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Jugendkulturen während der letzten Militärdiktatur in Argentinien (1976-1983)

Title: Jugendkulturen während der letzten Militärdiktatur in Argentinien (1976-1983)

Term Paper , 2009 , 34 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sebastian Dregger (Author)

History - America
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Der Themenbereich "Jugendkulturen und Militärdiktatur in Argentinien" wird häufig auf zwei Aspekte reduziert: Die Guerrilleros und deren Repression durch die Militärs. Die vorliegende Arbeit vertritt hingegen die These, dass es neben den Guerrilleros noch zwei weitere bedeutende Jugendkulturen mit einer ebenfalls ganz eigenen Identität im Argentinien der letzten Militärdiktatur gab, nämlich Musiker und Fans des Rock Nacional sowie Protagonisten und Fans der Discojugend. Die Militärs wiederum reagierten flexibel und differenziert auf die Herausforderung jeder einzelnen Jugendkultur, je nachdem, inwieweit diese aus Sicht der Militärs eine Gefahr für ihre Diktatur darstellten. Das Reaktionsspektrum der Militärs in Anbetracht der einzelnen Jugendkulturen reichte von völliger gewaltsamer Zerschlagung über Ablehnung und Marginalisierung bis hin zur Duldung und Instrumentalisierung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

A. These der Arbeit

B. Die Verwendung der Begriffe „Jugendkultur“ und „Militärdiktatur“

II. Hauptteil

A. Guerilleros und Militärs

1. Die Guerilleros als Jugendkultur

2. Die Antwort der Militärs auf die Jugendkultur der Guerilleros

B. Rock Nacional und Militärs

1. Rock Nacional als Jugendkultur

2. Die Antwort der Militärs auf die Jugendkultur des Rock Nacional

C. Discojugend und Militärs

1. Die Discojugend als Jugendkultur

2. Die Antwort der Militärs auf die Jugendkultur der Discojugend

D. Jugendkulturen angesichts des Falklandkrieges 1982

1. Veränderung und Annäherung der musikbasierten Jugendkulturen

2. Die Militärs und die musikbasierten Jugendkulturen im Rahmen des Falklandkrieges

III. Fazit

A. Die Identitäten der einzelnen Jugendkulturen zur Zeit der letzten Militärdiktatur

B. Die Einschätzung der Gefährlichkeit der einzelnen Jugendkulturen durch das Militär

C. Die Reaktion der Militärs auf die einzelnen Jugendkulturen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der argentinischen Jugend während der letzten Militärdiktatur (1976–1983) und stellt die These auf, dass neben den Guerilleros zwei weitere bedeutende Jugendkulturen – der Rock Nacional und die Discojugend – existierten, die jeweils eigene Identitäten besaßen und unterschiedlich von der Militärjunta behandelt wurden.

  • Analyse der spezifischen Identitäten und Lebensstile von Guerilleros, Rock-Fans und Disco-Anhängern
  • Untersuchung der Wahrnehmung und Einstufung dieser Gruppen durch das Militärregime
  • Bewertung der repressiven oder toleranten Reaktionen der Militärs auf die verschiedenen Jugendkulturen
  • Betrachtung der Instrumentalisierung von Jugendkulturen während des Falklandkrieges 1982

Auszug aus dem Buch

Die Guerilleros als Jugendkultur

Der Beginn der argentinischen Guerilleros liegt in der zweiten Hälfte der 60-er Jahre des 20. Jahrhunderts. Um einerseits Dissens gegenüber der Militärdiktatur Onganías, die alle übrigen Kanäle politischer Teilnahme zensieren ließ, zu artikulieren und um darüber hinaus einen tiefgreifenden Wandel politischer und gesellschaftlicher Strukturen und Wertvorstellungen herbeizuführen, entstanden in Argentinien, vor allem im Großraum Buenos Aires und Córdoba, eine Vielzahl kleiner, miteinander nur lose verbundene Guerillagruppen. Konkreter Auslöser für deren Bildung waren oft gewalttätige und brutale Auseinandersetzungen mit Polizei und Militär im Rahmen von Demonstrationen (Bsp. die Unruhen im Rahmen des Cordobazo 1968), die bei vielen jungen Argentiniern zur Ansicht führten, nur mit organisierter Gegengewalt ließe sich die politisch-gesellschaftliche Situation zu ihren Gunsten verändern.

Bedingt zum einen durch die Erfolge der Guerilla (die Ermordung des ehemaligen Präsidenten Aramburu 1970 trägt entscheidend zum Rücktritt des Militärdiktators Onganía bei) und bedingt zum anderen durch eine Reihe von Amnestien, die der neue peronistische Präsident Hector Cámpora nach seiner Wahl 1973 vielen Guerilleros zukommen lässt, finden im Laufe der Zeit die verschiedenen Guerilla-Gruppen immer größeren Zulauf und immer größere Begeisterung unter jungen Argentiniern. So avancierten in den Jahren 1973 bis 1976 die beiden wichtigsten Guerilla-Gruppen, die Montoneros als bewaffneter Arm der peronistischen Jugend, und die Erpistas als bewaffneter Arm der revolutionären Partei der argentinischen Arbeiter zu einem wichtigen innenpolitischen Faktor mit beträchtlicher Schlagkraft. Die Montoneros zählten 1975 etwa 25 000 einsatzbereite in Zellen organisierte Kämpfer und ungefähr 225 000 Sympathisanten, die die Montoneros mit Geld, Waffen, Unterkünften, Nahrungsmitteln, Rechtsbeistand und anderen Hilfeleistungen versorgten. Die Erpistas hingegen verfügten über 1975 über ungefähr 5 000 Kämpfer und 60 000 Sympathisanten. In den Jahren 1969 bis 1973 verübten diese beiden Guerillerogruppen 129 Morde und 85 Entführungen, zwischen 1973 und 1976 stieg die Zahl der Morde auf 481 und die Zahl der Entführungen auf 140.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung stellt die zentrale These auf, dass während der argentinischen Militärdiktatur drei Jugendkulturen existierten, und definiert die methodische Herangehensweise.

II. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert die Merkmale, Identitäten und den Umgang der Militärs mit Guerilleros, Rock-Fans und der Discojugend sowie deren veränderte Rolle während des Falklandkrieges.

III. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und beantwortet die in der Einleitung aufgeworfenen Fragen zur Identitätsbildung und zur staatlichen Repressionspolitik gegenüber den untersuchten Jugendkulturen.

Schlüsselwörter

Argentinien, Militärdiktatur, Jugendkultur, Guerilleros, Montoneros, Erpistas, Rock Nacional, Discojugend, Falklandkrieg, Zensur, Identität, Repression, Widerstand, Peronismus, Sozialismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle und Vielfalt der Jugendkulturen in Argentinien zwischen 1976 und 1983 unter der repressiven Militärdiktatur.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf den Guerillabewegungen, der Rockmusik-Szene und der Discojugend sowie deren unterschiedlichem Verhältnis zur staatlichen Gewalt.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass die Jugendkultur jener Zeit nicht nur aus Guerilleros bestand, sondern auch aus angepassten oder unpolitischen Gruppen, die jeweils eine eigene Identität entwickelten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse historischer Quellen, Sekundärliteratur, zeitgenössischer Dokumente und Liedtexte, um die Wechselwirkungen zwischen Jugend und Diktatur zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Es erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Entstehung, den Zielen und der politischen Einstufung der Guerilleros, der Rock-Fans und der Discojugend durch das Militär.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den zentralen Begriffen gehören Militärdiktatur, Jugendkultur, Guerillabewegung, Rock Nacional, Zensur und politischer Widerstand.

Wie unterschied das Militär zwischen den Jugendkulturen?

Während Guerilleros als existenzielle Bedrohung komplett vernichtet werden sollten, wurde die Rock-Szene marginalisiert und zensiert, wohingegen die Discojugend aufgrund ihres angepassten Lebensstils toleriert wurde.

Welche Rolle spielte der Falklandkrieg für die Jugendkultur?

Der Krieg führte zu einer Instrumentalisierung der musikbasierten Jugendkulturen, indem die Regierung versuchte, sich durch Konzerte und Zensuraufhebungen die Unterstützung der Jugend zu sichern.

Wie verhielt sich die Discojugend zum Regime?

Die Discojugend verhielt sich weitgehend angepasst und konsumorientiert, was sie für die Militärjunta zu einer "harmlosen" und erwünschten Elite der Zukunft machte.

Gab es Überschneidungen zwischen den Jugendkulturen?

Anfang der 1980er Jahre führte der Einfluss neuer internationaler Musikstile zu einer Annäherung der Rock- und Disco-Szene, was in Bands wie Soda Stereo beispielhaft sichtbar wurde.

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Details

Title
Jugendkulturen während der letzten Militärdiktatur in Argentinien (1976-1983)
College
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Course
Seminar: Jugendkulturen in Lateinamerika in den 1960er und 1970er Jahren
Grade
1,3
Author
Sebastian Dregger (Author)
Publication Year
2009
Pages
34
Catalog Number
V134510
ISBN (eBook)
9783640422265
ISBN (Book)
9783640422098
Language
German
Tags
Argentinien Militärdiktatur Jugendkultur Jugendkulturen Guerillero Erpista Montonero Rock Nacional Spinetta Gieco García Disco Falklands Malvinas Krieg John Travolta Videla Massera Onganía Galtieri Perón Peronismus Folter Menschenrechtsverletzungen Falklandkrieg Falkland-Krieg Soda Stereo
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Dregger (Author), 2009, Jugendkulturen während der letzten Militärdiktatur in Argentinien (1976-1983), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134510
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