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Soziale Konstruktion der Zweigeschlechtlichkeit in der Schule

Titel: Soziale Konstruktion der Zweigeschlechtlichkeit in der Schule

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2022 , 21 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschlechterstudien / Gender Studies
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beantwortet die Frage, inwiefern die Institution Schule die soziale Konstruktion der Zweigeschlechtlichkeit von Schüler_innen beeinflusst. Zunächst wird das Geschlecht als soziale Konstruktion vorgestellt sowie der Ansatz des Doing Gender erklärt. Darauf aufbauend folgt die Konstruktion der Zweigeschlechtlichkeit im Alltag und in der Schule. Hierbei werden nacheinander die Kriterien Einfluss der Lehrkräfte und Schulbücher beleuchtet. Nachfolgend werden die Auswirkungen der Reproduktion von Zweigeschlechtlichkeit und somit die Konsequenzen für die pädagogische Praxis im Unterricht dargestellt und anschließend in einem Fazit diskutiert.

Durch die mangelnde Thematisierung geschlechtlicher Vielfalt, werden binäre Geschlechterrollen sowie Heterosexualität zur Norm in Schulen. Zwar wurden bereits viele Fortschritte erzielt, nichtsdestotrotz sind traditionelle Geschlechterrollen noch immer tief in der Gesellschaft verankert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1| Einleitung

2| Geschlecht als soziale Konstruktion

3| Konstruktion von Zweigeschlechtlichkeit im Alltag

4| Konstruktion von Zweigeschlechtlichkeit in der Schule

4.1 Einfluss der Lehrkräfte

4.2 Schulbücher

5| Auswirkungen und Konsequenzen für die pädagogische Praxis

6| Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Institution Schule die soziale Konstruktion der Zweigeschlechtlichkeit bei Schülerinnen und Schülern beeinflusst und reproduziert. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie schulische Akteure und Materialien zur Verfestigung binärer Geschlechterrollen beitragen und welche Auswirkungen dies auf die individuelle Entwicklung der Kinder hat.

  • Soziale Konstruktion von Geschlecht und das Konzept des "Doing Gender"
  • Einfluss gesellschaftlicher Normen und Medien auf das Geschlechterverständnis von Kindern
  • Die Rolle der Lehrkräfte bei der Reproduktion bzw. Reflexion von Geschlechterstereotypen
  • Die normative Wirkung und Defizite von Schulbüchern in Bezug auf geschlechtliche Vielfalt
  • Auswirkungen der binären Geschlechterordnung auf die Gesundheit und Lernmöglichkeiten

Auszug aus dem Buch

4.1 Einfluss der Lehrkräfte

Wie schon beschrieben, beginnt das zweigeschlechtliche Denken schon sehr früh. Auch in der Schule und im Unterricht wird dieses durch die Lehrkräfte verstärkt (vgl. Wedl und Bartsch 2015: 12), denn oftmals wird die Vielfalt an sexuellen sowie geschlechtlichen Lebensweisen im Unterricht weder als Selbstverständlichkeit gesehen noch adäquat thematisiert (Bittner und Lotz 2014: 93). Denn viele Lehrkräfte nehmen „häufig (implizit und unbewusst) stereotypisierende Zuweisungen [vor], z.B. dass Mädchen sprachlich und Jungen technisch naturwissenschaftlich begabt seien, Frauen besser kommunizieren können, während Männer handwerklich geschickter sind“ (Wedl und Bartsch 2015: 12). Zudem ignorieren einige Lehrkräfte homo- und transfeindliche Diskriminierungen und nutzen selten genderreflektierte Sprache (Spahn 2018: 33).

Nach Budde (2006: 51) bestehen unter Lehrkräften drei verschiedene Positionen gegenüber der Konstruktion von Geschlecht. Zum einen gibt es diejenigen, die „ihren Unterricht für genderfrei halten“, dennoch zur sozialen Konstruktion der Zweigeschlechtlichkeit beitragen (ebd.). Dann diejenigen, die klare Differenzen zwischen Jungen und Mädchen sehen und diese „routiniert in ihren Unterricht einfließen lassen“ (ebd.). Und drittens diejenigen, die sich für eine Geschlechtergerechtigkeit einsetzen, aber „dies hauptsächlich durch Dramatisierungen der Differenz tun“ (ebd.). Rendtorff wiederrum argumentiert, dass das Wissen über die Konstruktion der Zweigeschlechtlichkeit bei Lehrkräften zwar vorhanden ist, dieses jedoch im alltäglichen Handeln meist untergeht (vgl. Rendtorff 2015: 43). Lehrkräfte tendieren z.B. dazu, Mädchen und Jungen stereotypische Interessen zuzuschreiben, um die Kinder durch spezifische Aufgaben individuell zu fördern (ebd.). Mädchen werden Arbeitsbögen mit Tieren ausgeteilt, während Jungen Aufsätze über Technik schreiben sollen (ebd.). Zudem stellen Wedl und Bartsch dar, dass Lehrkräfte Jungen und Mädchen Aufgaben auf unterschiedliche Weise erklären. Bei Jungen wird auf eine technische Erklärungsweise zurückgegriffen, bei Mädchen hingegen auf eine umgangssprachliche (vgl. Wedl und Bartsch 2015: 15).

Zusammenfassung der Kapitel

1| Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der sozialen Konstruktion von Geschlecht ein und problematisiert die in der Gesellschaft und Schule tief verankerte, binäre Zweigeschlechtlichkeit.

2| Geschlecht als soziale Konstruktion: Dieses Kapitel definiert den Ansatz des Doing Gender und erläutert, dass Geschlecht ein variables soziales Konstrukt statt einer biologischen Festlegung ist.

3| Konstruktion von Zweigeschlechtlichkeit im Alltag: Der Abschnitt verdeutlicht, wie Kinder bereits im frühen Alter durch Lebenswelt, Medien und Erziehungsmuster mit einer binären Geschlechterlogik konfrontiert werden.

4| Konstruktion von Zweigeschlechtlichkeit in der Schule: Es wird analysiert, wie die Schule durch den Einfluss von Lehrkräften und Schulbüchern die Zweigeschlechtlichkeit aktiv reproduziert.

5| Auswirkungen und Konsequenzen für die pädagogische Praxis: Das Kapitel diskutiert die negativen Folgen der binären Zuweisungen für die Schülerinnen und Schüler und zeigt Ansätze für einen reflektierteren pädagogischen Umgang auf.

6| Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass weiterhin ein dringender Handlungsbedarf besteht, sexuelle und geschlechtliche Vielfalt als Selbstverständlichkeit in pädagogische Prozesse zu integrieren.

Schlüsselwörter

Zweigeschlechtlichkeit, Soziale Konstruktion, Schule, Doing Gender, Geschlechterrollen, Stereotype, Lehrkräfte, Schulbücher, Diskriminierung, Pädagogik, Geschlechtliche Vielfalt, LSBAT*I*Q, Geschlechtergerechtigkeit, Sozialisierung, Identitätsentwicklung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie die Institution Schule zur sozialen Konstruktion und Reproduktion von Zweigeschlechtlichkeit beiträgt und wie dies durch Akteure und Materialien im Schulalltag geschieht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind das Konzept des "Doing Gender", die Wirkung von Geschlechterstereotypen in Medien und Alltag, der Einfluss von Lehrkräften auf Lernprozesse sowie die Analyse von Schulbüchern hinsichtlich heteronormativer Strukturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, den Beitrag der Schule zur Festigung binärer Geschlechtervorstellungen sichtbar zu machen und zu erörtern, inwiefern dies die Entfaltungsmöglichkeiten von Schülerinnen und Schülern beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit erziehungswissenschaftlicher Literatur, pädagogischer Geschlechterforschung und der Analyse aktueller Forschungsergebnisse zu Geschlechterdarstellungen in Bildungsmedien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Geschlechterkonstrukts, die Untersuchung der vor-schulischen Prägung durch den Alltag, die Analyse der schulischen Instanzen (Lehrkräfte und Lehrmaterialien) sowie die Diskussion der Konsequenzen für die pädagogische Praxis.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere "Doing Gender", "Zweigeschlechtlichkeit", "Soziale Konstruktion", "Diskriminierung" und "Geschlechterrolle".

Welchen Einfluss haben Lehrkräfte konkret laut der Arbeit?

Lehrkräfte beeinflussen Kinder durch unbewusste stereotype Zuweisungen, indem sie Aufgaben geschlechtsspezifisch verteilen oder Erklärungsweisen (technisch vs. umgangssprachlich) je nach Geschlecht der Kinder variieren.

Welche Rolle spielen Schulbücher bei der Konstruktion?

Schulbücher wirken normierend, da sie häufig die Realität verzerrt darstellen, heteronormative Bilder vermitteln und geschlechtliche Vielfalt weitgehend ausklammern, wodurch bestehende Stereotype eher gestärkt als abgebaut werden.

Warum fordern die Autoren eine Veränderung der pädagogischen Praxis?

Da die Reproduktion von Zweigeschlechtlichkeit die Gesundheit, das Lernverhalten und die Identitätsentwicklung von Kindern negativ beeinflussen kann, wird eine genderreflektierte Kompetenz der Lehrenden gefordert.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Soziale Konstruktion der Zweigeschlechtlichkeit in der Schule
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
21
Katalognummer
V1338620
ISBN (PDF)
9783346840899
ISBN (Buch)
9783346840905
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geschlecht zweigeschlechtlichkeit binär gendern gender Konstruktion von Geschlecht heterogenität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, Soziale Konstruktion der Zweigeschlechtlichkeit in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1338620
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Leseprobe aus  21  Seiten
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