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Traumatherapie mit Holocaustüberlebenden. Der Beitrag von Nathan Durst

Title: Traumatherapie mit Holocaustüberlebenden. Der Beitrag von Nathan Durst

Diploma Thesis , 2004 , 156 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Dipl. Sozialpädagogin Sabine Becker (Author)

Psychology - Consulting and Therapy
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Summary Excerpt Details

Eine empirische Ausarbeitung
über die Traumaarbeit
von Dr. Nathan Durst.

Dr. Nathan Durst ist klinischer Direktor der Einrichtung AMCHA, dem psychotherapeutischen Zentrum für Holocaustüberlebende und deren Angehörige in Israel. Durst arbeitet seit über 40 Jahren therapeutisch.

Die Autorin möchte anhand dieser Arbeit die Kernelemente der Traumatherapie nach Durst herausarbeiten:
1. Auf welche psychotherapeutischen Konzepte stützt Nathan Durst seine Arbeit?
2. Wie gestaltet er den Prozess in der Traumabehandlung?
3. Wo liegen die Schwerpunkte seiner Arbeit?
4. Welche Schlussfolgerungen können daraus für die Mitarbeiter der Sozialen Arbeit gewonnen werden?

"Im Verlaufe der Interviews mit Nathan Durst erkannte ich eine Vorgehensweise, die wesentlich auf seine individuelle Einstellung zu den Überlebenden in der Therapie zurückzuführen ist.
Neben der praktischen Durchführungsmethode der Traumatherapie mit Holocaustüberlebenden, steht die charakteristische Ideologie Nathan Dursts als Perspektive für die sozialen Berufe gleichermaßen im Mittelpunkt dieser Arbeit."

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

1. Begriffsdefinitionen

1.1 Holocaustüberlebende

1.2 Definition Psychotherapie

1.3 Trauma

1.3.1 Definition Trauma

1.3.2 Historische Entwicklung

1.3.3 Posttraumatische Belastungsstörung in Folge von Kriegserlebnissen

2. Qualitative Sozialforschung

2.1 Erhebungsverfahren

2.2 System der Bearbeitung

2.2.1 Grounded Theory

2.2.2 Dokumentation der Daten

3. Theoretische Hintergründe der Traumatherapie nach Nathan Durst

3.1 Konzepte der Psychotherapie

3.1.1 Ursprünge der interpersonalen Theorie nach Sullivan

3.1.1.1 Interpersonale Theorie nach Sullivan

3.1.2 Humanistische Psychologie

3.1.2.1 Personenzentrierte Theorie nach Rogers

3.2 Traumatische Störung der Überlebenden des Holocaust

3.2.1 Trauma als Bruch der Identität

3.2.2 Dissoziation

3.2.3 Nichtzugehörigkeit

4. Prozess der Therapie nach Nathan Durst

4.1 Erste Phase: Sicherheit und Symptome

4.1.1 Die therapeutische Beziehung

4.1.1.1 Henri

4.1.1.2 Miriam

4.1.1.3 Mia

4.1.2 Konklusion

4.2 Zweite Phase: Konfrontation mit dem Trauma

4.2.1 Die unverarbeitete Trauer

4.2.2 Trauerarbeit

4.2.2.1 Jakob

4.2.2.2 Joshi

4.3 Dritte Phase: Integration des Traumas in den Lebenszyklus

4.3.1 Jakob

4.3.2 Miriam

4.3.3 Gruppentherapie

4.3.4 Psychosoziale Aktivitäten der Einrichtung AMCHA

5. Schlussfolgerungen für die Soziale Arbeit

5.1 Allgemeine Leitgedanken

5.2 Gesellschaftsbezogene Aufgaben für die Flüchtlings- und Migrantenarbeit

5.3 Persönliche Stellungnahme

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Beitrag von Nathan Durst zur Traumatherapie mit Holocaustüberlebenden und leitet daraus ein Leitbild für die Soziale Arbeit ab. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie ein therapeutischer Heilungsprozess durch eine zwischenmenschliche Beziehung in einer authentischen und humanisierenden therapeutischen Aufstellung gestaltet werden kann.

  • Psychotherapeutische Konzepte von Sullivan und Rogers in der Anwendung
  • Phasenmodell der Traumatherapie: Sicherheit, Konfrontation und Integration
  • Die Bedeutung der empathischen und authentischen Begegnung
  • Traumatische Folgen wie Identitätsbruch, Dissoziation und Nichtzugehörigkeit
  • Übertragbarkeit der Erkenntnisse auf die soziale Flüchtlings- und Migrantenarbeit

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Die Ursprünge der interpersonalen Theorie nach Sullivan

„Er ist nie müde geworden, die großartige Fähigkeit des Menschen zu bewundern und implizit oder explizit als Bezugsrahmen von der Vorstellung auszugehen, dass ‚Wir alle in sehr viel stärkerem Maße menschlich sind als alles andere, ob wir nun glücklich und erfolgreich sind, selbstgenügsam und alleinstehend, unglücklich und psychisch gestört oder was immer.’“ (Sullivan 1980: 22).

Der amerikanische Psychiater und Analytiker Harry Stack Sullivan, (21.02.1892-14.01.1949), ausgebildet im Sinne der psychoanalytischen Schule nach Freud, wird heute in die Gruppe der großen Pioniere der Tiefenpsychologie gereiht. Aktuelle Theorien der Entwicklungspsychologie sowie Auffassungen über das Beziehungsmuster in einer psychotherapeutischen Situation wurden in den Ursprüngen erstmals von Sullivan formuliert. Erich Fromm bezeichnet ihn als „einer der tiefgründigsten und glänzendsten Psychoanalytiker unserer Zeit“ (Fromm 1981: 185). Sein Name gehörte in Deutschland lange Zeit zu den unbekannten, da tiefenpsychologischen und neopsychoanalytischen Forschungen nach den ersten Weltkriegen wenig Beachtung geschenkt wurde (Bacal 1990: 28).

Im Jahre 1930 begann Sullivan als einer der ersten, Schizophrenie-Erkrankungen psychotherapeutisch zu analysieren und behandeln, die laut Freud im psychotherapeutischen Sinne als unbeeinflussbar galten. Durch die langjährige praktische Erfahrung stellte Sullivan die These auf, dass Psychosen und Neurosen als Entwicklungsdefizite und daraus resultierende Störungen im zwischenmenschlichen Bereich zu begreifen sind. Die Entstehung einer psychischen Erkrankung führte Sullivan zurück auf eine Traumatisierung im frühkindlichen Entwicklungsstadium (vgl. Rattner 1969: S.13).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Begriffsdefinitionen: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Begriffe wie Holocaustüberlebende, Psychotherapie und Trauma, wobei historische Entwicklungen und die Entstehung der Diagnose PTBS betrachtet werden.

2. Qualitative Sozialforschung: Hier werden die methodischen Grundlagen der Arbeit dargelegt, insbesondere das narrative Interview als Erhebungsinstrument und die Grounded Theory als Methode zur Datenauswertung.

3. Theoretische Hintergründe der Traumatherapie nach Nathan Durst: Das Kapitel verknüpft die interpersonale Theorie nach Sullivan und die personenzentrierte Theorie nach Rogers mit den spezifischen Traumata, die Holocaustüberlebende erfahren haben.

4. Prozess der Therapie nach Nathan Durst: Dieser Teil beschreibt detailliert die drei Phasen der Therapie – Sicherheit, Konfrontation und Integration – anhand zahlreicher Fallbeispiele aus der Praxis.

5. Schlussfolgerungen für die Soziale Arbeit: Abschließend werden die gewonnenen Erkenntnisse in den Kontext der Sozialarbeit transferiert, wobei ethische Anforderungen und die Notwendigkeit gesellschaftspolitischen Engagements betont werden.

Schlüsselwörter

Traumatherapie, Holocaustüberlebende, Nathan Durst, interpersonale Theorie, personenzentrierte Therapie, Traumatisierung, Identitätsbruch, Dissoziation, Trauerarbeit, Soziale Arbeit, qualitative Sozialforschung, Child Survivor, Empowerment, zwischenmenschliche Beziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Arbeitsweise und therapeutische Ideologie von Dr. Nathan Durst in der Traumaarbeit mit Holocaustüberlebenden und leitet daraus Ansätze für die allgemeine Soziale Arbeit ab.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die theoretischen Grundlagen der Traumatherapie (Sullivan, Rogers), die Auswirkungen des Traumas (Identitätsverlust, Dissoziation) und den praktischen therapeutischen Prozess mit den Patienten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, durch die Analyse der therapeutischen Praxis von Nathan Durst ein Leitbild für Sozialpädagogen und in sozialen Berufen tätige Menschen zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt qualitative Sozialforschung, insbesondere narrative Interviews, und wertet diese nach den Kriterien der Grounded Theory aus.

Welche Inhalte stehen im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?

Im Zentrum steht der phasenorientierte Verlauf der Traumatherapie: der Aufbau von Sicherheit, die Konfrontation mit dem Trauma und die Integration in den Lebenszyklus.

Wie lässt sich die therapeutische Grundhaltung nach Nathan Durst charakterisieren?

Die Haltung ist durch eine menschliche, empathische und nicht-neutrale Begegnung geprägt, in der der Therapeut nicht als distanzierter Profi, sondern als authentisches menschliches Gegenüber auftritt.

Was unterscheidet "Child Survivor" von erwachsenen Holocaustüberlebenden in der Therapie?

Child Survivor haben oft eine undeutliche Vergangenheit, da ihr Ich noch nicht gefestigt war, wohingegen erwachsene Überlebende gezieltere Fragen zu ihrem vorherigen Leben haben.

Welche Rolle spielt die Einrichtung AMCHA in dieser Arbeit?

AMCHA wird als Beispiel für eine Einrichtung genannt, die nicht nur eine Therapie, sondern psychosoziale Aktivitäten anbietet, um Überlebenden in einer Gemeinschaft einen Platz und Lebensqualität zurückzugeben.

Excerpt out of 156 pages  - scroll top

Details

Title
Traumatherapie mit Holocaustüberlebenden. Der Beitrag von Nathan Durst
College
University of Applied Sciences North Rhine-Westphalia Köln
Grade
1.3
Author
Dipl. Sozialpädagogin Sabine Becker (Author)
Publication Year
2004
Pages
156
Catalog Number
V133860
ISBN (eBook)
9783640407095
ISBN (Book)
9783640407248
Language
German
Tags
Traumatherapie Holocaustüberlebenden Beitrag Nathan Durst
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Sozialpädagogin Sabine Becker (Author), 2004, Traumatherapie mit Holocaustüberlebenden. Der Beitrag von Nathan Durst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133860
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