In meiner Analyse des Essays von Gerd K. Schneider „Zur künstlerischen Umsetzung von Arthur Schnitzlers REIGEN in Europa und den Vereinigten Staaten” werde ich mich damit befassen, was für Texttypen aufgrund eines Urtextes geschaffen; und wie diese in verschiedene Gruppen geteilt werden können. Außerdem werde ich auch das unter die Lupe nehmen, wie unterschiedlich das Thema eines Werkes in den verschiedenen Zeitaltern und Kulturkreisen akzeptiert und interpretiert werden kann. Schnitzlers Drama „Reigen” wurde im Jahr 1903 von dem Wiener Verlag trotz der damaligen lex Heinze, also trotz des Verbots öffentlicher Darstellung "unsittlicher" Handlungen, herausgegeben, und hat große Aufregungen verursacht. Die zehn Dialoge, aus denen das Werk besteht, beschreiben immer eine Begegnung zweier Menschen, die zu einem Sexakt kommen. Die Szenen folgen einander so, dass immer eine Person aus der vorhergehenden Szene da bleibt, und mit einem neuen Charakter zum Liebesakt kommt. Schnitzlers Absicht mit diesem Stück war, einen Spiegel der damaligen Gesellschaft vorzuhalten, damit die Menschen auch sehen können, was für eine Moral – oder eher Unmoral- in ihrer Gesellschaft herrscht. Der Autor hat den Figuren auch keinen Namen gegeben; sie werden nur nach ihren verschiedenen sozialen Schichten benannt, um auch damit darauf hinzudeuten, dass diese Menschen keine außergewöhnlichen Figuren sind, sondern jedermann eine von ihnen sein könnte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Entstehung und Intention des „Reigen“
3. Künstlerische Rezeptionen: Parodien und Adaptationen
3.1 Definitionen und Abgrenzung
3.2 Rezeptionsgeschichte im deutschsprachigen Raum
4. Herausforderungen der internationalen Adaption
4.1 Sprachliche Barrieren und kulturelle Unterschiede
4.2 Musikalische und bühnentechnische Umsetzungen
5. Zeitgenössische Transformationen und Relevanz
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die künstlerische Rezeption von Arthur Schnitzlers „Reigen“ anhand des Essays von Gerd K. Schneider und analysiert, wie sich das Werk in unterschiedlichen Kulturkreisen und Epochen transformiert hat.
- Analyse der strukturellen und inhaltlichen Anpassungen in Parodien und Adaptationen.
- Untersuchung der kulturellen Herausforderungen bei der internationalen Rezeption.
- Bedeutung der gesellschaftskritischen Funktion des „Reigen“ als Spiegel der Zeitgenossen.
- Vergleich von klassischen Inszenierungen mit modernen, thematisch erweiterten Variationen.
- Betrachtung der Wirkung des Urheberrechts auf die literarische Weiterverarbeitung.
Auszug aus dem Buch
Zur künstlerischen Umsetzung von Arthur Schnitzlers REIGEN in Europa und den Vereinigten Staaten
In der Rezeptionsgeschichte des Schnitzlerschen „Reigen“ gibt es sowohl zahlreiche Parodien als auch eine Menge von Adaptationen. Wie es auch oft gesagt wird: „der REIGEN erlebt eine kaninchenartige Fortsetzung“. Das kann auch untermauert werden, da seit der Herausgabe von „Reigen“ ungefähr zwanzig literarische Werke auf Deutsch, sieben auf Englisch geschrieben; und elf Filme aufgrund dieses Werkes gedreht wurden. In dem Essay von Gerd K. Schneider werden von diesen Rezeptionen einige wichtige hervorgehoben.
Weil sich „Reigen“ auf vieler Weise interpretieren lässt, gibt es Stücke, in denen der Akzent auf ganz anderes gelegt wird, als in dem Originaltext. Eine der ersten Parodien dieses Werks die im selben Jahr als das Original, also 1903 erschien- gehört auch hierher. Parodie nennen wir das, weil es eine übertreibende, verspottende Nachahmung darstellt, wobei die Form der Dialogreihe- die am Ende einen Kreis bildet- beigehalten, aber der ursprüngliche Inhalt geändert wird. Bei dieser anonymen Parodie „Duo-Szenen im Dampfbad. Ringel- Reigen Rosenkranz nach berühmtem Muster von einer Wienerin“ ist es noch interessant, dass hier sich unter den Figuren nur Frauen befinden, und dass sehr großer Akzent auf den Sexakt gelegt wird; aber nur in der Fantasie der Frauen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Rezeption und die Absicht, verschiedene Texttypen und Interpretationsweisen des Originals zu untersuchen.
2. Die Entstehung und Intention des „Reigen“: Beleuchtung der Hintergründe des Werkes von 1903, der gesellschaftskritischen Absicht Schnitzlers und der damaligen Tabuisierung.
3. Künstlerische Rezeptionen: Parodien und Adaptationen: Untersuchung der verschiedenen Gattungen der Rezeption und der Bedeutung des Urheberrechts für die Bearbeitung des Stoffes.
4. Herausforderungen der internationalen Adaption: Analyse der Probleme, die bei der Übersetzung und kulturellen Übertragung des Stoffes in den US-amerikanischen Kontext auftreten.
5. Zeitgenössische Transformationen und Relevanz: Diskussion über moderne Variationen des Stoffes und die anhaltende Bedeutung des Werks als gesellschaftlicher Spiegel.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung der zeitlosen Relevanz des „Reigen“ und seiner Fähigkeit, sich den wandelnden gesellschaftlichen Bedingungen anzupassen.
Schlüsselwörter
Arthur Schnitzler, Reigen, literarische Rezeption, Parodie, Adaptation, Gerd K. Schneider, Gesellschaftskritik, Urheberrecht, Theatergeschichte, kultureller Transfer, Sexualmoral, Dramentheorie, literarische Bearbeitung, Moderne, Dramaturgie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die verschiedenen künstlerischen Adaptationen von Arthur Schnitzlers „Reigen“ und untersucht, wie das Werk international und über verschiedene Epochen hinweg rezipiert wurde.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu verstehen, wie das Originalwerk in andere Texttypen transformiert werden kann und welche Faktoren die Akzeptanz und Interpretation in verschiedenen Kulturkreisen beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die literarische Rezeptionsgeschichte, der Einfluss kultureller Unterschiede, die Funktion von Parodie versus Bearbeitung sowie die Wirkung des Stücks als sozialer Spiegel.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Essay von Gerd K. Schneider als Grundlage nutzt und verschiedene Rezeptionsbeispiele vergleichend gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Unterschiede zwischen Parodien und Adaptationen, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Bearbeitung sowie spezifische amerikanische und europäische Inszenierungsversuche.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Schnitzler, Reigen, Rezeption, Adaption, Parodie, Kulturtransfer und Gesellschaftskritik.
Welche Rolle spielt das Urheberrecht für die Rezeption?
Das Urheberrecht beeinflusste vor allem im deutschsprachigen Raum die Freiheit, mit dem Werk zu experimentieren, während amerikanische Autoren sich weniger an diese gesetzlichen Vorgaben gebunden sahen.
Warum wird das Musical „Hello again“ besonders hervorgehoben?
Es wird als Beispiel für eine moderne Neubearbeitung genannt, die den chronologischen Aufbau bricht und durch die Integration zeitgenössischer Themen wie Homosexualität neue Akzente setzt.
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- Zsuzsanna Pencz (Author), 2008, Analyse des Essays von Gerd K. Schneider Zur künstlerischen Umsetzung von Arthur Schnitzlers 'Reigen' in Europa und den Vereinigten Staaten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134372