In dieser Arbeit zum systemischen Coaching/Beratung wird der Frage nachgegangen, ob es so etwas wie ein erfolgreiches Scheitern gibt. Der Autor bespricht verschiedene Theorien und Vorträge, die er zu diesem Thema gesammelt hat bzw. die ihn inspiriert haben.
Zuerst werden verschiedene gesammelte Quellen zu der Thematik des Scheiterns vorgestellt, danach geht der Autor näher auf die Theorie Felix Maria Arnets ein, der die These vertritt, dass man nur durch Scheitern und erneutes Probieren immer weiter lernt und irgendwann zum Ziel kommt. Im nächsten Schritt wird zunächst ein Vortrag von Stefan Lapenat besprochen und dann das Donald Duck Prinzip vorgestellt. Im gleichen Schritt wird auch Irmtraud Tarrs Prinzip der Eigenverantwortung und der Aktivität, anstatt des passiven Erleidens erklärt.
In den letzten zwei Teilen geht der Autor einmal auf das Boiling-Frog- Syndrom ein, bei welchem es darum geht, den richtigen Zeitpunkt zu wählen, und auf das Konzept des inneren Teams, wobei er Friedemann Schulz von Thuns Aussagen dazu diskutiert. Abgeschlossen wir die Arbeit von einer Reflexion über die Verwendung der genannten Theorien und Methoden in der beraterischen Praxis.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung, Motivation
2. Hauptteil
2.1 Die Sicht von Felix Maria Arnet
2.2 Youtube-Vortrag von Stefan Lapenat
2.3 Das Donald Duck Prinzip
2.4 Das Boiling Frog Prinzip
2.5 Das >>Innere Team<< und das Innere Team in Aktion
2.6 Reflexion des beraterischen Prozesses im Hinblick auf die Verbindung der Theorie mit mindestens einer Methode
3. Schlussteil: meine Erkenntnisse, Zukunftsvision und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht das Phänomen des Scheiterns und dessen Neubewertung im Kontext der systemischen Beratung, mit dem Ziel, einen konstruktiven und resilienten Umgang mit Misserfolgen zu etablieren, um Burnout vorzubeugen und persönlichen Wachstum zu fördern.
- Psychologische und kulturelle Einordnung von Scheitern und Erfolg
- Anwendung der "Fail-Forward"-Strategie zur Resilienzstärkung
- Integration systemischer Konzepte zur Fehlerakzeptanz und Selbststeuerung
- Arbeit mit dem "Inneren Team" zur Identitätswahrung und Handlungsfähigkeit
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Sicht von Felix Maria Arnet
Im Interview mit Frau Mara Selvini Palazzoli wird deutlich, dass die vorherrschenden psychoanalytischen Denk-/ Handlungsmodelle das medizinische Modell zugrunde legen, wo fast alle menschlichen Probleme als Probleme von Individuen gesehen werden. Individuen werden also losgelöst von ihrem natürlichen und ökosystemischen Kontext und damit künstlich isoliert und hinsichtlich psychiatrischer Gesundheits- und Krankheitslehre kategorisiert (vgl. Ritscher u.a. 2017: 25).
Ausgehend von meinen Vorüberlegungen im Einleitungsteil und von dieser von Palazzoli getätigten Bemerkung über die kritische Sichtweise zur klassischen Psychoanalyse fügt sich die Sichtweise von Felix Maria Arnet sehr gut in die systemische Sichtweise und somit in meine vorliegende Arbeit ein.
Für Arnet gehört Scheitern zum Leben. „Alles, was wir uns aneignen, erarbeiten wir uns durch bewusstes Scheitern“ (Arnet 2017: 10).
Demzufolge habe ein Kleinkind nur deshalb laufen gelernt, weil es nie aufgegeben habe, es zu versuchen, obwohl es immer wieder hingefallen sei. Ein Kleinkind käme nie auf die Idee, dass es scheitere und deshalb würde es nie frustriert aufhören es zu versuchen oder gar in eine Depression verfallen.
Wir probieren etwas aus. In der Regel klappt es nicht gleich beim ersten Mal. Also versuchen wir es erneut. Klappt wieder nicht. Mist! Egal. Ich will es schaffen! Also auf, noch einmal! Dieses Mal ein bisschen anders. Ha, geht doch schon besser! Aber noch nicht ganz. Kurze Pause. Ich weiß, ich kann es schaffen. Und los! (ebenda: 10).
Da wäre es doch schön, dass wir uns die kindliche Robustheit und Resilienz (als eine Verhaltensstrategie) erhalten würden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung, Motivation: Der Autor erläutert seine persönliche Faszination für das Thema Scheitern, motiviert durch ein Fachseminar und das Ziel, einen konstruktiven Umgang mit Niederlagen zu erlernen.
2. Hauptteil: Dieser Abschnitt analysiert theoretische Perspektiven auf das Scheitern (Arnet, Tarr, Lapenat), führt die Fail-Forward-Strategie ein und verknüpft diese mit dem systemischen Konzept des Inneren Teams sowie dem Boiling-Frog-Syndrom, um praktische Berateransätze abzuleiten.
3. Schlussteil: meine Erkenntnisse, Zukunftsvision und Fazit: Der Autor resümiert, dass Scheitern als Teil eines Lernprozesses begriffen werden sollte und plädiert für einen gelasseneren Lebensstil, der kulturell bewusster mit Krisen umgeht.
Schlüsselwörter
Scheitern, Misserfolg, systemische Beratung, Failing-forward, Resilienz, Inneres Team, Fehlerkultur, Burnout-Prophylaxe, Coping-Strategien, Fehlerakzeptanz, Persönlichkeitsentwicklung, Boiling-Frog-Syndrom, Selbstreflexion, Lernprozess, Motivation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den bewussten und konstruktiven Umgang mit Scheitern und Misserfolgen innerhalb der systemischen Beratung, um Stress abzubauen und Burnout vorzubeugen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die systemische Haltung, psychologische Resilienzkonzepte, das Modell des Inneren Teams nach Schulz von Thun sowie moderne Strategien wie "Fail-Forward".
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie Scheitern als Lernchance genutzt werden kann, um statt bloßem Misserfolg ein Gelingen durch aktive, bewusste Lebensgestaltung zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis systemischer Beratungsmodelle, ergänzt durch die Literaturrecherche und Reflexion aktueller Fachliteratur und Vorträge.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Ansätze von Arnet, Tarr und Lapenat diskutiert, das Boiling-Frog-Syndrom als Warnsignal besprochen und die praktische Anwendung von systemischen Methoden zur Krisenbewältigung erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Scheitern, systemische Beratung, Resilienz, Failing-forward und Fehlerkultur sind die prägenden Begriffe der Arbeit.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Scheitern und Misserfolg?
Der Autor weist darauf hin, dass eine klare Trennung schwerfällt, sieht im Scheitern jedoch eine tiefere existenzielle Erfahrung, die bei richtiger Verarbeitung zu persönlichem Wachstum führen kann, während Misserfolg oft eine spezifische Zielverfehlung beschreibt.
Was versteht der Autor unter dem "Inneren Team" in Bezug auf Scheitern?
Die Arbeit mit dem Inneren Team dient dazu, verschiedene Anteile der eigenen Persönlichkeit in Kommunikation zu bringen, um nach einer Krise einheitlich und authentisch wieder handlungsfähig zu werden.
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- Giovanni Di Fabio (Author), 2022, Systemische Beratung und Coaching. Theorien und Methoden über Scheitern und Erfolg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1342237