Mit Beginn der industriellen Revolution vor ca. 150 Jahren begann auch das Zeitalter der Massenproduktion. Bislang waren Güter von Handwerkern individuell für ihre Kunden produziert worden. Durch ein enormes Bevölkerungswachstum, vor allem in den Städten, reichte diese Form der Produktion nicht mehr aus, um den steigenden Bedarf zu decken. Es entstanden die ersten Fabriken und somit die Massenproduktion von Gütern.
Diese Wettbewerbsstrategie der Massenproduktion überdauerte bis in die heutige Zeit, allerdings kann man in letzter Zeit einen Trend zur Individualisierung und Personalisierung von Produkten warnehmen. Durch kürzer werdende Arbeitszeiten und abnehmende familiäre Bindungen haben Menschen immer mehr Zeit zur Verwirklichung ausgefallener Interessen und Hobbys. Dieser soziale Individualimus überträgt sich auch auf materielle Bedürfnisse. Kunden geben sich nicht mehr einfach mit der Ware „von der Stange“ zufrieden, sondern erwarten ihren Wünschen entsprechende Waren und Dienstleistungen.
Aus dieser Problemstellung heraus entwickelte sich eine neue Wettbewerbsstrategie, die der Mass Customization oder kundenindividuellen Massenproduktion. Die folgende Arbeit soll einen kurzen Einblick in diese Produktionsstrategie geben und vor allem ihre Umsetzung mit Hilfe der Informationstechnologie im Rahmen des E-Commerce beleuchten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Ausgangssituation
2.2 Die Idee der Mass Customization
2.3 Ziele der Mass Customization
2.4 Charakteristika der Mass Customization
2.4.1 Erhebung der Individualisierungsinformation
2.4.2 Differenzierungsoption
2.4.3 Kostenoption
2.4.4 Absatzmarkt
2.4.5 Dauerhafte Kundenbeziehung
2.4.6 Massenfertigung und Mass Customization
2.5 Probleme
3 Mass Customization im E-Commerce
3.1 Die Informations- und Kommunikationstechnologie
3.1.1 Bedeutung
3.1.2 Haupteinsatzgebiete
3.2 Differenzierungsdimensionen von MC-Strategien im E-Commerce
3.2.1 Interaktion zwischen Kunde und Anbieter
3.2.2 Digitalisierbarkeit des Produktes
3.3 Die vier E-Commerce-Strategien der MC
3.3.1 Add-on-Strategie
3.3.2 Configuration-Strategie
3.3.3 Attract-Attention-Strategie
3.3.4 E-Service-Innovations-Strategie
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Konzept der Mass Customization (kundenindividuelle Massenproduktion) als Wettbewerbsstrategie und beleuchtet deren Umsetzung mittels moderner Informationstechnologien im E-Commerce.
- Historische Entwicklung von der Massenproduktion zur Individualisierung
- Grundlegende Definition, Ziele und Charakteristika der Mass Customization
- Analyse der Rolle der Informations- und Kommunikationstechnologie
- Differenzierung von MC-Strategien anhand von Interaktion und Digitalisierbarkeit
- Kategorisierung in vier spezifische E-Commerce-Strategien
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Interaktion zwischen Kunde und Anbieter
Das Maß der Interaktion zwischen Kunde und Anbieter wird anhand des Aufwandes der Erhebung der Individualisierungsinformationen gemessen. Eine solche Interaktion wird häufig durch Online-Konfiguratoren ermöglicht. Oft besitzt der Kunde jedoch nicht die ausreichenden Kenntnisse über das Produkt, um eine sinnvolle Konfiguration innerhalb eines annhembaren Zeitraumes vorzunehmen. Der Kunde wird verunsichert und nimmt den erhöhten Nutzen des individuellen Produktes durch die erheblichen Mühen nicht mehr war. Bei komplexeren Produkten empfiehlt sich daher der Einsatz von Beratungsmaschinen.
Der Grad der Interaktion unterscheidet sich natürlich aufgrund der Komplexität und des Preises des Produktes wie auch aufgrund der Erfahrung des Kunden mit dem Produkt. Der Einflußfaktor Interaktion muß also bei der Gestaltung einer E-Commerce-Lösung berücksichtigt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert den Wandel von der klassischen Massenproduktion hin zum wachsenden Bedürfnis nach personalisierten Produkten und führt in die Thematik der Mass Customization ein.
2 Grundlagen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Basisbegriffe, Ziele, spezifische Merkmale sowie die Herausforderungen der Mass Customization definiert.
3 Mass Customization im E-Commerce: Dieses Hauptkapitel analysiert den Einsatz von IuK-Technologien, definiert Differenzierungsdimensionen und stellt vier konkrete E-Commerce-Strategien vor.
4 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der aktuellen Marktsituation und einem Ausblick auf die zukünftige Bedeutung kundenindividueller Produktionsstrategien.
Schlüsselwörter
Mass Customization, kundenindividuelle Massenproduktion, E-Commerce, Individualisierung, Personalisierung, Wettbewerbsstrategie, Online-Konfigurator, Informationsgüter, Wertschöpfungskette, Kundenbindung, Digitalisierung, Interaktion, Produktvarianten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit thematisiert die Strategie der "Mass Customization", also die kundenindividuelle Massenproduktion, und deren praktische Umsetzung im Bereich des E-Commerce.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen der Mass Customization, den Einfluss der Informationstechnologie sowie die strategische Differenzierung von Angeboten im digitalen Handel.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Einblick in die Produktionsstrategie der Mass Customization zu geben und insbesondere aufzuzeigen, wie Unternehmen diese durch E-Commerce-Lösungen erfolgreich in ihre Wertschöpfungskette integrieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Fallbeispielen erfolgreicher Mass-Customization-Anbieter im Internet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Rolle der IuK-Technologie, den Differenzierungsdimensionen "Interaktion" und "Digitalisierbarkeit" sowie der Einordnung in vier spezifische E-Commerce-Strategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Mass Customization, E-Commerce, Individualisierung, Personalisierung, Interaktion und Produktkonfiguration.
Warum wird bei komplexen Produkten der Einsatz von "Beratungsmaschinen" empfohlen?
Da Kunden bei hochkomplexen Produkten oft überfordert sind und die Konfiguration zu zeitaufwendig erscheint, helfen Beratungsmaschinen, die Nutzererfahrung zu verbessern und die Konfiguration zielgerichtet zu unterstützen.
Warum schließt Mass Customization die klassische Massenfertigung nicht aus?
Das Konzept erlaubt es Unternehmen, weiterhin Standardprodukte für den Massenmarkt anzubieten und parallel dazu individuelle Versionen desselben Produkts zu fertigen.
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- Ivonne Heiss (Author), 2003, Personalisierung von Produkten durch Mass Customization, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13383