Die Theorie von Niklas Luhmann wird mit dem radikalen Konstruktivismus verglichen. Dabei ist der radikale Konstruktivismus ein Vorgänger der Theorie Niklas Luhmanns.
Inhaltsverzeichnis
1 DAS SUBJEKT IM RADIKALEN KONSTRUKTIVISMUS (SYSTEMTHEORIE)
1.1 Einführung
1.2 Kognition und Entstehung von Information im System
1.3 Beobachtung
1.4 Subjekt/System und Gesellschaft
2 LUHMANNS SYSTEMTHEORIE
2.1 Einführung
2.2 System und Umwelt
2.3 Systemdifferenzierung
2.4 Kommunikation
2.5 Bewußtseinssysteme
2.6 Referenz
2.7 Soziale Systeme
3 KRITISCHE WÜRDIGUNG UND VERGLEICH VON RADIKALEM KOSTRUKTIVISMUS UND LUHMANNS SYSTEMTHEORIE
3.1 Zum Radikalen Konstruktivismus
3.2 Zu Luhmanns Systemtheorie
3.3 Vergleich der Theorien
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Konzepte des Radikalen Konstruktivismus mit der Systemtheorie von Niklas Luhmann zu vergleichen, ihre theoretischen Grundlagen gegenüberzustellen und kritisch zu würdigen.
- Grundlagen des Radikalen Konstruktivismus und das Konzept des autopoietischen Systems.
- Luhmanns systemtheoretischer Ansatz und die Ausdifferenzierung sozialer Systeme.
- Die Rolle der Kommunikation und ihre operative Geschlossenheit bei Luhmann.
- Kritische Analyse des Verhältnisses von Individuum, Gesellschaft und Systemautonomie.
- Vergleich der theoretischen Paradigmen hinsichtlich ihrer Erklärungskraft für gesellschaftliche Prozesse.
Auszug aus dem Buch
1.2 Kognition und Entstehung von Information im System
Die Kognition findet durch das Nervensystem und das Gehirn statt. Im Gehirn kommen nur Nervenimpulse von den Sinnen an, die vom Hirn wiederum interpretiert werden müssen. Diese Impulse unterscheiden sich nicht in der Qualität, sondern nur in der Quantität, d.h. in der Anzahl der Impulse pro Zeit. „Da nun die physikalischen Eigenschaften des Reizes - seine Qualität - von der Nervenaktivität nicht enkodiert werden, stellt sich die fundamentale Frage, wie unser Gehirn denn die überwältigende Vielfalt dieser farbenprächtigen Welt hervorzaubern kann,...“ (v. Foerster, 1993b,S. 31).
Diese Nervenimpulse werden rekursiv geordnet, d.h. das geordnete wird wieder geordnet. Dies ist eine Abfolge unendlicher Rekursionen, die ineinander verschachtelt sind. Das geschieht nur für kurze Zeit bis diese erneut geordnet werden. Dieses Ordnen ist die Transformation und Interpretation von Nervenimpulsen in Information, welches sich, wie im Kreis, immer von neuem wiederholt. Deswegen heißen diese Systeme autopoietisch, da sie sich durch eine geschlossene Zirkularität selbsterhalten. Das einzige Ziel, das diese Systeme somit haben, ist die Selbsterhaltung, d.h. zu überleben.
In diesem Konzept existiert für das Hirn keine äußere Realität bzw. deren geordnete Beschreibungen, es ist einzig und allein auf die Sinnesreize angewiesen und kann verschiedene alternative „Realitäten“ schaffen. Durch die Interpretation der Reize zur willkürlichen Konstruktion einer Wirklichkeit besteht die Möglichkeit, die Konstruktion zu steuern, d.h. eine Person ist autonom, kann selbst entscheiden, folglich ist sie selbstverantwortlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1 DAS SUBJEKT IM RADIKALEN KONSTRUKTIVISMUS (SYSTEMTHEORIE): Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen autopoietischer Systeme, die Rolle der Kognition und die Bedeutung des Beobachters für die Konstruktion von Wirklichkeit.
2 LUHMANNS SYSTEMTHEORIE: Hier wird Luhmanns Übertragung konstruktivistischer Konzepte auf die Gesellschaftstheorie dargelegt, insbesondere die operative Geschlossenheit von Systemen und die Funktion von Kommunikation.
3 KRITISCHE WÜRDIGUNG UND VERGLEICH VON RADIKALEM KOSTRUKTIVISMUS UND LUHMANNS SYSTEMTHEORIE: Das abschließende Kapitel setzt beide Ansätze in Beziehung, analysiert Gemeinsamkeiten wie den „blinden Fleck“ und kritisiert das Fehlen von Machtaspekten sowie die empirische Überprüfbarkeit der Theorien.
Schlüsselwörter
Radikaler Konstruktivismus, Niklas Luhmann, Systemtheorie, Autopoiese, operative Geschlossenheit, Beobachter, Kognition, Kommunikation, Soziale Systeme, Selbstreferenz, Fremdreferenz, Systemdifferenzierung, Autonomie, Rekursivität, Wirklichkeitskonstruktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht die theoretischen Grundlagen des Radikalen Konstruktivismus mit der Systemtheorie von Niklas Luhmann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die autopoietische Systembildung, die Rolle der Kommunikation in sozialen Systemen sowie die Konstruktion von Wirklichkeit durch psychische Systeme.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine kritische Würdigung und Gegenüberstellung beider Theorien, um deren Sichtweisen auf Gesellschaft und Subjektivierung zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse und einen komparativen Vergleich zweier systemtheoretischer Ansätze auf Basis der Primär- und Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert im ersten Teil die biologisch-physiologischen Grundlagen des Konstruktivismus und im zweiten Teil Luhmanns funktional-strukturelle Systemtheorie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Autopoiese, operative Geschlossenheit, Beobachtung 2. Ordnung, Kommunikation und Selbstreferenz.
Wie unterscheidet Luhmann das System vom Subjekt?
Luhmann trennt Bewusstseinssysteme (psychische Systeme) von sozialen Systemen und definiert Letztere ausschließlich über Kommunikation, nicht über Individuen.
Welche Kritik übt der Autor an Luhmanns Theorie?
Der Autor kritisiert die Weltfremdheit der Theorie, das Fehlen einer kritischen Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen und die immunisierende, komplizierte Sprache Luhmanns.
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- Andreas Brand (Author), 1998, Vergleich von Radikalem Konstruktivismus (Systemtheorie) mit der Systemtheorie Niklas Luhmanns, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134182