In der vorliegenden Arbeit wurde das Problem des Rassismus in der Gesellschaft genauer untersucht. Zunächst fand eine Definition statt, die die Begriffe Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Ausländerfeindlichkeit erläutern sollte. Es ist wichtig festzuhalten, dass es sich hier nicht um eine Ansammlung von Synonymen handelt, sondern jedem der Begriffe unterschiedliche Bedeutungen zukommen. Zusammenfassend kann hier allerdings resümiert werden, dass es sich generell um die Einteilung von Menschen, in höhere oder minderwertige Gruppen handelt, die aufgrund von ethnischen Ursprüngen geschieht. Hierbei sind verschiedene Faktoren entscheidend, die Menschen dazu bringen, ausländische Mitbürger zu diskriminieren.
Es wurden weiterhin die Ursachen für die Entstehung von Rassismus in der Gesellschaft untersucht, um nachvollziehen zu können, weshalb es möglich ist, dass sich solch extreme Denkweisen in einer Gesellschaft überhaupt durchsetzen können. Es konnte festgestellt werden, dass den Ursachen insbesondere soziologische Aspekte zu Grunde liegen. Übergreifend lassen sich aus den Sozialwissenschaften sechs Theorietypen ableiten, die als grundlegend für die Klärung bezeichnet werden können. Vor allem sind es psychosoziologische Muster, die als Ursache für Rassismus fungieren. Fremdenfeindliche Mitglieder der Gesellschaft verfügen oftmals nicht über genügend Ressourcen bezüglich des Selbstwertgefühls und projizieren dieses Defizit auf ihre ausländischen Mitbürger.
Soziale Ausgrenzungen passieren häufig auch da, wo Zuschreibungen negativer Etikettierungen stattfinden, die zum sozialen Ausschluss einer Gruppe führen. Man spricht in diesem Zusammenhang von Stigmatisierungen, die an Eigenschaften von Menschen anknüpfen, welche nur sehr selten auftreten und deshalb auffällig sind. Mit diesen Eigenschaften werden negative Merkmale assoziiert. Diese negativen Eigenschaften, die den Ausländern zugesprochen werden, stimmen schließlich nicht mit dem Gesellschaftsbild, das in einer Gemeinschaft einen nicht veränderbaren Stand einnimmt, überein.
Die genannten Aspekte führen schließlich dazu, dass Rassismus ein Bestandteil des Gesellschaftsbildes wird, da anhand der Ausgrenzungspraktiken ein Aufrechterhalten des konventionellen Gesellschaftsbildes vollzogen werden soll. Alle Aspekte, die diesem nicht entsprechen, werden in einer Gemeinschaft als negativ betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Ziele der Arbeit
2. Definition
2.1 Die Begriffe Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Ausländerfeindlichkeit
2.2 Die Geschichte des Begriffs
3. Ursachen für Rassismus in der Gesellschaft
3.1 Theorien der Sozialwissenschaften
3.1.1 Das Phänomen der Stigmatisierung
3.1.2 Rassismus als Element des Gesellschaftsbildes
3.1.3 Die Banalität des Rassismus
3.2 Das Bild des Fremden als Ursache für Rassismus
3.2.1 Baumans Theorie über den Freund, Feind und Fremden
3.2.2 Klassische Theorien zur Klärung
3.2.2.1 Georg Simmels Exkurs über den Fremden
3.2.2.2 Die Theorie des Fremden von Alfred Schütz
3.2.3 Der Bezug der klassischen Theorien zur Klärung der Ursachen für Rassismus
4. Rassismus und Schule
4.1 Die Schule als Institution der Gesellschaft
4.2 Institutioneller Rassismus in der Schule
4.2.1 Die Folgen des institutionellen Rassismus für ausländische Schüler
4.3 Interkulturelles Lernen als Maßnahme gegen Rassismus und die Ausgrenzung ausländischer Kinder
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das gesellschaftliche Phänomen des Rassismus mit einem besonderen Fokus auf die Ursachenentstehung und deren Manifestation im deutschen Bildungssystem. Ziel ist es, rassistische Denkstrukturen soziologisch zu durchleuchten und Ansätze für eine präventive interkulturelle Erziehung aufzuzeigen.
- Soziologische Erklärungsmodelle für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit
- Die Rolle des "Fremdenbildes" als soziale Konstruktion
- Analyse des institutionellen Rassismus in der Schule
- Möglichkeiten des interkulturellen Lernens zur Vorbeugung von Diskriminierung
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Das Phänomen der Stigmatisierung
Dem Phänomen der Stigmatisierung kann in Bezug auf Rassismus eine enorme Relevanz zugeschrieben werden. Steins und Rudolph sprechen in diesem Zusammenhang von einem Grundlegenden Wahrnehmungsmechanismus, aufgrund dessen, fremde Menschen in Gruppen eingeteilt würden. Für den Einteilungsprozess werden die Begriffe Stereotypisierung, Stigmatisierung und Kategorisierung genannt (vgl. Steins und Rudolph 1994: 102). Alle genannten Prozesse geschehen auf einer unbewussten Ebene, was bedeutet, dass sie von den Menschen nicht bewusst vorgenommen werden (vgl. Steins und Rudolph 1994: 103).
Der Stigmatisierungsbegriff wird verwendet, um Ursachen und Folgen sozialer Ausgrenzungen zu erklären. Mit dem Begriff werden soziale Prozesse bezeichnet, die durch die Zuschreibung negativer Etikettierungen gekennzeichnet sind und zum sozialen Ausschluss der stigmatisierten Gruppe führen. Stigmatisierungen knüpfen meistens an Eigenschaften von Menschen an, die nur sehr selten auftreten, und deshalb auffällig sind. Dieses auffällige Merkmal würde charakterisiert und mit anderen negativen Merkmalen assoziiert. Dieser Vorgang wird als „illusorische Korrelation“ bezeichnet (vgl. Steins und Rudolph 1994: 103). Stigmata verringerten Unsicherheiten und geben der entsprechenden Person eine Entscheidungshilfe.
Bezüglich der Fremdenfeindlichkeit, wären Stigmata Merkmale, die mit einem Ausländer in Verbindung gebracht werden und so den eigentlichen Menschen lediglich im Hinblick auf seine Abstammung charakterisieren. Alle anderen Eigenschaften werden nicht beachtet. Durch die Stigmatisierung einer Person wird die Wahrnehmung dieses Menschen voreingestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ziele der Arbeit: Einleitung in die Relevanz des Themas Rassismus und Definition der Fragestellungen sowie des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2. Definition: Klärung der Begriffe Rassismus, Fremden- und Ausländerfeindlichkeit sowie deren historische Entwicklung.
3. Ursachen für Rassismus in der Gesellschaft: Umfassende soziologische Analyse der Entstehungsfaktoren rassistischer Denkweisen und des Bildes vom "Fremden" basierend auf klassischen und modernen Theorien.
4. Rassismus und Schule: Untersuchung der diskriminierenden Strukturen innerhalb des Bildungswesens und Darstellung von Möglichkeiten des interkulturellen Lernens.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Bestätigung der Bedeutung präventiver Arbeit in Schulen zur Vermeidung rassistischer Einstellungen.
Schlüsselwörter
Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Ausländerfeindlichkeit, Stigmatisierung, Stereotypisierung, Institutioneller Rassismus, Interkulturelles Lernen, Sozialisation, Fremdenbild, Zygmunt Bauman, Georg Simmel, Alfred Schütz, Diskriminierung, Soziale Ausgrenzung, Gesellschaftsbild.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die soziologischen Hintergründe und Ursachen von Rassismus in der deutschen Gesellschaft und zeigt deren Auswirkungen auf, insbesondere im Kontext von Schulen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind Definitionen von Rassismus, soziologische Theorien zur Fremdheit, institutioneller Rassismus im Bildungssystem sowie Strategien für interkulturelles Lernen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die vielschichtigen Hintergründe rassistischen Handelns zu durchleuchten und aufzuzeigen, wie durch Bildung und interkulturelle Arbeit präventiv gegen Ausgrenzung gewirkt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit soziologischen Fachbegriffen und bestehenden Theorien (u.a. von Bauman, Simmel, Schütz und Terkessidis), die auf den Kontext Schule übertragen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Ursachen für Rassismus durch sozialwissenschaftliche Theorietypen (z.B. Deprivation, Stigmatisierung) beleuchtet, gefolgt von einer Analyse der Schule als Ort institutioneller Diskriminierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Rassismus, Stigmatisierung, institutionelle Diskriminierung, interkulturelles Lernen und soziale Konstruktion des Fremden beschreiben.
Wie unterscheidet sich die Theorie nach Georg Simmel von der nach Alfred Schütz?
Simmel betrachtet den Fremden als jemanden, der fixiert in einem Umfeld lebt, aber dennoch Distanz wahrt, während Schütz den Fokus auf die notwendige Anpassung des Fremden an die neuen Zivilisationsmuster einer "in-group" legt.
Warum ist das "Herkunftsdialog" bei Terkessidis so bedeutend für das Verständnis von Rassismus?
Der Herkunftsdialog verdeutlicht, dass selbst in Deutschland geborene Migranten durch ständige Herkunftsfragen symbolisch aus der Gesellschaft ausgeschlossen und als "andere" markiert werden, was den Alltagsrassismus unterstreicht.
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- Anonym (Author), 2009, Rassismus in der Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134145