Interne Ratings haben bei der Kreditwürdigkeitsprüfung in Banken an Bedeutung gewonnen. Der Hauptgrund hierfür ist in der Umsetzung der IRB und AIRB- Ansätze des Basel-II-Akkords zu sehen.
Die vorliegende Arbeit beschreibt die aufsichtlichen Grundlagen, geht auf quantitative und qualitative Kriterien bei Ratingverfahren ein und beschreibt zu dem sowohl quantitative Ratingverfahren, als auch qualitative Methoden. Abschließend wird dies an Hand eines Beispiels aus der Praxis vertieft und interne Ratingverfahren werden hinsichtlich der Methoden und Auswirkungen auf die Unternehmensfinanzierung beurteilt.
Inhaltsverzeichnis
1. Basel II und interne Ratings
2. Vergleich zwischen internen und externen Ratings
3. Ratingkriterien
3.1 Quantitative Ratingkriterien
3.2 Qualitative Ratingkriterien
4. Ratingmethoden
4.1 Heuristische Methoden
4.2 Statistische Methoden
4.3 Kausalanalytische Modelle
4.4 Mischformen
5. Das interne Ratingsystem der Commerzbank AG
6. Abschließende Betrachtung
6.1 Hinsichtlich der Methodik
6.2 Hinsichtlich interner Ratings
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Bedeutung interner Ratings für Banken im Kontext der Basel II-Vorgaben. Ziel ist es, die methodischen Ansätze zur Bonitätsbeurteilung von Unternehmen zu erläutern, die Unterschiede zwischen internen und externen Ratings aufzuzeigen und das praktische Beispiel des Ratingsystems der Commerzbank AG detailliert darzustellen.
- Methoden der Bonitätsbeurteilung (heuristisch, statistisch, kausalanalytisch)
- Quantitative versus qualitative Ratingkriterien
- Konzepte der internen Ratings nach Basel II
- Praxisbeispiel der Commerzbank AG
- Kritische Würdigung der Methodik und regulatorischer Herausforderungen
Auszug aus dem Buch
4.1 Heuristische Methoden
Bei heuristischen Methoden handelt es sich um Systeme, die auf Erfahrungen und Wissen von Experten beruhen. Es wird versucht aus den Erfahrungen betriebswirtschaftlicher Zusammenhänge in der Vergangenheit, Aussagen über die Bonität eines Kreditnehmers zu treffen.
Hierbei ist der so genannte Klassische Ratingbogen ein gutes Beispiel. Dieser basiert auf den Erfahrungen von Kreditexperten und ordnet bonitätsrelevanten Kriterien unterschiedliche Punktwerte zu. Diese Ratingbögen sind jedoch hauptsächlich im Retail Banking anzutreffen. Eine weitere heuristische Methode sind Expertensysteme. Im Gegensatz zum Ratingbogen des Retail Banking wird hier jedoch bei der Bonitätsprüfung ein gewisser Freiraum bei der Bewertung der verschiedenen Faktoren gewährt. Während beim Ratingbogen einem Einflussfaktor ganz klar eine entsprechende Punktzahl zugeordnet wird, werden bei einem Expertensystem Noten verteilt. Um jedoch eine Konsistenz bei der Bewertung sicherzustellen, müssen die Bewertungskriterien für den Kreditanalysten klar beschrieben und dokumentiert werden. Diese Richtlinien dienen ihm dann als Handlungsrahmen seiner Unternehmens- und Bonitätseinschätzung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Basel II und interne Ratings: Erläutert die Grundlagen von Basel II, die Eigenkapitalunterlegung und warum für Banken der Übergang zum internen Rating (IRB-Ansatz) attraktiv ist.
2. Vergleich zwischen internen und externen Ratings: Beleuchtet Unterschiede und Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Zielsetzung, der Datenbasis, des Aufwandes und der Objektivität.
3. Ratingkriterien: Unterscheidet zwischen harten, quantitativen Kennzahlen (z.B. Eigenkapitalquote) und weichen, qualitativen Faktoren (z.B. Managementqualität).
4. Ratingmethoden: Beschreibt drei Hauptverfahren der Bonitätsbeurteilung: heuristische, statistische und kausalanalytische Modelle sowie deren Mischformen.
5. Das interne Ratingsystem der Commerzbank AG: Dient als praktisches Fallbeispiel für ein mehrstufiges, internes Ratingsystem unter Anwendung der im vorherigen Kapitel beschriebenen Verfahren.
6. Abschließende Betrachtung: Reflektiert die methodischen Stärken und Schwächen sowie die Auswirkungen interner Ratings auf die Banken und Kreditnehmer.
Schlüsselwörter
Bankinternes Rating, Basel II, IRB-Ansatz, Bonitätsprüfung, Kreditrisiko, Quantitative Ratingkriterien, Qualitative Ratingkriterien, Heuristische Methoden, Statistische Methoden, Diskriminanzanalyse, Fuzzy-Logik, Commerzbank AG, Eigenkapitalunterlegung, Ausfallwahrscheinlichkeit, Risikomanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung und Implementierung interner Ratingsysteme bei Banken im Rahmen der regulatorischen Anforderungen von Basel II.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit fokussiert auf die Unterscheidung zwischen quantitativen und qualitativen Kriterien, verschiedene Ratingmethoden sowie die praktische Anwendung bei einer Großbank.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, den Aufbau und die Funktionsweise interner Ratings zu erläutern, die Banken nutzen, um Kreditrisiken zu messen und Eigenkapitalanforderungen zu optimieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden zur Bonitätsbeurteilung herangezogen?
Es werden drei Hauptkategorien unterschieden: heuristische Verfahren (z.B. Expertensysteme), statistische Verfahren (z.B. Diskriminanzanalysen) und kausalanalytische Modelle.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Ratingkriterien, die verschiedenen mathematischen und expertenbasierten Ratingmethoden und stellt das spezifische Ratingsystem der Commerzbank AG vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Bankinternes Rating, IRB-Ansatz, Bonitätsprüfung, Kreditrisiko und Basel II zusammenfassen.
Wie unterscheidet sich die Einschätzung durch ein Fuzzy-Logik-System von klassischen Modellen?
Im Gegensatz zu klassischen Systemen mit starren, scharfen Grenzen, ermöglicht die Fuzzy-Logik eine unscharfe Bewertung, die menschliche Entscheidungsfindungen besser simuliert.
Welchen Zweck verfolgt das "Overriding" im Ratingsystem der Commerzbank?
Das Overriding ermöglicht es dem Kreditbearbeiter, auf Basis von Expertenwissen zusätzliche, vom System eventuell nicht erfasste Faktoren in die Bewertung einfließen zu lassen, um das Ergebnis anzupassen.
Welche Rolle spielt die Konjunkturabhängigkeit bei internen Ratings?
Interne Ratings reagieren stärker auf konjunkturelle Schwankungen als externe Ratings, was zu einer pro-zyklischen Wirkung führen kann, bei der sich die Kreditvergabe parallel zur Gesamtwirtschaft entwickelt.
- Quote paper
- Andreas Bauer (Author), 2009, Bankinternes Rating, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134461