Im Mittelpunkt der hier zu schreibenden Zwischenprüfungsarbeit soll, in Anlehnung an das im Wintersemester 2004/2005 angebotene Seminar „Projekte initiieren, durchführen und bewerten“, die Beschäftigung mit dem Projektunterricht stehen. Mit Blick auf das projektorientierte Lernen sollen in dieser Ausarbeitung Schülerfirmen - als eine mögliche Projektmethode - genauer betrachtet werden.
Im ersten Teil soll der Projektunterricht (bzw. die Projektmethode) im Allgemeinen näher betrachtet werden. So sollen nähere Ausführungen über die Schwierigkeit in der Definition, adäquate Möglichkeiten der Kategorisierung, die Notwendigkeit und die didaktisch-pädagogischen Begründungen gemacht werden, bevor im zweiten Teil eine nähere Beschäftigung mit den Schülerfirmen erfolgt. Hierbei soll zu Beginn thematisiert werden, was sich hinter dem Begriff „Schülerfirma“ verbirgt. Anschließend sollen zwei Schülerfirmen vorgestellt, verglichen und anhand zweier Kataloge, hinsichtlich ihrer (Qualitäts)merkmale, als Möglichkeiten projektorientierten Lernens, klassifiziert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Projektunterricht
1.1 Die Schwierigkeit in der Frage: Was ist Projektunterricht?
1.2 Ansätze für Projektbestimmungen
1.2.1 Projektbestimmung durch Merkmalkataloge
1.2.2 Projektbestimmung durch Stufen
1.3 Projektkonzepte
1.4 Die Notwendigkeit von Projektunterricht
1.4.1 Kognitionspsychologischer Ansatz
1.4.2 Konstruktivistischer Ansatz
1.4.3 Projektwochen als Ansatz für humanere Schulen
1.4.4 Projektunterricht als Ansatz für aufgeklärtes Handeln
1.5 Zusammenfassung
2. Schülerfirmen
2.1 Was ist eine Schülerfirma?
2.2 Mögliche Tätigkeits- und Handelsbereiche
2.3 Rechtliche und organisatorische Anmerkungen
2.4 Pädagogische Zielsetzungen
3. Beispiele für Schülerfirmen
3.1 Die Peng-SAG des Espengrund-Gymnasiums Potsdam
3.1.1 Die Firmengründung
3.1.2 Handelsbereiche
3.1.3 Organisation
3.1.4 Gewinne für die Schule
3.2 Die Schülerfirma Woodperfekt des Wesergymnasiums Vlotho (NRW)
3.2.1 Firmengründung
3.2.2 Handlungs- und Produktionsbereiche
3.2.3 Organisation
3.3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Schülerfirmen
4. Einordnung der Schülerfirmen in den Projektunterricht
4.1 Projektbestimmung anhand des Merkmalkatalogs
4.2 Projektbestimmung nach Stufen
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, die didaktische und pädagogische Relevanz von Schülerfirmen als eine spezifische Projektmethode innerhalb des Schulunterrichts zu untersuchen und deren Beitrag zur Kompetenzentwicklung sowie zur Verbesserung der Lernkultur an Schulen zu bewerten.
- Theoretische Fundierung des Projektunterrichts und der Projektmethode.
- Analyse der Struktur und pädagogischen Zielsetzungen von Schülerfirmen.
- Vorstellung und Vergleich zweier Fallbeispiele (Peng-SAG und Woodperfekt).
- Klassifizierung von Schülerfirmen mittels Merkmalkatalogen und Stufenmodellen.
- Bewertung des Einflusses auf den Kompetenzerwerb und die Schulkultur.
Auszug aus dem Buch
1.1 Die Schwierigkeit in der Frage: Was ist Projektunterricht?
„Projektunterricht ist en vogue. Das ist für sich genommen zunächst begrüßenswert, zumal die Erfahrungen mit Projektunterricht insgesamt deutlich positive Tendenz haben. Zugleich zeigt sich jedoch, dass dem Projektunterricht ein ähnliches Schicksal droht wie allem, was pädagogische Hochkonjunktur hat: Im Zuge seiner Verbreitung wird die ursprüngliche Idee und das eigentliche Konzept immer stärker verwässert.“ Einleitend, soll jenes Zitat die Schwierigkeiten in Definition und Umsetzung von Projektunterricht verdeutlichen. Versucht man, in der Fachliteratur eine genauere Begriffsbestimmung von „Projektunterricht“ zu finden, so wird oftmals darauf verwiesen, dass eine konkrete Aussage dazu nicht möglich ist. D. Hänsel verweist darauf, dass „an die Stelle einer umfassenden und praktisch folgenreichen Vorstellung von Projektunterricht die kontur- und folgenlose Vorstellung eines abstrakten Unterrichtsideals und eines diffusen Veränderungsprinzips getreten ist. Zugleich und damit verknüpft hat eine Verengung der Projektidee zum Problem der Unterrichtsmethode stattgefunden.“
Im Zuge der Bestimmung des Projektbegriffes gehört der Name John Dewey erwähnt. Jener Pädagoge gilt gemeinhin als der „Vater des Projektgedankens“, doch müssen auch hierbei Einschränkungen gemacht werden. Während Dewey und sein Schüler William H. Kilpatrick für viele als die Begründer der „Projektmethode“ gelten, behaupten Kritiker, dass Dewey und Kilpatrick „eine „Verwirrung“ des einstmals so klaren Projektbegriffs und seiner Diskussion angestiftet“ haben. Einen Mittelweg in jener Diskussion findet Speth. Er bezeichnet Dewey weder als „Erfinder des Projektgedankens“, noch als jemanden, der die Projektmethode „für die einzig sinnvolle Unterrichtsform“ hielt. Vielmehr rechnet er dem Reformpädagogen Dewey die zentrale Bedeutung in dieser Diskussion derart an, dass dieser in seiner „Theorie der Erziehung ein begriffliches Instrumentarium bietet, das auch moderne Projektkonzepte zu fundieren vermag und das zugleich […] einen Maßstab bilden kann für die Beantwortung der Frage, wie Projektunterricht aussehen soll.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Projektunterricht: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Projektunterrichts, beleuchtet Definitionsschwierigkeiten und stellt verschiedene Ansätze zur Projektbestimmung sowie die pädagogische Notwendigkeit dieser Unterrichtsform vor.
2. Schülerfirmen: Hier werden Definition, Tätigkeitsbereiche, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die pädagogischen Zielsetzungen der Gründung von Schülerfirmen im schulischen Kontext dargelegt.
3. Beispiele für Schülerfirmen: Das Kapitel präsentiert die Fallbeispiele „Peng-SAG“ und „Woodperfekt“ und analysiert deren Firmengründung, Handelsbereiche, Organisation sowie den Nutzen für die jeweilige Schule.
4. Einordnung der Schülerfirmen in den Projektunterricht: In diesem Teil werden die vorgestellten Schülerfirmen anhand von Merkmalkatalogen und Stufenmodellen systematisch dem Projektunterricht zugeordnet und hinsichtlich ihrer Umsetzung bewertet.
5. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und reflektiert die Rolle von Schülerfirmen als Beitrag zu einer nachhaltigen Bildungsvermittlung in der modernen Schule.
Schlüsselwörter
Projektunterricht, Projektmethode, Schülerfirmen, Handlungsorientierung, Ganzheitlichkeit, Kompetenzentwicklung, Eigeninitiative, Selbstverantwortung, Pädagogik, Schulentwicklung, Praxisrelevanz, Lernmotivation, Miniunternehmen, Wirtschaftsbildung, Schlüsselqualifikationen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept des Projektunterrichts und der spezifischen Umsetzung durch Schülerfirmen als Methode des handlungsorientierten Lernens an Schulen.
Welche Hauptthemenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit behandelt die Theorie des Projektunterrichts, die organisatorischen und pädagogischen Grundlagen von Schülerfirmen sowie eine praktische Einordnung und Bewertung anhand konkreter Beispiele.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu zeigen, wie Schülerfirmen durch eine strukturierte Projektarbeit Kompetenzen vermitteln und einen Beitrag zur modernen Schulentwicklung leisten können.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und wendet Kriterienkataloge sowie Stufenmodelle zur Klassifizierung und Evaluation der Praxisbeispiele an.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition des Projektunterrichts, die Darstellung von Schülerfirmen als Lernort und die detaillierte Analyse der Firmen „Peng-SAG“ und „Woodperfekt“.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Projektunterricht, Schülerfirmen, Handlungsorientierung, Ganzheitlichkeit und Kompetenzentwicklung.
Wie unterscheiden sich die beiden untersuchten Schülerfirmen „Peng-SAG“ und „Woodperfekt“?
Während die Peng-SAG ihren Schwerpunkt im kaufmännischen Bereich (Café, PR) hat, liegt der Fokus bei Woodperfekt auf der handwerklichen Produktion von Holzartikeln.
Welche Bedeutung kommt der finanziellen Komponente in Schülerfirmen zu?
Die Arbeit betont, dass finanzielle Gewinne zweitrangig sind; der primäre Wert liegt in der pädagogischen Erfahrung, der Vermittlung von Qualifikationen und dem Lernprozess.
Welche Rolle spielt der Lehrer im Projektunterricht?
Der Lehrer wandelt sich vom klassischen Wissensvermittler zum gleichrangigen Kooperationspartner, Berater und Koordinator der Projektarbeit.
Warum ist das Fazit der Autorin positiv gegenüber Schülerfirmen gestimmt?
Die Autorin sieht in Schülerfirmen eine ideale Methode, um lebensnahes, motivierendes Lernen zu ermöglichen und Schüler auf die Anforderungen einer sich wandelnden Bildungsgesellschaft vorzubereiten.
- Quote paper
- Henry Klinge (Author), 2005, Schülerfirmen als Variante projektorientierten Lernens in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134338