Diese Arbeit befasst sich mit dem Schreiblernprozess in der Grundschule. Zunächst wird auf die Anlauttabellen als Hilfsmittel und ihre Funktion im Anfangsunterricht eingegangen, bevor sie dann übergeht zur Schulausgangsschrift (SAS). Die Arbeit ist als Portfolio verfasst. Es gibt je einen fachlichen Teil sowie einen persönlichen Kommentar.
Inhaltsverzeichnis
1. Fachwissenschaftlicher Teil
1.1. Anlauttabellen und ihre Funktion im Anfangsunterricht
1.2. Reichen-Tabelle (2014)
1.3. Schreibmotorik und ihre Entwicklung in der Grundschule
2. Material „Texte verfassen“ (Klasse 2, Thema „Wettererlebnisse“)
2.1. Erläuterung Schreibaufgabe
2.2. Einordnung in Modell des Schreibens (Bereiter 1980)
2.3. Lehrplanbezug
3. Schulausgangsschrift (SAS)
3.1. Übungsseite
3.2. Übungsseite Lösung
3.3. SAS Text
3.4. SAS Gedicht
3.5. Reflexion
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist die didaktische Einordnung und kritische Evaluation von Methoden zur Förderung der Schreibkompetenz im Grundschulalter, insbesondere unter Verwendung von Anlauttabellen und der Schulausgangsschrift. Dabei wird untersucht, wie Schülerinnen und Schüler auf ihrem individuellen Lernstand durch strukturierte Schreibanlässe zu einer flüssigen und rechtschreiblich korrekten Handschrift geführt werden können.
- Einsatz und didaktische Begründung von Anlauttabellen im Anfangsunterricht
- Entwicklung und motorische Grundlagen des Schreibens in der Grundschule
- Konzeption von Schreibaufgaben im Rahmen des Sachunterrichtsthemas „Wetter“
- Einführung und Anwendung der Schulausgangsschrift (SAS)
- Individualisierung und Differenzierung im Schriftspracherwerb
Auszug aus dem Buch
1.1. Anlauttabellen und ihre Funktion im Anfangsunterricht
Anlauttabellen sind Lehr- und Lernmittel zum lautgetreuen Verschriften, die in Deutschland aktuell weit verbreitet sind, da sie als anschaulich, konkret und einfach in der Handhabung gelten (vgl. Thomé, 2000a, S. 12). Sie sollen Kinder beim lautorientierten Schreibenlernen im Anfangsunterricht unterstützen. Die Methode wurde erstmals bereits im 16. Jahrhundert durch Peter Jordan verwendet (vgl. Ahrens-Drath, 2006, S. 4). Er stellte damals einige wenige exemplarische Wörter zusammen, die im Anlaut den zu erlernenden Laut verwendeten und ergänzte sie durch das zugehörige Graphem. Johann Amos Comenius beschrieb ebenfalls im 16. Jahrhundert die Naturlautmethode, bei der das abgebildete Tier und die Nachahmung der Stimme des Tieres zur Aussprache des entsprechenden Lautes führten (vgl. Bross, 2016, S. 108 ff.). In ihrer heutigen Form listen Anlauttabellen eine Auswahl an Bildern auf, die Wörter repräsentieren, deren Anlaute die jeweils angegebenen Buchstaben oder Buchstabenfolgen veranschaulichen.
Diese moderne Anlauttabelle führte Jürgen Reichen 1988 in der Form eines Buchstabentores in Deutschland ein (vgl. Bross, 2016, S. 108 ff.). Heute stellt beinahe jeder Fibellehrgang auch eine Anlauttabelle als Arbeitsmittel zur Verfügung. Für Reichen war es jedoch das Hauptinstrument des Schreibenlernens (vgl. Schründer-Lenzen, 2013, S. 214). Mit der Anlauttabelle finden Kinder sehr früh in ihrer Schuleingangsphase eine erste Verbindung zur Schrift, können zeitig schriftlich kommunizieren und sind in ihrer Ausdrucksfähigkeit nicht eingeschränkt. Die Anlauttabelle hilft ihnen des Weiteren, die sogenannten Phonem-Graphem-Korrespondenzen des Deutschen zu verinnerlichen, d.h. welche Laute sie mit welchen Graphemen, sprich Buchstaben oder Buchstabenverbindungen, verschriftlichen können.
Zusammenfassung der Kapitel
Fachwissenschaftlicher Teil: Es erfolgt eine theoretische Einordnung der Anlauttabelle sowie eine Betrachtung der Schreibmotorik als wesentlicher Teil der Feinmotorik.
Material „Texte verfassen“ (Klasse 2, Thema „Wettererlebnisse“): Dieses Kapitel beschreibt die Konzeption einer spezifischen Schreibaufgabe, eingebettet in ein Sachthema, sowie deren theoretische Fundierung nach Bereiter.
Schulausgangsschrift (SAS): Der Abschnitt beleuchtet die praktische Umsetzung der Schulausgangsschrift durch Übungsbeispiele, Textproben und eine abschließende persönliche Reflexion zur Unterrichtspraxis.
Schlüsselwörter
Anlauttabelle, Schreibenlernen, Schreibmotorik, Grundschule, Schriftspracherwerb, Schulausgangsschrift, Didaktik, Phonem-Graphem-Korrespondenz, Feinmotorik, Schreibaufgabe, Wettererlebnisse, Differenzierung, Deutschunterricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Förderung der Schreibkompetenz in der Grundschule durch den Einsatz moderner Lehrmethoden wie Anlauttabellen und der Schulausgangsschrift.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themenfelder umfassen die theoretischen Grundlagen der Schreibdidaktik, die motorischen Voraussetzungen des Schreibens sowie die praktische Gestaltung von Unterrichtsmaterialien für diverse Leistungsniveaus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Nutzen von Anlauttabellen kritisch zu evaluieren und aufzuzeigen, wie Kinder durch strukturierte Ansätze zu einer selbstständigen und flüssigen Schreibweise gelangen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verbindet eine theoretische Literaturanalyse mit einer praxisnahen Reflexion und der Auswertung von Lehrmaterialien, um die didaktische Effizienz der vorgestellten Ansätze zu prüfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung fachwissenschaftlicher Grundlagen, die Beschreibung konkreter Schreibübungen zum Thema „Wetter“ sowie die Darstellung der Arbeit mit der Schulausgangsschrift.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Anlauttabelle, Schreibmotorik, Schulausgangsschrift, Schriftspracherwerb und didaktische Differenzierung gekennzeichnet.
Warum spielt die Feinmotorik eine so große Rolle für den Schreiberfolg?
Die Feinmotorik ist die Grundlage für die Bewegungskoordination beim Schreiben. Defizite können zu schneller Ermüdung und Schreibverkrampfungen führen, was den flüssigen Schreibprozess hemmt.
Welchen Stellenwert nimmt die Schulausgangsschrift in der vorliegenden Arbeit ein?
Sie wird als Hilfsmittel zur Entwicklung einer individuellen, gut lesbaren Handschrift betrachtet, die auf der Druckschrift aufbaut und den Kindern durch stufenweise Übungsangebote zugänglich gemacht wird.
- Arbeit zitieren
- Susanne Uhl (Autor:in), 2023, Schreibenlernen an der Grundschule. Fachwissenschaftlicher und didaktischer Blick auf den Schreiblernprozess, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1340683