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Die Medusa von Caravaggio. Faszination des Unwirklichen

Título: Die Medusa von Caravaggio. Faszination des Unwirklichen

Trabajo Escrito , 2021 , 33 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Sophie Drinda (Autor)

Arte - Historia del Arte
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Die vorliegende Seminararbeit beschäftigt sich mit der Medusa von Caravaggio, die zu den großen Werken in Caravaggios Frühwerk gehört. Damals wie heute besitzt Caravaggios berühmtes Gemälde eine Außenwirkung, die für den Betrachter schwer einzuordnen scheint. Gleich zu Beginn sieht sich der Betrachter durch eine schockierende, ja verstörende Wirkung mit dem blutigen Abbild einer Enthauptung konfrontiert. Eine Szene im dramatischsten Augenblick, die einerseits von einer angsteinflößenderen Vitalität zeugt und andererseits Medusa unleugbar und irreversibel als Getötete abbildet. Eine bildliche Paradoxie entsteht, die bei dem Bertachter/ bei der Betrachterin einen Moment der Irritation und des Unbehagens auslöst und in dem Wirkungseffekt eines "Faszinosums" mündet.

Aus kunsthistorischer Sicht ist sich die Forschung weitestgehend darin einig, dass dem Werk die „Besonderheit des Unkonventionellen“ innewohnt. Die äußert sich darin, dass Caravaggio in seiner Darstellung eines tradierten Inhaltes, verbreitet eingebettet in einen religiös-christlichen Kontext, die daran geknüpften sujetspezifische Darstellungsweise und Erwartungshaltung nicht bedient. Der Betrachter findet sich so in seinem Blickerlebnis in einer großen Unklarheit und Seltsamkeit wieder, die sich in der Existenz der immanenten Paradoxie auf mehreren Ebenen äußert. Aus diesem Umstand heraus formt sich die Frage nach der Wirklichkeit oder Unwirklichkeit dieses Bildes. Wie wahrhaftig kann jene Medusa sein, auf die wir blicken? Welcher Grad an Surrealität, Fiktion und Unwirklichkeit lässt sich hier beobachten? Auf Grundlage dieser Überlegungen werde ich untersuchen, wie genau der Eindruck der Paradoxie entsteht und inwieweit jene Paradoxie Auswirkungen auf die Authentizität der Wirklichkeit des Bildes hat.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Hintergrund

2.1 Die Entstehungsgeschichte der Medusa von Caravaggio

2.2 Die Tradition der klassischen Mythosrezeption der Medusa

3. Bildbeschreibung

4. Die Medusa von Caravaggio - Ein (un-) wirkliches Bild?

4.1 Medusa als eine „lebendige Tote“

4.2 Ewiger Moment oder momenthafte Ewigkeit

4.3 Keine klassische narrative Handlung

4.4. Kunsttheoretischer Hintergrund

4.4.1 Die List der Malerei

4.4.2 Selbstreflektion der Malerei

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Caravaggios Gemälde der Medusa im Hinblick auf seine Wirkung als "wirklich" oder "unwirklich" empfundenes Bild. Die Forschungsfrage leitet sich aus der paradoxen Darstellung ab, die den Betrachter zwischen Leben und Tod sowie Augenblick und Ewigkeit schwanken lässt.

  • Analyse der Paradoxie von Leben und Tod in der Medusendarstellung
  • Untersuchung des Faktors Zeit als "ewiger Moment"
  • Dekonstruktion des narrativen Mythos-Kontextes
  • Die "List der Malerei" und ihre illusionistischen Effekte
  • Selbstreflexion der Malerei im frühbarocken Werk

Auszug aus dem Buch

4.1 Medusa als eine „lebendige Tote“

„Der Tod ist kein Ereignis des Lebens. Den Tod erlebt man nicht.“ Das Zitat des Philosophen Ludwig Wittgenstein klingt erst einmal plausibel – aber nicht in Bezug auf die Medusa von Caravaggio. Sie scheint jene Aussage gleich in der ersten Sekunde des Betrachtens eindrucksvoll in einem Momentum der Agonie zu widerlegen. Scheinbar kann der Betrachter hier den letzten Augenblick ihres Lebens und den ersten ihres Todes beobachten. Ein Moment, der gesteigerten Lebenskraft, ein Aufbegehren im Tode. Der Betrachter befindet sich dabei in voller Konfrontation mit dem Antagonismus zwischen Leben und Tod.

Laut Krüger erscheint die bildliche Existenzweise der Medusa von Caravaggio ebenso im ersten Anblick als eine Paradoxie. “Sie erscheint als Bild einer Getöteten., die lebt, oder umgekehrt: als Bild der lebendigen Leibhaftigkeit einer Toten.” Mit diesen Worten formuliert Krüger treffend die Begrifflichkeiten, die sich beim Anblick der Medusa von Caravaggio antagonistisch gegenüberzustehen scheinen: Leben oder Tod? Sehen wir hier eine lebendige oder eine tote Medusa?

Diese bildhafte Paradoxie zwischen Leben und Tod formulieren auch andere Kunsthistoriker*innen. Sebastian Schütze spricht von einer Medusa, der Leben eingehaucht und die zugleich versteinert wurde. Benkard schreibt dem Bild eine atmende Wirkung zu, die besonders durch das „Geringel der Schlangen“ betont wird. Die lebendigen, noch vitalen Schlangen evozieren ein Bild, dass Medusa schon enthauptet ist. Jener Effekt „täuscht über jede mögliche Totenstarre [durch] hinweg die Gegenwart organischen Lebens [hinweg]“. Eine „vitale Mannigfaltigkeit“ der Schlangen steht hier mit einer Ausstrahlung der Energie dem Abbild des angeschlagenen Kopfes paradox gegenüber.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in den mythologischen Kontext der Medusa und Problemstellung hinsichtlich der schockierenden Wirkung des Gemäldes.

2. Historischer Hintergrund: Beleuchtung der Entstehungsumstände sowie der Tradition der Medusendarstellung in der klassischen Mythologie.

3. Bildbeschreibung: Detaillierte Analyse des Bildträgers als konvexes Schild und der ersten visuellen Eindrücke für den Betrachter.

4. Die Medusa von Caravaggio - Ein (un-) wirkliches Bild?: Hauptteil, der sich mit der Paradoxie von Leben und Tod sowie der zeitlichen Einordnung des Bildes auseinandersetzt.

4.1 Medusa als eine „lebendige Tote“: Analyse des Antagonismus zwischen Vitalität und Tötungsmoment.

4.2 Ewiger Moment oder momenthafte Ewigkeit: Untersuchung der zeitlichen Dimension des Gemäldes im Vergleich zu anderen Todesdarstellungen.

4.3 Keine klassische narrative Handlung: Erörterung der bewussten Loslösung des Bildes vom herkömmlichen Erzählkontext.

4.4. Kunsttheoretischer Hintergrund: Reflexion über die Technik und die illusionistischen Absichten Caravaggios.

4.4.1 Die List der Malerei: Die Strategien des Künstlers, das Auge des Betrachters zu täuschen und das Böse ästhetisch zu bannen.

4.4.2 Selbstreflektion der Malerei: Betrachtung des Werkes als Meta-Moment der Malerei über ihre eigenen Möglichkeiten.

5. Fazit: Zusammenfassende Auswertung der Erkenntnisse über die paradoxe Wirklichkeit des Bildes.

Schlüsselwörter

Caravaggio, Medusa, Barock, Mythologie, Paradoxie, Leben und Tod, Malerei, Illusionismus, Bildgeschichte, Perseus, Kunsttheorie, Bildanalyse, Schlangenhaar, Augenblick, Ewigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Es geht um die Analyse des Caravaggio-Gemäldes "Medusa" und die Frage, warum dieses Werk auf den Betrachter so verstörend und gleichzeitig faszinierend wirkt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die mythologische Tradition, die kunsttheoretische Reflexion, die Illusion durch Malerei und das Paradoxon zwischen statischem Tod und vitaler Darstellung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, kunsthistorisch zu begründen, warum die Medusa von Caravaggio als "wirklich" oder "unwirklich" wahrgenommen wird und welche Mechanismen diese Wirkung erzeugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kunsthistorische Bildanalyse, die sich auf den Vergleich mit historischen Quellen, mythologischen Kontexten und die Analyse der Bildsprache stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die paradoxe Wirkung des Bildes anhand der Kategorien Leben und Tod, Zeitlichkeit, narrativer Kontext und die bewusste Anwendung der "List der Malerei".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Paradoxie, Illusion, Medusa, Caravaggio, Lebendigkeit und Selbstreflexion bilden den Kern der Untersuchung.

Warum wird das Gemälde als "unwirkliches Bild" bezeichnet?

Weil es eine handwerkliche Täuschung ist, die sich dem Betrachter als reale Präsenz aufdrängt, obwohl sie "nur" gemalt ist und somit eine Unwirklichkeit darstellt.

Welche Rolle spielt der Schildcharakter des Gemäldes?

Der Schild ist nicht nur Bildträger, sondern wirkt als physisches Objekt, das bereits vor der Betrachtung des Motivs eine Irritation beim Betrachter auslöst.

Wie erklärt die Arbeit das "Schlangengewirr"?

Die Schlangen werden als Ausdruck einer "vitalen Mannigfaltigkeit" beschrieben, die das Gemälde lebendig erscheinen lässt und den Betrachter täuscht.

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Detalles

Título
Die Medusa von Caravaggio. Faszination des Unwirklichen
Universidad
Free University of Berlin
Calificación
1,7
Autor
Sophie Drinda (Autor)
Año de publicación
2021
Páginas
33
No. de catálogo
V1340510
ISBN (PDF)
9783346845023
ISBN (Libro)
9783346845030
Idioma
Alemán
Etiqueta
Caravaggio Medusa Kunstgeschichte Wirklichkeit Täuschung Trompe l'oeil Medusakopf
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sophie Drinda (Autor), 2021, Die Medusa von Caravaggio. Faszination des Unwirklichen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1340510
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