Selbst- und Fremdinszenierung von Politikern


Hausarbeit (Hauptseminar), 2000

36 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

I) Vorbetrachtung
1. Politik und Sprache
2. Inszenierung
3. Analyse politischer Texte

II) Selbstinszenierung
1. Aufgaben eines Politikers
2. Politische Rhetorik
3. Persuasion
4. Politischer Stil

III) Fremdinszenierung
1. Konstruktion politischer Realität
2. Konstruktion von Images

IV) Schluss

V) Literaturverzeichnis

Einleitung

Am 19. September ist es wieder soweit - alle mündigen Bürger des Freistaats Sachsen sind dazu angehalten, eine neue Landesregierung zu wählen.

Eine grundgesetzlich festgeschriebene Aktivität, die uns in regelmäßigen Abständen daran erinnert, daß wir in einem Gesellschaftssystem leben, in dem das Volk durch gewählte Vertreter regiert.

Soll heißen: wir, die Bürger, ernennen Vertrauensmänner und -frauen, die sich hauptberuflich damit beschäftigen, unsere Interessen zu vertreten, weil wir dafür keine Zeit haben. Damit wir aber auf diesem Gebiet nicht den Überblick verlieren, abonnieren wir uns eine Tageszeitung, schauen abends die Tagesschau, und am Wahltag geben wir unsere Stimme demjenigen Abgeordneten, von dem wir unsere Interessen am besten zu vertreten haben meinen.

Wenn wir aber ganz ehrlich sind - wer von uns „Normalos“ kann genau sagen, was Partei A von Partei B unterscheidet, warum es besser für uns wäre, Kandidat A statt Kandidat B in den Bundes- oder Landtag zu wählen?

Die Argumente, die A und B uns via Fernsehen und Wahlplakat übermitteln, sind nicht allzu überzeugend. Richtung wechseln wollen die Republikaner, Horizonte öffnet die PDS für uns, und immer häufiger strahlt uns nur ein Gesicht an, das wir sympathisch finden sollen.

Es scheint durchaus verständlich, daß viele Menschen das komplexe Gebiet der Politik nicht mehr durchschauen können und wollen. Es ist einfach zu schwierig, bei einem derartigen Überangebot an Meinungen und Ideologien einen Nenner zu finden. Dazu kommt aber, und das ist traurig, daß sich ein Großteil der Bevölkerung durch die Politiker gar nicht mehr vertreten fühlt und dabei sein Recht auf politische Partizipation aufgibt.

Eine immer verbreitetere Behauptung, daß an der wachsenden Politikverdrossenheit nicht die faulen Bürger, sondern vielmehr die Politiker selbst schuld sind, soll im folgenden näher beleuchtet werden.

Ist es wahr, daß Politiker Idealisten sind, die für eine bessere Gesellschaft kämpfen, oder geht es auch in dieser Sphäre hauptsächlich um Geld und Macht? Haben wir nur das Gefühl, oder sagen Politiker in ihren Reden wirklich nichts? Werden wir zynisch, oder sind Politiker wirklich alle gleich?

Auch wollen wir einen sehr wichtigen, im Alltag eher unterschätzten Faktor nicht vergessen - die Medien spielen bei der Vermittlung von Politik eine immer entscheidendere Rolle.

Mit dem Eindringen des Fernsehens in immer mehr Lebensbereiche geht langsam, aber unaufhaltsam eine Veränderung des Politikbegriffs einher; die Frage ist aber: ist dies lediglich eine Veränderung, die der Fortschritt mit sich bringt, oder wird Politik auf bloße Inszenierung reduziert und verliert damit auf lange Sicht ihren demokratischen Anspruch?

I) Vorbetrachtung

1. Politik und Sprache

Moderne Politik ist soziales Handeln, das sich fast ausschließlich aus sprachlichen Handlungen zusammensetzt.

Sprache ist ein ausgezeichnetes Mittel der Vermittlung von Information, der Erreichung von Konsens, der Handlungsbeeinflussung (S. J. Schmidt, Sprache und Politik, in: A. Rucktäschel, Sprache und Gesellschaft, S. 81).

In der Wissenschaft stehen sich zwei grundsätzliche Auffassungen von Politik gegenüber: zum einen die aristotelische, zum anderen die machiavellistische.

Erstere orientiert sich an der idealistischen Auffassung, die seit Aristoteles politisches mit ethischem Handeln gleichsetzt. Diese Gesellschaftsidee folgt in allen Entscheidungen dem übergeordneten moralischen Ziel, ein gutes und gerechtes Leben für die Staatsbürger zu etablieren (W. Holly, Politikersprache, S.6).

Das Finden solcher Entscheidungen geschieht idealistischerweise zwischen freien und gleichen Bürgern, und deshalb kann das dazu verwendete Medium nur die Sprache sein. Diese altgriechische Politikidee ist die geistige Grundlage für alle heutigen Demokratien, mit der Erweiterung, daß die Kriterien, nach denen freie und gleiche Bürger als solche zugelassen werden, heute viel weniger streng sind.

Entgegengesetzt zu dieser doch sehr idealistischen Ansicht steht die realistische Auffassung, die nach dem berüchtigten italienischen Fürsten Niccolo Machiavelli und dessen politischer Lehre benannt ist.

Hier wird politisches Handeln sehr pragmatisch mit der Erlangung und der Erhaltung von Herrschaft gleichgesetzt; modern ausgedrückt: „Herrschaftsmanagement“ (W. Holly, Politikersprache, S.7).

Obwohl die Durchsetzung dieser Ziele mit Gewalt erreicht werden kann, wies schon Machiavelli darauf hin, daß jene auf Dauer kein adäquates Mittel ist. Auch hier ist die Sprache eine effektivere Methode als Zwang, da sie die Bereitstellung gewaltloser Herrschaftsformen ermöglicht.

Sprache ist also in beiden Grundideen von Politik ein essentieller Faktor, wobei ihre Funktion jeweils unterschiedlich akzentuiert wird: einmal ersetzt Sprache den Einsatz von Gewalt durch kommunikative Prozesse und steht für eine humane Herrschaftsform, andererseits kann sie auch eine subtile Form der Machtausübung darstellen; ein Paradebeispiel ist sicherlich das „Neusprech“ in George Orwells „1984“.

Parallel zu den oben besprochenen Auffassungen von Politik existieren also auch gegensätzliche Vorstellungen der Funktion von Sprache.

Die in den Geistes- und Sozialwissenschaften allgemein verbreitete Definition interpretiert Sprache als virtuelles System von lautlichen, lexikalischen und grammatischen Strukturen in einer eher ethischen Weise: der Sprecher beabsichtigt, daß der Adressat die Intention seiner Äußerung erkennt. Er verzichtet also darauf, beim Rezipienten eine Wirkung zu erzielen, deren Verfolgung er verbirgt (W. Holly, Politikersprache, S. 11).

Diese Sprachauffassung geht konform mit der idealistischen bzw. aristotelischen Politikidee, Herrschaft durch Herstellung bzw. Bewahren von Konsens aufrecht zu erhalten.

Seit der „pragmatischen Wende“ gegen Ende der 60er Jahre gilt Sprache in der Linguistik eher als Werkzeug zum Handeln in sozialen Situationen. Die funktionale (bzw. realistische) Interpretation stellt die Ziele in den Vordergrund, die auf dem politischen Feld wichtig sind, als da wären Integration, Akzeptanz, Interessenbündelung und dergleichen.

Bei der Durchsetzung dieser Ziele werden keine ethischen Restriktionen anerkannt. Der Sprecher beabsichtigt hier nicht primär gegenseitiges Verständnis, sondern das Erzielen eines Erfolges; dabei ist es gleichgültig, wie er dieses Ziel erreicht.

Beide Ideen von Sprache - Verständigungs- und Erfolgsorientierung - sind Pole an den Enden eines Kontinuums. Niemand, schon gar kein Politiker, wird sich dazu erklären, ein rein funktionales Verständnis von Sprache umzusetzen, denn das würde implizieren, zur Interessendurchsetzung auch ohne ethische Bedenken zu lügen. Genauso kann aber kein Mensch nach dem oben angeführten Postulat von Grice kommunizieren, denn das würde ein endloses Erklären jedes Äußerungshintergrundes mit sich bringen und ihn jeglicher Kommunikationspartner berauben, weil diese die Flucht ergreifen oder einschlafen würden.

Was genau heißt nun also „Politik durch Sprache“?

Auf dem Papier ist das Herz unserer Demokratien die sprachliche Auseinandersetzung zwischen Privatleuten, die kraft eines Mandats die Öffentlichkeit repräsentieren. Tag für Tag sollen sie sich streiten, mit dem obersten Ziel, diesen Streit zu regeln und Verständigung zu erreichen.

In der Realität sieht das leider anders aus. Zum einen sind da die sich immer weiter ausbreitenden Massenmedien mit ihrer wichtigen Aufgabe, der Bevölkerung politische Vorgänge, an denen diese nicht teilnehmen kann, zu vermitteln. Wir werden später noch darauf eingehen, wie diese massenmedial vermittelte Öffentlichkeit das Ideal von „government by discussion“ verzerrt.

Im Laufe des letzten Jahrhunderts hat sich in den Gesellschaftssystemen der westlichen Industrieländer einiges verändert: besonders nach den Wahlrechtsreformen veränderte sich die Anzahl und Zusammensetzung der stimmberechtigten Bürger. Aus einer dünnen Schicht von Gelehrten und hohen Beamten wurde im Laufe der Zeit ein Millionenpublikum ohne rechtes Verständnis oder Interesse an politischen Vorgängen.

Mit dem veränderten Zusammenhang von Politik und Öffentlichkeit änderten sich auch Form und Inhalt politischer Kommunikation - war früher keine große rednerische Anstrengung nötig, um ein politisch gebildetes und loyales Publikum zu überzeugen, wird es heute immer schwieriger, die Bevölkerung überhaupt zum Wählen zu bringen:

„During the past half century politicians have had to learn the new and very difficult art of talking effectively to millions of people who have relatively little property, have received only a very basic kind of education and have quite a lot of leisure“ (K. Hudson, The Jargon of the Professians, S. 44).

In einer derart heterogen zusammengesetzten Gesellschaft wird es zunehmend problematisch, einen handlungsfähigen politischen Willen zu etablieren, der bei allen Mitgliedern anerkannt wird.

Im allgemeinen geschieht diese politische Integration durch Ideologien. Diese ermöglichen eine Möglichkeit der Orientierung, wer man politisch ist, was man will oder wollen soll, wo man hingehört; sie sind die Basis der politischen Willensbildung (H. Lübbe, Der Streit um Worte, in: H.-G. Kaltenbrunner (Hg.), Sprache und Herrschaft, S. 93).

Die Herstellung und Erhaltung von Ideologien, die dauerhaftes politisches Handeln erst möglich machen, geschieht notwendigerweise durch Sprache, die die wichtige strukturelle Funktion der gesellschaftlichen Kontrolle hat.

In der Demokratie ist Sprache das einzige legitime Mittel der Politik; dadurch wird sie zum Machtmittel.

Zwar existiert die „Fiktion der Übereinstimmung des Willens der Mehrheit der Nicht- Herrschenden mit dem politischen Willen der legal Herrschenden“ (J. Frese, Politisches Sprechen, in: A. Rucktäschel, Sprache und Gesellschaft, S. 110), doch jeder weiß, daß dies lediglich eine Fiktion ist.

Idealiter ist der demokratische Politiker genau wie alle anderen Bürger und spricht auch wie sie; wer aber legitim das politische Geschehen beeinflussen will, „muß versuchen, im Bewußtsein einer Mehrheit von Bürgern die Überzeugung zu verdichten, er tue ... das, was sie alle immer schon wollten... dadurch, daß er sich abmüht, eine Sprache zu sprechen, von der er annehmen kann, daß sie... widerspruchslos ,ankommt’ “ (a. a. O., S. 110).

Die Benutzung von Sprache durch Politiker ist also durchweg interessen- und machtorientiert und folgt durch diese Konstellation vorgegebenen Regeln, die ihre Funktion für den Politiker optimieren; da sie sich in vieler Hinsicht von der Alltagssprache unterscheidet, fällt es dem Durchschnittsbürger schwer, sie zu verstehen und sich eine eigene Meinung über das Gehörte zu bilden.

Die Realität entwickelt sich zunehmend in Richtung eines „technokratischen Politikmodells“ (W. Holly, Politikersprache, S. 14), das das Erreichen von Verständigung immer mehr zurückstellt.

Politik wird zu einer komplexen Branche, die nur noch von Eliten erfaßt und gemanagt werden kann. Die Funktion von Sprache ist hier schon lange nicht mehr die Herstellung von Konsens, sondern vielmehr der Verkauf von schon gefaßten Entscheidungen an die Öffentlichkeit.

Die Idee vom sich selbst regierenden Volk wird zu einem Dichotom: Eliten handeln politisch, der Rest der Bevölkerung leistet dafür (frei- oder unfreiwillig) Unterstützung (W. Holly, Politikersprache, S. 15).

2. Inszenierung

Sprechen wir im Alltag von politischer Inszenierung, wird sie meist mit Vorspiegelung und Täuschung assoziiert und hat einen schalen Beigeschmack. Politiker, die sich selbst inszenieren, sind für uns wenig vertrauenerweckend, weil sie uns täuschen wollen.

Der Begriff der (Selbst-) Inszenierung sollte aber objektiver betrachtet werden. Erving Goffmann hat u.a. in seinem Buch „Frame Analysis“ aufgezeigt, daß der Inszenierungscharakter nicht unbedingt etwas negatives ist, sondern im Gegenteil vielen unserer alltäglichen Handlungen beiwohnt:

„What the talkers undertake to do is not to provide information to a recipient but to present dramas to an audience. Indeed it seems that we spend most of our time not engaged in giving information but in giving shows“ (E. Goffmann, Frame Analysis, S. 508).

Inszenieren muß also nicht „Theater spielen“ heißen, sondern es ist viel mehr. Dies wird durch die Handlungstheorie von Goldman gestützt, die davon ausgeht, daß eine Handlung immer mit mehreren „Mustern“ belegt ist (vgl. A. I. Goldman, A Theory of Human Action).

Da sprachliche Äußerungen polyfunktional sind, können auf verschiedenen Ebenen sehr verschiedene Bedeutungen in sie gelegt werden; eine sprachliche Handlung ist folglich mehrfach interpretierbar, um so mehr, als wenn sie auch noch mehrfach adressiert ist (W. Holly, Politikersprache, S. 55).

Hieraus entwickelte Edelman die These von der prinzipiellen „Doppelung der Realität des Politischen“: so ist grundsätzlich jeder politischen Sprachhandlung neben ihrer offiziellen Deutung noch mindestens eine weitere eigen (vgl. u. a. M. Edelman, Language and Politics).

Hier kommen wir wieder zum Begriff der Inszenierung zurück. Ein „inszeniertes Muster“ ist eine Handlung, die gegenüber einem Publikum auf einer anderen Zusammenhangsebene einen bestimmten Effekt erzielen soll, den sie in ihrem ursprünglichen Zusammenhang noch nicht hatte.

Bildlich kann man durchaus von einer Unterscheidung zwischen „Bühne“ und „Zuschauerraum“ sprechen; wenn auch der Versuch, beim Publikum eine Wirkung zu erzielen, nicht bewußt ausgeführt werden muß, hat doch jeder Akteur ein Interesse an der Erreichung seines Inszenierungseffekts.

Zu beachten ist der feine, aber wichtige Unterschied zur Täuschung: wird eine Inszenierung als solche entdeckt, bedeutet das nicht das Ende der Vorstellung. Auch wenn die Illusion zerstört ist, besteht die Möglichkeit des Theaterspielens weiter.

Grundsätzlich wird also festgestellt, daß die Inszenierung (sprachlicher) Handlungen eine alltägliche Sache ist, die man nicht pauschal verurteilen kann. Warum thematisieren wir sie dann im Zusammenhang mit einer kritischen Betrachtung des Werkens und Wirkens von Politikern?

Erstens, weil inszenierte Handlungen eines Politikers nicht ganz so unbewußt sind, wie das vielleicht angenommen wird. Zweitens, weil wir als Öffentlichkeit oft vergessen, daß uns gegenüber ein bestimmter Effekt erzielt werden soll. Drittens, weil an die Handlungen von Politikern sehr komplexe Anforderungen gestellt werden, die sie zu Inszenierungen zwingen, welche vom Publikum mit Unverständnis aufgenommen werden. Und ebenfalls, weil die Bedeutung besonders des Fernsehens für das Handeln von Politikern in der Öffentlichkeit auch Einfluß auf das Ausmaß und die Qualität inszenierten Handelns hat. Als Vorzeigefigur hierfür steht in der Literatur Mr. Reagan, der als ehemaliger Schauspieler einen sehr erfolgreichen Präsidenten darstellte - eben wegen seiner mimischen Talente (?).

Wegen der Überfülle des zu bearbeitenden Materials habe ich mich entschlossen, den Inszenierungscharakter politischer Handlungen in zwei Gebieten zu behandeln. Als Selbstinszenierung bezeichne ich dabei Handlungen, die von der Person eines Politikers aktiv ausgehen: das Auftreten in der Öffentlichkeit und die „politische“ Sprache, mit besonderem Schwerpunkt auf der Rhetorik.

Bei Fremdinszenierung kommen die Medien ins Spiel (die natürlich auch einen Einfluß auf die Selbstinszenierung haben). Hier liegt das Gewicht auf der massenmedialen Politikvermittlung und deren Einfluß auf das Handeln und die Wahrnehmung von Politikern.

Diese Unterscheidung ist ausdrücklich als eine rein pragmatische gedacht, um die Materialmenge zu strukturieren - in der Realität hängen beide Spielarten eng zusammen.

3. Analyse politischer Texte

Mit der Verwendung des Begriffs „Text“ folge ich hier der sprachwissenschaftlichen Definition, die als Text nicht nur original schriftliche Aufzeichnungen, sondern alle Arten und Formen von sozialen, d. h. an andere gerichtete Mitteilungen bezeichnet. Ein Politiker, der eine öffentliche Rede hält oder ein Interview führt, liefert also ununterbrochen Texte.

Diese Art von Texten unterscheidet sich naturgemäß von literarischen oder alltagsbestimmten Texten. Wollen wir aber untersuchen, in welcher Weise sie das tun, muß zunächst geklärt werden, an welchem Kriterium man sie beurteilt.

Es wurde schon angedeutet, daß politische Texte den Zweck verfolgen, beim Publikum eine Wirkung zu erzielen, ohne dies zu explizieren; daß das Liefern politischer Texte von interessen- und machtbestimmten Faktoren abhängt; daß sie aber auch den Eindruck erwecken müssen, voll und ganz legitim zu sein, um Zustimmung in der Bevölkerung zu erlangen.

Mit anderen Worten: die „Öffentlichkeit, präpariert durch eine lange Reihe disziplinarischer Maßnahmen, ist der Propaganda relativ hilflos ausgeliefert. Sie hält durchaus nicht immer für wahr, was als wahr ausgegeben wird, aber ihr Mißtrauen hat keinen Ansatz der Kritik“ (H. D. Zimmermann, Der Allgemeine Barzel, in: A. Rucktäschel, Sprache und Gesellschaft, S. 118).

Um wirklich zu verstehen, was Politiker sagen und warum sie es sagen, ist es also unabdingbar, die Art zu untersuchen, in der sie es sagen.

Im weiteren Verlauf werden wir uns auf Texte von politischen Reden konzentrieren; die Spezifika politischer Sprache sind hier besonders deutlich, da der Politiker die Möglichkeit hat, sich auf seine Äußerungen vorzubereiten, seine Selbstinszenierung zu planen, seine Fremdinszenierung durch die Medien teilweise zu steuern und sich explizit an die Öffentlichkeit wendet.

[...]

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten

Details

Titel
Selbst- und Fremdinszenierung von Politikern
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
HS: Formen des Sprechens im Fernsehen
Note
2,7
Autor
Jahr
2000
Seiten
36
Katalognummer
V13432
ISBN (eBook)
9783638190992
Dateigröße
540 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Selbst-, Fremdinszenierung, Politikern, Formen, Sprechens, Fernsehen
Arbeit zitieren
Jenny Haroske (Autor), 2000, Selbst- und Fremdinszenierung von Politikern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13432

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