Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Business economics - Accounting and Taxes

Rechtsformneutralität nach der Unternehmensteuerreform 2008

Title: Rechtsformneutralität nach der Unternehmensteuerreform 2008

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 23 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Daniel Klaus (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Große Koalition hat, basierend auf den Koalitionsvereinbarungen vom 11.11.2005, ein gesetzliches Maßnahmenprogramm zur Reform der Unternehmensbesteuerung in Deutschland geschaffen. Die Ziele dieser Unternehmensteuerreform 2008 sind:
• Verbesserung von internationaler Wettbewerbsfähigkeit und Standortattraktivität durch Senkung der tariflichen Ertragsteuerbelastung für Unternehmen,
• Rechtsform- und Finanzierungsneutralität der Unternehmensbesteuerung,
• Verbesserung der Planungssicherheit für Unternehmen und öffentliche Haushalte.
Die vorliegende Arbeit befasst sich explizit mit dem gesetzten Ziel der Rechtsformneutralität der Unternehmensbesteuerung und erläutert, warum in Deutschland auch nach der Unternehmensteuerreform 2008 keine Rechtsformneutralität vorhanden ist. Zunächst wird die Rechtsformneutralität in die Hierarchie der verschiedenen Neutralitätspostulate eingeordnet und insbesondere ihre Beziehung zum Postulat der Entscheidungsneutralität erörtert (Kapitel 2), dann wird die Besteuerung von Personengesellschaften (Kapitel 3) und Kapitalgesellschaften (Kapitel 4) dargestellt. Dabei erfolgt im Wesentlichen eine Beschränkung auf die laufende Unternehmensbesteuerung. In Kapitel 5 wird auf rechtsformspezifische Unterschiede hinsichtlich schuldrechtlicher Verträge hingewiesen. Ein abschließender Vergleich von Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften (Kapitel 6) führt schlussendlich zu den Ergebnissen dieser Seminararbeit, die in einem Fazit (Kapitel 7) nochmals thesenartig zusammengefasst werden.
Im Rahmen dieser Arbeit soll kein konkreter, einzelfallabhängiger und praxisgerechter Vergleich erfolgen. Es werden lediglich generelle und strukturelle Unterschiede betrachtet und wesentliche Belastungsdifferenzen erarbeitet. Da diese gerade in Extremfällen auftreten und verdeutlicht werden, werden zum einen der höchstmögliche Steuersatz (sog. Reichensteuer), zum anderen Vollausschüttung bzw. –thesaurierung herangezogen. Auch wird keine mehrperiodische Betrachtung angestellt, sondern die jeweilige, jährliche Gewinnbesteuerung betrachtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rechtsformneutralität als besondere Ausprägung der Entscheidungsneutralität

3. Besteuerung von Personengesellschaften

3.1 Gewinnsituation

3.1.1 Besteuerung im Ausschüttungsfall bzw. ohne Nutzung der Thesaurierungsbegünstigung

3.2.2 Besteuerung bei Inanspruchnahme der Thesaurierungsbegünstigung

3.2 Verlustsituation bei Personengesellschaften

4. Besteuerung von Kapitalgesellschaften

4.1 Gewinnsituation

4.1.1 Besteuerung bei (Voll-)Thesaurierung

4.1.2 Besteuerung bei Ausschüttung

4.2 Verlustfall

5. Behandlung schuldrechtlicher Vertragsbeziehungen zwischen Gesellschafter und Gesellschaft

6. Gegenüberstellung von Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften

7. Fazit

Zielsetzung & Themen der Seminararbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das Ziel der Rechtsformneutralität durch die Unternehmensteuerreform 2008 in Deutschland tatsächlich erreicht wurde. Dabei wird analysiert, wie sich unterschiedliche Rechtsformen bei der Besteuerung von Gewinnen und Verlusten sowie bei schuldrechtlichen Vertragsbeziehungen auf die Gesamtsteuerbelastung auswirken.

  • Analyse der Rechtsformneutralität als Ausprägung der Entscheidungsneutralität
  • Vergleich der Besteuerung von Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften
  • Untersuchung der Auswirkungen von Thesaurierungsbegünstigung und Verlustabzugsbeschränkungen
  • Bewertung der steuerlichen Behandlung schuldrechtlicher Verträge zwischen Gesellschafter und Gesellschaft

Auszug aus dem Buch

3. Besteuerung von Personengesellschaften

Erzielt eine Personengesellschaft Gewinne, so unterliegen diese zunächst der Gewerbesteuer. Steuerschuldner ist nicht der einzelne Personengesellschafter, sondern der Gewerbebetrieb als Ganzes und damit die Gesamtheit der Personengesellschafter (§ 2 Abs. 1 S. 2 GewStG i. V. m. § 15 Abs. 2 S. EStG). Im Rahmen der Unternehmensteuerreform 2008 wurde die Steuermesszahl von 5 % des Gewerbeertrags auf 3,5 % abgesenkt (§ 11 Abs. 2 GewStG). Diese Messzahl ist rechtsformunabhängig und unabhängig von der Höhe des Gewerbeertrags. Im Gegenzug wurden die Gewerbesteuer und ihre Nebenleistungen nun als nichtabzugsfähige Betriebsausgabe behandelt (§ 4 Abs. 5b EStG). Die Gewerbesteuer mindert somit weder die Bemessungsgrundlage der Gewerbesteuer selbst, noch die der Einkommen- und Körperschaftsteuer.

Bei Personengesellschaften findet auf Ebene der Anteilseigner eine Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer statt, der Anrechnungsfaktor beträgt 3,8 (§ 35 Abs. 1 EStG). Damit wurde die Anrechnung mehr als verdoppelt. In diesem Zusammenhang wurde der Staffeltarif für Personengesellschaften abgeschafft, der Anrechnungsfaktor bleibt somit immer konstant bei 3,8. Allerdings wurde die Anrechnung auf die tatsächlich gezahlte Gewerbesteuer begrenzt (§ 35 Abs. 1 S. 2 EStG), da bei einem niedrigen Hebesatz die tatsächlich gezahlte Gewerbesteuer geringer als die auf die Einkommensteuer ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Ziele der Unternehmensteuerreform 2008 und legt den Fokus der Arbeit auf die Untersuchung der Rechtsformneutralität in Deutschland.

2. Rechtsformneutralität als besondere Ausprägung der Entscheidungsneutralität: Das Kapitel definiert den Begriff der Rechtsformneutralität und ordnet ihn systematisch als Unterkategorie der allgemeinen Entscheidungsneutralität ein.

3. Besteuerung von Personengesellschaften: Hier wird die steuerliche Belastungssituation von Personengesellschaften bei Gewinnen und Verlusten unter Berücksichtigung der Neuregelungen durch die Reform 2008 detailliert dargestellt.

4. Besteuerung von Kapitalgesellschaften: Dieses Kapitel erläutert das Trennungsprinzip bei Kapitalgesellschaften und analysiert die Besteuerung bei Thesaurierung, Ausschüttung sowie im Verlustfall.

5. Behandlung schuldrechtlicher Vertragsbeziehungen zwischen Gesellschafter und Gesellschaft: Der Abschnitt befasst sich mit der steuerlichen Anerkennung und den Auswirkungen von schuldrechtlichen Verträgen in beiden Rechtsformen.

6. Gegenüberstellung von Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften: Diese Gegenüberstellung führt die Einzelanalysen zusammen und vergleicht die Gesamtsteuerbelastung sowie die Vor- und Nachteile der jeweiligen Rechtsformen.

7. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass das Ziel einer weitgehenden Rechtsformneutralität nicht erreicht wurde.

Schlüsselwörter

Rechtsformneutralität, Unternehmensteuerreform 2008, Personengesellschaft, Kapitalgesellschaft, Gewerbesteuer, Thesaurierungsbegünstigung, Entscheidungsneutralität, Trennungsprinzip, Verlustabzugsbeschränkung, Abgeltungsteuer, Teileinkünfteverfahren, Schuldrechtliche Verträge, Mitunternehmer, Körperschaftsteuer, Gesamtsteuerbelastung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Unternehmensteuerreform 2008 auf das Ziel der Rechtsformneutralität der Unternehmensbesteuerung in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die vergleichende Besteuerung von Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften sowie die steuerlichen Konsequenzen bei Gewinnen, Verlusten und schuldrechtlichen Vertragsbeziehungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob Deutschland nach der Unternehmensteuerreform 2008 eine tatsächliche Rechtsformneutralität erreicht hat und inwieweit steuerliche Aspekte weiterhin die Rechtsformwahl beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine strukturierte, theoretische Untersuchung unter Anwendung von Beispielrechnungen für typische steuerliche Konstellationen, um Belastungsdifferenzen aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Besteuerung auf Ebene der Gesellschaft und der Gesellschafter, spezifische Begünstigungen wie die Thesaurierungsbegünstigung, die Verlustverrechnung sowie schuldrechtliche Vertragsgestaltungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Rechtsformneutralität, Unternehmensteuerreform 2008, Thesaurierungsbegünstigung, Trennungsprinzip, Transparenzprinzip und Gewerbesteuerbelastung.

Warum ist das Ziel der Rechtsformneutralität laut Autor nicht erreicht?

Der Autor argumentiert, dass aufgrund der tiefgreifenden Unterschiede in der steuerlichen Behandlung – insbesondere bei der Gewerbesteuer, dem Verlustausgleich und schuldrechtlichen Verträgen – keine einheitliche Belastungsneutralität besteht.

Welche Rolle spielt die Gewerbesteuer in der aktuellen Unternehmensbesteuerung?

Die Gewerbesteuer hat durch die Reform 2008 an Bedeutung gewonnen und tritt bei Kapitalgesellschaften gleichwertig neben die Körperschaftsteuer, wobei sie bei hohen Hebesätzen zur dominierenden Steuerlast werden kann.

Excerpt out of 23 pages  - scroll top

Details

Title
Rechtsformneutralität nach der Unternehmensteuerreform 2008
College
University of Bamberg
Grade
2,0
Author
Daniel Klaus (Author)
Publication Year
2009
Pages
23
Catalog Number
V134044
ISBN (eBook)
9783640416622
ISBN (Book)
9783640413362
Language
German
Tags
Rechtsformneutralität Unternehmensteuerreform
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Klaus (Author), 2009, Rechtsformneutralität nach der Unternehmensteuerreform 2008, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134044
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  23  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint