In der folgenden Ausarbeitung wird auf die Ursachen und Zusammenhänge des Gender Pay und des Gender Care Gaps sowie auf die Entwicklung dieser Gender Gaps aufgrund der COVID-19-Pandemie eingegangen, um aufzuzeigen, dass es besonders in diesen Bereichen noch immer zur Benachteiligung von Frauen und zu sozialer Ungleichheit kommt und wie diese gegebenenfalls in der Zukunft verringert werden können.
Männer und Frauen haben in Deutschland faktisch nicht dieselben Verwirklichungschancen und sind nicht gleichgestellt. Dies zeigt sich besonders deutlich anhand der Gender Gaps, also anhand der geschlechtsspezifischen Unterschiede in bestimmten Bereichen. Einer der bekanntesten Indikatoren für soziale Ungleichheit zwischen Männern und Frauen ist der Gender Pay Gap, also die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen. Einen weiteren wichtigen Indikator stellt der Gender Care Gap, der die ungleiche Zeitaufwendung von Männern und Frauen für die notwendige, aber unbezahlte Haus- und Sorgearbeit aufzeigt, dar.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Gender Pay Gap
2.1 Aktuelle Situation
2.2 Ursachen der Lohnlücke
2.2.1 Unterschiedliche Beschäftigungsumfänge
2.2.2 Unterschiedliche Erwerbsverläufe
2.2.3 Frauen akzeptieren geringere Löhne
2.2.4 Horizontale und vertikale Geschlechtersegregation am Arbeitsmarkt
3 Der Gender Care Gap
3.1 Der Gender Care Gap in verschiedenen Gruppen
3.1.1 Gender Care Gap nach Haushalts-/Familienform
3.1.2 Gender Care Gap nach Alter und Lebenssituation
3.1.3 Gender Care Gap nach Erwerbsform
3.1.4 Gender Care Gap nach Einkommens- und Bildungsniveau
3.1.5 Gender Care Gap nach Region
3.2 Ursachen des Gender Care Gaps
4 Zusammenhang zwischen Gender Pay Gap und Gender Care Gap
5 Entwicklung der Gender Gaps durch die COVID-19-Pandemie
6 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und gegenseitigen Zusammenhänge von Gender Pay Gap und Gender Care Gap sowie die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf diese geschlechtsspezifischen Ungleichheiten. Ziel ist es aufzuzeigen, wie strukturelle Benachteiligungen von Frauen in der Arbeitswelt und im privaten Bereich verwoben sind.
- Analyse der Ursachen für die Lohnlücke (Gender Pay Gap)
- Untersuchung der ungleichen Verteilung unbezahlter Sorgearbeit (Gender Care Gap)
- Wechselwirkungen zwischen Erwerbsarbeit und privater Sorgeverantwortung
- Einfluss der Pandemie auf geschlechtsspezifische Rollenverteilungen
- Diskussion politischer und betrieblicher Maßnahmen zur Gleichstellung
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Unterschiedliche Beschäftigungsumfänge
Die Erwerbsbeteiligung von Frauen ist in den vergangenen Jahrzehnten enorm gestiegen, wodurch der Anteil der beschäftigten Frauen im erwerbsfähigen Alter 2018 bei 72,1 % lag. Damit lag der Anteil der erwerbstätigen Frauen nur noch fünf Prozentpunkte unter der Erwerbstätigenquote der Männer (vgl. BMFSFJ 2020, S. 41).
Die Erwerbsbeteiligung von Frauen in Deutschland hat also deutlich zugenommen. Es gibt jedoch große Unterschiede in den Beschäftigungsumfängen im Vergleich zu Männern, da Frauen deutlich häufiger in Teilzeit oder Minijobs tätig sind (vgl. Tuitjer 2017, S. 125–126). Dies kann eine Ursache für den Gender Pay Gap sein, weil sich gezeigt hat, dass der Gender Pay Gap unter anderem mit der geschlechtsspezifischen ungleichen Zeitaufwendung für Erwerbsarbeit zusammenhängt (vgl. Samtleben 2019, S. 140).
Der Gender Pay Gap kann somit damit erklärt werden, dass fast jede zweite Frau in Deutschland (46 %) in Teilzeit beschäftigt ist (im Vergleich dazu arbeiten nur 11,1 % der Männer in Teilzeit) (vgl. Zucco; Lott 2021, S. 6), da die Teilzeiterwerbstätigkeit nachweislich Nachteile beim Bruttostundenlohn sowie bei der beruflichen Entwicklung und bei Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten mit sich bringt (vgl. BMFSFJ 2020, S. 41–42).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Stand der Gleichberechtigung in Deutschland und definiert zentrale Begriffe der Sozialstruktur sowie sozialer Ungleichheit im Kontext von Geschlechterverhältnissen.
2 Der Gender Pay Gap: Dieses Kapitel erläutert die Lohnlücke, ihre aktuelle Situation und die zentralen Ursachen wie Beschäftigungsumfänge, Erwerbsverläufe, individuelle Lohnerwartungen sowie berufliche Segregation.
3 Der Gender Care Gap: Hier wird die ungleiche Verteilung der unbezahlten Sorgearbeit analysiert, differenziert nach verschiedenen Bevölkerungsgruppen, Lebenssituationen und strukturellen Ursachen.
4 Zusammenhang zwischen Gender Pay Gap und Gender Care Gap: Dieses Kapitel zeigt auf, wie sich die beiden Benachteiligungsmechanismen gegenseitig bedingen und wie Sorgeverantwortung die Erwerbschancen von Frauen schwächt.
5 Entwicklung der Gender Gaps durch die COVID-19-Pandemie: Es wird untersucht, wie die Pandemie die geschlechtsspezifischen Unterschiede verschärft oder durch veränderte Arbeitsmodelle wie Homeoffice beeinflusst hat.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit politischer und betrieblicher Impulse zusammen, um eine egalitäre Arbeitsteilung zu fördern und soziale Ungleichheit abzubauen.
Schlüsselwörter
Gender Pay Gap, Gender Care Gap, soziale Ungleichheit, Sorgearbeit, Erwerbsverlauf, Teilzeitarbeit, Geschlechtersegregation, COVID-19-Pandemie, Gleichberechtigung, Ehegattensplitting, Sozialstruktur, Geschlechterstereotype, Vereinbarkeit, Arbeitsmarkt, Lohngleichheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Mechanismen und Gründe für die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei Einkommen und unbezahlter Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Kerngebiete sind der Gender Pay Gap, der Gender Care Gap, die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf diese Indikatoren sowie die soziologischen Hintergründe der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, die engen Wechselwirkungen zwischen Erwerbsbenachteiligung und Sorgeverantwortung aufzudecken und Strategien zur Verringerung dieser Ungleichheiten zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse soziologischer Studien und aktueller Datenreihen, um die strukturellen Ursachen der untersuchten Gender Gaps theoretisch zu begründen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Lohnlücke, die Betrachtung des Gender Care Gaps unter verschiedenen Gruppen, die Interdependenz beider Gaps sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gender Pay Gap, Gender Care Gap, soziale Ungleichheit, Sorgearbeit, Erwerbsverlauf, Geschlechtersegregation und Vereinbarkeit.
Wie wirkt sich laut der Arbeit das Ehegattensplitting auf die Arbeitsteilung aus?
Die Arbeit argumentiert, dass das Ehegattensplitting ökonomische Fehlanreize schafft, die Frauen oft in geringfügige Beschäftigungsverhältnisse oder Teilzeit drängen und somit die ungleiche Verteilung von Sorgearbeit zementieren.
Inwiefern hat die COVID-19-Pandemie die Arbeitsteilung beeinflusst?
Die Pandemie führte laut Analyse zu einer Doppelbelastung für Frauen; während Väter teilweise mehr Sorgearbeit übernahmen, erlebten viele Haushalte auch eine Re-Traditionalisierung der Rollenmuster.
- Quote paper
- Janina Kronthaler (Author), 2022, Gender Pay Gap und Gender Care Gap. Ursachen, Zusammenhänge und die Entwicklung durch die COVID-19-Pandemie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1338750