Nonsense in Lewis Carrolls 'Alice’s Adventures in Wonderland'

Eine Pionierleistung viktorianischer Kinderliteratur


Essay, 2008
6 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Alice’s Adventures in Wonderland von Lewis Carroll ist in zweifacher Hinsicht besonders attraktiv für Kinder: Zum einen handelt es sich um die Geschichte eines Kindes, das die Grenze in eine Phantasiewelt überschreitet und zum anderen sind Alices Abenteuer frei von Logik und Moral. Carrolls Roman ist pure Unterhaltung und er spielt auf eine Weise mit Konventionen der viktorianischen Zeit, wie es vor ihm noch kein Kinderbuchautor getan hat.

Die Geschichte beginnt kindgemäß fast unmittelbar mit Alices Abenteuer und verzichtet somit auf eine detaillierte Einführung. Bereits als Alice dem weißen Kaninchen in seinen Bau folgt, wird deutlich, wie sehr in dieser Geschichte ihre Neugier die Angst vor Konsequenzen überwiegt. Alice macht sich nicht einmal Gedanken darum, wie sie aus dem Kaninchenbau wieder herauskommen kann (Carroll 1994: 12). Mit ihrem langen Fall den Bau hinab öffnet sich der jungen Protagonistin eine Welt der Phantasie, in der ihre bisherigen Einsichten über das Leben, wie etwa gesellschaftliche Manieren oder in der Schule angeeignetes Wissen, ad absurdum geführt werden. So kündigt auch das in Versen gefasste Vorwort an: “There will be nonsense in it!” (Carroll 1994: 9).

Obwohl Alice sehr lange hinabfällt und nicht sicher ist, wo sie ankommen wird, geschweige denn ob sie ihre Landung heil übersteht, verspürt sie nach wie vor keine Angst, sondern nutzt die Zeit vielmehr, um sich die Regale an den Seiten des Baus anzusehen und ihr eigenes Schulwissen abzurufen. Dabei bezieht sie Wörter wie Latitude oder Longitude in ihre Überlegungen mit ein, ohne deren Sinn zu verstehen. Vielmehr ist es die Tatsache, dass diese Wörter für ein Kind normalerweise eher schwierig sind, weshalb sie ihr gefallen (Carroll 1994: 13-14). Hier zeigt sich besonders das Verständnis des Autors dafür, dass Kinder gern ihr Wissen unter Beweis stellen, manchmal damit angeben wollen oder aber froh sind, wenn außer ihnen niemand ihre Fehleinschätzung über das eigene Wissen mitbekommt, wie es etwa bei Alice der Fall ist. Insofern ist es für viele Kinder sicher leicht, sich mit dem Mädchen zu identifizieren. Es gelingt Alice nicht, noch weitere komplexe Wörter aufzusagen, deren Bedeutung sie nicht genau kennt. Stattdessen entzieht sich ihr nicht nur der Sinn dessen, was sie sagt, sondern das Gesagte entpuppt sich mehr und mehr zu einem Lautspiel (Boltz 2003: 295). So erscheint es fast irrelevant, ob Alice sich fragt, “Do cats eat bats?” oder aber “Do bats eat cats?” (Carroll 1994: 14). Kinder fühlen sich von Klängen, in diesem Fall zum Beispiel von Reimen angezogen, auch wenn sie den Sinn nicht erfassen können, worüber sich Carroll sicher bewusst war. Die Verschwimmung von Sinn zu Unsinn wird auch im weiteren Verlauf der Geschichte immer wieder in Bezug auf zahlreiche Wortspiele aufgegriffen, die zu dem großen Unterhaltungswert beitragen.

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Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Nonsense in Lewis Carrolls 'Alice’s Adventures in Wonderland'
Untertitel
Eine Pionierleistung viktorianischer Kinderliteratur
Hochschule
Universität zu Köln  (Englisches Seminar)
Veranstaltung
Children’s Literature
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
6
Katalognummer
V134352
ISBN (eBook)
9783640425921
Dateigröße
358 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kommentar des Dozenten: Sehr guter Essay, gute Gliederung, gute Argumentationsführung, eng am Primärtext, eine überzeugende Leistung
Schlagworte
Nonsense, Lewis, Carrolls, Alice’s, Adventures, Wonderland, Eine, Pionierleistung, Kinderliteratur
Arbeit zitieren
Franziska Scholz (Autor), 2008, Nonsense in Lewis Carrolls 'Alice’s Adventures in Wonderland', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134352

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