Im zweiten Kapitel dieser Arbeit werden zunächst die theoretischen Grundlagen des Soll-/Ist-Vergleiches bei Bauprojekten geklärt. Dazu zählen ein kurzer Abriss des Controllings und Projektcontrollings sowie dessen Aufgaben, eine kurze Beschreibung der wesentlichen Aufgaben des Baustellencontrollings und der daraus abgeleiteten Zielsetzung des Soll-/Ist-Vergleiches. Daran anschließend werden die Randbedingungen für das Baustellencontrolling aufgeführt, die Probleme bei der Zeitnähe des Soll-/Ist-Vergleiches mit verursachen bzw. eine Verkürzung der Dauer erforderlich machen. Sodann wird eine vertiefende Beschreibung der Bestandteile, des Ablaufs und der Instrumente des Soll-/Ist-Vergleiches aufgeführt, um abschließend die wesentlichen Probleme des Soll-/Ist-Vergleiches bei Bauprojekten zu betrachten.
Das dritte Kapitel bietet einen Überblick über das Management-Informationssystem (MIS) "Aristoteles", das momentan bei der Hochtief Construction AG im Einsatz ist. Dabei werden die wesentlichen Module dieses Systems und ihr Anteil an der Erstellung des Soll-/Ist-Vergleiches für Bauprojekte näher beschrieben. Eine vertiefte Betrachtung gilt dem projektbegleitenden Modul KUBUS und seinen Funktionalitäten.
Im vierten Kapitel wird der Ablauf der Erstellung des Soll-/Ist-Vergleiches mit dem MIS "Aristoteles", d. h. mit Hilfe eines Praxisbeispiels, näher untersucht. Darunter fallen die Arbeitsschritte bei der Aktualisierung der Arbeitskalkulation, der Mengenmeldung und Leistungsermittlung, der Ist-Kosten-Abgrenzung sowie der Erzeugung der Berichte zum Soll-/Ist-Vergleich. Anschließend wird der zeitliche Ablauf dargestellt und die Zeitpunkte, zu denen entscheidende Informationen für Baustellenführungskräfte vorliegen, näher betrachtet. Abschließend werden die organisatorischen Schnittstellen beschrieben und es wird auf beteiligte Bereiche und den Daten- sowie Informationsfluss eingegangen.
Im fünften Kapital findet sich eine Darstellung und Analyse der Schwachstellen, die die Dauer bis zum Vorliegen des Soll-/Ist-Vergleiches im vorliegenden Fall wesentlich bestimmen. Hinsichtlich der Zeitdauer wird näher auf organisatorische Schwachstellen, die Leistungsmeldung sowie die Ist-Kosten-Ermittlung und –Abgrenzung eingegangen.
Das sechste Kapitel betrachtet Möglichkeiten zur Verkürzung der Berichtsintervalle. Dazu zählen Änderungen der Organisation, Verbesserungen der Leistungsmeldung und der Ist-Kosten-Ermittlung und –Abgrenzung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen: Der Soll-Ist-Vergleich bei Bauprojekten
2.1 Aufgaben des Controllings und des Projektcontrollings
2.1.1 Begriff, Ziele und Aufgaben des Controllings
2.1.2 Definition und Aufgaben des Projektcontrollings
2.2 Besonderheiten des Baustellencontrollings
2.2.1 Definition, Bedeutung und Ziele des Baustellencontrollings
2.2.2 Aufgaben des Baustellencontrollings
2.3 Randbedingungen für den Einsatz des Controllings bei Bauprojekten
2.3.1 Bedeutung und Situation der Bauindustrie
2.3.2 Randbedingungen für das Baustellencontrolling
2.4 Der Soll-/Ist-Vergleich bei Bauprojekten
2.4.1 Definition, Ziele und Aufgaben des Soll-/Ist-Vergleiches
2.4.2 Die Bestandteile des Soll-Ist-Vergleiches
2.4.3 Der Ablauf des Kosten-Soll-/Ist-Vergleiches
2.4.4 Instrumente und Hilfsmittel des Soll-/Ist-Vergleiches
2.5 Probleme des Soll-/Ist-Vergleiches
2.5.1 Übersicht
2.5.2 Zeitnähe des Soll-/Ist-Vergleiches und der Leistungsfeststellung
2.5.3 Nachunternehmer-Controlling und Abgrenzung von Ist-Kosten
2.5.4 Aussagekraft und Zukunftsbezogenheit des Soll-/Ist-Vergleiches
2.6 Resümee
3. Das Management-Informationssystem "Aristoteles"
3.1 Aufbau und Umfang des Managementinformationssystems
3.2 Das Modul PROBET
3.3 Das Modul RENUS
3.4 Das Modul KUBUS
3.4.1 Übersicht
3.4.2 Einsatz von KUBUS vor und während der Baudurchführung
3.4.3 Risiko-Controlling und Hochrechnung/Prognose
3.4.4 Das Nachunternehmer-Controlling
3.5 Resümee
4. Darstellung des Datenflusses und der zeitlichen Verfügbarkeit von Daten
4.1 Überblick
4.2 Arbeitsschritte im Vorfeld und während des Soll-/Ist-Vergleiches
4.2.1 Die Aktualisierung der Arbeitskalkulation
4.2.2 Ermittlung von Leistung und Ist-Kosten
4.2.3 Erstellung von Hochrechnung und Prognose
4.2.4 Der Soll-/Ist-Vergleich
4.3 Zeitlicher Ablauf und Informationsfluss
4.3.1 Übersicht
4.3.2 Zeitlicher Ablauf einzelner Arbeitsschritte
4.3.3 Ablauf von Leistungsmeldung und Soll-Kosten-Berechnung
4.3.4 Zeitpunkte des Vorliegens entscheidender Daten
4.4 Organisation und Schnittstellen
4.4.1 Übersicht
4.4.2 Beteiligte Bereiche und ihre Aufgaben
4.4.3 Bestehende Schnittstellen
4.4.4 Datenfluss
4.5 Resümee: Verfügbarkeit von Daten
5. Schwachstellenanalyse der zeitlichen Verfügbarkeit von Daten
5.1 Erfüllte Anforderungen
5.2 Aussagekraft und inhaltliche Schwachstellen des Soll-/Ist-Vergleiches
5.3 Organisatorische Schwachstellen
5.3.1 Organisation des Baustellencontrollings
5.3.2 Anzahl und Art der Schnittstellen
5.3.3 Datenformate
5.4 Schwachstellen der Leistungsmeldung
5.4.1 Zeitdauer und Zeitpunkt der Leistungsmeldung
5.4.2 Aussagekraft der Leistungsmeldung
5.5 Schwachstellen der Ist-Kosten-Ermittlung und -Abgrenzung
5.5.1 Zeitpunkt und Zeitdauer der Ist-Kosten-Abgrenzung
5.5.2 Art und Organisation der Ist-Kosten-Abgrenzung
5.6 Resümee: Zeitverzögernde Schwachstellen
6. Möglichkeiten zur Verkürzung der Berichtsintervalle
6.1 Aussagekraft und Inhalt des Soll-/Ist-Vergleiches
6.2 Organisatorische Verbesserungsmöglichkeiten
6.2.1 Führungs- und Organisationsstrategie
6.2.2 Ablauforganisation des Baustellencontrollings
6.2.3 Aufbauorganisation des Baustellencontrollings
6.3 Verbesserung des Zeitlaufs der Leistungsmeldung
6.3.1 Reduktion der Anzahl von Positionen
6.3.2 EDV-technische Anbindung der Baustelle
6.3.3 Bildinformationssystemen zur Leistungsermittlung
6.3.4 Einsatz von Bildinformationssystemen zur Ermittlung des Materialverbrauchs
6.4 Verbesserung der Ist-Kosten-Ermittlung und -Abgrenzung
6.4.1 Ist-Kosten-Erfassung
6.4.2 Vorziehen von Abgrenzungsarbeiten
6.4.3 Orientierung an Herstellungsabschnitten
6.4.4 Einbezug von Nachunternehmern
7. Ergebnisse und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand eines Praxisbeispiels der Hochtief Construction AG die Durchführung von Soll-Ist-Vergleichen bei Bauprojekten, um Gründe für zeitliche Verzögerungen bei der Bereitstellung steuerungsrelevanter Informationen zu identifizieren und Möglichkeiten zur Verkürzung der Berichtsintervalle aufzuzeigen.
- Analyse der theoretischen Grundlagen des Projektcontrollings in der Bauindustrie.
- Untersuchung der Datenflüsse und des Einsatzes von Management-Informationssystemen wie "Aristoteles".
- Identifikation organisatorischer und inhaltlicher Schwachstellen im Soll-Ist-Vergleich.
- Evaluation von Lösungsansätzen zur Verbesserung der Zeitnähe und Aussagekraft der Berichterstattung.
Auszug aus dem Buch
2.5.1 Übersicht
Das Kernproblem des Baustellencontrollings ist die Erstellung einer praktikablen Methode zur Überwachung von Baustellen, mit der Daten und andere Grundlagen für Lenkungseingriffe so rasch vorliegen, dass entsprechende Eingriffe rechtzeitig erfolgen können Dies ist um so wichtiger, da die Planung und Überwachung der Baustelle sowie der damit verbundene Informationsfluss eine zentrale Stellung für die Ergebnissicherung einnimmt. Ein rechtzeitiger (zeitnaher) Soll-/Ist-Vergleich kann auch unter dem Gesichtspunkt als wesentlich angesehen werden, dass vom Bauherren früh angekündigte Kostenüberschreitungen des Bauprojektes bei Verhandlungen über Nachträge eher akzeptiert werden, wie Blazek hervorhebt (Blazek, Alfred et. al.: Projekt-Controlling, 164).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Zeitdauer von Soll-Ist-Vergleichen bei Bauprojekten ein und beschreibt den Aufbau sowie die Vorgehensweise der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen: Der Soll-Ist-Vergleich bei Bauprojekten: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen des Controllings, die Besonderheiten des Baustellencontrollings sowie die Randbedingungen und Abläufe des Soll-Ist-Vergleichs erörtert.
3. Das Management-Informationssystem "Aristoteles": Dieses Kapitel beschreibt das bei der Hochtief Construction AG eingesetzte IT-System und seine vier Module (DIVA, PROBET, RENUS, KUBUS) zur Unterstützung der Projektsteuerung.
4. Darstellung des Datenflusses und der zeitlichen Verfügbarkeit von Daten: Hier wird der Prozess der Datenbereitstellung analysiert, angefangen bei der Aktualisierung der Arbeitskalkulation bis hin zur Erstellung der Berichte.
5. Schwachstellenanalyse der zeitlichen Verfügbarkeit von Daten: Dieses Kapitel untersucht die Ursachen für zeitliche Verzögerungen, einschließlich inhaltlicher und organisatorischer Mängel sowie der Probleme bei der Leistungsmeldung und Ist-Kosten-Abgrenzung.
6. Möglichkeiten zur Verkürzung der Berichtsintervalle: Der Autor schlägt verschiedene organisatorische und technologische Verbesserungen vor, wie die Reduktion von Positionen, EDV-Anbindung oder den Einsatz von Bildinformationssystemen.
7. Ergebnisse und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und bewertet die Potenziale für eine schnellere Berichterstattung.
Schlüsselwörter
Soll-Ist-Vergleich, Bauprojekt, Projektcontrolling, Baustellencontrolling, Hochtief Construction AG, MIS Aristoteles, Leistungsermittlung, Ist-Kosten, Abgrenzung, Nachunternehmer, Berichtsintervalle, Projektsteuerung, Datenfluss, Baubetrieb, Kostenmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Studienarbeit untersucht die Effizienz und Zeitnähe von Soll-Ist-Vergleichen bei Bauprojekten am Beispiel der Hochtief Construction AG.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind das Projektcontrolling, die Anwendung von Management-Informationssystemen, der Datenfluss innerhalb von Bauunternehmen und die Identifikation von Schwachstellen in der Baustellenberichterstattung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Ursachen für die oft verspätete Verfügbarkeit steuerungsrelevanter Informationen zu analysieren und praxistaugliche Methoden zu entwickeln, um Berichtsintervalle zu verkürzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine fallstudienbasierte Analyse des bestehenden Controlling-Systems bei der Hochtief Construction AG in Verbindung mit einer fundierten theoretischen Literaturanalyse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die Beschreibung des IT-Systems "Aristoteles", eine detaillierte Analyse des Datenflusses sowie eine kritische Untersuchung von Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Soll-Ist-Vergleich, Bauprojekt, Projektcontrolling, Baustellencontrolling, Leistungsermittlung und Ist-Kosten sind zentrale Begriffe.
Warum ist das "Aristoteles"-System für die Arbeit relevant?
Es dient als konkretes Praxisbeispiel für ein integriertes Management-Informationssystem, anhand dessen der Ist-Zustand des Berichtswesens und dessen IT-gestützte Optimierung untersucht werden.
Was ist das Hauptproblem bei der Leistungsermittlung auf Baustellen?
Die Leistungsermittlung erfolgt oft auf Basis von Schätzungen vor dem offiziellen Stichtag, was zu einer gewissen Ungenauigkeit und Abhängigkeit von menschlichen Einschätzungen führt.
Welche Rolle spielen Nachunternehmer bei der Zeitnähe des Soll-Ist-Vergleichs?
Der Einbezug von Nachunternehmern erschwert die exakte Ist-Kosten-Abgrenzung, da Rechnungen und Leistungen oft erst verzögert vorliegen oder nur schwer exakt abzugrenzen sind.
- Quote paper
- Jochen Mller (Author), 2004, Die Durchführung von Soll-Ist-Vergleichen bei Bauprojekten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134429