In der vorliegenden Bachelorarbeit wird die mythologische Erzählweise Thomas Manns versucht zu rekonstruieren. Die Arbeit betrachtet dafür zunächst die Biographien des Autors, Thomas Mann, und des Protagonisten, Gustav von Aschenbach. Nachfolgend werden die zwei nächsten Grundpfeiler des mythologischen Erzählens Manns analysiert: die Tiefenpsychologie und die Philosophie. Letztlich wird mit den antiken mythologischen Bezügen das Konstrukt des mythologischen Erzählens vervollständigt.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Versuchung und Verführung in „Der Tod in Venedig“
- 2.1. Autobiographische Bezüge und Inspirationen aus Manns Leben
- 2.2. Leidenschaft und Selbstzügelung bei Aschenbach
- 2.3. Tod Aschenbachs
- 3. Psychologie und Philosophie in „Der Tod in Venedig“
- 3.1. Philosophische Berührungspunkte
- 3.2. Tiefenpsychologische Ansätze
- 4. Bezüge zur antiken Mythologie und der allgemeinen Symbolik
- 4.1. Apokalypse, Verfall und Untergang in „Der Tod in Venedig“
- 4.2. Symbole und Todesboten
- 4.3. Exkurs: Verfilmung der Mann'schen Novelle
- 4.4. Mythologisches Erzählen Manns
- 5. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert Thomas Manns Novelle „Der Tod in Venedig“ und untersucht, wie autobiographische Bezüge, philosophische Einflüsse und antike Mythologie in das Werk einfließen. Insbesondere wird der Protagonist Gustav von Aschenbach und seine Verdrängungstechniken im Kontext der Freud'schen Psychoanalyse betrachtet.
- Verdrängung von Gefühlen und Trieben
- Psychoanalytische Einflüsse von Sigmund Freud
- Bezüge zur Philosophie Friedrich Nietzsches und Arthur Schopenhauer
- Verwendung von Symbolen und mythologischen Motiven
- Das Motiv des Verfalls und des Untergangs
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Novelle „Der Tod in Venedig“ vor und skizziert die zentralen Themen. Im zweiten Kapitel werden die Motive der Versuchung und Verführung beleuchtet, wobei die autobiographischen Bezüge zu Thomas Manns Leben und die Inspirationen aus dem Leben des Dichters August Graf von Platen betrachtet werden. Das dritte Kapitel beleuchtet die philosophischen Berührungspunkte und die tiefenpsychologischen Ansätze in der Novelle. Das vierte Kapitel widmet sich den Bezügen zur antiken Mythologie und der allgemeinen Symbolik. Dabei werden insbesondere die Motive des Verfalls und des Untergangs sowie die Verwendung von Symbolen und Todesboten analysiert.
Schlüsselwörter
Thomas Mann, „Der Tod in Venedig“, Gustav von Aschenbach, Verdrängung, Sigmund Freud, Philosophie, Nietzsche, Schopenhauer, Mythologie, Symbolismus, Verfall, Untergang.
Häufig gestellte Fragen
Welche mythologischen Bezüge nutzt Thomas Mann in „Der Tod in Venedig“?
Mann nutzt antike Mythen wie den dionysischen Rausch und den apollinischen Geist sowie Todesboten (z.B. der Gondoliere als Charon), um den Untergang Aschenbachs zu symbolisieren.
Wie wird die Tiefenpsychologie Freuds in der Novelle deutlich?
Der Protagonist Gustav von Aschenbach verdrängt seine unterdrückten Triebe und Gefühle. Der Ausbruch dieser Leidenschaft führt schließlich zu seinem psychischen und physischen Zerfall.
Welchen Einfluss hatte Friedrich Nietzsche auf das Werk?
Nietzsches Konzepte des Apollinischen (Ordnung, Maß) und des Dionysischen (Rausch, Chaos) sind zentral für den inneren Konflikt Aschenbachs zwischen Disziplin und Leidenschaft.
Gibt es autobiographische Bezüge in der Novelle?
Ja, Thomas Mann verarbeitete eigene Reiseerlebnisse in Venedig und seine Bewunderung für den Dichter August Graf von Platen in der Figur des Aschenbach.
Was symbolisiert die Stadt Venedig im Werk?
Venedig steht für morbide Schönheit, Verfall und den Übergang zwischen Leben und Tod, verstärkt durch die herannahende Cholera-Epidemie.
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- Lina Lentge (Author), 2023, Mythos und Mythologie in Thomas Manns „Der Tod in Venedig“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1340990