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Welches Ziel verfolgte Bismarck als er die Sozialversicherungen einführte und inwieweit erfüllten diese ihren Zweck?

Title: Welches Ziel verfolgte Bismarck als er die Sozialversicherungen einführte und inwieweit erfüllten diese ihren Zweck?

Term Paper , 2002 , 20 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Britta Buchholz (Author)

Business economics - Economic Policy
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit versucht, sowohl Bismarcks Intention bei der Einführung der
Sozialversicherungen herauszustellen als auch die Auswirkungen dieser
Sozialversicherungen aufzuzeigen. Die Hauptthese ist dabei, dass die
Sozialversicherungen eng im Zusammenhang mit den Sozialistengesetzen stehen. Das
geht soweit, dass andere Argumente vor dem großen Ziel Bismarcks, der Bekämpfung
der Sozialistischen Arbeiterpartei, zweitrangig waren.
Einige Geschichtswissenschaftler stellen die sozialen Probleme der Kaiserzeit als
zentrale Intention Bismarcks dar. Diese Arbeit stellt die Hypothese auf, dass Bismarck
bei diesem zentralen Ziel schon viel früher und viel intensiver versucht hätte, die
„soziale Frage“ zu lösen. Zudem zeigt diese Arbeit, dass sich Bismarck nur begrenzt für
die Arbeiter eingesetzt hat - Arbeiterschutz, Arbeiterversicherung etc verbesserte er
kaum.
Abschließend wird sich anhand der Auswirkungen der Sozialversicherungen aufzeigen
lassen, dass diese nicht den von Bismarck gewünschten Zweck erfüllten. Vielmehr
wurden die soziale Partei in der Kaiserzeit immer beliebter.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die historische Situation

2.1. Die Reichsgründung

2.2. Herrschaftssystem und Bismarcks Politik

2.3. Die industrielle Revolution

2.4. Sozialstrukturelle Veränderungen

2.5. Die „soziale Frage“

3. Die Sozialistengesetze

4. Vorbereitungen der Versicherungen

5. Die drei Versicherungen

5.1. Krankenversicherung

5.2. Arbeitslosenversicherung

5.3. Alters- und Invaliditätsrentenversicherung

6. Bismarcks Intention

6.1 Verhinderung einer Revolution

6.2 Lösung der „sozialen Frage“

6.3 Abwendung vom Liberalismus

6.4 Die Rolle des Staates in der Tradition

6.5 Weitere Gründe

7. Auswirkungen der Sozialversicherungen

8. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die politischen Beweggründe Otto von Bismarcks bei der Einführung der Sozialversicherungen im Deutschen Kaiserreich und analysiert kritisch, ob diese Maßnahmen tatsächlich den intendierten Zweck einer politischen Befriedung erfüllten oder als kalkuliertes Mittel der Machtsicherung zu bewerten sind.

  • Historische Rahmenbedingungen der Reichsgründung und industriellen Entwicklung.
  • Zusammenhang zwischen den Sozialistengesetzen und der Einführung der Sozialversicherungen.
  • Detaillierte Analyse der drei zentralen Sozialversicherungszweige.
  • Bewertung von Bismarcks politischer Intention und der tatsächlichen Wirksamkeit der Sozialreform.

Auszug aus dem Buch

3. Die Sozialistengesetze

Die Sozialdemokratie ist seit ihren Anfängen von Bismarck als unversöhnlicher und gefährlicher Gegner des monarchischen Staates betrachtet worden (Born 1981, S. 128). Deshalb übernahm Bismarck einige Versuche zur Bekämpfung der Sozialdemokratie (z.B. den Pressegesetz Entwurf von 1874), die aber am Widerstand des Reichstages scheiterten. Erst zwei Attentate auf Wilhelm den I., schufen Raum für Sondergesetze. Zwar konnte den Attentätern keine Verbindung zur Sozialdemokratie nachgewiesen werden, doch Bismarck nutze die Erregung der Öffentlichkeit, um durch Auflösung und Neuwahl des Reichstags eine geringfügige Parlamentsmehrheit zu gewinnen (Born 1981, S. 128).

Der Reichstag stimmte am 18. 10. 1878 dem Sozialistengesetz (Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie) mit einer geringen Mehrheit zu. Dieses Gesetz verbot alle sozialdemokratischen, sozialistischen und kommunistischen Vereine, Versammlungen und Druckschriften. Außerdem bildete es die gesetzliche Grundlage für die Verfolgung der aktiven Vertreter der Gewerkschaften, Parteien und Vereine (Born 1981, S. 129).

Laut Wolter (1986, S. 331) sollte dieses Gesetz die sozialistische Arbeiterbewegung „mundtot“ machen. Jedoch blieben der Partei ihre Parlamentsfunktion (mit zwei Abgeordneten) und die Tribüne im Reichstag um dem entgegenzuwirken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, inwiefern Bismarcks Sozialpolitik eher als soziale Wohltat oder als machtkalkuliertes politisches Instrument einzustufen ist.

2. Die historische Situation: Es wird die politische und ökonomische Lage im Kaiserreich analysiert, wobei der Fokus auf Industrialisierung, den Folgen der Reichsgründung und der Entstehung der „sozialen Frage“ liegt.

3. Die Sozialistengesetze: Das Kapitel beleuchtet den repressiven Kurs Bismarcks gegen die Sozialdemokratie und die rechtlichen Grundlagen des Verbots sozialistischer Organisationen.

4. Vorbereitungen der Versicherungen: Hier werden die kontroversen Debatten über Finanzierung, Freiwilligkeit und staatliche Organisation der geplanten Sozialreformen dargelegt.

5. Die drei Versicherungen: Dieses Kapitel erläutert die konkreten Bedingungen und Leistungen der Kranken-, Unfall- sowie der Alters- und Invaliditätsrentenversicherung.

6. Bismarcks Intention: Es wird untersucht, welche strategischen Ziele Bismarck mit den Reformen verfolgte, darunter die Abwendung einer Revolution und die Schwächung der politischen Opposition.

7. Auswirkungen der Sozialversicherungen: Das Kapitel belegt anhand von Statistiken, dass die Reformen die politische Opposition der Arbeiter nicht schwächten, sondern die Sozialdemokratie weiter an Zulauf gewann.

8. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Einschätzung, dass Bismarck zwar als kalkulierender Staatsmann handelte, seine Sozialgesetzgebung jedoch den Grundstein für das moderne deutsche Sozialsystem legte.

Schlüsselwörter

Otto von Bismarck, Sozialversicherungen, Kaiserreich, soziale Frage, Sozialistengesetze, Industrialisierung, Sozialdemokratie, Arbeiterbewegung, Staatssozialismus, Sozialreform, politische Strategie, Arbeitsversicherung, Gewerkschaften, Historische Analyse, Innenpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Sozialpolitik Otto von Bismarcks im Deutschen Kaiserreich und der Frage nach den tatsächlichen Beweggründen hinter der Einführung der ersten Sozialversicherungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der industriellen Entwicklung, den repressiven Sozialistengesetzen, dem Aufbau der drei großen Versicherungszweige sowie der politischen Wirkung dieser Reformen auf die Arbeiterschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob Bismarck primär als sozialer Wohltäter oder als kalkulierender Staatsmann agierte, der die Arbeiterschaft durch staatliche Leistungen an das monarchische System binden und politisch neutralisieren wollte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische Literaturanalyse und wertet primäre historische Kontexte sowie Statistiken aus der Zeit des Kaiserreichs aus.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst der historische Kontext und der repressiven Umgang mit der Sozialdemokratie analysiert, gefolgt von einer detaillierten Beschreibung der Versicherungsgesetze und deren politischer Intention.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sozialversicherungen, Bismarck, Kaiserreich, soziale Frage, Sozialistengesetze und Arbeiterbewegung.

Wie wirkten sich die Sozialistengesetze auf die politische Einstellung der Bevölkerung aus?

Die Arbeit zeigt auf, dass das Sozialistengesetz die politische Opposition nicht mundtot machen konnte, sondern dass die Popularität der Sozialdemokratie und die Wahlbeteiligung für soziale Parteien im weiteren Verlauf deutlich anstiegen.

Warum konnte Bismarck seine politischen Ziele mit den Sozialversicherungen nicht vollständig erreichen?

Bismarck scheiterte in seinem Ziel, die Arbeiter von der Sozialdemokratie zu trennen, da er zwar materielle Erleichterungen schuf, aber grundlegende Forderungen wie Arbeiterschutz oder Arbeitsrecht vernachlässigte, wodurch die Opposition gegen das bestehende System erhalten blieb.

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Details

Title
Welches Ziel verfolgte Bismarck als er die Sozialversicherungen einführte und inwieweit erfüllten diese ihren Zweck?
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Wirtschaftsgeschichte)
Course
Deutsche Wirtschaftspolitik 1871 bis 1945
Grade
2.0
Author
Britta Buchholz (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V13435
ISBN (eBook)
9783638191029
Language
German
Tags
Welches Ziel Bismarck Sozialversicherungen Zweck Deutsche Wirtschaftspolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Britta Buchholz (Author), 2002, Welches Ziel verfolgte Bismarck als er die Sozialversicherungen einführte und inwieweit erfüllten diese ihren Zweck?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13435
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