„Das Hauptproblem der Entwicklung unserer Großstädte besteht darin, aus dem
überkommenen, ungeordneten und vielfach Sinn- und zweckwidrigen Chaos zu einem
idealeren Zustand zu gelangen.“ (Hallescher Stadtbaurat Wilhelm Jost 1925)
Die Stadtplanung dient somit, als Vorsorge für eine planmäßige Stadtentwicklung.
(Stadt Halle (Saale) (1995): Flächennutzungsplan: Erläuterungsbericht. Halle, S. 27) Der Flächennutzungsplan wird integrativ und gesamtplanerisch für das gesamte
Gemeindegebiet aufgestellt. Der Flächennutzungsplan ist kein abschließender
Darstellungskatalog, besitzt jedoch eine behördenverbindliche Richtlinie. Auch Behörden z.B.
des Straßenbaus sind mit ihrem Fachplanungen an den Flächennutzungsplan gebunden.
Die Darstellungen der beabsichtigte Bodennutung werden in den Grundzügen (nicht
parzellengenau) in dem Flächennutzungsplan dargestellt.
Vorgegebene Maßstäbe für die Darstellungen sind beispielsweise 1:20.000 bzw. 1:10.000 und
1:5000.
Der Flächennutzungsplan beschreibt somit die Allgemeine Art und das Allgemeine Maß der
baulichen und sonstigen Nutzung jedoch nicht die Besondere Art der baulichen Nutzung.
Der Planungshorizont liegt zwischen 10 bis 15 Jahren, ist aber nicht gesetzlich fixiert. Dieser
muss genügend Entwicklungsreserven beinhalten um auch für künftige heute noch nicht zu
bestimmenden Entwicklungen „tragfähig“ zu sein.
Soweit erforderlich können Änderungen, Ergänzungen oder Ersetzungen auch innerhalb des
Planungszeitraumes vorgenommen werden.
Verzichtet kann nur dann auf dem Flächennutzungsplan wenn der Bebauungsplan für
städtebauliche Ziele ausreicht.
Insgesamt gesehen stellt der Flächennutzungsplan die beabsichtigte städtebauliche
Entwicklungen der Stadt nach den heute voraussehbaren „Bedürfnissen“ dar.
(Braam, W. (1999): Stadtplanung. Aufgabenbereiche, Planungsmethodik, Rechtsgrundlagen.
Düsseldorf, S. 55-56)
Inhaltsverzeichnis
Teil A
1. Einleitung
2. Der Flächennutzungsplan
2.1. Definition
2.2. Die rechtlichen Grundlagen von Flächennutzungsplänen
3. Darstellung des Flächennutzungsplanes
3.1. Allgemeines
3.2. Auszuweisende Flächen
4. Erläuterungsberichte und Beipläne
5. Planungsablauf
5.1. Grundlagenermittlung
5.2. Bestandsaufnahme
5.3. Erarbeitung von Entwicklungskonzepten
5.4. Bedarfsermittlung
5.5. Flächenbewertung und Flächenausweisung
6. Flächennutzungsplan in der kommunalen Praxis am Beispiel von Halle (Saale)
6.1. Raumstrukturelle Rahmenbedingungen
6.2. Wesentliche Auswirkungen auf die Stadtentwicklung
6.3. Zentrale Ziele und Leitlinien der Planung
6.4. Ausgewählte Ergebnisse der Flächennutzungsplanung
6.5. Flächenbilanz der Stadt Halle (Saale)
7. Umweltschutz im Flächennutzungsplan
8. Probleme
9. Fazit
Teil B
1. Kurzbeschreibung des Bebauungsplans
2. Die rechtlichen Grundlagen von Bebauungsplänen
3. Aufgaben und Ziele des Bebauungsplans
4. Inhalt des Bebauungsplans
5. Einteilung von Bebauungsplänen
5.1. Einteilung nach dem Inhalt
5.1.1. Der qualifizierte Bebauungsplan
5.1.2. Der einfache Bebauungsplan
5.2. Einteilung nach dem Verhältnis zum Flächennutzungsplan
5.2.1. Der normale Bebauungsplan (nach Entwicklungsgebot)
5.2.2. Der Bebauungsplan nach Parallelverfahren
5.2.3. Vorzeitiger Bebauungsplan
5.2.4. Unechter vorzeitiger Bebauungsplan
5.2.5. Selbstständiger Bebauungsplan
6. Zuständigkeit und Verfahren
6.1. Zuständigkeit
6.2. Verfahren
7. Der Bebauungsplan in der kommunalen Praxis am Beispiel Halle unter besonderer Berücksichtigung ökologischer Belange
7.1. Umweltschutz in der Bebauungsplanung
7.2. Der Bebauungsplan Halle-Tornau
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert den Flächennutzungsplan und den Bebauungsplan als zentrale Steuerungsinstrumente der kommunalen Bauleitplanung in Deutschland. Ziel ist es, die rechtlichen Grundlagen, die methodische Aufstellung sowie die praktischen Anwendungsbereiche dieser Instrumente – insbesondere unter Berücksichtigung ökologischer Zielsetzungen – anhand von Fallbeispielen aus der Stadt Halle (Saale) aufzuzeigen.
- Rechtlicher Rahmen und Aufbau von Bauleitplänen nach dem Baugesetzbuch.
- Unterscheidung und inhaltliche Differenzierung von Flächennutzungs- und Bebauungsplänen.
- Planungsabläufe und die Rolle der Umweltverträglichkeitsprüfung.
- Praxisbeispiele zur Stadtentwicklung und Gewerbegebietsplanung in Halle (Saale).
- Integration ökologischer Belange und Nachhaltigkeitskriterien in der kommunalen Planung.
Auszug aus dem Buch
2.1. Definition
Der Flächennutzungsplan wird integrativ und gesamtplanerisch für das gesamte Gemeindegebiet aufgestellt. Der Flächennutzungsplan ist kein abschließender Darstellungskatalog, besitzt jedoch eine behördenverbindliche Richtlinie. Auch Behörden z.B. des Straßenbaus sind mit ihrem Fachplanungen an den Flächennutzungsplan gebunden.
Die Darstellungen der beabsichtigte Bodennutung werden in den Grundzügen (nicht parzellengenau) in dem Flächennutzungsplan dargestellt. Vorgegebene Maßstäbe für die Darstellungen sind beispielsweise 1:20.000 bzw. 1:10.000 und 1:5000.
Der Flächennutzungsplan beschreibt somit die Allgemeine Art und das Allgemeine Maß der baulichen und sonstigen Nutzung jedoch nicht die Besondere Art der baulichen Nutzung. Der Planungshorizont liegt zwischen 10 bis 15 Jahren, ist aber nicht gesetzlich fixiert. Dieser muss genügend Entwicklungsreserven beinhalten um auch für künftige heute noch nicht zu bestimmenden Entwicklungen „tragfähig“ zu sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Führt in die Bedeutung der Stadtplanung als Instrument zur geordneten städtebaulichen Entwicklung ein.
2. Der Flächennutzungsplan: Definiert den Flächennutzungsplan als vorbereitenden Bauleitplan und erläutert seine gesetzlichen Grundlagen.
3. Darstellung des Flächennutzungsplanes: Erläutert die Art der Darstellung im Flächennutzungsplan und kategorisiert die auszuweisenden Flächen.
4. Erläuterungsberichte und Beipläne: Beschreibt ergänzende Dokumente und Pläne, die zur Konkretisierung der Planungsziele dienen.
5. Planungsablauf: Detailliert die methodischen Schritte von der Bestandsaufnahme bis zur Flächenbewertung.
6. Flächennutzungsplan in der kommunalen Praxis am Beispiel von Halle (Saale): Analysiert die konkrete Anwendung und Ergebnisse der Flächennutzungsplanung in der Stadt Halle.
7. Umweltschutz im Flächennutzungsplan: Behandelt die Integration ökologischer Aspekte und die Bedeutung der Eingriffsregelung.
8. Probleme: Reflektiert Herausforderungen wie lange Verfahrensdauer und Abstimmungskonflikte.
9. Fazit: Fasst den Nutzen des Flächennutzungsplans als Instrument der dauerhaften Koordinierung zusammen.
Teil B - 1. Kurzbeschreibung des Bebauungsplans: Charakterisiert den Bebauungsplan als verbindlichen Bauleitplan mit parzellenscharfer Festlegung.
Teil B - 2. Die rechtlichen Grundlagen von Bebauungsplänen: Benennt die zentralen Gesetze, insbesondere das Baugesetzbuch, für die Bebauungsplanung.
Teil B - 3. Aufgaben und Ziele des Bebauungsplans: Listet die planerischen Ziele wie soziale Wohnverhältnisse und Umweltschutz auf.
Teil B - 4. Inhalt des Bebauungsplans: Erklärt die Festsetzungen von Art und Maß der baulichen Nutzung.
Teil B - 5. Einteilung von Bebauungsplänen: Differenziert Bebauungspläne nach ihrem Inhalt und ihrem Verhältnis zum Flächennutzungsplan.
Teil B - 6. Zuständigkeit und Verfahren: Erläutert den Prozess der Aufstellung und die Beteiligung der Öffentlichkeit.
Teil B - 7. Der Bebauungsplan in der kommunalen Praxis am Beispiel Halle unter besonderer Berücksichtigung ökologischer Belange: Zeigt an einem Fallbeispiel die ökologische Gestaltung eines Gewerbegebietes auf.
Schlüsselwörter
Flächennutzungsplan, Bebauungsplan, Baugesetzbuch, Stadtplanung, Bauleitplanung, Umweltschutz, Stadtentwicklung, Halle (Saale), Bodennutzung, Gewerbegebiet, Bebauung, Planungsmethodik, Wohnungsbau, Nachhaltigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Instrumente der kommunalen Bauleitplanung in Deutschland, konkret den Flächennutzungsplan und den Bebauungsplan, und untersucht deren Ziele, Inhalte und rechtliche Einordnung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der rechtlichen Fundierung, dem Prozess der Planaufstellung, der Kategorisierung von Flächennutzungen sowie der Berücksichtigung von Umweltschutzbelangen in der städtischen Praxis.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Verständnis für das zweistufige Planungssystem (vorbereitende vs. verbindliche Bauleitplanung) zu vermitteln und dessen Anwendung anhand des Beispiels Halle (Saale) zu illustrieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, kombiniert mit der Untersuchung kommunaler Fallbeispiele und der Auswertung planungsrechtlicher Grundlagen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Teile: Teil A analysiert den Flächennutzungsplan (Methodik und Praxis in Halle), während Teil B den Bebauungsplan inklusive seiner Einteilung, Verfahrensabläufe und spezifischer ökologischer Anforderungen erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Bauleitplanung, Flächennutzungsplan, Bebauungsplan, Stadtentwicklung, Baugesetzbuch und ökologische Planung.
Wie unterscheidet sich der Flächennutzungsplan vom Bebauungsplan?
Der Flächennutzungsplan ist der vorbereitende Bauleitplan für das gesamte Gemeindegebiet (nicht parzellenscharf), während der Bebauungsplan den verbindlichen Bauleitplan für Teilbereiche darstellt, der parzellenscharfe Festsetzungen enthält.
Welche ökologischen Aspekte spielen bei der Planung in Halle-Tornau eine Rolle?
Bei der Planung des Gewerbegebiets Halle-Tornau standen der Erhalt von Boden-, Wasser- und Luftqualität, die Versickerung von Oberflächenwasser auf dem Grundstück sowie die Minimierung des Versiegelungsgrades im Vordergrund.
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- Matthias Pink (Author), René Stange (Author), 2002, Der Flächennutzungs- und Bebauungsplan als Instrument der kommunalen Planung am Beispiel von Halle - Ziele und Aufgaben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13388