Veränderungen im Deutschen Gesundheitssystem, im Berufsalltag medizinischer und paramedizinischer Berufe sowie der allgemeinen Bedeutung des Gesundheitsbegriffes in der Gesellschaft bringen neue Businesschancen mit sich. In dieser Arbeit wird dargestellt, welche Möglichkeiten sich im Bereich der digitalen Kommunikation bieten.
Inhaltsverzeichnis
1 Gesundheit – (k)ein Produkt wie jedes andere?
1.1 Ziel dieser Arbeit
1.2 Herangehensweise
1.3 Begriffsklärung und Abgrenzungen
1.3.1 Digitale Lösungen, Produkte oder Dienstleistungen
1.3.2 Der Begriff des Gesundheitsmarktes
1.3.3 Gesundheitsinteressierte, Patienten und Health Professionals
2 Rahmenbedingungen des zu untersuchenden Marktes in Deutschland
2.1 Demografische und epidemiologische Entwicklung
2.2 Struktur des deutschen Gesundheitswesens
2.3 Relevante Gesetze und Regelungen
2.3.1 Gesetzliche Stellung der Gesundheit und des Gesundheitswesens
2.3.2 Gesetzgebung mit Relevanz für die Gestaltung von Geschäftsmodellen
2.3.3 Gesetzgebung in Bezug auf einzelne Bereiche der digitalen Kommunikation
2.3.3.1 Telekommunikationslösungen
2.3.3.2 Digitale Lösungen für den Gesundheitsmarkt als Medizinprodukte
2.3.3.3 Digitale Lösungen im Bereich Marketing und Kommunikation
2.3.3.4 e-Learning für Health Professionals
2.3.3.5 Umgang mit Gesundheitsdaten
2.4 Kultureller Hintergrund und Stakeholder
2.4.1 Kulturelle Aspekte der Begriffe „Medizin“ und „Gesundheit“
2.4.2 Patienten oder Kunden?
2.4.3 Der Arzt
2.4.4 Pflegerische Berufe
2.4.5 Kliniken
2.4.6 Organisationen und Verbände
2.4.7 Ärztenetze
2.4.8 Die Rolle der Industrie
2.5 Aktuelle Situation
2.5.1 Die Gesundheitsreform
2.5.2 Fazit
3 Der Gesundheitsmarkt - Grundlagen
3.1 Umfang des Gesundheitsmarktes
3.1.1 Besonderheiten des Gesundheitsmarktes
3.2 Der erste Gesundheitsmarkt
3.2.1 Fazit
3.2.2 Aktuelle Entwicklungen im ersten Gesundheitsmarkt
3.3 Der zweite Gesundheitsmarkt
3.4 Segmentierung des Gesundheitsmarktes
3.5 Trends im Gesundheitsmarkt
3.5.1 Trends auf Seiten der Kunden
3.5.2 Die Anbieter
3.5.3 Wechselbeziehungen der Trends
3.5.4 Fazit
4 Health on the Net
4.1 Die einzelnen Stakeholder im Internet
4.1.1 Endverbraucher
4.1.2 Pflegekräfte
4.1.3 Ärzte
4.2 Aktuelle Entwicklung
4.2.1 Telemedizin
4.2.2 Infrastrukturlösungen
4.2.3 begleitende Lösungen
4.2.4 Ausgewählte Trends
5 Chancen nutzen
5.1 Der Gesundheitsmarkt – ein attraktiver Markt?
5.1.1 Marktumfang, Wachstum, Nachfrage, Rentabilität und Preisgestaltung
5.1.2 Segmentierung des Marktes, Eintrittsbarrieren und Intensität der Konkurrenz
5.1.3 Verhandlungsstärke der Kunden und Verhandlungsstärke der Lieferanten
5.1.4 Bedrohung durch Substitute
5.2 Schlussfolgerungen
5.3 Wo liegen die Chancen?
5.3.1 Angebote für Patienten
5.3.2 Angebote für Health Professionals
5.3.3 Online Angebote
5.3.4 Angebote für Kliniken oder Krankenkassen
5.3.5 Herausforderung Telemedizin
5.3.6 Produktkoppelungen und Nutzung digitaler Produkte in der physischen Welt
5.3.7 Geschäftsmodelle
5.3.8 Zusammenfassung
5.4 Als Unternehmen im Gesundheitsmarkt
5.4.1 Kundenperspektive
5.4.2 Prozesse und Strukturen
5.4.3 Mitarbeiter- und Kenntnisperspektive
5.4.4 Finanzperspektive und Controlling
5.4.5 Herangehensweise an die Umsetzung von Angeboten für den Gesundheitsmarkt
6 Abschlussbetrachtungen
6.1 Resümee
6.2 Ausblick
6.3 Nachbemerkung
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines Best-Practice-Ansatzes für Unternehmen, die digitale Produkte oder Dienstleistungen im Gesundheitsmarkt erfolgreich platzieren möchten, wobei die spezifischen Anforderungen des Marktes wie Regulatorik, Kundenstruktur und Qualitätsansprüche explizit berücksichtigt werden.
- Analyse der Rahmenbedingungen und rechtlichen Grundlagen des deutschen Gesundheitsmarktes
- Untersuchung der Rollen und Bedürfnisse verschiedener Stakeholder (Patienten, Ärzte, Pflegekräfte, Krankenkassen)
- Identifikation von Marktchancen für digitale Lösungen unter Berücksichtigung aktueller Trends wie Telemedizin und Vernetzung
- Definition von Erfolgskriterien für digitale Produkte basierend auf den vier Perspektiven der Balanced Scorecard
- Entwicklung von Strategien zur Markteinführung und zum Aufbau nachhaltiger Geschäftsmodelle im Gesundheitssektor
Auszug aus dem Buch
1 Gesundheit – (k)ein Produkt wie jedes andere?
Jeder kann es sehen: der Gesundheitsmarkt ist ein Wachstumsmarkt, und das in vielerlei Hinsicht. Jeden Monat kommen neue Produkte auf den Markt, mit deren Hilfe Konsumenten ihre Gesundheit wirklich oder nur angeblich verbessern oder erhalten können. Geht man heute durch einen Supermarkt, so begegnet man verschiedensten Produkten, die zu dieser Kategorie gehören: Wellness Drinks, Cholesterin senkende Margarinesorten, Joghurts, die helfen sollen das Immunsystem zu stärken oder die Verdauung zu verbessern, Eier, die gut sind für den Fettstoffwechsel, blutdrucksenkende Kochsalzsorten und vieles mehr. Aber nicht nur neue Produkte drängen stetig auf den Markt, sondern auch der Umsatz dieser Produkte steigt wesentlich stärker als der anderer. Laut AC Nielsen wuchs der Umsatz sogenannter probiotischer Milchprodukte im Zeitraum Juni 2005 bis Juni 2006 um 11,9%. Im Gegensatz dazu betrug das Umsatzwachstum von Milchprodukten im Allgemeinen rund 3%.
Auch die Preise, die sich mit diesen Produkten erzielen lassen, liegen um 15% bis teilweise über 100% höher als bei vergleichsweisen Produkten. An diesem Beispiel wird deutlich, dass der Gesundheitsmarkt in drei Dimensionen wächst: Ausweitung des Marktes durch neue Produkte und Dienstleistungen, Wachstum der Umsätze und Marktanteile bei bestehenden Produkten, Höhere Margen durch die Möglichkeit, höhere Preise zu erzielen.
Aber auch im klassischen Gesundheitsmarkt kann von einem kontinuierlichen Wachstum gesprochen werden. In den Nachrichten sind regelmäßig Meldungen zu hören über steigende Ausgaben im Gesundheitswesen. Laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes sind die Ausgaben von 1995 auf 2006 um knapp zwei Drittel gestiegen.
Parallel zu dieser Entwicklung im Gesundheitsmarkt wächst auch der Markt für digitale Produkte und Dienste stetig. So erwartet das Marktforschungsinstitut GFK in 2009 einen Gesamtumsatz im Online-Geschäft von 22,5 Milliarden Euro. Die Anzahl der online getätigten Geschäftsabschlüsse steigt seit 2001 kontinuierlich, genauso wie die Frequenz der Online-Käufe. Seit 2001 ist dieser Markt von 4,26 Milliarden Euro auf 17,4 Milliarden Euro in 2007 gewachsen. Die Annahme liegt daher nahe, dass der Markt für digitale Lösungen im Bereich Gesundheit wächst.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Gesundheit – (k)ein Produkt wie jedes andere?: Dieses Kapitel beleuchtet das Wachstum des Gesundheitsmarktes und definiert zentrale Begriffe sowie die Zielsetzung der Arbeit, um Gesundheit als reguläres Marktthema mit spezifischen Besonderheiten zu etablieren.
2 Rahmenbedingungen des zu untersuchenden Marktes in Deutschland: Hier werden der gesellschaftliche und gesetzliche Rahmen des deutschen Gesundheitssystems, demografische Faktoren sowie die Rollen verschiedener Akteure wie Ärzte und Pflegende detailliert untersucht.
3 Der Gesundheitsmarkt - Grundlagen: Dieses Kapitel analysiert den Umfang des Gesundheitsmarktes, unterteilt in den ersten und zweiten Gesundheitsmarkt, und identifiziert wesentliche Trends, die die Marktstruktur nachhaltig verändern.
4 Health on the Net: Dieser Abschnitt widmet sich dem Internetverhalten der zentralen Stakeholder (Patienten, Ärzte, Pflegekräfte) und bietet einen Überblick über bestehende digitale Anwendungen sowie deren Entwicklungsperspektiven.
5 Chancen nutzen: Hier werden die gewonnenen Erkenntnisse in einem Best-Practice-Ansatz zusammengeführt, um erfolgversprechende Strategien für Unternehmen bei der Einführung digitaler Lösungen abzuleiten.
6 Abschlussbetrachtungen: Dieses Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse der Analyse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung digitaler Produkte im Gesundheitsmarkt unter Berücksichtigung notwendiger regulatorischer Anpassungen.
Schlüsselwörter
Gesundheitsmarkt, digitale Produkte, Telemedizin, E-Health, Patienten Empowerment, Gesundheitsreform, Telematikinfrastruktur, Geschäftsmodelle, Marktchancen, eDetailing, Gesundheitswesen, Pflegerische Berufe, Arztrolle, elektronische Gesundheitskarte, Patientenakquise.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Marktchancen für digitale Produkte und Dienstleistungen innerhalb des deutschen Gesundheitsmarktes und entwickelt einen Best-Practice-Ansatz für Unternehmen zur erfolgreichen Markteinführung.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Analyse der Marktstruktur, gesetzliche Rahmenbedingungen, die Rollen der verschiedenen Akteure (Stakeholder) sowie die Potenziale digitaler Kommunikation und vernetzter Versorgung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, Unternehmen ein fundiertes Verständnis über die Besonderheiten des Gesundheitsmarktes zu vermitteln, um den Einstieg in diesen komplexen Sektor erfolgreich zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literatur- und Datenanalyse vorhandener Studien und Statistiken, wobei die Marktattraktivität nach McKinsey-Kriterien bewertet und Strategien anhand der Balanced Scorecard entwickelt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Rahmenbedingungen, die spezifische Kultur des Gesundheitssektors, das Internet-Nutzungsverhalten der Akteure sowie konkrete Anwendungsmöglichkeiten digitaler Technologien wie Telemedizin und e-Learning.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Gesundheitsmarkt, digitale Produkte, Telemedizin, Patient Empowerment, Gesundheitsreform und Marktchancen für E-Health-Anwendungen.
Welche Herausforderung stellt die Integration digitaler Produkte in Kliniken dar?
Eine zentrale Herausforderung ist die Integration in bestehende, dezentrale IT-Landschaften bei gleichzeitiger Einhaltung strenger Datenschutzvorgaben und der Notwendigkeit, das Personal durch gezielte Fortbildungen in den Veränderungsprozess einzubinden.
Warum ist das Vertrauen der Nutzer im Gesundheitsmarkt so entscheidend?
Da Gesundheit ein hochsensibles und persönliches Gut ist, steht Vertrauen über der bloßen technologischen Funktionalität. Nur Lösungen, die als medizinisch seriös und datenschutzkonform wahrgenommen werden, finden Akzeptanz bei Patienten und Fachkräften.
Welche Rolle spielt die Telematikinfrastruktur für zukünftige Geschäftsmodelle?
Sie fungiert als Rückgrat für eine vernetzte Versorgung. Die elektronische Gesundheitskarte und der Datenaustausch über die Patientenakte schaffen neue technische Grundlagen, auf denen Anbieter digitale Mehrwertdienste wie Notfalldaten-Hinterlegung oder Prozessoptimierungen aufbauen können.
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- Andre Matera (Author), 2008, Health Care Business, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133992