Praktikumsbericht SPS 1 Hessen

Gymnasium


Praktikumsbericht / -arbeit, 2009
31 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 ERWARTUNGEN , HOFFNUNGEN UND WÜNSCHE

2 PRFOIL DER SCHULE

3 DIE PRAKTIKUMSZEIT - BEOBACHTUNGEN UND REFLEXIONEN
3.1 Die ersten Tage
3.2 Die erste Woche mit der Klasse 10
3.3 Die Schulstrukturen
3.4 Nebenbeschäftigungen und Unterrichtsstörungen
3.5 Das Fach Französisch
3.6 Die unterschiedlichen Lehrertypen

4 UNTERRICHTSPROTRAIT
4.1 Der äußere Rahmen
4.2 Verlaufsprotokoll
4.3 Auswertung

5 EIGENER UNTERRICHTSVERSUCH
5.1 Klassenportrait
5.2 Vorbereitung des eigenen Unterrichts
5.3 Durchführung des eigenen Unterrichts
5.4 Abschließende Reflexion
5.5 Eigene Gefühle

6 AUßERUNTERRICHTLICHES FREMDSPRACHENLERNEN

7 BEOBACHTUNGSAUFGABE
7.1 Zugrundeliegende Idee
7.2 Beobachtungen in der Praxis

8 BILANZ DES PRAKTIKUMS

9 DANKSAGUNG

10 ANHANG

11 LITERATURANGABEN

1 Erwartungen, Hoffnungen und Wünsche

Ich werde nächste Woche mein fünfwöchiges Praktikum beginnen, mein eigene Schulzeit liegt nun drei Jahre zurück und ich bin mir meines Berufswunsches recht sicher. Jedoch bestehen viele interessante Gesichtspunkte, die ich bisher außer Acht gelassen habe und ich möchte in den nächsten fünf Wochen versuchen, diese anzugehen, denn ich habe erneut die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln, die mir später helfen sollen, meine Lehrerrolle zu finden und zu festigen, was ich durch Hospitationen und das Halten eigenen Unterrichts erreichen möchte. Im Vorfeld habe ich mir einen, bzw. mehrere neue Gesichtspunkte vorgenommen, auf die ich im Folgenden näher eingehen werde, die ich während des Praktikums angehen möchte.

Durch den eigenen Unterricht im letzten Praktikum, den ich anfangs mit Aufregung anging, habe ich aufgrund des wiederholten eigenen Unterrichts mittlerweile eine kleine Routine entwickelt, wodurch es mir bei diesem Praktikum möglich sein wird, auf andere wichtige Aspekte während meines eigenen Unterrichtes zu achten und mich weiter zu entwickeln.

Die inhaltliche Gestaltung des Unterricht fällt der Lehrperson meist leicht, denn die fachliche Bildung wird während des Studiums aus-reichend erlernt. Das eigentliche Problem ist eher die Schaffung eines guten Lernklimas in jeder neuen Stunde. Aufgrund dieser Tatsache möchte ich in meinem Praktikum beobachten, wie die Lehrperson ein Lernklima schafft und über die Unterrichtszeit aufrecht erhält, mit welchen Lösungen sie bei Störungen agiert und wie ich selbst eine solche Situation bewältigen werde.

Fortschritte möchte ich besonders im Fach Französisch machen. Die Universität bietet mir aus meiner Sicht eine nicht ausreichend praxisbezogene Ausbildung und auch der didaktische Bezug erscheint mir im Grundstudium ungenügend. Bei diesem Praktikum möchte ich die Chance nutzen und meinen Schwerpunkt auf das Fach Französisch legen, denn im letzten Praktikum habe ich weitgefächert hospitiert und unterrichtet und möchte mir in dieser Hospitationsphase genauer gewählte Ziele setzen: Beobachten, wie Grammatik gelehrt wird, inwieweit die Unterrichtssprache französisch sein wird und mit welchen Methoden die Fremdsprache vermittelt wird. Ich möchte eine deutliche Verbesserung meiner Fachkompetenz erreichen, sodass ich mich nach dem Praktikum ein Stück weit besser fachlich und didaktisch vorbereitet fühle für den späteren Unterricht.

Im Fach Geographie erscheint mir die Herstellung eines Praxisbezuges, sowohl fachlich als auch didaktisch, deutlich einfacher und ich fühle mich von durch diesen Fachbereich der Universität gut vorbereitet. Durch eigene gelungene Erfahrungen in der Praxis konnte ich dies bereits überprüfen.

Spannend wird es sein zu sehen, wie sich eine mir unbekannte Schule in Struktur und Organisation darstellen wird. Es ist sicherlich interessant zu beobachten, ob gewisse Strukturen wie Unterrichtszeit, Lehrerzimmeraktivitäten, Organisation des Kollegiums, der Schüler[1] und des Personals an unterschiedlichen Schulen abweichend voneinander agieren und reagieren oder ob es Dinge geben wird, bei denen sich Parallelen erkennen lassen.

Auch in diesem Jahr hoffe ich auf eine Kontaktlehrerin, die mich bei auftretenden Fragen und eventuellen organisatorischen Dingen betreuen und beraten wird, die sich kümmert und mir mit Rat und Tat zur Seite steht. Ich erhoffe von den Lehrern nett und kooperativ empfangen zu werden, ihnen nicht zur Last zu fallen und dass ich auch in diesem Jahr die Möglichkeit bekommen werde, öfters selbstständig zu unterrichten. Durch völlig neue Lehrertypen werde ich diese zunächst kennenlernen können und anhand der Beobachtungen für meine Lehrerrolle herausfiltern, welche der mir präsentierten Eigenschaften für mich in Frage kommen, die zu übernehmen. Außerdem würden mir viele unterschiedliche Unterrichtsgestaltungen präsentiertert werden, welche ich nach persönlicher Selektion zur Erweiterung meines eigenen Unterrichtsmethodenrepertoires nutzen kann. Mit diesen Vorhaben und Vorgaben freue ich mich auf dieses Praktikum. Ich werde eine neue Schule, neue Lehrer und neue Kommilitonen kennenlernen und habe erneut die Chance, mich selbst fortzubilden und die bisher erlernte Theorie in die Tat umzusetzen.

2 Profil der Schule

Die Schule kurz zusammenfassend zu beschreiben gestaltet sich leicht. Die Schule wurde im Jahr 1879 als Realgymnasium für Mädchen gegründet und ist seit dem Jahr 1969 ein Gymnasium in koedukativer Form. Sie befindet sich im Stadtteil, ist eines der drei staatlichen Gymnasien XXX und im Schuljahr 2008/2009 hat die nach XXX benannte Schule 1294 Schüler und 132 Lehrer (inkl. Referendare), der Schulleiter ist XXX. Doch die Schule hat eine Geschichte und ein Konzept, welche sie von einer anderen Schule unterscheidet.

Die Zeit während und nach dem zweiten Weltkrieg bewegt, denn die Literatur der Schule über diese Zeit spiegelt die Situation deutlich wieder. Der Unterricht konnte bis zum 18. März 1945 aufrecht erhalten werden, aufgrund von Bombenangriffen wurde er niedergelegt und nach Genehmigung durch die Militärregierung am 15. Januar 1946 wieder aufgenommen. Die damals reine Mädchenschule besuchten seit dem Gründungsjahr insgesamt 180 jüdische Schülerinnen, welche teilweise auch von jüdischen Lehrerinnen unterrichtet wurden. Die meisten von ihnen verließen die Schule bereits vor dem Beginn des Nationalsozialismus, diejenigen, die zu dieser Zeit noch die Schule besuchten, mussten diese zwischen 1936 und 1938 zwangsweise verlassen. Für die ehemaligen Schülerinnen und Lehrerinnen, die den Nationalsozialismus nicht überlebten, wurde am 12. November 1993 am Zugang zum Hauptgebäude der Schule ein Denkmal in Form eines Davidsterns, bestehend aus 66 Dreiecken, eingeweiht.[2]

Doch die Schule befindet sich in der Gegenwart und genau hier überzeugt sie mit der heutigen Zeit angepassten Konzepten. Das pädagogische und fachliche Konzept der Schule beruht auf vier Säulen; Fordern, Fördern, Erziehen und Beraten. Wer erfolgreich sein will, muss sich anstrengen, somit verwirklichen Schulleitung und Lehrer anspruchsvollen Unterricht und fordern die Schüler zu Leistungen heraus. Misserfolg gehört zum Schulalltag, die Schüler sollen darunter jedoch nicht leiden und somit bieten Schulleitung und Lehrer Unterstützung an und fördern dort, wo es notwendig ist. Erziehen möchte die Schule ihre Schüler zu Jugendlichen, die sich in einer Gemeinschaft sozial verantwortlich bewegen und sich an Regeln und Abmachungen halten können. Entstehen Probleme wie beispielsweise häufig auftretender Misserfolg, so ist die Schule bemüht durch Kooperation zwischen ihr und den Eltern beratend und unterstützend zu agieren.

Das Angebot der Schule ist weit gefächert und vielfältig. Ganztagsschule, Laptopklasse, multimediales Lernzentrum oder bilingualer Unterricht sind die auf den ersten Blick ins Auge fallenden Eckpfeiler der Schule. Erwähnenswert finde ich, dass sich die Schule am Comenius-Programm der Europäischen Union beteiligt.

Namensgeber des Projektes war der tschechische Pädagoge Johann Amos Comenius. Das Programm der Europäischen Union hat zum Ziel, die Zusammenarbeit von Schulen aller Schulformen und –stufen innerhalb der Europäischen Union zu fördern. Zudem soll ein reger Austausch zur Förderung der Mobilität von Schülern und Lehrern entstehen. Das Comenius-Pogramm ist Teil des Sokrates-Programms, das neben Schulpartnerschaften auch Schul- und Erwachsenenbildung fördert. Am Comenius-Programm nehmen Schulen teil, die den Europagedanken fördern wollen und mehr auf eine einheitliche europäische Union zielen. Leitspruch des Programms ist das lebenslange Lernen. Das Comenius-Programm fördert das Sprachenlernen und die sprachliche Vielfalt in Europa und trägt durch Beispiele gelungener Projekte im Bildungswesen dazu bei, die Qualität der allgemeinen und beruflichen Bildung zu sichern.[3] In den vergangenen Jahren fanden in diesem Rahmen an der Schule Schüleraustausche mit Schülern aus Finnland und Italien statt.

3 Die Praktikumszeit – Beobachtungen und Reflexionen

Im Folgenden werde ich zunächst über die ersten Praktukimstage berichten und im nächsten Punkt genauer auf die gewonnenen Eindrücke während der gesamten fünf Praktikumswochen eingehen.

3.1 Die ersten Tage

Der erste Praktikumstag begann zur vereinbarten Zeit (08.45h) vor dem Lehrerzimmer der Schule. Ich traf in freudiger Erwartung zum ersten Mal meine fünf MitpraktikantInnen, gemeinsam trafen wir unsere Betreuungslehrerin und wurden in alle wichtigen Einzelheiten für die nächsten fünf Wochen eingeführt. Der Schulrundgang verlief zügig, wir hatten schnell den nötigen Überblick und zudem einen Plan der Gebäude an die Hand bekommen. Die wichtigsten Anlaufstellen, wie Sekretariat und Lehrerzimmer, die Stundenpläne der einzelnen Lehrer und Klassen, der Vertretungsplan und sonstige wichtige Formalien wurden uns ausführlich vorgestellt und erläutert. Es war eine sehr angenehme und spaßige Atmosphäre, es entstand direkt eine sehr freundliche und respektvolle Umgangsweise, wodurch anzunehmen war, dass uns fünf angenehme, fröhliche und lehrreiche Wochen bevorstünden. Wir wurden partnerweise einer Klasse zugeteilt, die wir die ganze erste Woche begleiten würden. Darauf war ich sehr gespannt, denn so konnte ich eine Klasse über längere Zeit beobachten, wie sie sich in den unterschiedlichen Fächern bei unterschiedlichen Lehrer differenziert verhalten würde und ich war froh darüber, in ständiger Begleitung die erste Woche zu verbringen und eine Bezugsperson zur Seite zu haben, mit der die gemachten Beobachtungen und Eindrücke direkt besprochen werden konnten.

In der ersten großen Pause hatten wir direkt die Gelegenheit, viele Lehrer kennenzulernen, bekamen einige vorgestellt, die unsere Fächer unterrichten und konnten selbstständig Lehrer ansprechen, von denen wir durch unsere Betreuungslehrerin wussten, dass sie zu unserer Fächerkombination passten. Durchaus positiv und offen wurden wir empfangen, ich persönlich traf auf keine Lehrer, denen es unrecht war, begleitet zu werden, ganz im Gegenteil, ich bekam durchweg die Erlaubnis, unangemeldet einfach vorbeizuschauen. Gerade dies freute mich besonders, denn somit war klar, dass ich „realen“ Unterricht sehen würde, der nicht nur aufgrund der angekündigten Hospitation besonders vorbereitet sein würde.

Von der dritten bis zur fünften Stunde hatten wir unsere ersten Hospitationen. Wir waren einer Klasse 10 zugeteilt und begleiteten diese am ersten Tag in den Fächern Musik, Geschichte und Mathe. Der Klassenlehrer begleitete uns zum Klassenraum, wir stellten uns kurz vor und wurden freundlich und interessiert begrüßt. Die Woche hatten wir jeweils vier Unterrichtsstunden pro Tag, die wir uns frei wählen konnten.

3.2 Die erste Woche mit der Klasse 10

Es war interessant die Klasse zu beobachten. Es wurde schnell deutlich, dass zum einen ein sehr harmonisches und starkes Klassengefüge besteht, zum anderen aber auch, dass das Leistungsniveau eher im unteren Bereich angesiedelt ist. Die Schüler respektieren sich und es besteht keine wahrnehmbare Apathie. Einzelne Schüler sind auffälliger als andere, haben eine sehr laute, überschwängliche Art. Eine Schülerin ist besonders auffällig durch ihre theatralische Art und Weise, wodurch sie sich deutlich in den Mittelpunkt zu stellen versucht. Ich fühlte mich während der Hospitationen in dieser Klasse wohl, denn die Klasse stellte einige interessierte Fragen zu unserem Studium. Im Gegensatz dazu ignorierten sie uns nach dem ersten Interessen größtenteils. Dies war besonders während des Unterrichts zu spüren, denn es wurden Briefchen geschrieben und vor unseren Augen weitergegeben, eine SchülerInn hat in einer Klassenarbeit, obwohl ich neben ihr saß, ungeniert gespickt und es wurde während des Unterrichts wie alltäglich miteinander geredet. Dies war für mein Empfinden sehr angenehm, denn so war deutlich, dass sich die Klasse absolut authentisch verhielt und sich nicht aufgrund unserer Anwesenheit verstellte. Vom Aspekt Lehrerrolle betrachtet, ist dieses Verhalten jedoch ein Zeichen dafür gewesen, dass wir nicht als Lehrer oder Autoritätspersonen, sondern noch als Schüler angesehen wurden. Somit ist es schwer zu sagen, was unter dem Beobachtungsaspekt besser ist, noch als SchülerInn gesehen zu werden, obwohl man sieben Jahre älter ist oder als Lehrperson, die man werden möchte. Somit erlebt man aber eine im Verhalten veränderte Klasse, die sich durch zwei weitere Lehrperson zusätzlich beobachtet fühlt.

Während der fünf Wochen Praktikum wurde diese Beobachtung zwar widerlegt, diese Klasse 10 jedoch war sehr umgänglich und relativ Leistungskonsistent in all den von uns beobachteten Fächern und bei allen Lehrern. In jedem Fach gab es die üblichen besseren und schwächeren Schüler, die in den jeweiligen Fächern variierten, allerdings kein Fach, in dem alle gleichermaßen gut oder schlecht waren. Jeder LehrerInn kam auf seine Weise gut mit der Klasse zurecht. Der eine eher auf die „Kumpeltour“, der andere durch besondere Autorität oder durch eine höfliche und nette Art. Es gelang aber allen Lehrern in dieser sehr unruhigen Klasse für ein gutes Lernklima zu sorgen und die Klasse zu disziplinieren.

Diese Klasse war ein gutes Beispiel, besonders um die verschiedenen Lehrertypen zu beobachten. Wir hatten viele unterschiedliche Persönlichkeiten erlebt und jeder LehrerInn hatte seine individuellen Methoden, um sich in der Klasse durchzusetzen und Respekt zu erlangen. Ich konnte somit für mich auswerten und beurteilen, wie ich persönlich einige Methoden bewerte und entscheiden, welche ich davon selbst übernehmen möchte. Das Ziel eines jeden Lehrers sollte es sein, respektvoll und auf eine individuell festgelegte menschliche Art zu unterrichten. Die erreicht jeder nur auf dem eigenen, individuellen Weg und ich selbst habe bislang ansatzweise diesen Weg für mich gefunden und ich versuche in den fünf Wochen Praktikum weiter daran zu arbeiten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Stundenplan der ersten Woche

3.3 Die Schulstrukturen

Am Anfang des Praktikums stand das Kennenlernen einer neuen Schule. Aus zwei vorangegangenen Praktikas und meiner eigener Schulzeit waren mir bislang drei unterschiedliche Schulen in Organisation und Struktur bekannt. Interessant war, dass auch die Schule viele Parallelen zu mir bekannten Schulen in ihrer Struktur und Organisation aufwies. In einem Hauptgebäude befand sich die Verwaltung, wie Sekretariat, Direktorat und Lehrerzimmer der Schule. Durch den zentralen Punkt aller notwendiger organisatorischer Dinge, wie Stundenpläne, Vertretungs-pläne, ein schwarzes Brett für Ankündigungen sowie die Postfächer der Lehrer auf einer Seite des Raumes sind die Abläufe im Lehrerzimmer klar strukturiert.

3.4 Nebenbeschäftigungen und Unterrichtsstörungen

Am Ende der zweiten Woche stand mein Unterrichtsversuch an, um mich darauf eingehend vorzubereiten legte ich den Schwerpunkt meiner Beobachtungen in dieser Woche auf Unterrichtsstörungen und Nebenbeschäftigungen der Schüler. Ich beobachtete, wie der Lehrer damit umging um daraus zu lernen. Die beiden Schwerpunkte sind eng miteinander verbunden, denn oftmals entstehen aus einfachen Nebenbeschäftigungen deutliche Unterrichtsstörungen.

Beobachtet habe ich Nebenbeschäftigungen, wie z.B. Briefe schreiben und weiterleiten, Papierkügelchen werfen, mit Handys spielen, Mp3-Player hören, „Stadt-Land-Fluss“ spielen, sich gegenseitig anmalen usw., so kann man einige Unterrichtsstörungen feststellen. Die Lehrer bemerkten dies meist nicht, denn die Schüler warteten die richtigen Momente ab und achteten genauestens darauf, wann sie etwas „anstellten“. Sobald die Lehrperson sich zur Tafel umdrehte, sich nur mit einigen Schülern beschäftigte und dem Rest der Klasse den Rücken zukehrte, fing der Rest der Klasse an, Unsinn zu machen. Diese Nebenbeschäftigungen führten sehr oft zu Unterrichtsstörungen, denn die Lehrperson musste den Unterrichtsfluss unterbrechen und die störenden Schüler ermahnen. Oft reichte ein ermahnender Blick, meistens jedoch nannte der Lehrer den Namen des Störenden und erreichte somit das Aufhören.

Eine oft eingesetzte Methode, die auch gut funktionierte, war das Auseinandersetzen zweier störender Schüler. Somit waren sie räumlich getrennt und hatten keine Gelegenheit mehr zu stören. Allerdings waren die Möglichkeiten des Versetzens im Raum sehr begrenzt, da das Angebot an freien Plätzen sehr begrenzt war. Weitere Ma1nahmen gegenüber Unterrichtsstörungen einzelner Schüler waren „Strafarbeiten“ oder auch Nachsitzen, wobei die Schüler in ihren Freistunden den entsprechenden Lehrer in dessen Unterricht begleiten mussten, um dort Texte abzuschreiben oder Aufgaben zu bearbeiten.

Neben diesen Einzelstrafen waren auch Ma1nahmen in Form von Kollektivstrafen zu beobachten. Eine Methode eines Lehrers war, wenn die Klasse zu laut war, der gesamten Klasse mehr Hausaufgaben aufzugeben. Um dies „anzudrohen“, schrieb er das Wort „Hausaufgaben“ an die Tafel und es wurde sofort leise. Erhöhte sich der Lautstärkenpegel wieder, so kam ein Strich an der Tafel hinzu und es wurde schlagartig still. Die Ma1nahme wirkte wahre Wunder und ich habe selten beobachtet, dass der Lehrer überhaupt einen Strich hinter das Wort „Hausaufgaben“ machen musste. Ich frage mich aber, ob Kollektivstrafen eine optimale Lösung sind, denn es sind nie wirklich alle Schüler die stören oder laut sind. So werden immer die Stilleren und braven Schüler mit bestraft. Einerseits müssen die Schüler natürlich lernen, dass es später im au1erschulischen Leben auch so ablaufen könnte, andererseits ist es eigentlich unfair.

[...]


[1]Auf die Doppelung von Bezeichnungen, z. B. auf die maskuline und feminine Benennung von Personen (z. B. Schülerin/Schüler, Lehrerin/Lehrer) wird im Folgenden verzichtet, soweit eine Unterscheidung nicht inhaltlich bedeutsam ist. Die maskuline Form wird dann immer generisch verwandt.

[2] Siehe Abbildung 1, S. 32

[3] http://www.kmk-pad.org/comenius/ueber-das-programm/

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Praktikumsbericht SPS 1 Hessen
Untertitel
Gymnasium
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
31
Katalognummer
V134240
ISBN (eBook)
9783640455645
Dateigröße
491 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pädagogik, Praktikum, Schulüraktische Studien, Gymnasium
Arbeit zitieren
Laura Schmalenbach (Autor), 2009, Praktikumsbericht SPS 1 Hessen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134240

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