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Moral und Kommunikation

Title: Moral und Kommunikation

Seminar Paper , 2002 , 12 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sandra Richter (Author)

Communications - Intercultural Communication
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Summary Excerpt Details

Moralische Kommunikation ist sowohl auf der Ebene der "massenmedialen 'Angebote' moralischer Unternehmer" (Luckmann 1998, 31) als auch auf der Ebene "der unmittelbaren und wechselseitigen moralischen Kommunikation im Alltag" (Luckmann 1998, 31) empirisch erfaßbar.
Kommunikative Handlungen unterliegen den Erfordernissen der jeweiligen Situation, an der andere Personen [...] beteiligt sind und sie sind in ihrem Vollzug z. B von der Wortwahl, dem Tonfall bis hin "zu den dialogischen Strukturzwängen der kommunikativen Gattung, auf die sich die Kommunikationspartner eingelassen haben" (Luckmann 1998, 32) vorgeprägt. Kommunikative Handlungen können sowohl einseitig, vom Kommunikationspartner keine Antwort erwartend als auch wechselseitig und demzufolge eine Antwort des Kommunikationspartners erwartend, sein. Kommunikative Handlungen können darüber hinaus unmittelbar sein, d. h. die an einer kommunikativen Situation Beteiligten sind "in gegenseitiger körperlicher Reichweite" (Luckmann 1998, 32) und kommunikative Handlungen sind mittelbar, "wenn andere Bedeutungsträger als die eigene Stimme, Gestik oder der Gesichtsausdruck zur Vermittlung des gemeinten Sinns, der 'Botschaft', nötig werden" (Luckmann 1998, 32 - 33).
Kommunikation wird dann zu einer moralischen,
"wenn in einer kommunikativen Tätigkeit eine fremde oder eigene konkrete Handlung, ein ganzes Leben, ein Individuum, eine kollektive Person bewertet wird; und zwar nach Kriterien bewertet wird, die inhaltlich an einer Vorstellung von Gut und Böse ausgerichtet sind, wobei das Werten der Form nach entweder explizit oder implizit sein kann" (Luckmann 1998, 33).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Moralische Kommunikation

1.1 Kommunikative Konstruktion vom Moral

1.2 Konstitutive Komponenten einer Protomoral

2. Exkurs: Moralische Entwicklung nach Lawrence Kohlberg (1927 - 1987)

2.1 Niveaus und Stufen der moralischen Entwicklung nach Kohlberg (1964; 1981)

3. Philosophische Grundannahmen Kohlbergs Theorie und Diskursethik

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Wechselverhältnis von moralischen Wertorientierungen und alltäglichen Kommunikationsprozessen. Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen der moralischen Kommunikation sowie die kognitiven Stufen der moralischen Entwicklung nach Lawrence Kohlberg darzulegen und diese in den Kontext der Diskursethik einzuordnen.

  • Grundlagen der moralischen Kommunikation und Protomoral
  • Stufenmodell der moralischen Entwicklung nach Lawrence Kohlberg
  • Kognitivismus, Universalismus und Formalismus als Grundannahmen
  • Prozeduralismus der Diskursethik als Prüfverfahren für Normen

Auszug aus dem Buch

1. Moralische Kommunikation

Moralische Kommunikation ist sowohl auf der Ebene der "massenmedialen 'Angebote' moralischer Unternehmer" (Luckmann 1998, 31) als auch auf der Ebene "der unmittelbaren und wechselseitigen moralischen Kommunikation im Alltag" (Luckmann 1998, 31) empirisch erfaßbar.

Kommunikative Handlungen unterliegen den Erfordernissen der jeweiligen Situation, an der andere Personen [...] beteiligt sind und sie sind in ihrem Vollzug z. B von der Wortwahl, dem Tonfall bis hin "zu den dialogischen Strukturzwängen der kommunikativen Gattung, auf die sich die Kommunikationspartner eingelassen haben" (Luckmann 1998, 32) vorgeprägt. Kommunikative Handlungen können sowohl einseitig, vom Kommunikationspartner keine Antwort erwartend als auch wechselseitig und demzufolge eine Antwort des Kommunikationspartners erwartend, sein.

Kommunikative Handlungen können darüber hinaus unmittelbar sein, d. h. die an einer kommunikativen Situation Beteiligten sind "in gegenseitiger körperlicher Reichweite" (Luckmann 1998, 32) und kommunikative Handlungen sind mittelbar, "wenn andere Bedeutungsträger als die eigene Stimme, Gestik oder der Gesichtsausdruck zur Vermittlung des gemeinten Sinns, der 'Botschaft', nötig werden" (Luckmann 1998, 32 - 33). Kommunikation wird dann zu einer moralischen, "wenn in einer kommunikativen Tätigkeit eine fremde oder eigene konkrete Handlung, ein ganzes Leben, ein Individuum, eine kollektive Person bewertet wird; und zwar nach Kriterien bewertet wird, die inhaltlich an einer Vorstellung von Gut und Böse ausgerichtet sind, wobei das Werten der Form nach entweder explizit oder implizit sein kann" (Luckmann 1998, 33).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Moralische Kommunikation: Dieses Kapitel erläutert, wie Kommunikation durch die Bewertung von Handlungen nach Gut-und-Böse-Kriterien zu moralischer Kommunikation wird und wie diese im Alltag konstruiert wird.

2. Exkurs: Moralische Entwicklung nach Lawrence Kohlberg (1927 - 1987): Hier wird das Stufenmodell der moralischen Entwicklung vorgestellt, das die kognitiven Grundlagen und Prinzipien moralischer Urteilsbildung anhand von sieben Stufen differenziert.

3. Philosophische Grundannahmen Kohlbergs Theorie und Diskursethik: Dieses Kapitel verknüpft Kohlbergs Theorie mit den Aspekten des Kognitivismus, Universalismus und Formalismus und leitet daraus das Prozeduralprinzip der Diskursethik ab.

Schlüsselwörter

Moralische Kommunikation, Protomoral, Lawrence Kohlberg, Stufenmodell, Diskursethik, Kognitivismus, Universalismus, Formalismus, Prozeduralismus, normative Urteile, Wertorientierung, soziale Interaktion, moralische Entwicklung, Argumentation, Gerechtigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Herleitung moralischer Kommunikation und der moralischen Entwicklung des Menschen sowie deren Verankerung in diskursethischen Grundprinzipien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Arbeit deckt die Bereiche Kommunikationswissenschaft, Entwicklungspsychologie und Philosophie ab, mit besonderem Fokus auf moralische Handlungsstrukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die systematische Erschließung der Bedingungen, unter denen Kommunikation als moralisch wahrgenommen wird, sowie die Darstellung der kognitiven Entwicklungsschritte moralischen Urteilens.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur zu den Themen Kommunikationstheorie, Entwicklungspsychologie und Ethik basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der kommunikativen Konstruktion von Moral, das Stufenmodell nach Lawrence Kohlberg sowie die philosophische Fundierung durch die Diskursethik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie moralische Kommunikation, Diskursethik, Stufenmodell, Kognitivismus und normative Urteilsbildung beschreiben.

Inwiefern unterscheiden sich die Stufen nach Kohlberg?

Die Stufen unterscheiden sich primär durch die jeweilige Grundlage der moralischen Urteilsbildung – von der reinen Schmerz-Lust-Orientierung bis hin zu universellen ethischen Prinzipien.

Was versteht die Diskursethik unter Prozeduralismus?

Der Prozeduralismus besagt, dass praktische Diskurse nicht zur Erzeugung inhaltlicher Normen dienen, sondern als Verfahren zur Prüfung der Gültigkeit hypothetischer Normen unter Wahrung der Unparteilichkeit.

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Details

Title
Moral und Kommunikation
College
Technical University of Chemnitz  (Philosophische Fakultät / Interkulturelle Kommunikation)
Course
Religiöse Wertorientierung und Interkulturelle Kommunikation
Grade
2,0
Author
Sandra Richter (Author)
Publication Year
2002
Pages
12
Catalog Number
V13397
ISBN (eBook)
9783638190664
Language
German
Tags
Moral Kommunikation Religiöse Wertorientierung Interkulturelle Kommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandra Richter (Author), 2002, Moral und Kommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13397
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