Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der folgenden Frage: Inwiefern kann der Reaktorunfall in Tschernobyl am 26. April 1986 auf das Fehlverhalten Anatoli Djatlows zurückgeführt werden?
Die eben genannte Fragestellung soll dieser Arbeit als Leitfrage dienen. Der Verlauf der vorliegenden Arbeit soll Aspekte aufzeigen, die in verschiedenen Stadien zum Unfallhergang beigetragen haben könnten. Für die Beantwortung der Leitfrage ist es deshalb wichtig zu verstehen, welche physikalischen Begebenheiten dazu führen konnten, dass eine Havarie eines so großen Ausmaßes am sechsundzwanzigsten April 1986 entstanden ist. Nach einem Quellen- und Forschungsüberblick soll mit der Vorstellung des Akteurs Anatoli Djatlow begonnen werden. Anschließend soll das Atomprogramm der UDSSR vorgestellt werden, damit ein Verständnis für die sowjetische Einstellung zur Kernkraft gewonnen werden kann. Das fünfte Kapitel soll als Basis für die anschließende Untersuchung im Hauptteil dienen. Das Verständnis der physikalischen Umstände des Unfalls ist grundlegend für das Verständnis der Gesamtsituation in jedem Aspekt. Das sechste Kapitel bildet den Kern dieser Arbeit und soll auf konkrete problematische Aspekte in der Unfallnacht eingehen, um das Geschehen beurteilen zu können. Im siebten Kapitel wird der Einfluss des sowjetischen Staates auf die Situation dargestellt, wodurch die Beantwortung der zentralen Fragestellungen abgerundet werden kann. Schließlich werden im letzten inhaltlichen Kapitel alle Erkenntnisse zu einem Ergebnis zusammengeführt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung und Methode
- Quellen- und Forschungsüberblick
- Anatoli Djatlow
- Das sowjetische Atomprogramm
- Atomare Energiegewinnung in der UdSSR
- Wie funktioniert eine Kernspaltung?
- Kernkraftwerke des Typs RBMK
- Die Konstruktion des AKW in Tschernobyl
- Das Unfallgeschehen
- Das Experiment
- Das Geschehen im Kontrollzentrum des Reaktorblocks 4
- Der physikalische Ablauf in der Nacht des Unfalls
- Die Gründe für den Unfall
- Der Umgang der UdSSR mit dem Unfall
- Informationsfreigabe und die eigene staatliche Verantwortung
- Die sowjetische Einstellung zu Havarien
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Ursachen und Folgen der Tschernobyl-Katastrophe von 1986. Sie analysiert die technischen Defekte und menschlichen Fehler, die zur Explosion des Reaktorblocks 4 führten. Zusätzlich beleuchtet die Arbeit die Reaktion der Sowjetunion auf den Unfall, inklusive der Informationspolitik und der Maßnahmen zur Eindämmung der Katastrophe.
- Die technische Konstruktion des RBMK-Reaktors
- Die Rolle menschlicher Fehler im Katastrophenverlauf
- Die Informationspolitik der UdSSR im Umgang mit der Katastrophe
- Die Folgen der Tschernobyl-Katastrophe für die Umwelt und die Bevölkerung
- Der Umgang mit dem Unfall im internationalen Kontext
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in die Thematik ein und beschreibt die verwendete Methodik. Es folgt eine Analyse der wichtigsten Quellen und des Forschungsstandes zum Thema Tschernobyl.
Kapitel 3 stellt die Person Anatoli Djatlow vor, der als stellvertretender Chefingenieur des AKW Tschernobyl eine Schlüsselrolle im Unfall spielte. Kapitel 4 gibt einen Überblick über das sowjetische Atomprogramm, während Kapitel 5 die Funktionsweise der RBMK-Reaktoren und die Konstruktion des AKW in Tschernobyl beleuchtet.
Kapitel 6 beschreibt den Ablauf des Unfalls vom Experiment bis zur Explosion des Reaktors. Es analysiert die technischen Ursachen und menschlichen Fehler, die zur Katastrophe führten.
Kapitel 7 analysiert den Umgang der UdSSR mit dem Unfall, inklusive der Informationspolitik und der Reaktion der sowjetischen Regierung auf die Katastrophe.
Schlüsselwörter
Tschernobyl, Reaktorunfall, RBMK-Reaktor, Kernenergie, Sowjetunion, Unfallursachen, Folgen, Informationspolitik, staatliche Verantwortung, Umweltverschmutzung, Strahlenschutz, Opfer, Gedenken.
Häufig gestellte Fragen zum Reaktorunfall in Tschernobyl
Welche Rolle spielte Anatoli Djatlow beim Unfall in Tschernobyl?
Anatoli Djatlow war der stellvertretende Chefingenieur und leitete das Experiment in der Unfallnacht. Die Arbeit untersucht, inwiefern sein Fehlverhalten maßgeblich zur Havarie beigetragen hat.
Was ist ein RBMK-Reaktor?
Der RBMK ist ein graphitmoderierter, wassergekühlter Siedewasser-Reaktor sowjetischer Bauart. Seine spezifische Konstruktion und physikalische Eigenschaften spielten eine zentrale Rolle beim Unfallhergang.
Was war das Ziel des Experiments am 26. April 1986?
Es sollte getestet werden, ob die kinetische Energie der auslaufenden Turbinen bei einem Stromausfall genug Elektrizität liefern kann, um die Kühlwasserpumpen zu betreiben, bis die Notstromdiesel anspringen.
Wie ging die UdSSR mit der Information über den Unfall um?
Die sowjetische Führung verfolgte zunächst eine restriktive Informationspolitik und versuchte, das Ausmaß der Katastrophe sowie die staatliche Verantwortung zu verschleiern.
Welche physikalischen Gründe führten zur Explosion?
Kritische Faktoren waren unter anderem der positive Dampfblasenkoeffizient und eine Fehlkonstruktion der Steuerstäbe, die bei der Schnellabschaltung zu einer kurzzeitigen Leistungssteigerung führten.
Was waren die Folgen für die Bevölkerung?
Der Unfall führte zu massiver radioaktiver Kontamination, Evakuierungen ganzer Regionen (Sperrzone) und langfristigen gesundheitlichen Schäden bei den Betroffenen und Liquidatoren.
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- Bachelor of Arts Kristine Bäcker (Author), 2021, Der Reaktorunfall in Tschernobyl im Jahre 1986. Havarien in der Sowjetunion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1339771