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"Bellum Iustum" und die Leichenrede des Perikles

Titel: "Bellum Iustum" und die Leichenrede des Perikles

Hausarbeit , 2023 , 16 Seiten

Autor:in: Jannik Singer (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem bislang noch unerforschten Thema, inwieweit sich das Prinzip des bellum iustum in der Leichenrede des Perikles widespiegelt.Der bellum iustum wird in der Forschung immer mit dem republikanischen Rom in Verbindung gebracht. Eine genaue Betrachtung im Bezug auf diese Rede ist zwingend erforderlich. Inhalt dieser Arbeit ist die Definition und Unterscheidung des Begriffes bellum iustum, eine Analyse der Grabrede und eine anschließende Betrachtung der Rede unter dem Aspekt des bellum iustum. Ein abschließendes Ausblickskapitel in unsere heutige Zeit finalisiert dieses Forschungsdesiderat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

I. BELLUM IUSTUM

I.I THEORIE

I.II PRAXIS

II. DIE LEICHENREDE DES PERIKLES

III. BELLUM IUSTUM IN DER LEICHENREDE

III.I LEICHENREDEN ALS TRADITION

III.II ANALYSE EINZELNER PASSAGEN

FAZIT

AUSBLICK IN DIE HEUTIGE ZEIT

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das Prinzip des Bellum Iustum (gerechter Krieg) in der berühmten Leichenrede des Perikles, wie sie bei Thukydides überliefert ist, Anwendung findet. Ziel ist es, die rhetorischen Strategien des Perikles zu analysieren und aufzuzeigen, wie diese zur Legitimation des Peloponnesischen Krieges eingesetzt werden, wobei eine Brücke zwischen antiken Begründungsmustern und deren Bedeutung für die moderne politische Rhetorik geschlagen wird.

  • Definition und theoretische Grundlagen des Bellum Iustum im römischen Kontext.
  • Analyse der argumentativen Struktur der Leichenrede des Perikles.
  • Untersuchung der Leichenrede hinsichtlich ihrer Funktion als Legitimationsinstrument für staatliche Kriegführung.
  • Vergleichende Betrachtung der Übertragbarkeit antiker Legitimationsprinzipien auf aktuelle politische Konflikte.

Auszug aus dem Buch

III.II Analyse einzelner Passagen

Dieses Unterkapitel widmet sich nun einzelnen Passagen aus der Rede und vergleicht die Rechtfertigungen mit den (praktischen) Rechtfertigungen des BIs – dem iusta causa belli. In der Rede selbst bedient sich Perikles drei der vier BI-Fällen: dem bella iusta, dem formal gerechten Krieg und dem sachlich gerechten Krieg. Diese werden jetzt genau beleuchtet.

Perikles erste Rechtfertigung folgt der des sgK. Dabei baut er eine emotionale Argumentationskette auf. Er dankt und ehrt vor dem Plenum die Vorfahren und erinnert an ihre erreichten Errungenschaften bezüglich der athenischen Staatsform. Diese Errungenschaften manövriert Perikles in eine emotionale Drucksituation gegenüber den Zuhörern. Er betont die Opfer, die ihre Vorfahren erbringen mussten und preist ihre Hingabe. Dabei vergleicht er auch die Vorfahren und die zeitgenössischen Athener. Das heißt, dass er die Vorfahren und die heutigen Athener auf eine Stufe stellt. Jedoch gebührt den Athenern nur das Lob, weil sie im (peloponnesischen) Krieg für und um Athen kämpfen – wie ihre Vorfahren. Damit drückt Perikles aus, dass, wenn sie den Krieg nicht mehr unterstützen, sie den Vorfahren gegenüber „unwürdig“ sind. Kapitel 36 zielt darauf ab, dass das Militär, sowie der Krieg sehr wichtig ist. Die Schlussfolgerung lautet, dass Gefallene damit eine logische Konsequenz für die Mühen der heutigen Athener (in Ehren der Vorfahren) sind. Perikles impliziert mit diesem Teil der Rede damit, dass Athen, schon seit seiner „überlegenen“ und hart erkämpften Staatsform der Demokratie, ständig äußere Bedrohungen bekämpfen muss, die die (aus athenischer Perspektive) überlegenen Athener mit ihrer Staatsform stürzen wollen. Dies ist ein Prinzip des sgK, der als Kriegsgrund die Neutralisierung von Bedrohungen beinhaltet.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Thema ein und stellt die Forschungsfrage, inwieweit das Prinzip des Bellum Iustum in der Leichenrede des Perikles präsent ist.

I. BELLUM IUSTUM: Dieses Kapitel definiert die theoretischen und praktischen Grundlagen des gerechten Krieges (Bellum Iustum) anhand antiker Quellen und Beispiele.

II. DIE LEICHENREDE DES PERIKLES: Hier wird der historische Kontext der Rede analysiert und ihre siebenstufige, rhetorische Argumentationsstruktur untersucht.

III. BELLUM IUSTUM IN DER LEICHENREDE: Dieses Kapitel überträgt die Theorie des gerechten Krieges auf die Analyse der Leichenrede, sowohl als Ganzes als auch anhand spezifischer Passagen.

FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass das Prinzip des gerechten Krieges in Athen, ähnlich wie in Rom, ein zentrales Instrument zur Legitimierung von politischem Handeln diente.

AUSBLICK IN DIE HEUTIGE ZEIT: Der Ausblick verdeutlicht die bleibende Relevanz der Untersuchung, indem er Parallelen zwischen antiker Rhetorik und aktuellen politischen Legitimierungsversuchen von Kriegen zieht.

Schlüsselwörter

Bellum Iustum, Gerechter Krieg, Leichenrede des Perikles, Thukydides, Peloponnesischer Krieg, Antike, Politische Rhetorik, Kriegspropaganda, Demokratie, Legitimierung, Iusta causa belli, Fetialrecht, Staatsideologie, Athen, Antike Konfliktführung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung und rhetorischen Wirksamkeit des Konzepts des "gerechten Krieges" (Bellum Iustum) in der klassischen Antike am Beispiel der Leichenrede des Perikles.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen des antiken Bellum Iustum, die Analyse der rhetorischen Strategien des athenischen Staatsmannes Perikles und der Vergleich mit der römischen Rechtspraxis.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Perikles in seiner Leichenrede traditionelle Argumentationsmuster nutzt, um den Peloponnesischen Krieg als legitim und notwendig darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine quellenbasierte Analyse der Leichenrede unter Anwendung der theoretischen Kriterien des Bellum Iustum, um Argumentationsstrukturen zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst das antike Bellum Iustum (Theorie und Praxis) erläutert, anschließend die Leichenrede strukturell analysiert und schließlich die Konzepte in einer vergleichenden Analyse zusammengeführt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Bellum Iustum, Leichenrede des Perikles, Kriegspropaganda, politische Legitimation, Antike und Demokratie.

Inwiefern unterscheidet sich die Leichenrede vom Fetialrecht?

Während das Fetialrecht primär die formale rituell-juristische Einleitung eines Krieges regelt, zielt die Leichenrede stärker darauf ab, einen bereits laufenden Konflikt durch moralische und ideologische Argumente fortzuführen und zu rechtfertigen.

Warum ordnet der Autor die Rede als "Propaganda" ein?

Der Autor argumentiert, dass die Rede rhetorisch so konzipiert ist, dass sie die Zuhörer in einen emotionalen Handlungsdruck versetzt, um Unterstützung für den Krieg zu gewinnen und die athenische Staatsform zu verherrlichen.

Welche Rolle spielt die Demokratie bei der Kriegslegitimation?

Perikles nutzt die athenische Demokratie als Argument: Da die Bürger Teil dieses Staates sind, wird der Krieg zu einer Verteidigung ihrer gemeinsamen Werte, was den Einzelnen moralisch zur Unterstützung verpflichtet.

Ist der Ansatz des Autors heute noch relevant?

Ja, der Autor betont, dass die Kunst, einen Krieg vor der eigenen Bevölkerung durch Reden zu rechtfertigen, ein zeitloses Instrument ist, das sich auch in heutigen politischen Konflikten beobachten lässt.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Bellum Iustum" und die Leichenrede des Perikles
Hochschule
Universität Osnabrück
Veranstaltung
Proseminar Geschichte
Autor
Jannik Singer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
16
Katalognummer
V1344305
ISBN (PDF)
9783346848147
ISBN (Buch)
9783346848154
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bellum iustum Perikles Athenische Demokratie Peloponnesischer Krieg
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jannik Singer (Autor:in), 2023, "Bellum Iustum" und die Leichenrede des Perikles, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1344305
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Leseprobe aus  16  Seiten
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