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Das Theodizeeproblem in "Die Pest" von Albert Camus

Title: Das Theodizeeproblem in "Die Pest" von Albert Camus

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 22 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Sarah Marcus (Author)

Theology - Miscellaneous
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Das Leid scheint seit ewig ein fester Bestandteil der menschlichen Existenz zu sein: Krankheit, Naturkatastrophen, Hunger, Krieg, physische und psychische Folter sind typische Formen von Leid, die zahlreiche Menschen heimsuchen.
In der Erzählung „Die Pest“ von Albert Camus handelt es sich um das malum physicum, das sich als Krankheit der Pest äußert; dieses Leid ist aber auch automatisch mit dem malum metaphysicum verbunden, weil der Pestarzt Dr.Rieux, der gleichzeitig Protagonist der Handlung ist, an die Grenzen seiner Heilkunst stößt und unter seiner Machtlosigkeit und der Verantwortung, die ihm als Arzt auferlegt wird, leidet.
Im Folgenden wird zuerst genauer erklärt, worin das Leid in diesem Roman überhaupt besteht. Das Leid, das sich in der Krankheit äußert, bringt logischerweise negative Folgen mit sich, die wiederum ebenfalls als Leid bezeichnet werden können. Durch die genauere Erläuterung des im Drama vorkommenden Leides soll der Leser gleichzeitig automatisch einen Eindruck über den Inhalt dieses Werkes und über die Stimmung, die in der Handlung herrscht, gewinnen. Auf Basis der Kenntnis über das dort herrschende Leid kann der unterschiedliche Umgang der beiden Protagonisten (Dr. Rieux und Pater Paneloux) mit diesem analysiert werden, wobei besonders auf deren Argumentation eingegangen wird. In der Handlung hält Pater Paneloux zwei Predigten, die sich aufgrund besonderer Ereignisse und Gegebenheiten (die im Laufe der Arbeit erläutert werden) stark voneinander unterscheiden.
Dass sich diese beiden Predigten stark voneinander unterscheiden, sieht man daran, dass sich die Argumentationsweise des Jesuitenpaters innerhalb der beiden Predigten ändert.
Ein anderer wichtiger Gesichtspunkt der Arbeit wird die Analyse des Protestes von Rieux sein, der gegen die durch das Leid geprägte Welt rebelliert. In der Person des Dr. Rieux spiegelt sich wiederum der Prototyp des Absurden wider, es wird kurz angeschnitten, inwiefern es der Fall ist. Außerdem wird auch die Frage behandelt, inwiefern die Pest dem Menschen andererseits auch die Gelegenheit zum sittlich guten Handeln bringt.
Ausgehend von der Untersuchung der Argumentationen der handelnden Personen wird versucht, eine bestimmte Gottesvorstellung von Camus herauszuarbeiten und diese zu erläutern.
Ferner werden in dieser Arbeit an geeigneten Stellen Parallelen zu anderen Denkansätzen und literarischen Werken bezüglich der Theodizee aufgezeigt, die im Seminar behandelt wurden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das Theodizeeproblem in „Die Pest“

1.1 Das in der Handlung dargestellte Leid

1.2 Der Theodizeeversuch des Jesuitenpaters Paneloux

1.2.1 Die erste Predigt

1.2.2 Die zweite Predigt des Paters

1.3 Der Protest des Pestarztes Rieux

2. Die Haltung des Dr. Rieux und die des Jesuitenpaters Paneloux bezüglich des Leides ein Vergleich

3. Die Pest als Gelegenheit zum Ausüben des sittlich Guten?

4. Das aus „die Pest“ resultierende Gottesbild von Camus

4.1 Zu Camus´ Vorstellung eines schweigenden Gottes

5. Schlussteil

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Theodizeeproblem im Roman „Die Pest“ von Albert Camus, indem sie das Spannungsfeld zwischen Leid, menschlichem Handeln und Gottesbildern analysiert. Ziel ist es, die gegensätzlichen Positionen von Dr. Rieux und Pater Paneloux herauszuarbeiten und die daraus resultierende Gottesvorstellung Camus' zu erörtern.

  • Analyse der Theodizeefrage im Kontext der erzählten Handlung.
  • Gegenüberstellung der Argumentationsweisen von Dr. Rieux und Pater Paneloux.
  • Untersuchung der Pest als Auslöser für moralisches Handeln und gesellschaftliche Veränderungen.
  • Ableitung der Gottesvorstellung von Albert Camus aus der Perspektive seiner Protagonisten.
  • Diskussion über das Absurde und die metaphysische Revolte gegen das Leid.

Auszug aus dem Buch

1.1 Das in der Handlung dargestellte Leid

Das Leid scheint am Anfang schleichend zu kommen: Alles fängt damit an, dass Dr. Rieux, ein Arzt in der unscheinbaren Stadt Oran an der Küste Algeriens, vor seiner Praxis über eine tote Ratte stolpert. Später werden auch von den anderen Einwohnern immer mehr tote Ratten gefunden, die zuvor qualvoll gestorben waren. Als das qualvolle Sterben der Ratten endlich vorüber zu sein scheint, leiden plötzlich die Menschen unter einer mysteriösen Krankheit, dessen Symptome Fieber und Schwellungen an der Haut sind. Dieses malum physicum, das zuerst im Tier, dann im Menschen gegenwärtig ist, bricht ohne Vorwarnung aus, ohne, dass hätte behauptet werden können, dass es infolge eines bestimmten Ereignisses oder eines bestimmten menschlichen Verhaltens geschehen wäre. Der plötzliche Ausbruch dieser Krankheit steht im Kontrast zum eintönigen Leben der Einwohner von Oran, die zuvor in ihrem eintönigen Alltag lebten und vergeblich auf irgendein Geschehen warteten.

Das Leid ist selbstverständlich auch durch die beklemmende Atmosphäre der Angst und der Trauer gekennzeichnet, da die Pest natürlicherweise auch den Verlust nahestehender Personen bedeutet und gleichzeitig auch Ungewissheit und Angst bei den Menschen auslöst, da sich diese täglich die Frage stellen müssen, ob sie oder ihre Familienmitglieder und Freunde der schrecklichen Krankheit entkommen werden. In dieser Atmosphäre werden Worte wie Vergangenheit und Zukunft zu „sinnentleerten, sprachlichen Hülsen“, denn die leidvolle Gegenwart scheint ewig. Das Dasein der Menschen gleicht einem Inferno qualvoller, physische Schmerzen, die als Vorboten des Todes erscheinen, wodurch die Stadt Oran zu einer „Nekropolis“ wird. Der Höhepunkt des Leides im Roman wird durch den qualvollen Tod eines achtjährigen Kindes geschildert.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Theodizee-Begriffs ein und verknüpft die wissenschaftliche Fragestellung mit dem Roman „Die Pest“ von Albert Camus.

1. Das Theodizeeproblem in „Die Pest“: Dieses Kapitel analysiert das Leid innerhalb der Handlung sowie die theologischen und philosophischen Rechtfertigungsversuche durch Pater Paneloux und den Protest von Dr. Rieux.

2. Die Haltung des Dr. Rieux und die des Jesuitenpaters Paneloux bezüglich des Leides ein Vergleich: Hier werden die gegensätzlichen Ansätze – die Suche nach dem Sinn des Leides in Gott versus die tätige Nächstenliebe ohne religiöse Begründung – einander gegenübergestellt.

3. Die Pest als Gelegenheit zum Ausüben des sittlich Guten?: Dieses Kapitel untersucht, inwiefern die Krisensituation der Pest das moralische Bewusstsein der Bewohner schärft und welche Ambivalenzen sich dabei ergeben.

4. Das aus „die Pest“ resultierende Gottesbild von Camus: Hier wird untersucht, wie das Schweigen Gottes und das Leid der Unschuldigen zu Camus' spezifischem, indifferenten Gottesbild führen.

5. Schlussteil: Das Fazit fasst zusammen, dass Camus die Theodizeefrage bewusst offen lässt und Rieux’ Solidarität mit den Opfern als Antwort auf das absurde Leid positioniert.

Schlüsselwörter

Albert Camus, Die Pest, Theodizee, Dr. Rieux, Pater Paneloux, Leid, Gottesbild, Absurdität, Existentialismus, Moral, Solidarität, Revolte, malum physicum, Glauben, Unglaube.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Theodizeeproblem – also die Frage, wie Leid mit der Existenz eines Gottes vereinbar ist – anhand des Romans „Die Pest“ von Albert Camus.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die Darstellung von Leid, die Rolle der christlichen Theodizee, das Konzept des Absurden und der Widerstand gegen das Leid als ethische Haltung.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach dem Gottesbild, das aus Camus’ Roman resultiert, und vergleicht dabei die Positionen des Pestarztes Rieux und des Jesuitenpaters Paneloux.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Roman textnah untersucht und mit theologischen sowie philosophischen Ansätzen zur Theodizee verknüpft.

Was steht im Hauptteil der Untersuchung?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der dargestellten Leiden, den Vergleich der Protagonisten Rieux und Paneloux, die Frage nach sittlichem Handeln unter der Pest sowie das resultierende Gottesbild.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Theodizee, Absurdität, Solidarität, Revolte und christlichen Humanismus definiert.

Wie reagiert Pater Paneloux auf das Leid der unschuldigen Kinder?

Paneloux muss im Verlauf des Romans einräumen, dass seine ursprüngliche Deutung der Pest als reine Strafe Gottes nach dem qualvollen Tod eines unschuldigen Kindes nicht mehr haltbar ist.

Warum lehnt Dr. Rieux den Glauben an einen allmächtigen Gott ab?

Rieux sieht im Leid keine göttliche Erziehung, sondern eine absurde Realität; für ihn würde der Glaube an einen allmächtigen Gott zur Verantwortungslosigkeit führen, da man die Heilung der Kranken dann Gott überlassen würde.

Wie unterscheidet sich die Rolle von Rieux von der des Pater Paneloux?

Rieux agiert als „aktiver Helfer“ und Arzt, der das Leid praktisch bekämpft, während Paneloux eine verbale, doktrinale Position vertritt, die den Sinn des Leides zu erklären sucht.

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Details

Title
Das Theodizeeproblem in "Die Pest" von Albert Camus
College
University of Freiburg  (Institut für Fundamentaltheologie /Dogmatik)
Grade
1.3
Author
Sarah Marcus (Author)
Publication Year
2009
Pages
22
Catalog Number
V134251
ISBN (eBook)
9783640425693
ISBN (Book)
9783640422586
Language
German
Tags
Theologie Camus Albert Albert Camus Rieux Paneloux Protest Leid Atheismus la peste
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Marcus (Author), 2009, Das Theodizeeproblem in "Die Pest" von Albert Camus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134251
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