ‚Mittelmaß’ zwischen zwei Polen. Es gilt hier einen Mittelweg zu finden zwischen vollkommener Muße und sklavischer Arbeit.

„Es gibt aber auch von den Wissenschaften, die eines Freien würdig sind, einige, an denen bis zu einem gewissen Grad teilzunehmen nicht unwürdig ist, doch ein allzu genaues Brüten darüber ist den bereits erörterten Schäden unterworfen.“ (1337b)

Eine weitere grundlegende Unterscheidung, die Aristoteles im zweiten Kapitel vornimmt, liegt bei der Motivation des Lernens. Einerseits gibt es das Lernen, das eines Freien würdig ist. Dies ist das Lernen um seiner selbst willen oder für Freunde oder für die Tugend. Andererseits gibt es das sklavische Lernen, von welchem immer dann zu sprechen ist, wenn auf Veranlassung anderer gelernt wird.

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Aristoteles Erziehungsbild in "Politik, Achtes Buch - Über Erziehung". Ein kompakter Überblick
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Philosophie)
Veranstaltung
Aristoteles: Politik (Lektürekurs)
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
10
Katalognummer
V133797
ISBN (eBook)
9783640454389
ISBN (Buch)
9783640454204
Dateigröße
468 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aristoteles, Erziehung, Staat, Musik, Politik
Arbeit zitieren
Jasmin Frank (Autor), 2007, Aristoteles Erziehungsbild in "Politik, Achtes Buch - Über Erziehung". Ein kompakter Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133797

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