Inwiefern lässt sich Fridays for Future Deutschland als ein eigenes strategisches Handlungsfeld in Deutschland analysieren? Um diese Frage zu untersuchen, wird die aus der Soziologie kommende Feldtheorie nach Neil Fligstein und Dough McAdam herangezogen. Die Verwendung dieser Theorie wird durch ein tiefgreifendes Verständnis für Veränderungsprozesse der Theorie begründet.
Zu Beginn dieser Arbeit wird erstmals auf die Theorie strategischer Handlungsfelder näher eingegangen, um eine Grundlage für den weiteren Verlauf zu schaffen. Hierbei wird aufzeigt, von welchen Grundannahmen diese Theorie ausgeht und welche Struktur und Organisation innerhalb eines strategischen Handlungsfelds (Strategic Actions Fields; hier im Folgenden mit SAF abgekürzt) differenziert werden kann. Im weiteren Verlauf wird zudem aufzeigt, wie Wandel und Veränderungen innerhalb eines Feldes in Verbindung zu Krisen und Konflikten stehen. Folgend wird auf die FFF Bewegung in Deutschland eingegangen. Hierbei werden deren Hintergründe angeschnitten und folgend untersucht, inwiefern diese ein eigenes strategisches Handlungsfeld unter Berücksichtigung der Theorie darstellt.
Die Fridays for Future Bewegung deutet stetig darauf hin, dass sich die Politik immer noch zu wenig für den Klimaschutz einsetzt. Somit konnte die Bewegung um Greta Thunberg eine große Anzahl von Anhänger*innen gewinnen. Die große Aufmerksamkeit rund um die Bewegung beeinflusst in vergangener Zeit viele politische, aber auch ökonomische Prozesse und bildet sich als ein wichtiger gesellschaftlicher Akteur heraus.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Theorie strategischer Handlungsfelder
2.1. Die Grundannahmen
2.2. Die Struktur und Organisation eines Feldes
2.3. Feldtypen
2.4. Konflikte und Krisen
3. Fridays for Future – ein strategisches Handlungsfeld
3.1. Die Hintergründe der Fridays for Future Bewegung
3.2. Die Grundannahmen eines strategischen Handlungsfelds bezogen auf Fridays for Future
3.3. Die Struktur und Organisation von Fridays for Future
3.4. Der Feldtyp von Fridays for Future
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Fridays for Future Bewegung in Deutschland als ein eigenes strategisches Handlungsfeld im Sinne der Theorie von Neil Fligstein und Dough McAdam analysiert werden kann und welche strukturellen Merkmale die Bewegung aufweist.
- Theoretische Fundierung der Theorie strategischer Handlungsfelder
- Analyse der Akteurskonstellationen (Etablierte, Herausforderer, Governance Units) innerhalb von Fridays for Future
- Untersuchung der organisationsstrukturellen Grundlagen und Entscheidungswege
- Einordnung von Fridays for Future in den soziologischen Feldtyp eines stabilen Handlungsfeldes
- Betrachtung von Krisenpotenzialen und Destabilisierungsfaktoren innerhalb der Bewegung
Auszug aus dem Buch
3.1. Die Hintergründe der Fridays for Future Bewegung
Gründerin der FFF Bewegung ist die Schülerin Greta Thunberg (vgl. Kesper 2019: o. S.). Thunberg wollte durch einen Schulstreik am 20. August 2018 die Politiker in der ganzen Welt primär ihres Heimatlandes Schweden dazu aufrufen die Ziele des Pariser Klimabkommens zu erfüllen (vgl. Partanen 2019: S. 29). Dieses Abkommen, welches innerhalb der UN-Klimakonferenz im Jahre 2015 beschlossen wurde, beinhaltet eine Reduktion der CO2-Emissionen, um die globale Erderwärmung der Ländern auf unter 2 Grad Celsius, idealerweise auf 1,5 Grad Celsius zu senken (vgl. ebd.). Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Maßnahmen und Forderungen von den Länder umgehend umgesetzt werden (vgl. ebd.: S. 30). Allerdings zeigte der Klimaschutz-Index von dem Jahr 2018, dass sich die Ländern zu wenig für den Klimaschutz einsetzen, um den Zielen des Abkommens nachzukommen (vgl. Burck et al. 2017: S. 7f.). Keinem einzigen Land ist es zu diesem Zeitpunkt gelungen, die Maßnahmen auf nationaler Ebene umzusetzen (vgl. Partanen 2019: S. 31). Aufgrund dessen beschloss die damals 15 jährige Greta Thunberg vor dem schwedischen Parlament zu protestieren (vgl. Partanen 2019.: S. 35).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Klimadebatte und die Entstehung der Fridays for Future Bewegung ein und formuliert die zentrale Fragestellung zur Einordnung der Bewegung als strategisches Handlungsfeld.
2. Die Theorie strategischer Handlungsfelder: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Feldtheorie nach Fligstein und McAdam, einschließlich der Akteurstypen, der Feldstrukturen sowie der Bedeutung von Konflikten und Krisen.
3. Fridays for Future – ein strategisches Handlungsfeld: Das Hauptkapitel wendet die theoretischen Konzepte auf Fridays for Future an, indem es Hintergründe, kollektives Verständnis, Organisationsstruktur, Umweltbeziehungen und den spezifischen Feldtyp der Bewegung detailliert analysiert.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Bewegung als organisiertes und stabiles Handlungsfeld eingeordnet werden kann, warnt jedoch vor möglichen Destabilisierungstendenzen durch interne Unstimmigkeiten.
Schlüsselwörter
Fridays for Future, Strategische Handlungsfelder, Klimapolitik, Soziologie der Innovation, Feldtheorie, Neil Fligstein, Dough McAdam, Gesellschaftliche Akteure, Organisationsstruktur, Basisdemokratie, Klimakrise, Handlungsfeldanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Fridays for Future Bewegung in Deutschland unter Anwendung der Theorie strategischer Handlungsfelder von Fligstein und McAdam, um deren soziologische Struktur zu durchdringen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Autorin?
Zentrale Themen umfassen die soziologische Feldtheorie, die organisationale Struktur sozialer Bewegungen, die Interaktion mit dem politischen Umfeld sowie die Dynamiken von Akteuren innerhalb eines Handlungsfeldes.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern Fridays for Future Deutschland als ein eigenes „strategisches Handlungsfeld“ (SAF) nach der Theorie von Fligstein und McAdam klassifiziert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es wird eine theoretische Analyse auf Basis der Soziologie der Innovation angewandt, wobei die Feldtheorie als mikrofundierte Strukturtheorie zur Untersuchung von Prozessen und Wandel dient.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse der Identität, der inneren Organisationsform (Arbeitsgruppen, Delegierte), der Abgrenzung zu anderen Feldern und der Bestimmung des Feldtyps der FFF-Bewegung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Untersuchung wird durch Begriffe wie strategische Handlungsfelder, soziale Bewegungen, Basisdemokratie, Klimaschutz, Feldtheorie und Akteursanalyse charakterisiert.
Wie definiert die Arbeit das Verhältnis von FFF zu politischen Institutionen?
FFF wird als ein Akteur betrachtet, der durch Streiks und Forderungen Druck auf das Feld der Klimapolitik ausübt, womit eine horizontals-verflochtene Beziehung mit staatlichen Akteuren besteht.
Welches potenzielle Krisenrisiko für FFF wird aufgezeigt?
Die Autorin weist darauf hin, dass die basisdemokratische Struktur und die minimale Regeldichte bei internen Unstimmigkeiten zu einer Destabilisierung führen können, was die Bewegung in ein instabiles Feld transformieren könnte.
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- Sophie Decker (Autor), 2020, Die Theorie strategischer Handlungsfelder am Beispiel der Bewegung Fridays for Future in Deutschland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1344264