Die Bedeutung der Supervision für die Professionalisierung der Sozialarbeit


Seminararbeit, 2001
29 Seiten, Note: 2,1

Leseprobe

Inhalt

0. Einleitung

1. Die Quellen der Supervision
1.1 Die Quelle "Sozialarbeit"
1.2 Die Quelle "Psychotherapeutische Kontrollanalyse"
1.3 Verfahrensaneignung

2. Supervision -die Entwicklung bis heute
2.1 Die Entwicklung in Deutschland

3. Definition der Supervision
3.1 Ziele der Supervision
3.2 Formen der Supervision
3.3 Methoden der Supervision

4. Definition der Sozialarbeit
4.1 Methoden der Sozialarbeit
4.2 berufliche Tätigkeitsmerkmale

5. Bestimmende Faktoren der Berufsarbeit in der Sozialarbeit
5.1 Berufserfolge
5.1.1 Eigene Erfahrungen
5.2 Behindernde Bedingungen

6. Professionelles Arbeiten in der Sozialarbeit

7. Reflexionsmöglichkeiten in der Sozialarbeit

8. Professionalität in der Sozialarbeit
8.1 Klientenbezogene Supervision
8.2 Kooperationsbezogene Supervision
8.3 Rollenbezogene Supervision
8.4 Eigene Erfahrungen

9. Resümee

Literatur

0. Einleitung

- In der Supervision werden Berater beraten.
- Supervision hilft die Sozialarbeit professionell zu machen.
- Supervision vermeidet schwarze Flecken in der Sozialarbeit.
- Supervision hilft bei Problemen in der Sozialarbeit.
- Frag mich nicht, darüber weiß ich nicht viel.

Das sind einige Antworten die ich höre, wenn ich Mitstudenten frage, was sie über Supervision wissen.

Heute haben wir das 21 Jahrhundert und die Supervision hat sich als selbstständige

Profession etabliert.

Durch die Antworten meiner Mitstudenten, und als ich in einem Referat hörte, wie die Supervision als ein Werkzeug der sozialen Arbeit bezeichnet wurde, erhielt ich Bestärkung bei der Idee, mich im Zuge einer Hausarbeit mit der Supervision zu beschäftigen.

Die Idee mehr über Supervision zu erfahren entstand während meines Blockpraktikums.

Ich konnte an einer Supervision teilnehmen.

Die Fragen die in mir aufkamen, konnten von den Mitarbeitern der Institution, welche die Supervision in Anspruch nahm, nicht ausreichend beantwortet werden.

Der Hintergrund das Supervision aus der Sozialarbeit im Zuge der Professionalisierung

entstand und heute hilft die Qualitätstandards der Sozialarbeit zu erhalten und zu verbessern, sowie eine Fortbildung für SozialarbeiterInnen ist, sah ich es als sehr wichtig

an darüber informiert zu sein.

Zu diesem Zeitpunkt beschloß ich mich irgendwann mit dem Thema näher zu beschäftigen. Dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen.

Die Supervision ist ein Kind der Sozialarbeit, das sich eine eigene Existenz aufgebaut hat. Aber wie ist das Verhältnis zu den Eltern heute?

Ich werde zeigen wie sich die Supervision aus der Sozialarbeit entwickelt hat und wie sich ihre Entwicklung in Deutschland vollzog. Um zu verstehen was die Supervision der Sozialarbeit bietet und wo die Supervision in der Sozialarbeit ansetzen kann, werde ich beide definieren. Ich werde die Methoden, Ziele und Formen aufzeigen die beide verfolgen. Ich werde die Berufserfolge und die behindernden Bedingungen in der Sozialarbeit darstellen und hierbei werde ich auch meine eigenen Erfahrungen mit dem Umgang von Berufserfolgen in der Sozialarbeit einbringen.

Die Frage die ich im Zuge der Hausarbeit bearbeiten will ist: „Die Bedeutung der Supervision für die Professionalisierung der Sozialarbeit“.

Um diese Frage zu beantworten werden wir schauen was professionelles Arbeiten in der Sozialarbeit ausmacht, wo sich Möglichkeiten zur Reflexion bieten und wie die Supervision versucht die Sozialarbeit mit Hilfe der berufsbegleitenden Supervision zu unterstützen.

Im Resümee wollen wir noch einen kritischen Blick auf die Professionalität in der Sozialarbeit werfen.

1. Die Quellen der Supervision

Supervision(lat. supervidere) bedeutet etwas von oben her zu überblicken.

Der Begriff Supervision hat sich im 16 Jahrhundert erstmals im angelsächsischen

Raum in der Medizin etabliert.

1.1 Die Quelle „Sozialarbeit"

1878 wurde im Staat New York die erste „Charity Organization Society" (Wohl-

fahrtsorganisation) gegründet.

Friendly Visitors(ehrenamtliche Mitarbeiter), meistens Frauen aus dem Bürgertum

waren als Armenbesucherinnen tätig. Damit hat das Casework durch seine Begründerin

„Mary Richmond" seinen Ursprung gefunden.

Im Zuge der Professionalisierung wurden die bezahlten Mitarbeiter(paid agent) zum

„agent supervisor". Der „agent supervisor" hatte die Aufgabe die „friendly Visitors" zu

unterstützen, fachlich anzuleiten und zu kontrollieren. Die „Agent supervisor" waren die Vorgänger des heutigen Supervisors(und teilweise auch des professionellen Sozialarbeiters).

Durch die Fallbesprechungen der Ehrenamtlichen mit dem Supervisor war er für die Arbeit in der Organisation verantwortlich.

Der Supervisor war das Bindeglied. Der Supervisor sollte durch die administrative

Kontrolle der Arbeitsvollzüge die Realisierung der Arbeitgeberziele sichern.

Supervision entstand aus der Erkenntnis heraus, dass HelferInnen ihrerseits selbst

Hilfe, Orientierung und Beratung benötigen.

(siehe Schwarzwälder, H., 1990, in: Supervision, Heft 18, S.58)

1.2 Die Quelle „psychotherapeutische Kontrollanalyse"

Bei der zweiten Quelle des heutigen Supervisionsverständnisses "die psychotherapeutische Kontrollanalyse" geht es um geregelte Reflexion. Es geht nicht um Krisenmanagement. Supervision ist keine Feuerwehr die im Notfall den Brand löscht, sondern eine kontinuierliche Beratung von Beratern.

Interessant ist, daß ein Mythos des heutigen Supervisionsverständnisses -die Freiwilligkeit- in beiden Quellen, in der Supervision wie in der pychotherapeutischen Kontrollanalyse, nicht existierte.

Supervision war schon immer auch Aufsicht und Kontrolle, zumindest war sie verpflichtend.

(siehe Schwarzwälder, H., 1990, in: Supervision, Heft 18, S.58)

1950 kamen im Zuge der psychoanalytisch orientierten Einzelfallhilfe tiefenpsychologische Konzepte in die Supervision Deutschlands. Die Probleme der Klienten schienen durch die Psychoanalyse nicht nur verständlich, sondern auch lösbar.

(siehe Nando Belardi, in Supervision und das Ende der Wende, 1999, S.27)

1.3 Verfahrensaneignung

Als eine Art der Methoden und Verfahrensaneignung bediente sich die Supervision bei der Psychoanalyse, bei der Gruppendynamik, beim Psychodrama und bei der Gestalttherapie.

(siehe Nando Belardi, Supervision und das Ende der Wende, 1999, S.27)

2. Soziale Arbeit und Supervision- die Entwicklung bis heute

Wie in 1.1 beschrieben wurde die Supervision in den USA zum ersten mal in der sozialen Arbeit eingesetzt. Damit liegt auch der Ursprung der Supervision in den USA.

Ursprünglich hatte die Supervision den Sinn einer Anleitung und Erfolgskontrolle von ehrenamtlichen Helfern.

In den USA war der Vorgesetzte Vorbild des Supervisors.

2.1 Die Entwicklung in Deutschland

Die Supervision hatte ihr Debüt in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg. Die Supervision wurde von dem Land was uns besiegte importiert.

Nach dem Krieg kamen die Experten aus den USA, weil während des Krieges die Sozialarbeit nur als Propagandamittel gebraucht wurde.

Mit der Hitlerära gab es einen Cut in der Entwicklung der Sozialarbeit.

Daraufhin lehrten uns die Schweizer und Niederländer ihre Verfahrensweisen.

Verlauf in der Bundesrepublik Deutschland:

- Der erste Artikel über Supervison in der BRD erschien in der Zeitschrift "unsere Jugend".
- Als erstes Bundesland bezieht 1962 Nordrhein-Westfalen mit der Aufnahme der Methodenlehre in die Rahmenlehrpläne der höheren Fachschulen Supervision in den Fächerkanon mit ein.

(Das ist als die erste offizielle Anerkennung von Supervision in der Bundesrepublik zu bezeichnen.)

- Fortbildungsinstitute der Freien Wohlfahrtsverbände als Träger des quantitativen und qualitativen Ausbaus von Supervision.
-erster deutscher Studiengang zum Diplomsupervisor startete 1976 an der Gesamthochschule in Kassel.
- Die Akademie für Jugendfragen in Münster veranstaltet 1979 den ersten offiziellen Supervisionskongress.
-1989 Gründung der DGSV(Deutsche Gesellschaft für Supervision)
-1989 Gründung des DAGG(Deutscher Arbeitskreis für Gruppendynamik und Gruppenpsychotherapie)
-1989 Gründung der Bundesfachgruppe Supervision in Berufsverband der Sozialarbeit, Sozialpädagogik und der Heilpädagogen.
- Durch die Wiedervereinigung Deutschlands hielt die Supervision einzug in den Osten.

Die ehemalige DDR war ein Niemandsland für die Supervision.

(siehe Supervision, Heft 17, 1990)

3. Definition der Supervision

In der Supervision geht es um die Beratung von Beratern. Beratung und Bildung ist die Funktion der Supervision.

Der Berater bekommt Beratung, ist aber für seine daraus folgenden Handlungen selbst verantwortlich. Der Klient der Supervision muß sich bei seinem Chef für Erfolge rechtfertigen. Und auch der Erfolg der Supervision muß erkennbar sein.

3.1 Ziele der Supervison

Das oberste Ziel der Supervision ist bei den Supervisanden die Fähigkeit zu sozialer Selbstreflexion zu entwickeln.(siehe Rappe Giesecke, 1990, S.30)

„Fragen wie:

- was ist unsere zentrale Aufgabe?
- wozu gibt es uns und wodurch unterscheiden wir uns von anderen?
- wo wollen wir hin?
- was sind die Werte und Normen, die unsere Arbeit mit unseren Klienten

und unsere Kooperation untereinander lenken?

werden sich die Mitglieder einer „lernenden Organisation" immer wieder stellen müssen.

[...]

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Details

Titel
Die Bedeutung der Supervision für die Professionalisierung der Sozialarbeit
Hochschule
Hochschule Hannover  (Sozialwesen)
Veranstaltung
Beratungs-Seminar
Note
2,1
Autor
Jahr
2001
Seiten
29
Katalognummer
V1338
ISBN (eBook)
9783638108195
ISBN (Buch)
9783638637206
Dateigröße
433 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bedeutung, Supervision, Professionalisierung, Sozialarbeit, Beratungs-Seminar
Arbeit zitieren
Andreas Fechner (Autor), 2001, Die Bedeutung der Supervision für die Professionalisierung der Sozialarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1338

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