Im Rahmen dieser Seminararbeit werden verschiedene Steuergestaltungspraktiken diskutiert. Zunächst wird der Begriff des internationalen Konzerns erklärt und die Steuerplanung als ein wichtiges Betriebselement im internationalen Konzern analysiert. Darauf aufbauend werden verschiedene grenzüberschreitende Steuergestaltungsmethoden skizziert und erläutert. Im Rahmen der steuerrechtlichen Würdigungen werden Steuerinstrumente zur Eindämmung der Steuergestaltungen geschildert.
Überdies wird die Kodifizierung des §§ 138d ff. AO thematisiert, welche auf die Anzeigepflicht grenzüberschreitender Steuergestaltungen sensibilisiert. Demzufolge ist diskussionsbedürftig, ob die gesetzliche Regelung des § 138d AO praxistauglich ist und ob dadurch der Rechtsakt der aggressiven Steuergestaltungen rudimentär und punktuell bekämpft werden kann. Im Fazit werden insbesondere die einzelnen Vorteile und Nachteile der Steuersparmodelle hervorgehoben. Zudem wird die Vollharmonisierung des internationalen Steuerrechtssystems thematisiert, welche durchaus den internationalen Steuerwettbewerb auf dem Binnenmarkt reduzieren könnten.
Aufgrund der Niederlassungs- und Kapitalfreiheit gelingt es Konzernen wie Porsche, Amazon und Apple mithilfe von Steuergestaltungen steuerfreien Milliardenumsatz im Steuerparadies zu generieren. Ausschlaggebend für international agierende Unternehmen ist, dass sie unter anderem das Einsparen der Steuern als eine Investitionsmöglichkeit sehen. De facto ist das Ziel jeder Steuergestaltungsmethode das Steuersubstrat bzw. die Gewinnverlagerung ins Niedrigsteuerland möglichst steuerneutral zu transferieren. Dahingehend soll das internationale Steuerrecht die steuerrechtlichen Defizite erkennen und ausgleichen. So erfolgte beispielsweise im Rahmen der Binnenmarktrelevanz die Effektuierung zur Vereinbarung internationaler Doppelbesteuerung. Durch den angestiegenen Steuerwettbewerb sind im Jahr 2022 die Angehörigen des BEPS - Projektes gegen die aggressiven Steuerplanungspraktiken der Großkonzerne rigoros vorgegangen und forderten daher mehr Fiskaltransparenz und größere Eindämmungen der Steuergestaltungen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Steuerplanung internationaler Konzerne
- Steuergestaltung mittels Kapitalfinanzierung
- Gestaltungsmodell: Eigenkapitalfinanzierung
- Steuerrechtliche Würdigung
- Gestaltungsmodell: Fremdkapitalfinanzierung
- Steuerrechtliche Würdigung
- Steuergestaltung mittels Übertragung von Wirtschaftsgütern
- Gestaltungsmodell
- Steuerrechtliche Würdigung
- Steuergestaltung mittels Funktionsverlagerung
- Gestaltungsmodell
- Steuerrechtliche Würdigung
- Auswirkung auf nationale Unternehmen
- Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit befasst sich mit den verschiedenen Steuergestaltungen, die international tätige Konzerne im Rahmen ihrer grenzüberschreitenden Geschäftstätigkeit anwenden können. Dabei werden die gängigen Gestaltungsmodelle anhand der gängigen Rechtsprechung und Literatur erläutert. Ziel ist es, die Steuerrechtlichen Folgen dieser Gestaltungsmodelle aufzuzeigen und ihre Auswirkungen auf nationale Unternehmen zu analysieren.
- Steuergestaltung mittels Kapitalfinanzierung
- Steuergestaltung mittels Übertragung von Wirtschaftsgütern
- Steuergestaltung mittels Funktionsverlagerung
- Auswirkungen auf nationale Unternehmen
- Rechtliche Rahmenbedingungen und aktuelle Entwicklungen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Steuergestaltung im internationalen Konzern ein und skizziert den Aufbau der Arbeit. Das zweite Kapitel beleuchtet die Besonderheiten der Steuerplanung für multinationale Unternehmen und stellt die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten im Detail dar. In den folgenden Kapiteln werden die einzelnen Steuergestaltungen mittels Kapitalfinanzierung, Übertragung von Wirtschaftsgütern und Funktionsverlagerung analysiert. Dabei werden die Gestaltungsmodelle im Detail vorgestellt und ihre steuerrechtliche Würdigung erfolgt unter Berücksichtigung der relevanten Gesetze und Rechtsprechung. Abschließend wird in Kapitel 4 die Auswirkung dieser Gestaltungsmodelle auf nationale Unternehmen diskutiert und ein Fazit mit Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich der internationalen Steuergestaltung gegeben.
Schlüsselwörter
Internationale Steuergestaltung, Konzern, Kapitalfinanzierung, Übertragung von Wirtschaftsgütern, Funktionsverlagerung, Steuerrechtliche Würdigung, nationale Unternehmen, BEPS, OECD-MA, Doppelbesteuerungsabkommen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel internationaler Steuergestaltung?
Das Ziel ist es, das Steuersubstrat bzw. Gewinne möglichst steuerneutral in Niedrigsteuerländer zu verlagern, um die Gesamtsteuerlast des Konzerns zu senken.
Welche Rolle spielt die Kapitalfinanzierung bei der Steuerplanung?
Konzerne nutzen Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungen, um durch Zinsabzüge in Hochsteuerländern steuerliche Vorteile zu generieren.
Was bedeutet "Funktionsverlagerung" im Steuerrecht?
Es beschreibt die Übertragung von betrieblichen Funktionen mitsamt Chancen, Risiken und Wirtschaftsgütern an ausländische Standorte zur Steueroptimierung.
Was regelt der Paragraph 138d AO?
Dieser Paragraph kodifiziert die Anzeigepflicht für grenzüberschreitende Steuergestaltungen, um aggressive Steuerplanungspraktiken einzudämmen.
Was ist das BEPS-Projekt?
BEPS steht für „Base Erosion and Profit Shifting“. Es ist ein Projekt der OECD gegen die Gewinnverkürzung und Gewinnverlagerung durch Großkonzerne.
Wie wirken sich diese Modelle auf nationale Unternehmen aus?
Nationale Unternehmen stehen oft im Wettbewerbsnachteil, da sie weniger Möglichkeiten zur grenzüberschreitenden Gewinnverlagerung haben als internationale Konzerne.
- Quote paper
- Justyna Jakubiak (Author), 2022, Steuergestaltungen im internationalen Konzern. Steuergestaltung mittels Kapitalfinanzierung und Übertragung von Wirtschaftsgütern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1338264