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Darstellungen der Bild-Zeitung im deutschen Spielfilm

Volker Schlöndorffs „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ (1975) und Til Schweigers „Keinohrhasen“ (2007)

Titel: Darstellungen der Bild-Zeitung im deutschen Spielfilm

Bachelorarbeit , 2008 , 58 Seiten , Note: 1,1

Autor:in: Christine Mewes (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Jeder Missbrauch der Pressefreiheit ist besser als irgendeine Einschränkung dieser Freiheit.“
(Peter Boenisch in
Bild am Sonntag, 11.8.1974)

Die Bild (umgangssprachlich auch: Bild-Zeitung) ist mit einer Verkaufsauflage von 3.326.202 Stück Deutschlands größte und meist zitierte Tageszeitung und dabei gleichzeitig wohl auch die umstrittenste. Seit seinem ersten Erscheinen 1952 stand und steht das Boulevardblatt immer wieder aufgrund seiner oftmals persönlichkeitsverletzenden, vorverurteilenden oder schlichtweg falschen Berichterstattung in der Kritik. In ihrer über 50-jährigen Geschichte musste sich Bild dabei nicht nur zu Vorwürfen seitens des deutschen Presserates und zahlreicher Privatkläger erklären, darüber hinaus ist sie medienübergreifender Diskussionsgegenstand in Literatur, Film und Musik. Wie weit diesbezüglich ihr Einfluss beziehungsweise die Einflussnahme ihres Verlegers Axel Springer reicht, negativen Schlagzeilen entgegenzuwirken, verdeutlicht ein aktuelles Beispiel aus der Musikwelt. Nach Erscheinen des neuen Songs „Lasse redn“ der Pop-Gruppe „Die Ärzte“ wurde dieser von Antenne Bayern zunächst ausschließlich in einer gekürzten Version gespielt. Der Sender strich folgende Bild-kritische Textpassage:
"Lass die Leute reden und lächle einfach mild
Die meisten Leute haben ihre Bildung aus der Bild
Und die besteht nun mal, wer wüsste das nicht
Aus Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht."

Auf Anfragen von Bildblog gab der Sender an, die Kürzung des Liedes hänge mit dem zeitlichen Sendeablauf zusammen, der sich an den Nachrichten orientiere und habe nichts damit zu tun, dass die Axel Springer AG zu 16 Prozent an dem Sender beteiligt sei. Wenn auch der direkte Einfluss der Axel Springer AG auf den Sende-ablauf eines Radiosenders oder die generelle Einwirkung auf den Inhalt anderer Medien an dieser Stelle nicht nachgewiesen werden kann und soll, so verdeutlicht dieses Beispiel doch den medienübergreifenden Stellenwert der Bild-Zeitung.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Relevanz und der Darstellung der Bild-Zeitung im deutschen Spielfilm. Dazu sollen exemplarisch zwei Filme mit Fokus auf die jeweilige Darstellung einer großen Boulevardzeitung analysiert werden: Volker Schlöndorffs „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ und Til Schweigers „Keinohrhasen“. Es soll aufgezeigt werden, welche Rolle die fiktiven Boulevardzeitungen in den beiden Filmen spielen, welche Parallelen in Sprache und Arbeitsweise sich...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Volker Schlöndorff: Die verlorene Ehre der Katharina Blum

2.1 Daten und Fakten zum Film

2.2 Inhalt

2.2.1 Inhaltliche Zusammenfassung

2.2.2 Bezug zur literarischen Vorlage

2.3 Die Zeitung

2.4 Die Zeitung als Abbild der Bild-Zeitung

2.5 Reaktionen auf den Film

3. Til Schweiger: Keinohrhasen

3.1 Daten und Fakten zum Film

3.2 Inhalt

3.3 Das Blatt

3.4 Das Blatt als Abbild der Bild-Zeitung

3.5 Reaktionen auf den Film

4. Schlussbetrachtungen: Das Blatt, die Zeitung und die Entwicklung der Kritik an der Bild-Zeitung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und Darstellung der Bild-Zeitung im deutschen Spielfilm anhand der zwei Beispiele „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ (1975) und „Keinohrhasen“ (2007), um Gemeinsamkeiten in der filmischen Kritik am Boulevardjournalismus aufzuzeigen.

  • Analyse der fiktiven Boulevardzeitungen im Vergleich zur realen Bild-Zeitung.
  • Untersuchung der Arbeitsmethoden und Charaktere fiktiver Journalisten.
  • Gegenüberstellung von literarischer Vorlage und filmischer Interpretation.
  • Rezeptionsanalyse und Einordnung in den historischen Kontext der Bild-Kritik.

Auszug aus dem Buch

Die Zeitung

„Diese Leute sind Mörder und Rufmörder. Alle. Es ist ja geradezu ihr Beruf unschuldige Menschen um ihre Ehre zu bringen, manchmal um ihr Leben. Sonst kauft ihnen ja niemand ihre Artikel ab.“ (Katharina Blum)

Volker Schlöndorff illustriert mit seinem Film den von Böll beschriebenen Gewaltzusammenhang von Presse, Justiz, Gesellschaft und Wirtschaft.

Letztendlich missachten alle vier gesellschaftlichen Mächte Katharinas Menschenwürde und ihr Recht auf Schutz der Person, vordergründig durch die Tätigkeiten der Presse [d. h. der Zeitung] und Justiz [repräsentiert durch Polizei und Staatsanwaltschaft], geduldet und unterstützt durch die wirtschaftlichen Mächte [vertreten durch Sträubleder und den nur namentlich erwähnten Lüding] und die öffentliche Meinung [die sich in den anonymen Briefen und Anrufen ausdrückt].

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die mediale Relevanz der Bild-Zeitung und Vorstellung der Zielsetzung der Arbeit.

2. Volker Schlöndorff: Die verlorene Ehre der Katharina Blum: Analyse des Films unter Berücksichtigung von Entstehung, Inhalt, literarischer Vorlage und der Rolle der Zeitung.

2.1 Daten und Fakten zum Film: Auflistung der Produktionsdaten und Stab-Informationen des Schlöndorff-Films.

2.2 Inhalt: Zusammenfassung der Handlung sowie Erörterung der Verbindung zwischen Film und Böll-Roman.

2.2.1 Inhaltliche Zusammenfassung: Kurze Darstellung der filmischen Erzählung um Katharina Blum.

2.2.2 Bezug zur literarischen Vorlage: Reflexion über die „interpretierende Transformation“ von Bölls Roman in den Film.

2.3 Die Zeitung: Untersuchung der Machtstellung und Arbeitsweise der Zeitung im Film.

2.4 Die Zeitung als Abbild der Bild-Zeitung: Vergleich der fiktiven Zeitung mit den Merkmalen und dem Ruf der realen Bild-Zeitung.

2.5 Reaktionen auf den Film: Überblick über die zeitgenössische Rezeption und öffentliche Debatten zum Film.

3. Til Schweiger: Keinohrhasen: Analyse der Darstellung von Das Blatt in der Liebeskomödie von Til Schweiger.

3.1 Daten und Fakten zum Film: Hintergrundinformationen zur Produktion der Komödie Keinohrhasen.

3.2 Inhalt: Übersicht über die Handlung rund um den Journalisten Ludo Decker.

3.3 Das Blatt: Darstellung der Rolle des Boulevardblatts im Film als Nebenthema.

3.4 Das Blatt als Abbild der Bild-Zeitung: Vergleich des fiktiven Blatts mit den Mechanismen der Bild-Zeitung.

3.5 Reaktionen auf den Film: Zusammenfassung der Resonanz auf Keinohrhasen und die Diskussionen um Altersfreigaben.

4. Schlussbetrachtungen: Das Blatt, die Zeitung und die Entwicklung der Kritik an der Bild-Zeitung: Synthese der Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der unterschiedlichen filmischen Kritikansätze über die Jahrzehnte.

Schlüsselwörter

Bild-Zeitung, Boulevardjournalismus, Die verlorene Ehre der Katharina Blum, Keinohrhasen, Heinrich Böll, Volker Schlöndorff, Til Schweiger, Pressefreiheit, Sensationsjournalismus, Medienkritik, journalistische Ethik, Literaturverfilmung, Rufmord, Unterhaltung, Machtinstanz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie deutsche Spielfilme, konkret am Beispiel von Schlöndorffs Katharina Blum und Schweigers Keinohrhasen, die Bild-Zeitung und Boulevardmedien darstellen und welche journalistischen Praktiken dabei kritisiert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die Arbeitsweisen von Boulevardreportern, die Machtstrukturen in Medienhäusern, der Einfluss auf die Privatsphäre von Prominenten und die medienethische Verantwortung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Es soll aufgezeigt werden, welche Rolle fiktive Boulevardzeitungen in den beiden Filmen spielen, welche Parallelen zur realen Bild-Zeitung bestehen und inwiefern diese Darstellungen als medienkritisch interpretiert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit nutzt eine exemplarische Filmanalyse, vergleicht diese mit literarischen Vorlagen sowie publizistikwissenschaftlichen Erkenntnissen über Boulevardjournalismus und wertet zeitgenössische Filmkritiken aus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Kapitel, die jeweils die filmische Rezeption, den Inhalt, den Bezug zu den Boulevardmedien und die zeitgenössischen Reaktionen auf Schlöndorffs und Schweigers Filme separat untersuchen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Boulevardjournalismus, Medienethik, Sensationspresse, gesellschaftliche Machtzusammenhänge und die kritische Auseinandersetzung mit der Bild-Zeitung im Spiegel des Films.

Wie unterscheidet sich die Kritik von Schlöndorff zu der von Schweiger?

Schlöndorff übt in Katharina Blum eine scharfe, ernsthafte systemkritische Analyse der Bild-Zeitung, während Schweiger in der Komödie Keinohrhasen eher parodistisch und oberflächlich mit dem Thema umgeht.

Welche Rolle spielt die literarische Vorlage von Heinrich Böll für den Schlöndorff-Film?

Bölls Roman dient als grundlegende Vorlage für die Darstellung der Zeitung; Schlöndorff übernimmt viele Aspekte, schärft aber einige Konflikte durch filmische Mittel, um eine Identifikation des Zuschauers mit der Protagonistin zu forcieren.

Was ist die Schlussfolgerung bezüglich des Boulevardjournalismus in den Filmen?

Die Arbeit resümiert, dass beide Filme die Boulevardpresse kritisch porträtieren, die Kritik jedoch je nach Genre und Zeitgeist unterschiedlich stark ausgeprägt ist und das Phänomen als gesellschaftliches Problem widerspiegelt.

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Details

Titel
Darstellungen der Bild-Zeitung im deutschen Spielfilm
Untertitel
Volker Schlöndorffs „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ (1975) und Til Schweigers „Keinohrhasen“ (2007)
Hochschule
Universität Siegen
Note
1,1
Autor
Christine Mewes (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
58
Katalognummer
V134123
ISBN (eBook)
9783640416844
ISBN (Buch)
9783640411375
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Darstellungen Bild-Zeitung Spielfilm Volker Schlöndorffs Ehre Katharina Blum“ Schweigers Thema Die verlorene Ehre der Katharina Blum
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christine Mewes (Autor:in), 2008, Darstellungen der Bild-Zeitung im deutschen Spielfilm, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134123
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  58  Seiten
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