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Deutung der Traumberichte in der Josefserzählung des Alten Testaments

Titel: Deutung der Traumberichte in der Josefserzählung des Alten Testaments

Seminararbeit , 2017 , 18 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Ingbert E. O. J. Jilg (Autor:in)

Theologie - Biblische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit sind die Träume und Traumdeutungen der in vielerlei Hinsicht außergewöhnlichen Josefsgeschichte in den Blick genommen. Die außergewöhnliche Hauptperson Josef erscheint darin sowohl als Träumer als auch als Traumdeuter, und diese beiden Elemente stehen im Fokus dieser Arbeit. Ob die Josefserzählung auf historischen Tatsachen basiert und ob zukunftsweisende Träume tatsächlich vorkommen, wird im Hintergrund belassen. Jedoch wird das Thema Traum und Traumdeutung in den Kulturen des Alten Orients und im Kontext des Alten Testaments betrachtet. Somit liefert diese Arbeit einen fundierten Einblick in die Traumberichte der Josefsgeschichte sowie neue Erkenntnisse hinsichtlich deren Bedeutung und Auslegung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Traum und Traumdeutung im Alten Orient und Alten Testament

2. Josef als Träumer (Gen 37,5–11)

2.1. Josefs erster Traum

2.2. Josefs zweiter Traum

2.3. Zusammenfassung

3. Josef als Traumdeuter

3.1. Die Träume des Mundschenks und des Bäckers und Josefs Deutung (Gen 40,1–23)

3.2. Pharaos Traum (Gen 41,1–32)

3.3. Zusammenfassung

Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Träumen und deren Deutung in der Josefsgeschichte (Genesis 37–50). Dabei steht die Hauptfigur Josef im Zentrum, der sowohl als Träumer als auch als Traumdeuter auftritt, um die Rolle und Funktion dieser Phänomene im Kontext des Alten Orients und des Alten Testaments zu beleuchten.

  • Träume als Offenbarungsmedium im Alten Testament
  • Analyse der Träume Josefs (Garbentraum und Gestirntraum)
  • Traumdeutungen durch Josef (Mundschenk, Bäcker und Pharao)
  • Die historische und religiöse Einordnung von Traumdeutung
  • Die psychologische und theologische Entwicklung der Figur Josef

Auszug aus dem Buch

1. Traum und Traumdeutung im Alten Orient und Alten Testament

Im Leben der Menschen im Antiken Orient spielten Träume eine bedeutende Rolle. Der Grund dafür ist der Glaube, dass sich Götter in Träumen an Menschen wenden können oder ihnen göttliches Wissen, etwa über die Zukunft, vermitteln. Daher herrschte auch die Auffassung: „Der Traum ist vom Menschen unabhängig“, das heißt, an ihn gesandt. Doch wurden nicht alle Träume als bedeutungsvoll eingeschätzt. Aus Mesopotamien sind zahlreiche Zeugnisse zum Thema Traum und Traumdeutung überliefert. In den Ruinen der assyrischen Stadt Ninive sind katalogartige Aufzeichnungen zu Träumen entdeckt worden, und aus dem Stadtstaat Mari ist eine umfangreiche Sammlung von Traumaufzeichnungen von um 1700 v. Chr. erhalten geblieben. Zudem gibt es mehrere mesopotamische Mythen und Legenden, in denen Träume zukunftsweisende Bedeutung haben.

Beispiele dafür sind das Gilgamesch-Epos und „Gilgameschs Tod“. Weitere bekannte altorientalische Traumberichte finden sich beispielsweise auf dem „Gudea-Zylinder“ und der „Sphinxstele“. Aus den Quellen ergibt sich ein lebhaftes Bild: „Während des Traumes wird der Träumer nach mesopotamischer Vorstellung von Göttern, Dämonen, Toten und lebenden Menschen besucht und kann selbst zu anderen Wesen und in andere Räume wie den Himmel oder die Unterwelt gelangen“. Zudem gilt: „Träume werden im antiken Mesopotamien als nicht weniger real erlebt und empfunden als die Geschehnisse der Wachwelt“. Allgemein ist zudem erkennbar, dass Träumen von Herrschern sehr große Bedeutung beigemessen worden ist.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Einzigartigkeit der Josefsgeschichte und führt in die Thematik der Träume und Traumdeutungen ein, die in der hebräischen Bibel einen besonderen Stellenwert einnehmen.

1. Traum und Traumdeutung im Alten Orient und Alten Testament: Das Kapitel bietet einen kulturhistorischen Überblick und verdeutlicht, dass Träume im antiken Mesopotamien als reale göttliche Mitteilungen verstanden wurden.

2. Josef als Träumer (Gen 37,5–11): Die Analyse der beiden Träume Josefs zeigt, dass diese weniger als bloße Überheblichkeit, sondern als Vorzeichen seiner späteren Rolle in Ägypten zu verstehen sind.

2.1. Josefs erster Traum: Untersuchung der Symbolik des Garbentraums und der Proskynese (Niederwerfung) als Ausdruck eines künftigen Vorrangs, der jedoch nicht zwingend eine Unterwerfung bedeutet.

2.2. Josefs zweiter Traum: Analyse des Gestirntraums, der Josefs Sonderstellung in der Familie verdeutlicht und mathematische Aspekte der Zeitdeutung integriert.

2.3. Zusammenfassung: Dieses Kapitel resümiert die Deutungsansätze zu den Träumen Josefs und ordnet sein Verhalten gegenüber seinen Brüdern in den antiken Kontext ein.

3. Josef als Traumdeuter: Fokus liegt auf Josefs Rolle als Vermittler göttlichen Wissens gegenüber Dritten.

3.1. Die Träume des Mundschenks und des Bäckers und Josefs Deutung (Gen 40,1–23): Eine tiefgehende Analyse zeigt, wie Josef die Träume der Gefängnisinsassen logisch und differenziert interpretiert.

3.2. Pharaos Traum (Gen 41,1–32): Untersuchung von Josefs zentraler Deutung der Pharao-Träume und seine anschließende praktische Beratung zur Vorbereitung auf die Hungerjahre.

3.3. Zusammenfassung: Das Kapitel reflektiert, wie sich Josefs Fähigkeit zur Traumdeutung und seine Fähigkeit zur Überzeugung in seiner Karriere entfalten.

Schlusswort: Das Schlusswort zieht eine Bilanz der Entwicklung Josefs vom unbedachten Träumer zum weisen, planenden Traumdeuter und Staatsmann.

Schlüsselwörter

Josef, Josefsgeschichte, Traumdeutung, Oneiromantik, Altes Testament, Mesopotamien, Gen 37, Gen 40, Gen 41, Offenbarung, Gott, Traumkultur, Zukunftsdeutung, Antike, Proskynese.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Träumen innerhalb der Josefsgeschichte in der Genesis. Sie analysiert, wie diese Träume im antiken Kontext verstanden wurden und welche soziale und religiöse Rolle Josef als Träumer und Traumdeuter spielte.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Inhalt?

Die Schwerpunkte liegen auf der altorientalischen Traumkultur, der exegetischen Analyse der spezifischen Träume Josefs sowie der Deutung von Träumen Dritter (Mundschenk, Bäcker, Pharao) im Kontext göttlicher Inspiration.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Josef nicht nur als passiven Träumer, sondern als aktiven Traumdeuter zu betrachten und diese Phänomene innerhalb der literarischen Struktur der Josefsgeschichte sowie im Vergleich zu zeithistorischen Quellen einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit nutzt schwerpunktmäßig die exegetische Analyse der biblischen Texte unter Einbeziehung von Fachliteratur und historischer Kontextualisierung aus dem Altorientalistik-Bereich.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil behandelt methodisch die Träume Josefs (Kapitel 2) sowie dessen Deutungstätigkeit bei anderen Akteuren (Kapitel 3), ergänzt durch historische Hintergrundinformationen im ersten Kapitel.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben Josef und Traumdeutung sind Begriffe wie Genesis, Oneiromantik, alttestamentliche Exegese sowie der kulturhistorische Vergleich zwischen dem israelitischen Verständnis und dem antiken mesopotamischen Umfeld entscheidend.

Wie unterscheidet sich der zweite Traum Josefs vom ersten in seiner Bedeutung?

Während der erste Traum (Garbentraum) sich auf eine direkte, wenn auch symbolische, Vormachtstellung bezieht, integriert der zweite Traum (Gestirntraum) eine komplexere Zeitkomponente und bestärkt Josefs Sonderstellung innerhalb seiner Familie.

Welche Rolle spielt Gott in der traumtheoretischen Deutung Josefs?

Josef wird als Vermittler dargestellt, der das Deutungswissen nicht als menschliches Handwerk, sondern als göttliches Charisma versteht, wodurch er sich von anderen Traumdeuten seiner Zeit abhebt.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Deutung der Traumberichte in der Josefserzählung des Alten Testaments
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Veranstaltung
Seminar: Die Josefsgeschichte
Note
1,7
Autor
Ingbert E. O. J. Jilg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V1344220
ISBN (PDF)
9783346850317
ISBN (Buch)
9783346850324
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Josef Traum Traumdeutung Altes Testament Genesis Ägypten Josefserzählung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ingbert E. O. J. Jilg (Autor:in), 2017, Deutung der Traumberichte in der Josefserzählung des Alten Testaments, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1344220
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Leseprobe aus  18  Seiten
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