Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Verlassen des Klassenzimmers als eine wertvolle Erfahrung für das historische Denken von Schülerinnen und Schülern.
Das Verlassen des Klassenraums pflegt eine lange Tradition, die schon Johann Comenius im 16. Jahrhundert beschreibt. Ein Lernprinzip gekennzeichnet durch Tun und Anschauung, macht dabei seinen pädagogischen Realismus aus. Auch im 20. Jahrhundert erkannten diverse namenhafte Reformpädagogen die Notwendigkeit der außerschulischen Lerngestaltung. Astrid Kaiser nennt dabei Maria Montessouri mit ihrem Konzept der „Freiarbeit“ und Kurt Hahn, der erste Ansätze der Erlebnispädagogik beschreibt. Heutzutage fällt außerschulischen Lernorten, also Lernorten „außerhalb der Schule“ eine wichtige Bedeutung zu.
Inhaltsverzeichnis
1. Außerschulische Lernorte im Geschichtsunterricht - Gedenkstätten. Theorie - Empirie - Pragmatik.
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogische Relevanz und methodische Umsetzung von Gedenkstätten als außerschulische Lernorte im Geschichtsunterricht, um Schülern einen reflektierten Zugang zur NS-Vergangenheit und zur eigenen historischen Identität zu ermöglichen.
- Bedeutung außerschulischer Lernorte für das historisch-politische Lernen
- Kompetenzorientierte Vermittlung der NS-Geschichte
- Rolle der Authentizität und Gedenkstättenpädagogik
- Methodische Gestaltung von Vor- und Nachbereitung
- Herausforderungen durch demografischen Wandel und schwindende Zeitzeugenschaft
Auszug aus dem Buch
AUßERSCHULISCHE LERNORTE IM GESCHICHTSUNTERRICHT - GEDENKSTÄTTEN. THEORIE - EMPIRIE - PRAGMATIK.
Das Verlassen des Klassenraums pflegt eine lange Tradition, die schon Johann Comenius im 16. Jahrhundert beschreibt. Ein Lernprinzip gekennzeichnet durch Tun und Anschauung, macht dabei seinen pädagogischen Realismus aus. Auch im 20. Jahrhundert erkannten diverse namenhafte Reformpädagogen die Notwendigkeit der außerschulischen Lerngestaltung. Astrid Kaiser nennt dabei Maria Montessouri mit ihrem Konzept der „Freiarbeit“ und Kurt Hahn, der erste Ansätze der Erlebnispädagogik beschreibt. Heutzutage fällt außerschulischen Lernorten, also Lernorten „außerhalb der Schule Diese zu: Bedeutung wichtige eine“ Organisationsform des historisch-politischen Lernens lässt die „Arbeit an und mit möglichst originalen historischen Zeugnissen am authentischen Ort zu“.
Wolfgang Benz bekräftigt: „Nirgendwo sonst kristallisiert sich Erinnerung beklemmender und eindrucksvoller als am historischen Ort. den Lehrer sollen warum Doch geschützten Raum des Klassenzimmers, der gegen Störungen und Einflüsse von außen abschirmt und dadurch ein Lernen mit didaktisch vorstrukturierten Materialien ermöglicht, verlassen? Kann das historische Denken der Schülerinnen und Schüler, wie vom Kernlehrplan Geschichte (Sekundarstufe II) der Gymnasien und Gesamtschulen in NRW (Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW 2014) vorgesehen und als charakteristisch bezeichnet, durch historische Orte beeinflusst oder gar ausgebaut werden?
Außerschulische Lernorte (ALO) bieten einen unmittelbaren Umgang mit dem Lerngegenstand und verknüpfen die gesellschaftliche, natürliche Wirklichkeit mit dem schulischen Unterricht. Hilke Günther Arndt nennt dies die „Möglichkeit zur Begegnung mit originalen Quellen und zu geschichtskulturellen Realerfahrungen.“ So schaffen ALO auch die Möglichkeit durch ihr umfassendes Erkenntnispotential „genauere ortsspezifische Untersuchungen zu erschließen und zu nutzen.“ Das stellt, so Sauer weiter, einen unmittelbaren Zugang zur Lebenswirklichkeit dar. Eine Möglichkeit um die Schule und das Leben wieder stärker miteinander zu verbinden. Ulrich Meyer resümierte aus dem Grund der lebensweltbezogenen Aufbereitung des Lernens, in denen Schülerinnen und Schüler jeden Alters den Weg zur Vergangenheit und den Umgang mit Geschichte finden können, dass das historische Lernen an außerschulischen Lernorten „zu einer unentbehrlichen Methode historischen Lernens“ wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Außerschulische Lernorte im Geschichtsunterricht - Gedenkstätten. Theorie - Empirie - Pragmatik.: Der Text beleuchtet die historische Bedeutung von Lernorten außerhalb der Schule und setzt sich kritisch mit der Einbindung von Gedenkstätten in den kompetenzorientierten Geschichtsunterricht auseinander.
Schlüsselwörter
Außerschulische Lernorte, Gedenkstätten, Geschichtsunterricht, Historisches Lernen, Kompetenzorientierung, Nationalsozialismus, Didaktik, Zeitzeugen, Authentizität, Erinnerungskultur, Historische Identität, Gedenkstättenpädagogik, Methodik, Realerfahrungen, Geschichtsdidaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Gedenkstätten als außerschulische Lernorte konzipiert sein müssen, um im modernen Geschichtsunterricht historisches Lernen nachhaltig zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die didaktischen Grundlagen des außerschulischen Lernens, die spezifische Funktion von Gedenkstätten als authentische Orte und die Integration dieser in einen kompetenzorientierten Lehrplan.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Lehrern aufzuzeigen, wie sie den Besuch von Gedenkstätten methodisch planen können, um Schülern einen kritischen und reflektierten Umgang mit der NS-Vergangenheit zu ermöglichen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf geschichtsdidaktische Theorien, die Auswertung von Kernlehrplänen sowie auf die Reflexion empirischer Befunde zur Wirksamkeit außerschulischer Lernorte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Begriffsdefinitionen, die Bedeutung von Authentizität bei Gedenkstätten, die Rolle von Schüler-Kompetenzen und notwendige Vor- sowie Nachbereitungsschritte diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören außerschulische Lernorte, Gedenkstättenpädagogik, historisches Denken, Kompetenzorientierung und Identitätsbildung.
Wie gehen Lehrer mit der Gefahr der emotionalen Überforderung von Schülern in Gedenkstätten um?
Der Autor betont, dass ein „Betroffenheitszwang“ vermieden werden muss und Lehrer als Partner fungieren sollten, die den emotionalen Aspekt moderieren, anstatt ihn zu erzwingen.
Warum wird der Begriff „Außerschulischer Lernort“ als heterogen beschrieben?
Es fehlt an einer einheitlichen Definition; der Begriff umfasst ein weites Spektrum von Burgen über Museen bis hin zu Gedenkstätten, was laut Experten wie Petra Sauerborn eine ausgeprägte Begriffsvielfalt erzeugt.
Welche Rolle spielt der „cultural turn“ für das Lernen an Gedenkstätten?
Der „cultural turn“ zwingt die Geschichtsdidaktik dazu, Gedenkstätten unter veränderten Bedingungen zu betrachten, da die klassische Vermittlung über Zeitzeugen zunehmend an Grenzen stößt.
- Arbeit zitieren
- Benjamin Henning (Autor:in), 2015, Gedenkstätten als außerschulischer Lernort im Geschichtsunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1338191