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Von der Ganztagsschule zur Halbtagsschule. Eine kurze Geschichte zur Entstehung der Halbtagsschule in Deutschland

Titel: Von der Ganztagsschule zur Halbtagsschule. Eine kurze Geschichte zur Entstehung der Halbtagsschule in Deutschland

Essay , 2021 , 9 Seiten

Autor:in: Dr. Guido Seelmann-Eggebert (Autor:in)

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Dieses Essay beschäftigt sich mit der Entstehung der Halbtagsschule in Deutschland.
Die heute noch vielfach in Deutschland übliche Halbtagsschule, zunehmend oftmals mit angehängter Nachmittagsbetreuung, ist ein historisch neues Phänomen aus dem 19. Jahrhundert. In Anlehnungen an die Tradition der Kloster- und Domschulen des Mittelalters, wurde der Unterricht von 5 – 6 Stunden täglich an den Latein- und Gelehrtenschulen, aber auch an städtischen Schulen und Dorfschulen grundsätzlich auf Vor- und Nachmittag verteilt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Von der Ganztagsschule zur Halbtagsschule - eine kurze Geschichte zur Entstehung der Halbtagsschule in Deutschland

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zeichnet die historische Entwicklung von der traditionellen Ganztagsschule hin zur im 19. Jahrhundert entstandenen Halbtagsschule in Deutschland nach. Dabei wird analysiert, welche bildungs-, sozial- und wirtschaftspolitischen Faktoren sowie pädagogischen Argumente und Vorurteile diesen radikalen Wandel der Schulzeitgestaltung maßgeblich beeinflusst haben.

  • Historische Wurzeln des Schulalltags im Mittelalter und der frühen Neuzeit
  • Die Entstehung und Etablierung des ungeteilten Unterrichts in Preußen
  • Soziale und ökonomische Begründungen für die Verkürzung der Unterrichtszeit
  • Die Einführung der 45-Minuten-Stunde als Instrument der Halbtagsschul-Entwicklung
  • Kritische Auseinandersetzung mit den kurz- und langfristigen Folgen für die Lernqualität

Auszug aus dem Buch

Von der Ganztagsschule zur Halbtagsschule - eine kurze Geschichte zur Entstehung der Halbtagsschule in Deutschland

Das Projekt Ganztagsschule ist eine Option für eine zukunftsorientierte Bildungspolitik und weitgehend unumstritten. Warum ein Aufsatz zum Thema: - Von der Ganztagsschule zur Halbtagsschule. Der Bildungsforscher Wolfgang Böttcher brachte es auf dem 40. Jubiläum des Elternbund Hessen auf den Punkt mit der Bemerkung: „Wer nach vorne fahren will, sollte mal in den Rückspiegel gucken“ (Böttcher, Vortrag zu „Ausblick Schule 2050“ am 26. 10. 2019).

Die heute noch vielfach in Deutschland übliche Halbtagsschule, zunehmend oftmals mit angehängter Nachmittagsbetreuung, ist ein historisch neues Phänomen aus dem 19. Jahrhundert. In Anlehnungen an die Tradition der Kloster- und Domschulen des Mittelalters, wurde der Unterricht von 5 – 6 Stunden täglich an den Latein- und Gelehrtenschulen, aber auch an städtischen Schulen und Dorfschulen grundsätzlich auf Vor- und Nachmittag verteilt (vergl. Buchholz, Über den Wegfall des Nachmittagsunterrichts, 1901, S. 124).

Da im späten Mittelalter und der beginnenden Neuzeit das Mittagessen gegen 10 Uhr eingenommen wurde, war ein durchgehender Unterricht überhaupt nicht möglich, auch wenn der Unterricht teilweise um 5 Uhr, ab dem 16. und 17. Jahrhundert zunehmend um 6 Uhr begann (vergl. Roeck, Lebenswelt und Kultur des Bürgertums in der frühen Neuzeit, 2011, S. 337). Der Schule gehörte der ganze Tag. Mittwoch- und Sonnabendnachmittag war i.d.R. unterrichtsfrei (Vergl. Erler, Unterrichtszeit, 1873, S. 601). Diese beiden Nachmittage gehörten entweder der Kirche, oder dienten manchmal auch der Erholung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Von der Ganztagsschule zur Halbtagsschule - eine kurze Geschichte zur Entstehung der Halbtagsschule in Deutschland: Das Kapitel untersucht die historische Transformation des deutschen Schulsystems vom ganztägigen, über den Tag verteilten Unterricht der frühen Neuzeit hin zur Halbtagsschule des 19. und 20. Jahrhunderts, wobei gesellschaftliche und bildungspolitische Triebkräfte identifiziert werden.

Schlüsselwörter

Halbtagsschule, Ganztagsschule, Schulgeschichte, Preußen, Bildungsgeschichte, Unterrichtszeit, Pädagogische Reform, Schulalltag, Reformpädagogik, Schulpolitik, Lehrplan, Gymnasium, Volksschule, Bildungsentwicklung, 45-Minuten-Stunde

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Genese der Halbtagsschule in Deutschland und zeigt auf, dass diese im Vergleich zur traditionell ganztägigen Struktur ein geschichtlich junges Phänomen ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Entwicklung der Unterrichtszeiten, der Einfluss von gesellschaftlichen Notlagen auf das Schulwesen sowie die Debatte um die Vor- und Nachteile von geteiltem versus ungeteiltem Unterricht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Halbtagsschule als eine bildungspolitische und pädagogische Fehlentwicklung zu beleuchten, die durch historische Kontexte wie die "Kurzstunde" und Rhythmisierungsprobleme geprägt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf umfangreichen Quellenrecherchen aus Schulordnungen, zeitgenössischen pädagogischen Fachartikeln und Archivmaterialien basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise die Durchsetzung des ungeteilten Unterrichts an Gymnasien und Volksschulen, die Rolle von Stadt- und Schulräten bei der Reformdurchsetzung sowie die pädagogischen Kontroversen jener Zeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Schulgeschichte, Halbtagsschule, Preußen, Bildungsentwicklung und die 45-Minuten-Stunde als prägendes Element des Lernalltags.

Warum war das Mittagessen im Mittelalter so entscheidend für den Stundenplan?

Da die Hauptmahlzeit damals sehr früh (gegen 10 Uhr) eingenommen wurde, war ein durchgehender Unterricht am Vormittag kaum möglich, was die Aufteilung in Vormittags- und Nachmittagsblöcke erzwang.

Welche Rolle spielten wirtschaftliche Gründe für die Einführung der Halbtagsschule?

Insbesondere nach den Kriegen wurden wirtschaftliche Not, Kleider- und Schuhmangel sowie die Schonung unterernährter Kinder als Argumente genutzt, um den zeitaufwendigen täglichen Schulweg auf einmal täglich zu reduzieren.

Wurde die Halbtagsschule von allen Beteiligten befürwortet?

Nein, es gab erhebliche Widerstände seitens der Schulleitungen, der Ärzteschaft und teilweise der Elternschaft, die eine Verwahrlosung der Jugend sowie eine Minderung der Leistungsfähigkeit durch die "Kurzstunde" befürchteten.

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Details

Titel
Von der Ganztagsschule zur Halbtagsschule. Eine kurze Geschichte zur Entstehung der Halbtagsschule in Deutschland
Autor
Dr. Guido Seelmann-Eggebert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
9
Katalognummer
V1340942
ISBN (PDF)
9783346847621
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geschichte schulsysteme deutschland entstehung halbtagsschule
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. Guido Seelmann-Eggebert (Autor:in), 2021, Von der Ganztagsschule zur Halbtagsschule. Eine kurze Geschichte zur Entstehung der Halbtagsschule in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1340942
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Leseprobe aus  9  Seiten
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