Das Angebot für den autonomen Lerner einer Fremdsprache im Internet ist, wie im Internet üblich, umfangreich und verwirrend. Das Suchen und Finden von interessanten Seiten kann schnell viel Zeit und Aufwand bedeuten, selbst wenn man weiß wonach man überhaupt sucht. Nie war es jedoch für einen Lerner so einfach Informationen über seine Fremdsprache und die dahinterstehende Kultur zu sammeln.
Am Anfang dieser Arbeit geht es um das „Internet als Informationsdatenbank“. Es bietet viele Ressourcen die man nutzen kann, etwa um berühmte Reden und Zitate zu suchen oder um Kochrezepte zu finden. Nachrichten und Medien sind eine gute Quelle um durch regelmäßiges Lesen und Zuhören aktuelle Wörter im Englischen zu erlernen und das Lese- und Hörverständnis zu trainieren. Welche Angebote es dazu im Netz gibt findet man im Kapitel „Nachrichten im Internet“. Um mit Muttersprachlern des Englischen zu kommunizieren muss man nicht ins Ausland fahren, auch das ist über das Web möglich geworden. Wie man dies bewerkstelligt ist Thema des Abschnitts „Das Internet als Kontaktmöglichkeit zu Muttersprachlern“. Suchmaschinen sind immer die erste Adresse um ins Internet einzutauchen. Über den Umgang mit ihnen und die Verwendung als Werkzeug eines Sprachenlerners erfährt man mehr im Kapitel „Suchmaschinen als Universalinstrument des Lernenden“. Neben der Nutzung des Webs im Sinne eines Lerners gibt es auch extra für Lerner erstellte Angebote um gezielt die Sprachfähigkeiten zu verbessern, einige werden im Kapitel „Sprachlernangebote im Internet“ vorgestellt.
Der autonome Lerner einer Fremdsprache, in diesem Fall des Englischen, hat mit dem Internet ein mächtiges Werkzeug zur Hand.
Der anvisierte autonome Lerner sollte dafür natürlich schon stabile Grundkenntnisse mitbringen um die Tipps gewinnbringend anwenden zu können.
Von besonderem Interesse sind die Möglichkeiten die eigenen Fremdsprachenkenntnisse anhand der ohnehin vorhandenen Möglichkeiten die die Plattform Internet mit sich bringt zu verbessern. Dabei sollte jede Nutzung der hier besprochenen Internetangebote kostenlos sein, d.h. neben den Kosten für den Internetzugang selbst dürfen keine Gebühren anfallen.
In dieser Arbeit soll daher der autonome Lerner im Mittelpunkt stehen und den fortgeschritteneren Umgang mit dem Netz der Netze demonstrieren. Welche Ressourcen kann er nutzen und wie vorhandene Angebote für seine Zwecke gebrauchen?
Inhaltsverzeichnis
1 Das Internet und der autonome Lerner
1.1 Das Internet als Arbeitsmittel – Vorteile und Probleme
1.1.1 Funktionsweise von Suchmaschinen
1.1.2 Allgemeine Hinweise zum Wesen von Suchmaschinen
1.1.3 Hinweise zu den erweiterten Suchfunktionen
2 Das Internet als Informationsdatenbank
2.1 Reden und Politik zum nachlesen und anhören
2.1.1 Reden von Politikern auf Regierungswebseiten
2.1.2 Reden auf nichtstaatlichen Webseiten
2.2 Zitate
2.2.1 Suchmöglichkeiten für Zitate im Internet
2.2.2 „No Sports!“ - Beispiel für ein falsch zugewiesenes Zitat?
2.3 Kochrezepte
2.4 Songtexte, Lyrics
2.5 Nachschlagewerke / Lexika im WWW
2.5.1 Online Versionen von etablierten Lexika
2.5.2 Originäre Online-Lexika – die Wikipedia
2.6 Online Wörterbücher
2.6.1 monolinguale Online-Wörterbücher
2.6.2 „collaborative dictionaries“ – originäre Online Wörterbücher
2.6.3 bilinguale Online-Wörterbücher
2.6.4 OneLook – eine Wörterbuch-Metasuchmaschine
2.6.5 WordNet – ein semantisches Wörterbuch
2.6.6 Reimwörterbücher
2.6.7 Akronymwörterbücher
2.6.8 Slang-Wörterbücher
2.6.9 Bildwörterbücher
2.7 Nachrichten im Internet
2.7.1 Zeitungen im Internet
2.7.2 Google-News
2.7.3 Fernsehsender im Internet
2.7.4 Radio im Internet – Webradio
2.7.5 Weblogs / Blogs
3 Das Internet als Kontaktmöglichkeit zu Muttersprachlern
3.1 Foren
3.2 E-Mail – Brieffreundschaft
3.3 Chats
4 Suchmaschinen als Universalinstrument des Lernenden
4.1 Intelligente Vokabelsuche im Web
4.1.1 Vokabeln suchen – Beispiel Vögel
4.1.2 Wortfelder mit Google Sets erarbeiten
4.2 Vokabeln mit Bildern verknüpfen – Google als Bilderdatenbank
4.3 Google und Web-Korpussuchmaschinen
4.3.1 Das Web als Korpus
4.3.2 Web-Korpussuchmaschinen im Internet
4.3.3 KWIC Finder – Web-Korpussuchmaschine für den heimischen PC
4.4 Just The Word – eine Spezialsuchmaschine für Kollokationen
4.5 Grammatik und Google
4.6 Google als Rechtschreibkorrektur
4.7 Definitionen mit Google finden
4.8 Frag Google – Antworten einer Suchmaschine
5 Sprachlernangebote im Internet
5.1 Placement Tests
5.2 Online-Sprachlernkurse
5.2.1 Internet Grammar – TU Chemnitz
5.2.2 weitere Beispiele für Sprachlernangebote
5.3 Phonetik
5.3.1 Erlernen des IPA
5.3.2 Die Phoneme und deren Realisation
5.3.3 Die Verwendung des IPA am eigenen PC
5.4 Diktate
5.5 Hörverstehen
5.6 Vokabeln und Wortspiele
5.6.1 One-Word-A-Day
5.6.2 Vokabelspiele
6 Abschließende Betrachtung
7 Quellennachweis
7.1 Bibliographie
7.2 Linklisten
7.3 alphabetisches Verzeichnis der genannten Internetadressen
8 Glossar
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit richtet sich an den autonomen Lerner der englischen Sprache und untersucht das Internet als ein vielseitiges, jedoch oft unübersichtliches Werkzeug für den Spracherwerb. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich damit, wie Ressourcen im Netz effektiv gefunden, bewertet und systematisch für das Lernen genutzt werden können, um über die reine Unterhaltung hinaus einen tatsächlichen Erkenntnisgewinn zu erzielen.
- Das Internet als Informationsdatenbank (Reden, Zitate, Lexika)
- Kommunikationsmöglichkeiten mit Muttersprachlern (Foren, Chats)
- Suchmaschinentechnologien als Instrumente für Sprachwissenschaft und Vokabelerwerb
- Spezialisierte Sprachlernangebote und Web-Korpusanalysen
- Kritische Bewertung von Online-Quellen und Förderung von Medienkompetenz
Auszug aus dem Buch
1.1 Das Internet als Arbeitsmittel – Vorteile und Probleme
Das Internet ist eine relativ neue Technologie, insbesondere das WWW nimmt aber bereits großen Einfluss auf alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Internet- und E-Mail-Adressen sind allgegenwärtige Bestandteile geworden. Das „@“ steht als ein (oft überbeanspruchtes) Zeichen für Fortschritt und Innovation.
In der universitären Lehre spielt das Internet schon länger eine große Rolle und auch von den Schulen wird immer mehr erwartet, dass sie entsprechende Medienkompetenz für die Benutzung des Webs vermitteln. Denn wie bei jedem neuen Medium, dass sich noch nicht vollständig etabliert hat, muss der richtige Umgang erst erlernt werden. Von der Faszination der scheinbar endlosen Informationsfülle benebelt neigen viele Neunutzer dazu alles im Internet ungefragt zu glauben. Für die kritische Einschätzung der Glaubwürdigkeit fehlen Erfahrungswerte und Bezugsrahmen.
Was sind nun die Unterschiede zu den bekannten und etablierten Informationsquellen, wo liegen die Vorteile, wo lauern Gefahren und wo gibt es Probleme? Zunächst bedeutet Informationsverteilung im Internet: große Wirkung mit minimalem Aufwand. Das heißt, jeder Internetnutzer kann auch gleichzeitig eigene Informationen im WWW anbieten. Die Kosten dafür und der aufzubringende Aufwand sind relativ klein, verglichen etwa mit der Erstellung und Verbreitung einer Zeitung oder gar eines Fernsehsenders. Im WWW kann jeder, inklusive den ansprechenden multimedialen Ausschmückungen in Form von Videos und Grafiken etc. seine eigene Meinung kundtun. Den geringsten Aufwand bedeuten Einträge in Wikis (siehe Seite 27) hier braucht der Autor auch keine HTML-Kenntnisse, darüber hinaus ist dann auch der Urheber der Informationen anonym. Dieser geringe Aufwand und die enorme Reichweite bedeuten auch, dass Anbieter die sonst nicht rentabel Arbeiten könnten, da die Anzahl der erreichbaren Interessierten zu gering ist, ihre Angebote im WWW und somit weltweit publizieren können. Das fördert die Meinungsvielfalt und ermöglicht auch unkonventionellen Ideen eine manchmal überraschend schnell wachsende Anhängerschaft die so nur über das Netz möglich ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Das Internet und der autonome Lerner: Dieses Kapitel führt in die Rolle des autonomen Lerners im digitalen Zeitalter ein und betont die Notwendigkeit kritischer Medienkompetenz im Umgang mit der Informationsflut des Internets.
2 Das Internet als Informationsdatenbank: Das Kapitel bietet eine Übersicht über verschiedene Quellen wie Online-Lexika, Nachrichtenportale und Zitatensammlungen, die gezielt zur sprachlichen Weiterbildung genutzt werden können.
3 Das Internet als Kontaktmöglichkeit zu Muttersprachlern: Hier werden Plattformen wie Foren, E-Mail-Brieffreundschaften und Chats vorgestellt, die authentische Interaktion mit Muttersprachlern ermöglichen.
4 Suchmaschinen als Universalinstrument des Lernenden: Dieses Kapitel demonstriert fortgeschrittene Suchtechniken und den Einsatz von Web-Korpussuchmaschinen, um Wortfelder, Kollokationen und grammatikalische Strukturen zu analysieren.
5 Sprachlernangebote im Internet: Es werden gezielte Online-Ressourcen für das Sprachtraining vorgestellt, darunter Placement Tests, Grammatikübungen, phonetische Tutorials, Diktate und Vokabelspiele.
6 Abschließende Betrachtung: Das Fazit resümiert die Chancen und Herausforderungen des Internets als Lernwerkzeug und unterstreicht die Wichtigkeit eines kritischen, methodischen Ansatzes.
Schlüsselwörter
Autonomes Lernen, Internet, Sprachwissenschaft, Englischlernen, Suchmaschinen, Web-Korpus, Kollokationen, Online-Wörterbücher, Wikipedia, Wikis, Phonetik, E-Learning, Medienkompetenz, Foren, Sprachkurse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie das Internet als Werkzeug für autonome Englischlerner dienen kann, um Sprachkenntnisse gezielt durch den Einsatz digitaler Ressourcen und Suchtechnologien zu erweitern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Nutzung des Internets als Informationsquelle, die Kommunikation mit Muttersprachlern, fortgeschrittene Recherchetechniken mit Suchmaschinen sowie spezifische Angebote für Grammatik-, Vokabel- und Aussprachetraining.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, dem autonomen Lerner eine Anleitung zu geben, wie er das Internet effektiv und kritisch nutzen kann, um Sprachbarrieren zu überwinden und authentische Lernmaterialien für seine Zwecke nutzbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor verbindet eine theoretische Auseinandersetzung mit der Rolle des Internets als Lernplattform mit der praktischen Vorstellung von Werkzeugen (z. B. Web-Korpora, Online-Lexika), um sprachwissenschaftliche Analysen für Lerner zugänglich zu machen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Informationsbeschaffung (Lexika, Nachrichten), soziale Interaktion (Foren, Chats), Suchstrategien für Korpusanalysen und die Vorstellung konkreter Sprachlernangebote wie Placement Tests und phonetische Tutorials.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie autonomes Lernen, Web-Korpus, Medienkompetenz, Kollokationen, E-Learning und digitale Sprachressourcen definiert.
Wie kann man die Glaubwürdigkeit einer Webseite prüfen?
Der Autor empfiehlt unter anderem die Prüfung des Urhebers, der Aktualität, der URL-Struktur und den Vergleich mit anderen Quellen, um beispielsweise Fälschungen von offiziellen Webauftritten zu entlarven.
Warum wird WebCorp oder der KWIC Finder als Werkzeug für Sprachenlerner empfohlen?
Diese Werkzeuge ermöglichen es, Suchanfragen linguistisch sinnvoll aufzubereiten, um Kollokationen und das natürliche Vorkommen von Wörtern in Texten zu analysieren, was über das reine Nachschlagen im Wörterbuch hinausgeht.
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- M.A. Felix Kapohl (Author), 2006, Das Internet und der autonome Lerner, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133967