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Empathieentwicklung - Chance und Grenze für antirassistische Erziehung

Titel: Empathieentwicklung - Chance und Grenze für antirassistische Erziehung

Seminararbeit , 2000 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sandra Richter (Autor:in)

Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Bevölkerung Deutschlands hat sich infolge vergangener und gegenwärtiger Migrationen unübersehbar von einer überwiegend monoethnischen und monokulturellen zu einer multiethnischen und multikulturellen Gesellschaft entwickelt. (vgl. Essinger/Ucar 1984, IX)
Zwischen den Bevölkerungsgruppen existieren demnach logischerweise unterschiedliche Werte, Traditionen und Ausdrucksweisen, kurz Verschiedenheiten in der Kultur. Doch noch immer oder gerade deshalb existieren zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen erhebliche Machtunterschiede, woraus Spannungen, die nicht selten mit Verachtung und Gewalt gegenüber ethnischer Minderheiten verbunden sind, resultieren. Rassismus heißt dabei das noch immer verstärkt beobachtbare Phänomen, welches eine bedeutende Rolle zwischen den Beziehungen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen spielt. (vgl. Batelaan. In: Borelli/Hoff 1988, 12 ff.)
Und genau diese feindseligen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen sind es, die interkulturelles Lernen zu einer Notwendigkeit werden lässt. Interkulturelles Lernen meint hier jenes Lernen, welches „[...] Verständnis, Duldsamkeit und Freundschaft zwischen allen Nationen und allen rassischen und religiösen Gruppen [...]“ (Führing/ Mané 1994, 57) fördern soll.
Antirassistische Erziehung ist somit ein wesentlicher und bedeutender Bestandteil interkulturellen Lernens. Antirassistische Erziehung versteht sich in diesem Zusammenhang als eine Chance, das Zusammenleben der Menschen in einer multiethnischen und multikulturellen Gesellschaft zu ermöglichen, und somit „eine Veränderung einer tiefverwurzelten Mentalität“ (Larcher 1991, 59) herbeizuführen.
Doch welche Möglichkeiten bestehen für eine solche Bewusstseinsveränderung mit dem Ziel einer antirassistischen Erziehung bzw. Denkweise? Ich möchte mich in folgender Arbeit mit der Möglichkeit der Empathieentwicklung auseinandersetzen, und in diesem Zusammenhang die Chancen und Grenzen der Empathieentwicklung für eine antirassistische Erziehung erörtern. Das Thema vorliegender Arbeit lautet dementsprechend: „Empathieentwicklung – Chance und Grenze für antirassistische Erziehung.“
Im Vorfeld werde ich mich außerdem mit dem Phänomen des Rassismus auseinandersetzen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Von der Notwendigkeit antirassistischer Erziehung

2. Hauptteil

2.1 Das Phänomen des Rassismus

2.1.1 Ursachen und Funktionen für Rassismus bzw. Rechtsextremismus

2.2 Zum Begriff der Empathie

2.2.1 Psychologischer Exkurs

2.2.2 Empathieentwicklung – Ein Prozeß interkulturellen Lernens

2.2.3 Empathieentwicklung – Chance für antirassistische Erziehung

2.2.4 Empathieentwicklung – Grenze für antirassistische Erziehung

3. Schlußteil

3.1 Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial und die Grenzen der Empathieentwicklung als pädagogische Strategie im Rahmen der antirassistischen Erziehung. Dabei wird analysiert, inwieweit die Fähigkeit zur Perspektivenübernahme dazu beitragen kann, rassistische Denkmuster abzubauen und ein friedliches Zusammenleben in einer multikulturellen Gesellschaft zu fördern.

  • Phänomenologie und Ursachen von Rassismus und Rechtsextremismus
  • Psychologische Grundlagen der Empathie und Perspektivenübernahme
  • Empathie als zentrales Element interkulturellen Lernens
  • Möglichkeiten und Grenzen der Empathieentwicklung im erzieherischen Kontext
  • Die Rolle der politischen Rahmenbedingungen für eine antirassistische Gesellschaft

Auszug aus dem Buch

Empathieentwicklung – Ein Prozeß interkulturellen Lernens

Empathieentwicklung verläuft meiner Ansicht nach über verschiedene Stufen des interkulturellen Lernen und stellt somit einen Prozeß interkulturellen Lernens dar.

Zu Beginn ist es m. E. notwendig, das Thema des Rassismus überhaupt aufzugreifen und bewußt zu machen, welcher sich in Feindseligkeiten gegenüber ethnischen Minderheiten, die sich in körperlichen Merkmalen, vor allem der Hautfarbe, von der Majorität unterscheiden, äußert. Dies kann z. B. geschehen, indem zunächst das doch weitverbreitete „Unbehagen“ (Nieke 1995, 205) gegenüber „rassisch differenten“ (Nieke 1995, 205) Menschen aufgegriffen wird, um somit dessen Hintergründe klar werden zu lassen. (vgl. Nieke 1995, 205)

Im folgenden sollen dann die verschiedenen Einstellungen und Werte bezüglich der fremden Kultur bzw. deren Angehörigen zur Kenntnis genommen werden und eine Relativierung der eigenen Standpunkte erfolgen. Ein Begriff der in diesem Zusammenhang auftritt, ist der des Ethnozentrismus bzw. des Kulturzentrismus.

„Ethnozentrismus meint die unvermeidliche Eingebundenheit des eigenen Denkens und Wertens in die selbstverständlichen Denkgrundlagen der eigenen Lebenswelt oder Ethnie. Er kann überhaupt nur sichtbar werden in der Konfrontation mit anderen Sichtweisen auf die Welt“ (Nieke 1995, 200).

Aufgrund dieses Ethnozentrismus kann es nun im Umgang mit anderen Kulturen zu „Verständnisproblemen“ (Nieke 1995, 200) oder auch Spannungen kommen, wenn jemand sein Wertesystem und seine Deutungsmuster als die einzig gültigen und universell Geltenden ansieht und diese bei den Mitgliedern der anderen Kultur als selbstverständlich und bekannt voraussetzt. An diesem Punkt kann nun derjenige Prozeß interkulturellen Lernens beginnen, dessen Ziel es ist, Mitgliedern anderer Kulturen und somit Vertretern anderer Wertesysteme und Deutungsmustern gegenüber Empathie zu entwickeln. Hier geht es nunmehr darum, die auftretenden Verständnisprobleme aufzuspüren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel begründet die Notwendigkeit antirassistischer Erziehung vor dem Hintergrund der zunehmenden gesellschaftlichen Multikulturalität in Deutschland.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert theoretische Konzepte von Rassismus sowie psychologische und pädagogische Perspektiven auf Empathie als Mittel des interkulturellen Lernens und der antirassistischen Erziehung.

3. Schlußteil: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Empathieentwicklung zwar ein wirksames Instrument darstellt, jedoch an strukturelle politische Grenzen stößt.

Schlüsselwörter

Antirassistische Erziehung, Empathieentwicklung, Interkulturelles Lernen, Rassismus, Perspektivenübernahme, Ethnozentrismus, Multikulturelle Gesellschaft, Toleranzentwicklung, Sozialisation, Rechtsextremismus, Institutioneller Rassismus, Diskriminierung, Soziale Integration, Pädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die Förderung von Empathie ein geeignetes Mittel ist, um in einer multikulturellen Gesellschaft antirassistische Einstellungen zu bilden.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft die Phänomenologie des Rassismus mit entwicklungspsychologischen Erkenntnissen zur Empathiefähigkeit und der Theorie des interkulturellen Lernens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu erörtern, inwiefern Empathieentwicklung als Chance für antirassistische Erziehung fungieren kann, aber auch wo die Grenzen dieses pädagogischen Ansatzes liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse soziologischer und pädagogischer Fachquellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet Ursachen und Funktionen von Rassismus, erläutert psychologische Stufenmodelle der Perspektivenübernahme und diskutiert, wie durch interkulturelles Lernen Toleranz entwickelt werden kann.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Antirassistische Erziehung, Interkulturelles Lernen, Ethnozentrismus und Institutioneller Rassismus.

Welche Rolle spielt die Entwicklung des Kindes nach Piaget in diesem Zusammenhang?

Piagets Theorie wird herangezogen, um zu verdeutlichen, ab welchem Alter Kinder kognitiv in der Lage sind, egozentrische Sichtweisen zu überwinden und eine Perspektivenkoordination zu leisten.

Warum stößt Empathieentwicklung laut Autorin an strukturelle Grenzen?

Empathie allein reicht nicht aus, wenn politische Rahmenbedingungen, wie etwa ein restriktiver Rechtsstatus für Migranten (institutioneller Rassismus), strukturelle Diskriminierung zementieren.

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Details

Titel
Empathieentwicklung - Chance und Grenze für antirassistische Erziehung
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (Philosophische Fakultät / Pädagogik)
Veranstaltung
Proseminar Multikulturalismus, Rassismus und Interkulturelle Pädagogik
Note
1,3
Autor
Sandra Richter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
16
Katalognummer
V13405
ISBN (eBook)
9783638190725
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Empathieentwicklung Chance Grenze Erziehung Proseminar Multikulturalismus Rassismus Interkulturelle Pädagogik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sandra Richter (Autor:in), 2000, Empathieentwicklung - Chance und Grenze für antirassistische Erziehung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13405
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Leseprobe aus  16  Seiten
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