Diese Arbeit behandelt die Frage "Sexueller Missbrauch an Kindern – Inwiefern lassen sich Täterstrategien am Beispiel des rituell-motivierten Missbrauchs erkennen?“ Dazu wird zunächst der sexuelle Kindesmissbrauch in Deutschland anhand der Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik näher betrachtet. Anschließend wird in die Thematik der Rituellen Gewalt eingeführt. Deshalb wird vorerst versucht zu beschreiben, was unter Ritueller Gewalt verstanden wird, was der Hintergrund für diese Gewaltform ist und nach welcher Ideologie die Täter leben. Anschließend erfolgt eine Darstellung welche Formen und Methoden sich die Täter bei der Gewaltanwendung bedienen und was unter einer dissoziativen Identitätsstörung verstanden wird, einer Persönlichkeitsstörung, unter der viele Opfer von Ritueller Gewalt leiden. Abschließend werden dann die Methoden und das Vorgehen der Täter näher betrachtet. Dabei wird untersucht, nach welcher Motivation die Täter vorgehen und welche Strategien diese gegen die Opfer einsetzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sexueller Missbrauch von Kindern
3. Ritueller Missbrauch – Eine Einführung
3.1. Rituelle Gewalt
3.2. Hintergrund und Ideologie
3.3. Zur Untersuchung und Bewertung von Formen und Methoden i.K. organisierter und ritueller Gewalt
3.4. Dissoziative Identitätsstörung
4. Methoden und Vorgehen der Täter
4.1. Motivation
4.2. Täterstrategien nach SCHRAMM
4.2.1. Bestrafungslernen
4.2.2. Ekeltraining
4.2.3. Gezielte Programmierung durch Dissoziation
4.2.4. Gehirnwäsche
5. Fazit
III. Anhang
Anhang 1: Themenkomplexe von organisierter ritueller Gewalt
Anhang 2: Experteninterview
Anhang 3: Beispiel zur Entstehung einer dissoziativen Identitätsstörung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht Täterstrategien im Kontext des rituell-motivierten sexuellen Missbrauchs an Kindern. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern gezielte Methoden wie Konditionierung, Mind-Control und die systematische Herbeiführung einer dissoziativen Identitätsstörung eingesetzt werden, um Opfer gefügig zu machen und Missbrauch strukturell zu verschleiern.
- Analyse der Verbreitung und Erscheinungsformen organisierter ritueller Gewalt.
- Untersuchung der psychologischen Mechanismen der Täter (Bestrafungslernen, Ekeltraining).
- Erörterung der Entstehung und Funktion der dissoziativen Identitätsstörung als Überlebensstrategie.
- Betrachtung von Täterstrategien zur Manipulation (Programmieren, Mind-Control).
Auszug aus dem Buch
4.2.1. Bestrafungslernen
Eine Strategie, die Kinder zu trainieren ist das Bestrafungslernen. Kinder aus dem Kult lernen bereits als Kleinkinder, dass auch nur eine geringe Abweichung des gewünschten Verhaltens, Widerstand oder schwere Sanktionen mit sich ziehen kann. Sie werden für alle Fehler ihrerseits durch die Eltern bestraft. Auch die Intensität der Strafe für ein und dasselbe Verhalten kann stark variieren, wonach die Folgen des eigenen Verhaltens für die Kinder nur schwer kalkulierbar sind. Die unerwünschten Verhaltensweisen in den Augen der Eltern können die einfachsten Verhaltensweisen sein. Den Kopf schütteln, ungefragt reden, Sachen herumliegen lassen etc. Für diese banalen „Fehler“ werden die Kinder mit sadistischen Taten bestraft. Dazu können beispielsweise gehören: vereinzelte Schläge gegen den Kopf und Körper mit der eigenen Muskelkraft oder auch mit Gegenständen, Prügel, Lichtentzug, Würgen, Waterboarding etc. Die Kinder werden dabei nie in der Öffentlichkeit bestraft, sondern immer zuhause. Teilweise lassen sich für diese Verhaltensweisen Sanktionen erkennen, die als Foltermethoden gelten.
Deutlich ist vor allem die Unverhältnismäßigkeit der Bestrafung oder auch, dass die Kinder überhaupt für solche Verhaltensweisen bestraft werden. Laut SCHRAMM enthalten die Sanktionen für die Kinder eine klare Mitteilung. „Du bist fehlerhaft. Jeder eigene Impuls könnte falsch sein. Wir sehen und bestrafen alle deine Fehler. Wir sehen immer, was du tust.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik des organisierten sexuellen Missbrauchs an Kindern und führt in die Fragestellung zur Erkennbarkeit von Täterstrategien ein.
2. Sexueller Missbrauch von Kindern: Dieses Kapitel definiert den sexuellen Missbrauch an Kindern unter Berücksichtigung aktueller Kriminalstatistiken und rechtlicher Rahmenbedingungen.
3. Ritueller Missbrauch – Eine Einführung: Es erfolgt eine theoretische Einbettung der Rituellen Gewalt, ihrer Ideologien und der damit verbundenen dissoziativen Identitätsstörung.
4. Methoden und Vorgehen der Täter: Dieser Abschnitt analysiert detailliert die verschiedenen Strategien der Täter, von der Motivationslage bis hin zu spezifischen Konditionierungsmethoden.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt die Relevanz der Untersuchung über die komplexe und organisierte Gewaltstruktur.
Schlüsselwörter
Sexueller Missbrauch, Ritueller Missbrauch, organisierte Gewalt, dissoziative Identitätsstörung, DIS, Mind-Control, Täterstrategien, Bestrafungslernen, Ekeltraining, Konditionierung, Kindesmisshandlung, Ideologie, Satanismus, psychische Traumatisierung, Täternetzwerk.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik des rituell-motivierten sexuellen Missbrauchs an Kindern und den damit verbundenen organisierten kriminellen Strukturen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen rituelle Gewalt, die Entstehung der dissoziativen Identitätsstörung (DIS) bei Opfern sowie spezifische Täterstrategien zur Kontrolle und Konditionierung von Kindern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage untersucht, inwiefern sich Täterstrategien am Beispiel des rituell-motivierten Missbrauchs erkennen lassen und wie diese gezielt eingesetzt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Studien, Experteninterviews sowie die Auswertung von Fallbeispielen und Dokumentationen zur Aufarbeitung ritueller Gewalt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Motivation der Täter, verschiedene Formen der Gewaltanwendung und detaillierte Methoden der "Abrichtung", wie das Bestrafungslernen und das sogenannte Programmieren.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind rituelle Gewalt, Mind-Control, dissoziative Identitätsstörung, organisierte Kriminalität, Konditionierung und Täterstrategien.
Was unterscheidet den "kultisch-rituellen" vom "pseudo-rituellen" Missbrauch?
Der kultisch-rituelle Missbrauch basiert auf einem organisierten, ideologischen Glaubenssystem, während der pseudo-rituelle Missbrauch meist in weniger organisierten Milieus stattfindet und primär der Verschleierung pädophiler Neigungen dient.
Welche Rolle spielt die dissoziative Identitätsstörung für die Täter?
Die DIS wird als Schutzmechanismus des Opfers missbraucht; durch die Spaltung der Persönlichkeit können Täter gezielt "täterloyale Anteile" schaffen, die als Informanten dienen oder die Kontrolle über das Opfer aufrechterhalten.
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- Anonym (Author), 2021, Täterstrategien im Bereich des rituell-motivierten sexuellen Missbrauchs an Kindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1340452