Dieser Aufsatz erörtert einen wichtigen Aspekt der Vorgeschichte des Volksaufstandes vom 17.Juni 1953 in der DDR: die verfehlte Politik des "Neuen Kurses" verkündet während der aufkeimenden Krise im Frühjahr 1953.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung: Die DDR im Jahre 1953
II. Hauptteil: Der Neue Kurs – die Politikwende im Juni 1953
III. Schluß: Was war der Neue Kurs wirklich ?
IV. Quellen- und Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die Entstehung, Durchführung und das Scheitern des sogenannten "Neuen Kurses" der SED im Frühjahr 1953, wobei insbesondere die Reaktionen auf die wachsende wirtschaftliche und politische Krise in der DDR sowie die darauffolgende Eskalation, die in den Ereignissen des 17. Juni 1953 mündete, untersucht werden.
- Die stalinistische Politik des planmäßigen Aufbaus des Sozialismus
- Die Auswirkungen der wirtschaftlichen Verschlechterung und die Fluchtbewegung
- Der Einfluss sowjetischer Vorgaben auf die SED-Führung
- Das Kommuniqué des Neuen Kurses und dessen Scheitern
Auszug aus dem Buch
II. Hauptteil
Im Frühjahr 1953 sind die Auswirkungen der Beschlüsse der II.Parteikonferenz für jedermann spürbar. Die Bauern werden verstärkt zur Aufgabe selbständiger Landwirtschaften und zum Eintritt in die LPGs gedrängt. Bauern, die diesen Schritt nicht tun wollen, werden u.a. bei der Vergabe staatlicher Vergünstigungen (Kredite, Maschinen, Saatgut) benachteiligt, mit hohen Abgaben belegt und so bewusst wirtschaftlich ins Abseits gedrängt. Ähnliches geschieht mit den freien Handwerkern, Händlern und anderen kleineren Unternehmern. So sollen letzte Elemente marktwirtschaftlicher Strukturen beseitigt werden. Ein weiteres Druckmittel ist der Entzug der Lebensmittelkarten resistenter Bürger (ab 9.4.53). Die neu geschaffenen Produktionsgenossenschaften und volkseigenen Betriebe sind jedoch weniger produktiv, sodass Versorgungsprobleme zunehmen. Auch die starke Überbetonung des Aufbaus der Schwerindustrie führt zu wirtschaftlichen Verzerrungen und Engpässen, besonders bei der Versorgung mit Lebensmitteln und Konsumgütern. Diese Entwicklung wird noch zusätzlich durch eine Zunahme der Fluchtbewegung Richtung Westen verstärkt.
Besonders zahlreich verlassen die bedrängten Privatbauern und Kleinhändler die DDR, aber auch viele qualifizierte junge Erwerbstätige entschließen sich zur Übersiedlung. Durch das zurückgelassene, nun brach liegende Land, eingestellte Unternehmen und leerbleibende Arbeitsplätze verschärft sich die Wirtschaftslage weiter. Ihre Höhepunkt erreicht die Fluchtbewegung im Jahr 1953, als offiziell insgesamt 331390 Menschen flüchten, davon allein 185000 von Januar bis Mai. In einem inoffiziellen Bericht der sowjetischen Kontrollkomission nach Moskau ist im Mai 1953 sogar von insgesamt 320000 Flüchtlingen allein im ersten Quartal 1953 die Rede, wodurch die sowjetische Führung zutiefst beunruhigt wird und zum raschen Handeln drängt. Die DDR-Führung jedoch ignoriert diese dramatische Entwicklung.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die DDR im Jahre 1953: Dieses Kapitel führt in die politisch angespannte Lage des Frühjahrs 1953 ein und skizziert die Notwendigkeit für die SED, einen radikalen Politikwechsel einzuleiten.
II. Hauptteil: Der Neue Kurs – die Politikwende im Juni 1953: Hier werden die wirtschaftlichen Auswirkungen der stalinistischen Vorgaben, der resultierende Druck durch Moskau und die vergebliche Umsetzung des Neuen Kurses detailliert analysiert.
III. Schluß: Was war der Neue Kurs wirklich ?: Das Kapitel bewertet den Neuen Kurs als halbherziges, taktisches Mittel der SED zum Machterhalt, das den Aufstand vom 17. Juni letztlich nicht verhindern konnte.
IV. Quellen- und Literaturverzeichnis: Dieses Verzeichnis listet die verwendeten Primär- und Sekundärquellen zur Erarbeitung der Hausarbeit auf.
Schlüsselwörter
DDR, SED, Neuer Kurs, 17. Juni 1953, Stalinismus, Planwirtschaft, Walter Ulbricht, Arbeitsnormen, Fluchtbewegung, Sowjetunion, Sozialismus, Politbüro, Wirtschaftskrise, Repressalien, DDR-Geschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung des sogenannten "Neuen Kurses" in der DDR während des Jahres 1953.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die stalinistische Wirtschaftspolitik, die politische Krise der SED-Führung und die sozialen Auswirkungen für die DDR-Bevölkerung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den "Neuen Kurs" als politisches Instrument der SED einzuordnen und zu erklären, warum dieser Versuch einer Politikwende scheiterte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Dokumenten und Berichten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die konkreten wirtschaftlichen und politischen Missstände, den Druck durch die Moskauer Führung sowie die Reaktionen der DDR-Spitze und der Bevölkerung auf die Normerhöhungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind DDR, Neuer Kurs, 17. Juni 1953, Stalinismus, Planwirtschaft und Walter Ulbricht.
Warum war der Neue Kurs für die DDR-Führung so problematisch?
Er wurde nicht aus eigener Überzeugung, sondern auf massiven sowjetischen Druck hin eingeführt, was ihn in den Augen vieler Bürger unglaubwürdig machte und als Schwächezeichen interpretieren ließ.
Welche Rolle spielten die Arbeitsnormen für den Aufstand?
Die Erhöhung der Arbeitsnormen führte zu realen Lohnverlusten und massivem Unmut unter den Arbeitern, der durch die SED-Führung ignoriert wurde, was letztlich den 17. Juni eskalieren ließ.
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- Maximilian Spinner (Author), 2001, Der 17. Juni 1953 - Die SED und der Neue Kurs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13413