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Globalisierung und die deutsche Wirtschaft: Gewinner und Verlierer?

Title: Globalisierung und die deutsche Wirtschaft: Gewinner und Verlierer?

Seminar Paper , 2009 , 28 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Svenja Feld (Author)

Economics - Economic Cycle and Growth
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Die Globalisierung ist in der heutigen Zeit ein Themengebiet, das in der öffentlichen Diskussion und in den Medien sehr präsent ist. Die Internet-Suchmaschine Google liefert fast 10 Millionen Einträge für den Suchbegriff „Globalisierung“, wohingegen für den englischen Begriff schon über 42 Millionen Titel bereit stehen (vgl. Hohlfeld und Rietzler, 2006, S. 646).
In Deutschland haben sich jedoch in den letzten Jahren verstärkt Sorgen und Ängste in der Bevölkerung verbreitet. Globalisierung wird in Deutschland häufig mit steigendem internationalem Konkurrenzdruck, Mehrarbeit und Arbeitsplatzverlust verbunden. Es besteht eine große soziale Unzufriedenheit in der deutschen Bevölkerung, weil viele Menschen befürchten, dass es aufgrund des verschärften Wettbewerbs zu einem höherem Abbau an Arbeitsplätzen kommt, anstatt dass neue Arbeitsplätze durch die Globalisierung entstehen. Des Weiteren herrscht große Besorgnis aufgrund der Zunahme der Einkommensungleichheiten innerhalb der Bevölkerung sowie eines möglichen Zusammenbruchs der sozialen Sicherheitssysteme. Eine Umfrage des Allensbach Institutes im Jahr 2006 verdeutlicht die steigende Globalisierungsskepsis in Deutschland. Im Zeitraum von 1998 bis 2006 hat sich der Anteil derjenigen, die mehr Risiken als Chancen in der Globalisierung sehen, fast verdoppelt. Ende der 90er Jahre schätzte die Bevölkerung die Vor- und Nachteile in etwa noch gleich groß ein.
Dieses Stimmungsbild gibt jedoch ein ungenügendes Bild über die Globalisierung. Es verdeutlicht allerdings, dass die öffentliche Diskussion um die Globalisierung in Deutschland von der Angst vor potenziellen Risiken geprägt ist. Eine Vielzahl an negativen wirtschaftlichen Entwicklungen wird derzeit den Auswirkungen der Globalisierung zugeschrieben, ohne die tatsächlichen Ursachen zu analysieren. Es eröffnen sich neben diesen Befürchtungen auch deutliche Vorteile aus der Globalisierung für die deutsche Wirtschaft. Diese Chancen sind in der öffentlichen Wahrnehmung jedoch vielfach in den Hintergrund geraten (vgl. Matthes, Langhorst und Herzog, 2008, S. 10ff.) oder werden von der Bevölkerung heutzutage schon fast als Selbstverständlichkeit angesehen (vgl. Remsperger, 2007, S. 3).
Im Rahmen dieser Seminararbeit wird untersucht, welche Gewinner und Verlierer sich in Deutschland aus der Globalisierung ergeben, indem auf die sich ergebenden Chancen und Risiken sowie auf notwendige Anpassungsprozesse eingegangen wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Globalisierung und Wettbewerbsfähigkeit

2.1. Der Globalisierungsbegriff

2.2. Internationale Wettbewerbsfähigkeit

3. Chancen und Vorteile der Globalisierung für Deutschland

3.1. Absolute und komparative Vorteile

3.2. Skalen- und Verbundeffekte

3.3. Offenheitsgrad und Exportanteile

3.4. Direktinvestitionen

4. Bedrohungen und Risiken der Globalisierung sowie notwendige Anpassungen

4.1. Arbeitsmarkt und Humankapital

4.2. Aufstieg der Schwellenländer

4.3. Basar-Ökonomie

4.4. Deindustrialisierung

4.5. Protektionismus

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Auswirkungen der Globalisierung auf die deutsche Wirtschaft mit dem Ziel, die ambivalente Rolle Deutschlands als vermeintlicher Gewinner oder Verlierer zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die mit der Globalisierung verbundenen Ängste vor Arbeitsplatzverlusten und strukturellen Verwerfungen gerechtfertigt sind und welche wirtschaftspolitischen Anpassungsmaßnahmen erforderlich sind, um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern.

  • Theoretische Grundlagen des Globalisierungsbegriffs und der internationalen Wettbewerbsfähigkeit.
  • Analyse der ökonomischen Chancen durch komparative Vorteile, Skaleneffekte und Direktinvestitionen.
  • Kritische Auseinandersetzung mit Risiken wie der "Basar-Ökonomie", Deindustrialisierung und globalem Wettbewerbsdruck.
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Humankapital, Bildungspolitik und Arbeitsmarktflexibilität.
  • Bewertung protektionistischer Tendenzen im Kontext der deutschen Exportwirtschaft.

Auszug aus dem Buch

4.3. Basar-Ökonomie

Die Hypothese der Basar-Ökonomie geht auf den deutschen Ökonomen und Präsidenten des Instituts für Wirtschaftsforschung Hans-Werner Sinn zurück. Sie besagt, dass der Anteil der inländischen Wertschöpfung an der Industrieproduktion, die so genannte Fertigungstiefe, immer weiter zurückgeht und im Gegenzug der Anteil der aus dem Ausland bezogenen Vorleistungen zunimmt. Die Hypothese geht davon aus, dass viele deutsche Industrieunternehmen arbeitsintensive Teile ihrer Wertschöpfungsketten zum einen in ausländische Niederlassungen verlagern, so genanntes Offshoring, oder zum anderen bei Zuliefern aus dem Ausland kaufen (ausländisches Outsourcing). Als Resultat würde sich Deutschland zu einer Basar-Ökonomie entwickeln, die einen bloßen Umschlagplatz für Güter darstellt (vgl. Sinn, 2005, S. 5). Aus dem Industriestandort Deutschlands wäre somit eine internationale Handelsdrehscheibe entstanden, auf der die deutschen Exportunternehmen Güter importieren, diese neu verpacken und sie anschließend in das Ausland verkaufen (vgl. Sachverständigenrat, 2004, S. 358, Ziffer 465).

Die Hypothese hat insbesondere in der Debatte um den Titel des Exportweltmeisters öffentliches Interesse erregt, bei der die deutschen Exporterfolge bei gleichzeitig relativ schwachem Arbeitsmarkt und die Wirkungen der internationalen Arbeitsteilung diskutiert werden (vgl. Römer, 2007, S. 56). Als extremes Beispiel für den Basar-Effekt nennt Sinn die Produktion des Porsche Cayenne, der scheinbar in Leipzig hergestellt wird. Doch in Wahrheit wird in Deutschland kaum mehr als die Lenkung und das Getriebe eingebaut. Der Rest des Fahrzeuges wird aus Bratislava, der Hauptstadt der Slowakei, angeliefert. Somit enthält der Porsche Cayenne eine Wertschöpfung von 88 Prozent aus dem Ausland, lediglich 12 Prozent entstehen im deutschen Stammwerk (vgl. Sinn, 2005, S. 5; Sinn, 2005a, S. 92). Als mögliche Gründe für diese Entwicklung nennt Sinn die hohen deutschen Lohnkosten, die Unternehmen dazu veranlassen, Teile ihrer Wertschöpfungsketten in das kostengünstigere Ausland zu verlagern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Die Einleitung beleuchtet die öffentliche Diskussion um die Globalisierung in Deutschland und stellt fest, dass Ängste vor Arbeitsplatzverlusten und sozialen Problemen trotz ökonomischer Chancen überwiegen.

2. Globalisierung und Wettbewerbsfähigkeit: Dieses Kapitel definiert die ökonomische Dimension der Globalisierung und erörtert verschiedene Konzepte der internationalen Wettbewerbsfähigkeit eines Landes.

3. Chancen und Vorteile der Globalisierung für Deutschland: Hier werden die ökonomischen Vorteile durch internationale Arbeitsteilung, Skaleneffekte sowie die Bedeutung von Exporten und Direktinvestitionen für den deutschen Wohlstand analysiert.

4. Bedrohungen und Risiken der Globalisierung sowie notwendige Anpassungen: Dieser Teil untersucht kritische Aspekte wie die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, den Aufstieg von Schwellenländern, die Basar-Ökonomie-Debatte, Deindustrialisierungstendenzen und protektionistische Forderungen.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Globalisierung zwar Anpassungsprozesse erfordert, Deutschland aber als wettbewerbsfähige Volkswirtschaft von den Chancen profitiert, sofern Strukturreformen aktiv vorangetrieben werden.

Schlüsselwörter

Globalisierung, deutsche Wirtschaft, Wettbewerbsfähigkeit, Exportweltmeister, Basar-Ökonomie, Direktinvestitionen, internationale Arbeitsteilung, Humankapital, Arbeitsmarkt, Strukturwandel, Protektionismus, Wohlstandsgewinne, industrielle Wertschöpfung, Offshoring, Outsourcing.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Globalisierung auf die deutsche Wirtschaft und untersucht, ob Deutschland als Gewinner oder Verlierer dieses Prozesses zu betrachten ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die ökonomischen Vorteile wie Exportstärke und Direktinvestitionen, denen Risiken wie Arbeitsplatzverlagerungen, der Druck auf gering Qualifizierte und Strukturprobleme gegenübergestellt werden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die teils skeptische öffentliche Wahrnehmung der Globalisierung in Deutschland einer wissenschaftlichen Analyse zu unterziehen und die Notwendigkeit von Strukturreformen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse ökonomischer Theorien, aktueller Statistiken sowie empirischer Studien, um die Auswirkungen der Globalisierung auf den Wirtschaftsstandort Deutschland zu evaluieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Globalisierungsbegriff), eine Chancenanalyse (Außenhandel, Investitionen) und eine Risikobetrachtung (Arbeitsmarkt, Basar-Ökonomie, Deindustrialisierung).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Globalisierung, Wettbewerbsfähigkeit, Exportweltmeister, Basar-Ökonomie, Strukturwandel und Humankapital.

Was besagt die Hypothese der "Basar-Ökonomie" genau?

Die Hypothese von Hans-Werner Sinn postuliert, dass Deutschland zunehmend zu einem reinen Umschlagplatz für ausländische Vorprodukte wird, während die eigene industrielle Wertschöpfung aufgrund hoher Lohnkosten sinkt.

Wie bewerten die Autoren die Rolle Deutschlands in Bezug auf den Export?

Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass Deutschland trotz der Debatte um die Basar-Ökonomie ein Gewinner der Globalisierung ist, da die Exporterfolge maßgeblich zur inländischen Wohlstandssicherung beitragen.

Warum ist das Humankapital für Deutschland so wichtig?

Ein hoher Bildungsstand ist laut Arbeit die entscheidende Voraussetzung, um im globalen Wettbewerb zu bestehen und den Fachkräften gute Einkommensperspektiven zu sichern.

Ist Protektionismus eine sinnvolle Antwort auf Globalisierungsrisiken?

Nein, der Protektionismus wird abgelehnt, da er die Vorteile der internationalen Arbeitsteilung zunichtemacht und die Kosten notwendiger Strukturanpassungen lediglich erhöht, ohne Arbeitsplätze langfristig zu sichern.

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Details

Title
Globalisierung und die deutsche Wirtschaft: Gewinner und Verlierer?
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Weltwirtschaft)
Course
Konjunktur- und Wachstumspolitik
Grade
2,0
Author
Svenja Feld (Author)
Publication Year
2009
Pages
28
Catalog Number
V134545
ISBN (eBook)
9783640426560
ISBN (Book)
9783640422968
Language
German
Tags
Globalisierung deutsche Wirtschaft Wettbewerbsfähigkeit Direktinvestitionen Basar-Ökonomie Deindustrialisierung Aufstieg der Schwellenländer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Svenja Feld (Author), 2009, Globalisierung und die deutsche Wirtschaft: Gewinner und Verlierer?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134545
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