Die folgende Arbeit besteht aus einem Unterrichtsentwurf zum Thema Modalverben für den Fremdsprachenunterricht Deutsch und wurde aus einem Referat erarbeitet, welches Sarah Kraft, Yvonne Bindrim und ich im Sommersemester 2008 im Rahmen des Hauptseminars „Sprachlehrstrategien im Fach Deutsch als Fremdsprache“ gehalten haben.
Die deutschen Modalverben sind ein recht schwierig zu behandelndes Thema im Unterricht für Deutsch als Fremdsprache. Es erfordert einiges an didaktischen Fähigkeiten und Einfühlungsvermögen gegenüber dem ausländischen Lerner. Besonders der Unterschied zwischen den Modalverben und den Hilfsverben ist für die Lerner in den meisten Fällen schwer nachzuvollziehen. Lediglich die Gewissheit, dass nahezu alle Sprachen über Modalverben verfügen, macht es dem Lehrer einfacher, dieses grammatische Phänomen zu beschreiben.
Unser Unterrichtsentwurf bezieht sich auf eine Unterrichtseinheit von 60 Minuten. Die Beispiele, Texte, Übungen und Aufgaben haben wir so einfach wie möglich gehalten, damit der Lerner die Möglichkeit hat, sich in simplen Schritten diesem komplexen Thema zu nähern und es zu verstehen.
In diesem Unterrichtsentwurf sind wir davon ausgegangen, dass das Thema Modalverben für den ausländischen Lerner zum ersten Mal erwähnt wird und er bis dato weder Texte gelesen noch Übungen bearbeitet hat, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Wir haben uns an verschiedenen Lehrwerken orientiert, in denen die Modalverben recht früh eingeführt werden. Daher werden in unserem Entwurf lediglich die wichtigsten sechs Modalverben im Präsens behandelt, damit der Lerner nicht überfordert wird. Für den späteren Unterricht zu diesem Thema gibt es im letzten Kapitel dieser Arbeit Vorschläge und Anregungen, welche Bereiche zusätzlich vermittelt werden müssen, um die Komplexität mit dem Erlernen neuer Tempusformen zu erweitern.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Die Einstimmungsphase
Die Festigungsphase
Die Übungsphase
Der zeitliche Stundenverlauf
Thematik der Modalverben im späteren Unterricht
Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, einen didaktisch strukturierten Unterrichtsentwurf für die Vermittlung der sechs wichtigsten deutschen Modalverben im Präsens zu präsentieren, der speziell auf erwachsene Lerner auf dem Sprachniveau A2-B1 ausgerichtet ist. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie durch den Einsatz von fiktiven Lernbeispielen und zyklischer Progression ein komplexes grammatisches Thema in einer 60-minütigen Unterrichtseinheit in simplen, verständlichen Schritten vermittelt werden kann.
- Didaktische Herangehensweise an das Thema Modalverben im DaF-Unterricht.
- Strukturierung einer Unterrichtseinheit in Einstimmungs-, Festigungs- und Übungsphase.
- Integration von Textarbeit zur Identifikation grammatischer Phänomene.
- Methodik der Erarbeitung grammatischer Besonderheiten und Paradigmen.
- Planung des zeitlichen Stundenverlaufs zur Sicherung des Lernerfolgs.
Auszug aus dem Buch
Die Einstimmungsphase
Der Unterricht beginnt mit der Vorstellung der einzelnen Modalverben: können, müssen, sollen, dürfen, wollen, möchten.
Es wird kurz erklärt, dass möchten im eigentlichen Sinne nicht dazu gehört, weil es der Konjunktiv II von mögen ist. Heute wird es jedoch im Präsens als eigenständiges Modalverb gebraucht. Das besondere Modalverb mögen wird erst in späteren Unterrichtseinheiten eingeführt und somit besitzt die grammatische Form von möchten hier zunächst keine Relevanz.
Da die Lerner sich in einem recht frühen Stadium des Fremdsprachenunterrichts Deutsch befinden, erklärt der Lehrer, warum die Modalverben so wichtig sind und daher relativ zeitig in den Unterricht eingeführt werden:
Um sich innerhalb der deutschen Sprache bewegen und verständigen zu können, ist es ausschlaggebend, dass selbst Lerner im Anfangsstadium ihres Fremdsprachenunterrichts in der deutschen Sprache die Möglichkeit haben, Wünsche und Absichten richtig und verständlich zu formulieren. Modalverben werden in jeder Lebenssituation gebraucht, sei es beim Einkaufen, auf der Arbeit oder im Restaurant.
Um die Verben besser zu veranschaulichen, werden sie im Rahmen von kurzen einfachen Sätzen an die Tafel geschrieben:
Ich kann schwimmen.
Ich muss schwimmen.
Ich soll schwimmen.
Ich darf schwimmen.
Ich will schwimmen.
Ich möchte schwimmen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Hier wird der Hintergrund des Unterrichtsentwurfs erläutert und die fiktive Lernergruppe sowie das Kursniveau definiert.
Die Einstimmungsphase: Dieser Abschnitt beschreibt die erste didaktische Annäherung an das Thema mittels Textarbeit und erster Identifikation der Modalverben durch die Lerner.
Die Festigungsphase: Hier wird der Fokus auf die Herleitung der Bedeutung und die Vermittlung der grammatischen Definitionen sowie Besonderheiten gelegt.
Die Übungsphase: Dieser Teil präsentiert praktische Anwendungsmöglichkeiten, wie das Ausfüllen von Konjugationstabellen und die Durchführung von Partnerübungen zur Festigung des Gelernten.
Der zeitliche Stundenverlauf: Dieser Abschnitt bietet eine tabellarische Übersicht zur zeitlichen Planung der 60-minütigen Unterrichtseinheit inklusive der eingesetzten Sozialformen und Medien.
Thematik der Modalverben im späteren Unterricht: Es werden weiterführende Aspekte wie Negation, Präteritum sowie Perfekt und Plusquamperfekt für den fortgeschrittenen Unterricht aufgezeigt.
Schlusswort: Die Autorin reflektiert die Erarbeitung des Entwurfs und fasst die Erfahrungen aus der Erprobung des Referats zusammen.
Schlüsselwörter
Modalverben, Deutsch als Fremdsprache, Unterrichtsentwurf, Grammatikvermittlung, DaF, Lernniveau A2-B1, Sprachlehrstrategien, Konjugation, Didaktik, Fremdsprachenunterricht, Sprachkompetenz, Unterrichtsplanung, Satzbau, Präsens, Wortschatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit präsentiert einen praxisorientierten Unterrichtsentwurf zur Einführung der sechs wichtigsten deutschen Modalverben für DaF-Lerner.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit behandelt die didaktische Einbettung von Modalverben, deren Konjugation, die grammatische Definition sowie deren Anwendung in Alltagssituationen.
Was ist das primäre Ziel des Unterrichtsentwurfs?
Ziel ist es, Lernern auf dem Niveau A2-B1 das Verständnis und die korrekte Verwendung von Modalverben in einer 60-minütigen Einheit strukturiert näherzubringen.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?
Es wurde ein deduktiver Ansatz gewählt, der mit einer Einstimmungsphase beginnt, über eine Festigung grammatischer Strukturen zur aktiven Anwendung in Übungsphasen führt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei didaktische Phasen: Einstimmung durch Textarbeit, theoretische Festigung mit Tafelbildern und praktische Übungen mittels Paararbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Modalverben, Unterrichtsentwurf, DaF-Didaktik, Sprachniveau A2-B1 und Grammatikvermittlung.
Warum wird "möchten" im Entwurf anders behandelt als andere Modalverben?
Da "möchten" morphologisch der Konjunktiv II von "mögen" ist, wird es im Rahmen des Präsens-Unterrichts als eigenständiges Modalverb eingeführt, um den Einstieg zu vereinfachen.
Welche Rolle spielt der fiktive Text "Mein Traumhaus"?
Der Text dient als didaktisches Werkzeug, an dem Lerner Modalverben im Kontext identifizieren und deren Anwendung in einer authentischen Schreibaufgabe trainieren.
- Quote paper
- Franziska Drax (Author), 2009, Modalverben - ein Unterrichtsentwurf für den Unterricht im Fach Deutsch als Fremdsprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134064