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Die Verschriftung französischer Kreolsprachen zwischen Nähe und Distanz zum Französischen

Title: Die Verschriftung französischer Kreolsprachen zwischen Nähe und Distanz zum Französischen

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 26 Pages , Grade: 2

Autor:in: Stephanie Klaus (Author)

Romance Studies - Other Languages
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Summary Excerpt Details

Die französischen Kreolsprachen sind in Gebieten entstanden, in denen die Sprache der herrschenden
Klasse das Französisch war. Sie ist dort bis heute die dominierende Sprache. Trotz
erster Verschriftungen des Kreolischen im 17. Jahrhundert, fehlt den Kreolsprachen bislang die
Standardisierung. Sie haben den Status einer mündlichen Sprache und inwieweit sie so überleben
werden, ist ungewiss. Spätestens seit den 80er Jahren dieses Jahrhunderts ist das Kreolische
nicht mehr Muttersprache und meistens auch nicht die einzige in der Kindheit erlernte
Sprache (Prudent 1993: 630). Aufgrund politischer und soziokultureller Faktoren besteht jedoch
zunehmend der Bedarf nach einer Aufwertung und damit verbunden einer Standardisierung der
Kreolsprachen. Einer „natürlichen“ Sprachentwicklung wird hierbei vorweggegriffen und die
Verschriftung wird gezielt geplant. Kreolisch ist durch ihre Entstehungsgeschichte der französischen
Sprache sehr nahe. Viele Kreolsprecher wünschen sich jedoch aufgrund ihres kulturellen
und politischen Autonomiebestrebens eine Loslösung von dieser sprachlichen Vorlage. Die vorliegende
Arbeit beschäftigt sich mit den französischen Kreolsprachen der Antillen, die seit den
70er Jahren des 20. Jahrhunderts auch zunehmend das Interesse der Sprachwissenschaft
wecken. Es soll untersucht werden, wie sich die Problematik der Verschriftung in dem Spannungsfeld
zwischen beabsichtigter sprachlicher Nähe zum Französischen und der Abgrenzung
zum Französischen darstellt. Hierbei wird der Schwerpunkt auf das für die Standardisierung
benötigte Orthographiesystem und die Wortbildung gelegt. Nach einer Einordnung der schriftsprachlichen
Situation, unter Berücksichtigung des soziokulturellen Hintergrunds, werden die
Möglichkeiten der Verschriftung zwischen Nähe und Distanz des Kreolischen zum Französischen
im Hinblick auf ihren Nutzen für die Kreolsprecher kritisch untersucht. Hierfür werden
insbesondere die Vorschläge zur Verschriftung von Jean Bernabé und M.-C. Hazaël-Massieux
diskutiert. Notwendige Hintergrundinformationen und weiterführende Erläuterungen sowie
Sprachbeispiele stammen hauptsächlich aus den Arbeiten von Peter Stein und Michaela Strobel-
Köhl.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Bedeutung der Verschriftung für die französischen Kreolsprachen vor ihrem soziolinguistischen Hintergrund

2.1 Mündlichkeit und Schriftlichkeit

2.2 Besonderheiten der französischen Kreolsprachen für die Standardisierung

3 Standardisierung und Normierung der kreolischen Schriftsprache im Spannungsfeld zwischen Nähe und Distanz zum Französischen

3.1 Historischer Überblick zur Schriftlichkeit des Kreolischen

3.2 Orthographiesysteme

3.2.1 Die etymologische Schreibung

3.2.2 Die phonologische Schreibung

3.2.3 Die modifizierte phonologische Schreibung

3.3 Wortschatz: Neologismenbildung

4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Problematik der Verschriftung französischer Kreolsprachen auf den Antillen, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen der beabsichtigten sprachlichen Nähe zum Französischen und der notwendigen Abgrenzung zur Etablierung einer autonomen Schriftsprache liegt. Ziel ist die kritische Analyse der verschiedenen Orthographiesysteme und Ansätze zur Wortbildung im Hinblick auf ihren Nutzen für die Sprecher.

  • Soziolinguistische Hintergründe und Diglossie der französischen Kreolsprachen.
  • Historische Entwicklung der kreolischen Schriftlichkeit.
  • Kritische Analyse und Vergleich verschiedener Orthographiesysteme (etymologisch, phonologisch, modifiziert).
  • Problematik der Neologismenbildung zur Erweiterung des Wortschatzes.
  • Bedeutung der Verschriftung für die kulturelle Emanzipation und Alphabetisierung.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Die etymologische Schreibung

Die Bezeichnung etymologische Graphie vereinigt eine große Bandbreite verschiedener Schreibweisen. Sie stellt in der Nähe-Distanz-Frage die maximale Annäherung an die französische Orthographie dar und ist auch die älteste Schreibweise.

Was ist der Grund für die bewusst gewählte Nähe zum Französischen? Die Schreiber der etymologischen Schreibung wollen die Beziehung des Kreolischen zum Französischen sichtbar machen. Für sie ist Kreolisch meistens ein verdorbenes Französisch (vgl. Stein 1984: 117). Laut Strobel-Köhl (1984: 53f.) soll die Herkunft des Kreolischen verdeutlicht werden sowie seine Zugehörigkeit zu den romanischen Sprachen aber auch ihre Zugehörigkeit zur französischen Tradition. Es wird die Meinung vertreten, dass die Anlehnung an das französische Vorbild die Verschriftung des Kreolischen aufwerten und ihr Prestige verleihen würde im Gegensatz zu der phonologischen Schreibung, die aufgrund ihrer Vereinfachungen mit Unterentwicklung assoziiert wird. Ein häufiges Argument ist, dass das Kreolische mit dem Französischen als offizieller Sprache koexistiert und die etymologische Graphie so konzipiert ist, dass sie das Erlernen des Französischen erleichtert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die Problematik der fehlenden Standardisierung des Kreolischen und die Zielsetzung der Arbeit, die Möglichkeiten der Verschriftung im Spannungsfeld zwischen Nähe und Distanz zum Französischen zu untersuchen.

2 Die Bedeutung der Verschriftung für die französischen Kreolsprachen vor ihrem soziolinguistischen Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen von Mündlichkeit und Schriftlichkeit und analysiert die soziolinguistischen Besonderheiten, wie Diglossie und Kontinuum, die den Standardisierungsprozess maßgeblich beeinflussen.

3 Standardisierung und Normierung der kreolischen Schriftsprache im Spannungsfeld zwischen Nähe und Distanz zum Französischen: Hier werden historisch gewachsene Ansätze zur Schriftlichkeit, verschiedene Orthographiesysteme sowie die Problematik der Wortschatzerweiterung durch Neologismen detailliert gegenübergestellt.

4 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass bisher keine befriedigende Normierung existiert, da sich die Ansätze in einem unlösbaren Spannungsfeld zwischen der Alphabetisierung der Sprecher und dem Wunsch nach kultureller Eigenständigkeit befinden.

Schlüsselwörter

Kreolsprachen, Verschriftung, Standardisierung, Orthographie, Diglossie, Französisch, Nähe-Distanz-Diskussion, Antillen, Phonologie, Etymologie, Neologismen, Sprachplanung, Alphabetisierung, Sprachautonomie, Schriftsprache.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Herausforderungen bei der Entwicklung eines standardisierten Schriftsystems für die französischen Kreolsprachen der Antillen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der soziolinguistische Kontext der Diglossie, die historische Entwicklung der Schriftlichkeit, verschiedene Orthographieansätze sowie die lexikalische Erweiterung durch Neologismen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Untersuchung, wie eine Verschriftung gestaltet sein muss, um einerseits die Alphabetisierung zu fördern und andererseits eine eigenständige kulturelle Identität abseits des Französischen zu etablieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine qualitative Analyse soziolinguistischer Ansätze und Orthographiemodelle auf Basis fachwissenschaftlicher Literatur und Quellen zur kreolischen Sprachgeschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die etymologische, die phonologische sowie die modifizierte phonologische Schreibung und diskutiert die Konsequenzen für die Akzeptanz bei den Sprechern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Kreolsprachen, Verschriftung, Standardisierung, Orthographie, Diglossie und Sprachautonomie.

Warum scheitern die meisten bisherigen Ansätze zur Standardisierung?

Die meisten Systeme scheitern an dem unlösbaren Spannungsfeld zwischen der Vertrautheit mit der französischen Orthographie und dem Bedürfnis nach einer autonomen, vom Französischen distanzierten Schriftform.

Welche Rolle spielt der Wortschatz bei der Standardisierung?

Der Wortschatz ist kritisch, da ein Mangel an abstrakten Begriffen besteht und Versuche, diesen durch Neologismen basilektal zu erweitern, oft auf mangelnde Akzeptanz bei den Sprechern stoßen.

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Details

Title
Die Verschriftung französischer Kreolsprachen zwischen Nähe und Distanz zum Französischen
College
Technical University of Berlin  (Romanistik)
Course
Kreolistik
Grade
2
Author
Stephanie Klaus (Author)
Publication Year
2003
Pages
26
Catalog Number
V13457
ISBN (eBook)
9783638191197
Language
German
Tags
Verschriftung Kreolsprachen Nähe Distanz Französischen Kreolistik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephanie Klaus (Author), 2003, Die Verschriftung französischer Kreolsprachen zwischen Nähe und Distanz zum Französischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13457
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