Das Gedicht „Pour faire le portrait d’un oiseau“ von Jacques Prévert wird unter Einbettung in die Biographie des Autors und dessen literarisches Werk analysiert und im Hinblick auf Logik, Kirche, Kunst und Natur interpretiert.
Wichtig ist hierfür der aktuelle Forschungsstand zu diesem Text, der Auskunft gibt über vorhandene Gedichtfassungen und deren Übersetzungen. Diese werden kritisch mit einander verglichen um daraus die wahrscheinliche Originalfassung des französischen Textes herauszukristallisieren und eine entsprechende Übersetzung des Gedichtes abfassen zu können, wobei der Exkurs zur Etymologie des Wortes „portrait“ und der des Wortes „tableau“ eine Rolle spielen wird.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
1.1 Über den Autor Jacques Prévert
1.2 Préverts literarisches Werk
2) Zum Forschungsstand
3) Zum Gedicht „Pour faire le portrait d’un oiseau“
3.1 Vorhandene Gedichtfassungen
3.2 Vermutlich endgültige Gedichtfassung
4) Übersetzung des Gedichtes
4.1 Übersetzungen im Vergleich
4.1.1 Exkurs zur Etymologie des Wortes „portrait“
4.1.2 Exkurs zur Etymologie des Wortes „tableau“
4.2 folgliche Übersetzung
5) Analytische Textuntersuchung
6) Interpretation
6.1 Prévert prangert die allgemeine Logik an
6.2 Prévert gegen die Macht des Staates und der Kirche
6.3 Der Stellenwert der Kunst
6.4 Die Machtlosigkeit des Menschen gegen die Natur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Gedicht „Pour faire le portrait d’un oiseau“ von Jacques Prévert im Kontext seiner surrealistischen Sprachauffassung und kritischen Welthaltung. Ziel ist es, durch eine detaillierte textanalytische Untersuchung, philologische Vergleiche und etymologische Exkurse aufzuzeigen, wie Prévert mittels scheinlogischer Anweisungen konventionelle Denkmuster durchbricht und dabei existenzielle Machtverhältnisse zwischen Mensch, Natur und Kunst thematisiert.
- Analyse der surrealistischen Ästhetik in Préverts Lyrik
- Philologischer Vergleich verschiedener Gedichtfassungen
- Untersuchung der gesellschaftskritischen Dimensionen des Textes
- Erörterung des Machtverhältnisses zwischen Mensch und Natur
- Interpretation der Rolle des Künstlers und der Funktion der Kunst
Auszug aus dem Buch
3.2 Vermutlich endgültige Gedichtfassung
Pour faire le portrait d’un oiseau
A Elsa Henriquez
Peindre d’abord une cage
avec une porte ouverte
peindre ensuite
quelque chose de joli
quelque chose de simple
quelque chose de beau
quelque chose d’utile
pour l’oiseau
placer ensuite la toile contre un arbre
dans un jardin
dans un bois
dans une forêt
se cacher derrière l’arbre
sans rien dire
sans bouger...
Parfois l’oiseau arrive vite
mais il peut aussi bien mettre de longues années
avant de se décider
Ne pas se décourager
attendre
attendre s’il le faut pendant des années
la vitesse ou la lenteur de l’arrivée de l’oiseau
n’ayant aucun rapport
avec la réussite du tableau
Quand l’oiseau arrive
s’il arrive
observer le plus profond silence
attendre que l’oiseau entre dans la cage
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Biografische Einführung in das Leben von Jacques Prévert und Einordnung seines literarischen Schaffens in den Surrealismus.
2) Zum Forschungsstand: Überblick über die bestehende Fachliteratur, wobei der Fokus auf sprachwissenschaftlichen Analysen zu Préverts Sprachspielen liegt.
3) Zum Gedicht „Pour faire le portrait d’un oiseau“: Vergleich verschiedener Fassungen des Gedichts zur Bestimmung des wahrscheinlichsten Originalwortlauts.
4) Übersetzung des Gedichtes: Kritische Auseinandersetzung mit existierenden Übersetzungen sowie etymologische Analyse der Schlüsselbegriffe „portrait“ und „tableau“.
5) Analytische Textuntersuchung: Strukturelle und rhetorische Analyse des Gedichtverlaufs, unter besonderer Berücksichtigung der Anweisungslogik und Anaphern.
6) Interpretation: Inhaltliche Deutung der verschiedenen Anklagepunkte Préverts: Gesellschaftskritik, Machtverhältnisse zwischen Mensch und Natur sowie der Stellenwert der Kunst.
Schlüsselwörter
Jacques Prévert, Pour faire le portrait d’un oiseau, Surrealismus, Paroles, Sprachkritik, Lyrikanalyse, Bildlichkeit, Machtverhältnisse, Literaturwissenschaft, Interpretation, Montage, Poetologie, menschliche Freiheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Gedicht „Pour faire le portrait d’un oiseau“ von Jacques Prévert, wobei die surrealistischen Sprachmethoden und die inhaltliche Gesellschaftskritik des Autors im Vordergrund stehen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Kritik an der rationalen Weltordnung, die Darstellung der Machtverhältnisse zwischen Mensch und Natur sowie die Rolle des Künstlers im gesellschaftlichen System.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die dem Gedicht zugrunde liegende „Scheinlogik“ aufzudecken, die dazu dienen soll, den Leser zur Hinterfragung gesellschaftlicher Zwänge und zur Entfaltung eigener Fantasie zu animieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die philologische Vergleiche, etymologische Wortanalysen und strukturalistische Untersuchungsmethoden (wie die Analyse von Parallelismen und Oppositionen) kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine textanalytische Untersuchung des Aufbaus, einen Vergleich verschiedener Gedichtfassungen sowie eine Interpretation der kritischen Motive Préverts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Jacques Prévert, Surrealismus, Paroles, Sprachkritik, Poetologie, menschliche Freiheit und die Analyse von Sprachspielen.
Warum spielt die Etymologie der Wörter „portrait“ und „tableau“ eine wichtige Rolle?
Die Autorin untersucht die etymologischen Wurzeln, um Préverts bewusste Wahl und teilweise provokative Verwendung dieser Begriffe innerhalb des Gedichtkontexts zu verdeutlichen und Bedeutungsschattierungen herauszuarbeiten.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle des „Lesers“ im Gedicht?
Der Leser wird als ein Akteur gesehen, der vom Autor in eine anonyme, fast maschinenhafte Rolle gedrängt wird, um ihn durch die Absurdität der Anweisungen zur Reflexion über seine eigene Freiheit zu zwingen.
Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit zum Verhältnis Mensch-Natur?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Prévert die Ohnmacht des Menschen gegenüber der unkopierbaren Größe der Natur darstellt, indem er den Menschen in eine Situation der „Unfreiheit“ und Heimlichkeit zwingt.
- Quote paper
- Jana Dietsch (Author), 2000, Jacques Prévert: Pour faire le portrait d'un oiseau, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134253