Im folgenden Essay werde ich auf die Strata-Theorie und ihre Komponenten sowie auf die lautliche Entwicklung des Spanischen eingehen. Die Strata-Theorie wurde vom italienischen Sprachforscher Graziadio Isaia Ascoli im Jahre 1864 begründet und untersucht die Entstehung einer Sprache aufgrund von Überschichtung verschiedener Sprachen, die zuvor auf demselben Gebiet gesprochen wurden. Hierbei existieren drei Einflussarten auf das sogenannte ‚Strat‘: Substrat, Superstrat und Adstrat.
Inhaltsverzeichnis
1. Strata-Theorie und ihre Komponenten
1.1 Substrat
1.2 Superstrat
1.3 Adstrat
2. Lautliche Entwicklung des Spanischen durch Strata
3. Kritische Würdigung der Strata-Theorie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Strata-Theorie als Modell zur Erklärung der Sprachentstehung und analysiert deren Anwendung auf die lautliche Entwicklung des Spanischen unter Berücksichtigung von Substrat-, Superstrat- und Adstrateinflüssen.
- Grundlagen der Strata-Theorie nach Graziadio Isaia Ascoli
- Definition und Differenzierung von Substrat, Superstrat und Adstrat
- Einfluss des Keltischen, Iberischen, Baskischen und Arabischen auf das Spanische
- Lautliche Entwicklungsprozesse wie die westromanische Sonorisierung
- Wissenschaftliche Kritik an der statischen Natur des Strata-Modells
Auszug aus dem Buch
Das Substrat im Spanischen
Das ‚Substrat‘ bezeichnet eine besondere Form des geschichtlichen Sprachkontakts (vgl. Dietrich/Noll 62012: 182). „Substrat nennen wir den Einfluss, den die untergehende Sprache eines unterlegenen Volkes auf die dominierende Sprache der Eroberer ausübt.“ (Gabriel/Meisenburg 2007: 79). Somit kommt es nach einer Periode des Bilingualismus zur Verdrängung und anschließender Aufgabe der einheimischen Sprache durch die der Eroberer (vgl. Dietrich/Noll 62012: 182). Dies geschieht meist aufgrund des höheren Prestiges der neuen Sprache (vgl. ebd.). Es kommt zur Übernahme von Sprechgewohnheiten der Erstsprache in die Neue und somit zu deren Veränderung in Morphologie und Phonologie (vgl. ebd.). Das Spanische wurde durch die vorrömischen Substrate Keltisch und Iberisch beeinflusst (vgl. Kabatek/Pusch 22011: 191). Ortsnamen im Osten und Südosten der iberischen Halbinsel, geformt mit dem Element ili-/ilu (Ilera > Lérida, Ilici > Elche), sind dem iberischen Substrat zuzuordnen (vgl. Dietrich/Noll 62012: 185).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Strata-Theorie und ihre Komponenten: Dieses Kapitel definiert die drei Einflussarten Substrat, Superstrat und Adstrat und erläutert deren begriffliche Grundlagen sowie ihre Anwendungsbereiche in der historischen Linguistik.
2. Lautliche Entwicklung des Spanischen durch Strata: Hier werden konkrete Beispiele wie die westromanische Sonorisierung und der Lautwandel vom lateinischen F- zum spanischen h- detailliert auf ihre jeweiligen sub- oder adstratischen Ursprünge zurückgeführt.
3. Kritische Würdigung der Strata-Theorie: Abschließend wird das Modell aufgrund seiner Idealisierung der Sprachgemeinschaft und der Vernachlässigung dynamischer Sprachkontaktprozesse als zu statisch und lückenhaft bewertet.
Schlüsselwörter
Strata-Theorie, Substrat, Superstrat, Adstrat, Sprachkontakt, Spanische Sprachgeschichte, Lautwandel, Westromanische Sonorisierung, Baskisch, Keltiberisch, Arabischer Einfluss, Bilingualismus, Sprachwissenschaft, Kastilisch, Phonologische Entwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Strata-Theorie als ein linguistisches Modell zur Erklärung von Sprachentstehungsprozessen am Beispiel der spanischen Sprachgeschichte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die historische Beeinflussung des Spanischen durch vorrömische und nachfolgende Sprachen sowie die kritische Reflexion des Erklärungsmodells der Strata.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie erfolgreich die Strata-Theorie lautliche Entwicklungen im Spanischen erklären kann und wo die theoretischen Grenzen dieses Modells liegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine linguistische Literaturanalyse durchgeführt, die bestehende Theorien zur Stratenforschung auf die spanische Sprache anwendet und deren Plausibilität prüft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung der drei Begriffe (Substrat, Superstrat, Adstrat), die Anwendung dieser auf spanische Beispiele und die methodische Kritik am Modell.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Strata-Theorie, Substrat, Superstrat, Adstrat, Sprachkontakt, Lautwandel und die spanische Sprachgeschichte.
Welche Rolle spielt das Baskische in der lautlichen Entwicklung des Spanischen?
Das Baskische wird als Substrat angeführt, das insbesondere für den Wandel vom lateinischen anlautenden f- zu h- im Kastilischen verantwortlich gemacht wird.
Warum wird die Strata-Theorie im Fazit als "statisch" bezeichnet?
Sie gilt als statisch, da sie komplexe, dynamische Sprachkontaktprozesse stark vereinfacht und nur die einseitige Sprachablösung betrachtet, statt wechselseitige Fusionen zu berücksichtigen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Die Strata-Theorie. Komponenten und die lautliche Entwicklung des Spanischen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1344543