Mary E. Richmond und ihre Verdienste für die soziale Einzelfallhilfe


Hausarbeit, 2009
12 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhalt

1) Inhaltsverzeichnis

2) Einleitung

3) Mary Ellen Richmond´s Arbeit in Verbindung mit der sozialen Situation in den USA
3a) Biographische Daten
3b) Die Arbeit der „ Charity Organisation Society“
3c) Mary Richmonds Verdienste für die Sozialarbeit

4) Soziale Einzelfallhilfe
4a) Definition des Begriffs Einzelfallhilfe
4b) Anwendung der Einzelfallhilfe (Case Management) in Deutschland

5) Literaturverzeichnis

2) Einleitung

Die soziale Einzelfallarbeit zählt zu den klassischen Methoden der sozialen Arbeit. Eine Methode ist eine Arbeitsform, bzw. ein Arbeitsprinzip, das auf eine bestimmte Gruppe von Klienten abgestimmt ist (vgl. Fachlexikon der sozialen Arbeit, 5.Aufl. 2002, Deutscher Verein für öffentliche und private Vorsorge; S.639). Die Wurzeln dieser Methode liegen in den USA und werden dort als Case work oder Case Management bezeichnet. Im Allgemeinen gilt Mary Richmond, neben Alice Salomon, als einer der Begründerinnen der Einzelfallhilfe (vgl. Fachlexikon der sozialen Arbeit, 5.Aufl. 2002, Deutscher Verein für öffentliche und private Vorsorge; S.253). Durch ihre Arbeit bei der Charity Organization Society in Baltimore und ihre diversen Veröffentlichungen, legte sie den Grundstein für die heutige soziale Einzelfallhilfe. Ihr Buch „Social Diagnosis“, das 1917 erschien, beeinflusste die Ausbildung von Sozialarbeitern in den USA stark.

Im ersten Teil meiner Hausarbeit werde ich das Leben von Mary Ellen Richmond beschreiben und ihre Verdienste für die Charity Organization Society darstellen. .Eingehen werde ich dabei auf die soziale Situation der Armen des 19. Jahrhunderts in den USA. Dadurch wird gezeigt, wie wichtig die Arbeit von Mary Richmond und ihren Mitarbeitern war, und heute noch ist.

Zum Schluss beschäftige ich mich mit dem Begriff der sozialen Einzelfallhilfe und deren Anwendung in Deutschland.

3) Mary Ellen Richmond´s Arbeit in Verbindung mit der sozialen Situation in den USA

3a) Biographische Daten

Mary Ellen Richmond wurde am 5. August 1861 in Belleville / Illinois geboren. Über ihre Eltern ist nicht viel bekannt. Sie stammten aus Baltimore und kehrten bald nach der Geburt ihrer Tochter dorthin zurück. Beide waren an Lungentuberkulose erkrankt und starben kurze Zeit später. Mary wuchs bei ihrer Großmutter und Tante auf. Die beiden Frauen interessierten sich sehr für Frauenbefreiung und Rassenfragen.

Mary besuchte die Eastern Highschool in Baltimore. Sie verließ dieses Mädchengymnasium im Jahr 1878 nachdem sie ihren Abschluss gemacht hatte.

Für ein Studium fehlten die finanziellen Mittel, und so ging Mary im Alter von 16 Jahren zu ihrer Tante nach New York. Dort arbeitete sie als Büroangestellte für einen Verlag bei dem auch schon ihre Tante beschäftigt war. Nachts lernte sie Stenographie und Buchhaltung (Müller, Wolfgang: Wie Helfen zum Beruf wurde Band 1; Überarbeitete Neuausgabe 1999, Beltz Verlag, Weinheim und Basel, 1982, S.99).

Marys Tante erkrankte nach wenigen Monaten schwer und musste zurück nach Baltimore ziehen. Mary blieb in New York, zog aber auf Anraten ihres Arztes in den ruhigeren Stadtteil Brooklyn. Dort erkrankte sie an Malaria und musste, nachdem sie ihre Stelle aufgegeben hat, ihrer Tante nach Baltimore folgen. Da sie nicht nur sich selber, sondern auch ihre erkrankte Tante zu versorgen hatte, suchte sie sich eine einträgliche Stelle als Buchhalterin in einem Schreibwarengeschäft. Ab 1888 arbeitete sie für 50$ im Monat in einem kleinen Familienhotel. Im Jahre 1889 bewarb sie sich um eine Stelle als Schatzmeisterin bei der „Charity Organization Society“ (COS). Wegen ihrer sprachlichen Begabung bekam sie die Stelle und übernahm am 1. Februar 1889 die Position als Schatzmeisterin. Dort traf sie die Geschäftsführerin Zilpha D. Smith. Gemeinsam besuchten sie Versammlungen und Besprechungen der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen.

Bereits nach 9 Monate konnte Mary Richmond im Jahresbericht der Organisation 30 neue Geldgeber vorstellen.

Im April 1891 wurde sie zur Nachfolgerin von Zilpha D. Smith gewählt. Zusätzlich zu dieser Tätigkeit arbeitete Mary Richmond als eine der „freundlichen Besucherinnen“ („friendly visitors“). Durch diese Arbeit wollte sie die Praxis besser kennen lernen.

Sie selber fühlte sich in der Sozialarbeit zu wenig ausgebildet und leistete deshalb ein sehr großes Arbeitspensum. Sie setzte sich für eine Ausbildung für Sozialarbeiter ein und gründete eine Fachbibliothek für ihre Mitarbeiter. Sie schlug die Gründung einer Schule für Sozialarbeiter/ innen vor.1898 erfüllte sich diese Hoffnung als die New Yorker Charity Organization ihre erste Schule eröffnete.

Mary Richmonds Gesundheit machte weiterhin Probleme. Sie litt an einer geschlossenen Lungentuberkulose und im Sommer 1894 erkrankte sie an Typhus. Sie lag mehrere Monate im Krankenhaus und erholte sich langsam.

Im Jahre 1895 beschäftigte sie sich zum ersten Mal mit eherechtlichen Fragen und den sozialen Aspekten des Heiratsgesetzes, besonders der Kinderehe. Sie schrieb mehrer Veröffentlichungen zu diesen Themen ( „Married Vagabonds“ 1895, „Child marriages“ 1925, „ Marriage and the state“ 1929).

1899 verließ sie die COS in Baltimore und trat eine Stelle bei der

„ Philadelphia Society for Organizing Charity“ an.

Im Jahr 1902 besuchte Mary Richmond als amerikanische Delegierte die Wohlfahrtskonferenz in Kuba und 1905 war sie Vortragende bei der Nationalen Konferenz der Wohlfahrtsorganisationen in Oregon.

1903 reiste sie nach England und Schottland und lernte dort den Leiter der englischen Charity- Bewegung, Sir Charles Steward Loch, kennen.

Einige Jahre später, im Herbst 1909, zog Mary Richmond nach New York, um dort als „Abteilungsleiterin für Wohlfahrtsorganisationen“ für die Russell Sage Foundation zu arbeiten.

Die erste „Supervisionskonferenz“ für Sozialarbeiter/innen organisierte sie im Jahr 1915. Diese fand danach jährlich statt.

Als 1914 der 1. Weltkrieg begann beobachtete Mary das Geschehen genau. Sie hielt die Politik Deutschlands für „ gezielte Aggression und eine Gefahr für die gesamte Zivilisation“ ( Hürtgen- Busch, Songrid; Rundbrief Gilde Soziale Arbeit – GiSA; 1/2000, S.44). Den Eintritt der USA in den Krieg sah sie als unvermeidlich an, setzte sich aber für Kriegsdienstverweigerer ein. Um den Familien der Soldaten zu helfen schrieb sie, zusammen mit dem Roten Kreuz ein Handbuch über die Prinzipien der Fallarbeit. Das, in einfacher Sprache verfasste, Werk wurde in großen Mengen verteilt.

Weiterhin widmete sie ihre Zeit der Forschung und brachte 1917 ihr Hauptwerk „ Social Diagnosis“ heraus.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Mary E. Richmond und ihre Verdienste für die soziale Einzelfallhilfe
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
12
Katalognummer
V134109
ISBN (eBook)
9783640419975
ISBN (Buch)
9783640419944
Dateigröße
382 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mary, Richmond, Verdienste, Einzelfallhilfe
Arbeit zitieren
Christina Hilker (Autor), 2009, Mary E. Richmond und ihre Verdienste für die soziale Einzelfallhilfe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134109

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