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Feldforschung ohne Feld - Ansätze ethnologischer Internetforschung

Title: Feldforschung ohne Feld - Ansätze ethnologischer Internetforschung

Seminar Paper , 2007 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Hendrik Claas Meyer (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Lehrveranstaltungen zum Thema Internet, wie jene, in der auch diese Hausarbeit entstand, sind insgesamt noch recht selten und spärlich in den Lehrplänen der akademischen Ethnologie zu finden. Doch: Wo soll angesetzt werden? Wie können Daten erhoben werden, wenn Feldforschung quasi ohne Feld durchgeführt werden muss? Ist das geringe Forschungsinteresse der Ethnologie am Internet mit ihrem strengen Methodenkatalog zu erklären?
Durch das Zusammenführen der Eigenschaften der klassischen Methoden der Ethnologie und den Eigenschaften des Internets soll einerseits diese Hypothese gestützt werden, während auf der anderen Seite Mittel und Wege gefunden werden sollen, sich aus ethnologischer Sicht dem Thema Internet und Internetforschung zu nähern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die „klassische“ Typologie der ethnologischen Methoden

3 Besonderheiten der Feldforschung

3.1 Dauer

3.2 Sprachkenntnis

3.3 Teilnahme

3.4 Key Informant

4 Probleme und Chancen der ethnologischen Internetforschung

4.1 Meinungs- und Marktforschung

4.2 Identitäts- und Netzwerkforschung

5 Begriffsexiplikation ethnologischer Internetforschung

5.1 Internet

5.2 Feld und Feldforschung im Internet

5.3 Teilnehmende Beobachtung im Internet

6 Neue Forschungsquellen

6.1 Webseiten

6.2 Mailinglisten und Newsgroups

6.3 Online-Surveys

6.4 Ergänzende Offlineforschung

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die methodischen Herausforderungen der ethnologischen Forschung im Internet und analysiert, wie klassische ethnologische Feldforschungsmethoden auf den virtuellen Raum übertragen oder angepasst werden können. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, ob das Internet ein eigenes Forschungsfeld darstellt und wie Ethnologen eine methodisch fundierte Subdisziplin etablieren können.

  • Übertragung klassischer ethnologischer Methoden in den digitalen Raum
  • Konzeptualisierung des Internets als Kultur versus als kulturelles Artefakt
  • Anpassung der Feldforschung an deterritoriale Forschungsgegenstände
  • Identifikation neuer digitaler Quellen und Kommunikationsformen für die ethnologische Analyse

Auszug aus dem Buch

3.1 Dauer

Nachdem die ersten Ethnologen noch völlig ohne eigene Feldforschung auskamen, war Franz Boas der erste wissenschaftliche Ethnologe, der eigene Daten erhob. Diese sammelte er in einer Art Expeditionsstil, denn sein Forschungsaufenthalt beschränkte sich auf wenige Monate. (vgl. Fiebertshäuser und Prengel 1997: 5) Hierbei entwickelte er den Kulturrelativismus. Eine Betrachtungsweise, die davon ausgeht, dass Kulturen nur aus sich selbst heraus und deshalb relativ verstanden werden können. Malinowski, der als Begründer der modernen Feldforschung gilt, führte seine bekannte Feldforschung über das Zusammenleben der Trobriander über ein Jahr durch. Dies stellt sicher, dass Rituale, die unter anderem mit agrarisch bedeutsamen Ereignissen und damit auch dem Jahreszeitenzyklus verbunden sind, erfasst werden. Seither wird die reine ethnologische Feldforschung mindestens über den Zeitraum eines Jahres betrieben. Vor- und Nachbereitungszeit hinzugerechnet, ist eine umfassende Feldforschung selten kürzer als zwei Jahre. Die mindestens einjährige Forschung fördert außerdem die Aussagekraft der Datenerhebung. Denn bei zu kurzem Forschungsaufenthalt, kann der Forscher seinem kulturellen Hintergrund erliegen und zu ethnozentristischen Aussagen kommen. Der lange Aufenthalt räumt also dem Forscher Zeit ein, die "zweite Sozialisation" zu erfahren und die emische Perspektive einzunehmen. Diese versucht die Sichtweise des Beobachteten und nicht des Beobachtenden einzunehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die langsame Adaption des Internets durch die Ethnologie und stellt die Hypothese auf, dass die methodische Zurückhaltung methodologisch begründet ist.

2 Die „klassische“ Typologie der ethnologischen Methoden: Es wird ein Überblick über die Entwicklung ethnologischer Methoden gegeben, wobei der Fokus auf dem Gegensatz zwischen vergleichenden (deduktiven) und ethnographischen (induktiven) Ansätzen liegt.

3 Besonderheiten der Feldforschung: Dieses Kapitel arbeitet die zentralen Voraussetzungen der ethnologischen Feldforschung heraus, namentlich Dauer, Sprachkenntnis, Teilnahme und die Bedeutung des Key Informants.

4 Probleme und Chancen der ethnologischen Internetforschung: Hier werden die Hürden der Internetforschung wie Raumunabhängigkeit und Schnelllebigkeit thematisiert sowie Ansätze benachbarter Disziplinen diskutiert.

5 Begriffsexiplikation ethnologischer Internetforschung: Das Kapitel definiert den ethnologischen Kulturbegriff neu für das Internet und untersucht die Möglichkeiten der teilnehmenden Beobachtung im digitalen Raum.

6 Neue Forschungsquellen: Es werden konkrete Quellen wie Webseiten, Mailinglisten, Newsgroups und Online-Surveys als neue Felder der ethnologischen Datenerhebung vorgestellt.

7 Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Plädoyer, das Internet nicht als feldloses Gebiet, sondern als "anderes Feld" zu betrachten, das methodisch unter Einbeziehung des ethnologischen Kulturbegriffs erschlossen werden sollte.

Schlüsselwörter

Ethnologie, Internetforschung, Feldforschung, teilnehmende Beobachtung, Kultur, kulturelles Artefakt, Cyberethnologie, Datenerhebung, Methoden, Key Informant, Online-Survey, Identitätsforschung, Netzwerkanalyse, Internet, Ethnographie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den methodischen Möglichkeiten und Herausforderungen einer ethnologischen Auseinandersetzung mit dem Internet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der Transfer klassischer Feldforschungsmethoden in den digitalen Raum, der ethnologische Kulturbegriff und die Erschließung neuer digitaler Forschungsquellen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den ethnologischen Zugang zum Internet theoretisch zu fundieren, um eine methodisch saubere Subdisziplin der ethnologischen Internetforschung zu etablieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine vergleichende Analyse der bestehenden ethnologischen Methodenlehre und wendet diese kritisch auf die Bedingungen der Internetforschung an.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Besonderheiten der klassischen Feldforschung, Probleme der Internetforschung sowie eine neue Begriffsexplikation und konkrete digitale Forschungsquellen erläutert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Feldforschung, Internet als Kultur, teilnehmende Beobachtung und Cyberethnologie.

Warum wird die klassische Feldforschung im Internet als problematisch angesehen?

Da die klassische Feldforschung stark an physische Räume und lange Zeiträume gebunden ist, kollidiert sie mit der Raumunabhängigkeit und Schnelllebigkeit des Internets.

Welche Rolle spielen Webseiten für die ethnologische Internetforschung?

Webseiten werden sowohl als Forschungsgegenstand selbst als auch als Portal zu anderen digitalen Gemeinschaften betrachtet, die eine distanzierte teilnehmende Beobachtung ermöglichen.

Was unterscheidet das Internet als Kultur vom Internet als kulturelles Artefakt?

Beim "Internet als Kultur" werden virtuelle Räume als eigenständige, von Nutzern geteilte soziale Systeme verstanden, während das Internet als "kulturelles Artefakt" die Bedeutung digitaler Produkte und deren Einbettung in den kulturellen Kontext betont.

Ist ergänzende Offlineforschung zwingend notwendig?

Laut der Arbeit ist dies abhängig von der Forschungsfrage; bei Gemeinschaften, die sich rein virtuell konstituieren, ist sie oft überflüssig, bei Intergemeinschaften mit realem Hintergrund kann sie sinnvoll sein.

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Details

Title
Feldforschung ohne Feld - Ansätze ethnologischer Internetforschung
College
University of Trier  (Fachbereich IV)
Course
Kulturen im Netz
Grade
1,3
Author
Hendrik Claas Meyer (Author)
Publication Year
2007
Pages
21
Catalog Number
V134516
ISBN (eBook)
9783640422272
ISBN (Book)
9783640422104
Language
German
Tags
Feldforschung Feld Ansätze Internetforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hendrik Claas Meyer (Author), 2007, Feldforschung ohne Feld - Ansätze ethnologischer Internetforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134516
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