Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Auseinandersetzung und Beschreibung des Themas "Behinderung" von 1900 bis zur Gegenwart. Sie soll zeigen, was unter „Behinderung“ verstanden wird und wie sich der Umgang mit Menschen mit Behinderungen im Wandel der Zeit verändert hat.
Um das Thema näher verstehen zu können, wird zunächst ein Blick auf die verschiedenen Modelle geworfen, bevor im zweiten Teil auf die Geschichte des juristischen Behinderungsbegriffs und der Behindertenrechtskonvention eingegangen wird. Der dritte Teil beschäftigt sich mit dem Leben von Menschen mit Behinderungen in der Zeit von 1900 bis heute. Neben den gesellschaftlichen Ansichten wird hier der Nationalsozialismus thematisiert, bevor die Arbeit durch ein Fazit zum Schluss kommt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel
1.3 Überblick
2. Modelle von Behinderung
2.1 Medizinisches Modell
2.2 Soziales Modell
2.3 Kulturelles Modell
2.4 ICF-Modell (WHO-Modell)
3. Der Behinderungsbegriff
3.1 Juristische Definitionen
3.2 Etymologie
3.3 UN-Behindertenrechtskonvention
4. Menschen mit Behinderungen seit 1900
4.1 Gesellschaftliche Sichtweise
4.2 Nationalsozialismus
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel im Verständnis und im gesellschaftlichen Umgang mit Menschen mit Behinderungen im Zeitraum von 1900 bis zur Gegenwart, ausgehend von einer historischen Problemanalyse bis hin zum gegenwärtigen Inklusionsansatz.
- Historische und aktuelle Modelle von Behinderung
- Juristische Entwicklung des Behinderungsbegriffs
- Einfluss der UN-Behindertenrechtskonvention auf die Gesetzgebung
- Gesellschaftliche Sichtweisen und der Umgang mit Behinderung im Nationalsozialismus
- Wandel von der Separierung über die Integration zur Inklusion
Auszug aus dem Buch
Gesellschaftliche Sichtweise
Der manifestierte Glaube daran, dass Behinderung eine Strafe Gottes sei, war zu Beginn des 20. Jahrhunderts fast vollständig erloschen.
Dennoch war die Sichtweise auf Menschen mit Behinderungen nach wie vor nicht die, wie sie heutzutage erlebt wird. Zwar gab es mittlerweile seit ca. 50 Jahren Einrichtungen der Behindertenhilfe wie bspw. die „Alsterdorf-Anstalten“, in denen Menschen mit Behinderungen beschult und beschäftigt wurden, jedoch gab es keinen aufrichtigen Rückhalt seitens der Gesellschaft. So äußerte sich ausgerechnet ein damaliger Anstalts- Direktor, dass er für Überlegungen Verständnis habe, dass „der Staat und die Kommunen mit den öffentlichen Geldern haushälterisch umzugehen verpflichtet sind und man nicht unverhältnismäßige Summen zum Besten mehr oder weniger asozialen Elementen aufwenden sollte“.
Demgegenüber begannen bspw. die Einrichtungen der sogenannten Krüppelfürsorge zu dieser Zeit ihre Kernaufgaben um medizinische Therapie und berufsvorbereitende Maßnahmen zu ergänzen. Dies geschah, da infolge neuer technischer und wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie politischer und gesellschaftlicher Auseinandersetzungen, wie vergleichsweise dem Ersten Weltkrieg um die Jahrhundertwende die Ansprüche der Leistungsfähigkeit von Menschen innerhalb der Gesellschaft anstiegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problemstellung, definiert das Ziel der Arbeit und gibt einen Überblick über den thematischen Aufbau.
2. Modelle von Behinderung: Dieses Kapitel stellt verschiedene theoretische Ansätze dar, darunter das medizinische, soziale und kulturelle Modell sowie das ICF-Modell.
3. Der Behinderungsbegriff: Hier werden die juristischen Definitionen, die Etymologie des Begriffs und die Bedeutung der UN-Behindertenrechtskonvention analysiert.
4. Menschen mit Behinderungen seit 1900: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Wandel der gesellschaftlichen Sichtweise inklusive der dunklen Ära des Nationalsozialismus.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert den Weg von der Defizitorientierung hin zum Inklusionskonzept.
Schlüsselwörter
Behinderung, Inklusion, Exklusion, Behindertenrechtskonvention, Normalität, Sozialdarwinismus, Medizinische Modell, Soziales Modell, Kulturelles Modell, Nationalsozialismus, Euthanasie, Zwangssterilisation, Teilhabe, Berufsleben, Diskriminierungsschutz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den historischen Wandel des Begriffs und der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Behinderung von 1900 bis heute.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen wissenschaftliche Behinderungsmodelle, rechtliche Definitionen, die Auswirkungen der UN-Behindertenrechtskonvention sowie die gesellschaftliche Entwicklung vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie sich das Verständnis von Behinderung gewandelt hat und wie der Umgang mit Menschen mit Behinderungen über die Jahrzehnte beeinflusst wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung juristischer Texte und historischer Quellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Modelle von Behinderung erläutert, die juristische Entwicklung des Begriffs nachgezeichnet und die gesellschaftliche Sichtweise im Wandel, inklusive des Nationalsozialismus, untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Inklusion, Behinderungsbegriff, Behindertenrechtskonvention, Normalität, gesellschaftliche Sichtweise und historische Aufarbeitung.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle des Nationalsozialismus?
Der Nationalsozialismus wird als ein massiver Rückschritt dargestellt, der auf rassenhygienischen Ideologien basierte und bei dem Menschen mit Behinderungen als „lebensunwert“ stigmatisiert, zwangssterilisiert und ermordet wurden.
Welche Bedeutung kommt der UN-Behindertenrechtskonvention zu?
Die Konvention markiert einen Paradigmenwechsel, der Menschen mit Behinderungen als Subjekte der Menschenrechtspolitik anerkennt und einen ganzheitlichen Ansatz zur Barrierefreiheit und Inklusion einfordert.
Warum wird das „Frankfurter Behindertenurteil“ als bedeutsam hervorgehoben?
Das Urteil gilt als Beispiel für die damalige Stigmatisierung und löste durch seine ablehnende Haltung gegenüber Menschen mit Behinderung gesellschaftliche Empörung aus, die zu einem Umdenken führte.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2023, Abwertung und Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen im Wandel des letzten Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1341910